Können Tiere trauern? Hund benimmt sich sonderbar


Hallo ihr lieben Mitmuttis und Vatis.

Meine Hündin benimmt sich seit ein paar Tagen sonderbar (Mischling, 10 Jahre, robust und bis jetzt keinerlei Krankheiten).
Läuft lahm und unlustig. Hatten vor einigen Wochen einen Trauerfall in der Familie, der aber schon 12 Wochen her ist. Herrchen ist nun halt nicht mehr da. Aber, ich da war der Meinung, Hunden ist es nur wichtig, daß sie rauskommen, egal mit welchem Familienmitglied (Fremde natürlich ausgeschlossen). Sie hat keine wunden Pfoten oder sonst irgendwas Offensichtliches.
Gibt es Trauer bei Hunden?
Habt ihr Erfahrung???

Danke im Voraus :blumen:


Och Moirita, das tut mir leid, dass du nun nen traurigen Hund hast. Zu allem noch dazu... -_-

Ich hatte nie nen Hund, bin mir aber sicher, dass sie trauern können. Hab schon soviele Geschichten gehört...

Ich denke, derjenige, der nun die Gassizeiten und Spielzeiten übernimmt, die vorher mit Herrchen belegt waren, der wird nach und nach das Herz des Hundes erobern, so dass er nicht mehr traurig sein muss.
Meine Laienmeinung. :blumen:

Eine gute Zeit wünsch ich dir!


Liebe Moirita,

unsere Hunde reflektieren im Grunde nur unsere eigenen Stimmungen.- Ein Hund, der anderweitig voll
ausgelastet wird mit Spiel, Spazieren und Futter, wird im eigentlichen Sinne nicht "trauern".- Mag sein, daß es Ausnahmen gibt, etwa die "sagenhaften" Hunde, die sich auf's Grab ihres verstorbenen Herrchens legen, und dort warten, bis sie ihm folgen..
Wahrscheinlicher ist m.e., daß sich sonst Niemand um DEN Hund kümmerte.- Zudem gibt es noch sog. "1-Mann-Hunde", die nur auf einen Herrn/Frauchen geprägt sind, und auch nur diesen gehorchen.- Bedingungslos.- Was denn bestimmte Rassen auch zu "Kampfhunden" werden läßt, weil sie für ihren Besitzer ALLES tun.

Hunde sind an sich Opportunisten: sie wenden sich nach einem Verlust recht schnell Jemandem zu, der sie mit dem versorgt, was ihnen guttut.- "Liebe", "Hass" oder "Trauer" sind Gefühle, die wir Mneschen unseren Haustieren andichten.- Und so ist Deine Süße wohl einzig und allein "traurig", weil sie spürt, daß DU mit dem Verlust nicht zurechtkommst, und somit ihr Umfeld nicht mehr voll intakt ist.- Ein Tier merkt sehr wohl, ob man mit ihm "geht", weil's halt sein muß, oder, ob man Spaß daran hat.- Dein Gesamtverhalten hat sich ja wohl auch gravierend geändert.- Und wenn DU mal wieder richtig"an Land kommst", wird Dein Hund sich auch wieder anders verhalten.

Also gibt's an sich nur eine Lösung...und DIE kennst DU sehr gut :) !


Liebe Grüße...IsiLangmut :blumen:


Hallo Morita, Trauer ist ein sehr individuelles Empfinden und jeder Mensch geht damit ebenso individuell um - jeder braucht eben "seine" Zeit - nimm dir die Deine !

S.... Isi hat recht, Tiere sind Opportunisten - Trauer in dem Sinn wie wir ihn empfinden/kennen Tiere nicht.
Wer viel mit Tieren umgeht wird das sicher bestätigen können.

Bearbeitet von MiO am 16.03.2012 17:40:00


wer viel mit tieren umgeht und sich nicht nur darum schert, dass ihre bäuche voll und sie gesund und ausgelastet sind, wird das gegenteil bestätigen können.

tiere können sehr wohl trauer empfinden und auch ausdrücken. ob es dabei um die trauer um artgenossen, menschen oder andere tiere geht, ist nebensächlich.

es muss aber keine trauer sein, die deinen hund verändert hat. dafür gibt es viele gründe.


Zitat (seidenloeckchen @ 16.03.2012 18:54:56)
wer viel mit tieren umgeht und sich nicht nur darum schert, dass ihre bäuche voll und sie gesund und ausgelastet sind, wird das gegenteil bestätigen können.

tiere können sehr wohl trauer empfinden und auch ausdrücken. ob es dabei um die trauer um artgenossen, menschen oder andere tiere geht, ist nebensächlich.


Genau meine Meinung ! :daumenhoch:

Tiere empfinden sehrwohl Trauer, ebenso wie Freude....
Ich hab lang genug im Tierheim gearbeitet um das wirklich beurteilen zu können, und glaubt mir, ich hab oft genug die Schicksale der Tiere mit nach Hause genommen...
Ich verstehe manchmal die Menschen nicht wie herzlos sie mit ihren Tieren umgehen :no: :schnäuzen:


... ich bin tierlieb, habe Eichörnchenbabies und Taubenbabies und mehr Getier ... großgezogen, so, dass sie in ihrem natûrlichen Umfeld überleben konnten ! Pferde ... ganz KLARE Rudelgesetze - wie im Hunderudel auch - ich halte nix davon, Tiere zu " vermenschlichen" - und ganz sicher ist unser Hund ein glücklicher Hund - auch weil es im Rudel stimmt !


Zitat (MiO @ 16.03.2012 20:36:27)
ich halte nix davon, Tiere zu " vermenschlichen"

Sehe ich genauso! Aber die Frage war ja, ob Tiere trauern können, und das können Sie!
Das hat ja nichts mit "vermenschlichen" zu tun! Es geht ja jetzt auch nicht nur um Hunde, sondern allgemein. Katzen z.B. sind da ganz besonders empfindsam, wie gesagt, ich weiss da wirklich genau wovon
ich rede, leider!

Bearbeitet von mammel am 16.03.2012 21:04:04

EIN Beispiel : Mutter ( Pferd) hängt sich an ranghöhere ! Stute an den überdachten Futterplatz und lässt (muttermilchentwöhntes) Kind in Schnee und Kälte draußen stehen ... "Trauer" - zu einem Tiergemäßen Grad - Jein... denn die Rudelordnung bzw. dessen Verhalten ist absolut bindend - gleich um was es geht !

Bearbeitet von MiO am 16.03.2012 21:17:01


Zitat (MiO @ 16.03.2012 21:11:55)
muttermilchentwöhntes) Kind

Wie lange sollte, deiner Meinung nach, eine Stute noch für ihr Fohlen sorgen?

Zitat (MiO @ 16.03.2012 20:36:27)
... ich bin tierlieb, habe Eichörnchenbabies und Taubenbabies und mehr Getier ... großgezogen, so, dass sie in ihrem natûrlichen Umfeld überleben konnten ! Pferde ... ganz KLARE Rudelgesetze - wie im Hunderudel auch - ich halte nix davon, Tiere zu " vermenschlichen" - und ganz sicher ist unser Hund ein glücklicher Hund - auch weil es  im Rudel stimmt !

toll!


@moirita: Ja, auch Tiere können trauern. Viele haben außerdem mehr oder weniger sensible Antennen für die Stimmungen von Herrchen/Frauchen, so 'überträgt' sich auch manches. Du schreibst von lahm und unlustig laufen und dass Deine Hündin zehn ist... auch wenn sie bis jetzt nicht krank war, könnte es rein altersmäßig ja schon sein, dass organisch was nicht ok ist bei ihr :unsure: so in dem Alter gings bei meinem auch los mit den Zipperlein :( Will Dich aber nicht beunruhigen :trösten: vielleicht kommt auch nur grad einiges zusammen und sie braucht einfach bisserl mehr Aufmerksamkeit als sonst... ich würde sie aber auf alle Fälle auch mal vom Tierarzt durchchecken lassen :blumen:

Danke für eure lieben Kommentare. Ich versuche, mit Hundle zu toben und zu spielen, aber so richtig ist sie grad nicht sie selbst.
Sonst immer hüpfend wie ein Känguruh und jetzt nur "mmmhhhh, ok, Frauchen will sich austoben, dann lass ich sie mal und schau halt zu. Scheint ihr ja Spass zu machen..")
Ja, natürlich merkt sie meine innere Traurigkeit. Nur wundert´s mich, daß sie "erst" Wochen nach dem Verlust so ganz anders ist.
Komischerweise bemerken meine Jungs bei den jeweiligen (wir wechseln uns ab) Gassigängen kaum etwas, außer, daß sie etwas langsamer ist.
Also bin ich wohl das Problem.

Aber ich kann ja auch nicht aus meiner Haut und möchte nur , daß es ihr gutgeht.
Freude hab ich beim Laufen und Spielen - aber nicht mehr so wie früher.
Ernährung klappt prima, KEINE Essensverweigerung oder sonstige Auffälligkeiten.

Vielleicht eine Mischung aus Herrchen vermissen und "Frauchen! komm mal wieder auf die Beine"!?

Liebdank an euch und die lichtgeschwindigen Antworten :wub: :wub: :wub:

Geh jetzt nochmal raus :pfeifen:

Bearbeitet von moirita am 16.03.2012 21:23:44


Zitat (seidenloeckchen @ 16.03.2012 18:54:56)
wer viel mit tieren umgeht und sich nicht nur darum schert, dass ihre bäuche voll und sie gesund und ausgelastet sind, wird das gegenteil bestätigen können.

tiere können sehr wohl trauer empfinden und auch ausdrücken. ob es dabei um die trauer um artgenossen, menschen oder andere tiere geht, ist nebensächlich.

es muss aber keine trauer sein, die deinen hund verändert hat. dafür gibt es viele gründe.

Kann ich so bestätigen, weil ich es selbst bei meinen Tieren
erlebt habe.

Wie Tiere um ihre Toten trauern...

Man achte auf das Fazit ... ich sage ja nicht ! Tiere haben keine Gefühle ! Sie empfinden/ erleben sie aber anders als der Mensch. Tiere " richten " sich nach ihren Rudelhöheren ... beim Haustier ist das eben der Mensch - ich kann doch nix fûr die naturgegebenen Gesetze !!


Hallo moirita .
Ja, Hunde können trauern. Als Rudeltiere sind sie teilweise mit den Menschen sozialisiert.
Das trifft nicht auf alle Menschen und Hunde zu.
Natürlich spiegelt sich auch Dein Verhalten im Verhalten des Hundes wieder.
Einige Hunde haben eine feste Bindung zu " ihrem " Menschen.
:trösten:
Selbst Katzen unterscheiden, unabhängig von der Fütterung, die Menschen.
:huh:


Zitat (MiO @ 16.03.2012 21:34:11)
Tiere " richten " sich nach ihren Rudelhöheren ... beim Haustier ist das eben der Mensch - ich kann doch nix fûr die naturgegebenen Gesetze !!

das ist insofern falsch, da nicht jedes tier ein rudeltier ist und es auch in rudeln immer wieder machtkämpfe und machtübernahmen gibt. je nach tierart reagieren die rudelführer auch nicht immer so, wie es eigentlich von ihnen erwartet wird. es gibt überall ausnahmen von der regel.

die frage war, ob tiere trauern können. das können sie. was in diesem zusammenhang das beispiel der stute mit dem fohlen oder überhaupt das thema rudel zu tun hat, frage nicht nur ich mich, wie ich sehe.

es wurde vor noch nicht allzu langer zeit in frage gestellt, ob tiere überhaupt etwas empfinden. schmerz, freude, leid. nun kommt die trauer hinzu. bei tieren gibt es alles, was es auch bei menschen gibt. nicht überraschend, schließlich ist der mensch selbst ein tier.

Verzeih @Seidenlöckchen - aber Hunde sind nun mal Rudeltiere. Und um Hund geht es hier. Pferde wie Hunde begleiten ! den Menschen schon lange Zeit - aber wir ( die Menschen) sollten die natürlichen Regeln nicht vergessen . Das tun wir aber - nicht nur die Tiere betreffend allzu oft.

Bearbeitet von MiO am 16.03.2012 22:10:59


In einem Punkt bin ich 100%ig " bei dir" @ Seidenlöckchen -- der Mensch ist ein Tier - und meiner Meinung nach das grausamste aller Tiere ... ! Edit sagt : schmeiß das I-Phone wech - Tastatur und ( eigene I-Phone) Schreibvorschläge manchmal ... nervig ;;-))

Bearbeitet von MiO am 16.03.2012 22:20:17


Also ich kann solche Fälle eigentlich nur bestätigen.

Ich hatte vor einigen Jahren einen schlimmen Unfall und unser Kater hat das irgendwie bemerkt und einen komischen Anfall bekommen.
Und ein paar Jahre später hatten wir einen anderen Kater und eine Katze die die besten Freunde waren, der Kater ist verschwunden (vermutlich überfahren worden) die Katze hat eine Woche lang nichts mehr essen wollen und das obwohl sie eher von der verfressenen Sorte war, erst als wir ihr einen neuen "Freund" den sie Anfangs als Feind wahrgenommen hat, hat sie vor lauter Aufregung wieder etwas gegessen.

Meine Katze, die ich seit dem 6. Lebensjahr habe, merkt es jedes mal wenn ich Traurig bin und kommt zu mir um mich zu trösten, sie hat da eine ganz besondere Art zu kuscheln, nicht so wie wenn ich nicht traurig bin.

Ich habe mein Leben lang Tiere, vorwiegend Katzen, um mich gehabt und habe das Mitfühlen von Tieren mehr als nur bemerkt.
Es berührt mich jedes mal sehr wenn mich meine Katze trösten kommt, weil ich einfach weiß, dass sie immer für mich da ist.

Bei Hunden habe ich auch schon solche Erlebnisse gehabt, meine Tante hatte damals 4 Hunde und als ihr Ehemann verstorben ist waren alle 4 Hunde ziemlich geknickt...

Mir ist noch was eingefallen:
und als sie uns letztes Jahr Besuchen war haben wir ihr einen Dackelwelpen geschenkt, die beiden waren für 2 Monate bei uns und als meine Tante wieder nach Hause gefahren ist, hat der Hund bei der Verabschiedung gemerkt, dass etwas nicht stimmt und auch eine Trauermine aufgesetzt und laut meiner Tante hat er bei ihr zu Hause immer versucht uns zu finden...

Bearbeitet von Laurii am 16.03.2012 22:34:48


All das glaube ich dir aufs Wort @ Laurii - ich nenne es Instinkt - und Rudelverhalten.


Zitat (MiO @ 16.03.2012 22:06:17)
Verzeih @Seidenlöckchen - aber Hunde sind nun mal Rudeltiere. Und um Hund geht es hier. Pferde wie Hunde begleiten ! den Menschen schon lange Zeit - aber wir ( die Menschen) sollten die natürlichen Regeln nicht vergessen . Das tun wir aber - nicht nur die Tiere betreffend allzu oft.

Da sprichst du ein wahres Wort gelassen aus... :)

Der Grosse war noch mal unterwegs, letzte Gassirunde heute, und meinte nun auch:" Mum, unser Schätzle läuft ganz schlecht, was kann das sein?". Also, Arzttermin angesagt!
Danke euch sehr für das Engagement und die Hilfe :blumenstrauss:


@ Morita - Für DICH soll es Rosen regnen !!!


Tiere können auf jeden Fall trauern.
Als ich mit meinen Kindern vor ein paar Jahren zur Kur gefahren bin, wollte meine Nachbarin meinen Kater versorgen. Aber er saß nur auf der Treppe neben der Haustür und wartete auf uns. Sie konnte ihn durch nichts dazu bewegen,etwas zu fressen oder zu trinken. Ich hatte am nächsten Tag schon ein ungutes Gefühl und rief bei ihr an... Als sie mir erzählte das Caddy nichts fraß,bin ich am gleichen Abend noch nach Hause gefahren und habe Caddy abgeholt.
Für uns alle war die Kur dann Super.....Caddy war bei uns,fraß wieder wie immer und genoß die Kur und die frische Nordseeluft :).
Ich habe auch letztens ein Video gesehen auf der eine Katze um eine andere Katze trauerte die tot auf einer Strasse lag....das Video war herzzerreißend:(.
Ich denke auch das manche Menschen meinen das Tiere nicht trauern können weil sie nicht weinen können. Aber das ist falsch....vielleicht wäre es für einige Tiere einfacher wenn sie weinen könnten.
Dann würde der Mensch sie besser verstehen.


Dass Tiere ihren eigenen "Gesetzen" folgen, heißt mMn keineswegs, dass sie nicht trauern können. Ich halte es für falsch und gefährlich, ihnen Gefühle - auch solche, die länger als fünf Minuten dauern - abzusprechen.

Beispiel Pferde: Selbstverständlich sind sie als Herdentiere untereinander sozialisiert. Eine Pferdemama sortiert sich in der Herde ein, ihr Fohlen auch. Wenn es ab einem gewissen Alter anfängt, sich mit anderen zu kloppen, guckt die Mama kaum noch hin; "dazwischen gehen" kommt i.d.R. nur in lebensbedrohlichen Situationen vor - und die gibt es unter Pferden allerhächstens zufällig. Und wenn das Kind in Schnee und Kälte steht, so what? Davon fällt ein Pferd nicht um, nicht mal ein Kleines. Was wir in solchen Situationen tun, ist von uns auf die Tiere schließen und damit vieles fehlzuinterpretieren. Ich habe aber durchaus schon Pferde gesehen, die getrauert haben. Sogar schon solche, die ihrem langjährigen Weide- oder Stallkollegen innerhalb weniger Tage gefolgt sind, als diese starben.

Ein anderes Beispiel ist der Papgei Alex. "...Nach den insgesamt 19 Jahren Training hatte Alex einen eigenen Wortschatz von insgesamt 200 Wörtern, die er äußern konnte, und einen Wortschatz von ungefähr 500 Wörtern, die er verstehen konnte. Außerdem konnte er – begrenzt – zählen und selber Wünsche äußern. So sagte Alex zum Beispiel, wenn ihm das Fragespiel nicht mehr gefiel „I’m gonna go away“, (Ich werde weggehen) und wenn der Forscher sich verärgert zeigte, versuchte Alex die Situation durch „I’m sorry“ (Tut mir leid) zu entschärfen. Wenn er per „Wanna banana“ eine Banane erbeten hatte, aber eine Nuss angeboten bekam, schaute er schweigend vor sich, wiederholte den Wunsch nach einer Banane oder nahm die Nuss und warf sie mit seinem Schnabel gegen den Forscher..." (Wikipedia) Dieser Vogel bat, wenn er ganz offensichtlich traurig oder bedrückt war, mit den Worten "Wanna see tree" daraum, dass ihn sein Frauchen aus dem Labor in einen der Flure mitnahm, von wo aus er durch die Scheibe einen Baum sehen konnte. Das wiederholte sich ein ganzes Papageienleben lang - oder zumindest die 20 Jahre, die Alex als Versuchstier diente. Ich habe, nachdem ich von diesem Experiment gehört habe, nie wieder daran gezweifelt, dass die Gefühle von Tieren den unseren in nichts nachstehen. Vielleicht erscheinen sie uns nicht so "erwachsen", aber wer, bitte, würde einem Fünfjährigen Gefühlsarmut unterstellen oder behaupten, dass Eingesperrtsein, der Verlust der Eltern o.ä. keine gravierenden seelischen Schäden hinterließe?

Bearbeitet von donnawetta am 17.03.2012 08:36:43


moirita, versteh mich bitte nicht falsch, aber kann es sein, dass du keine wirkliche Beziehung zu dem Hund hast?
ich kann nämlich nicht verstehen, dass du sagst "Hunden ist es nur wichtig, daß sie rauskommen, egal mit welchem Familienmitglied",
wenn man mit einem Hund zusammenlebt, dann sollte man wissen, dass es nicht so ist, es sei denn, man hat kein Gespür für ihn

wenn das so ist, dann ist es durchaus möglich, dass seine Trauer gerade dann offensichtlich wird, wenn er mit dir unterwegs ist

denn selbstverständlich können Hunde trauern,
wie bei uns Menschen jeder Hund auf seine Art.
Es gibt Hunde, die regelmäßig das Grab ihres Menschen besuchen.
Ich glaube es war der Hund von Mitterand, der bei der Beerdigung mit gesenktem Kopf hinter dem Sarg her ging

Viele meinen, Hunde seien nur auf bestimmtes Verhalten "programmiert".
Der Fehler dabei ist zu glauben, "Denken" sei nur das, was in unseren Köpfen vorgeht.
Einer meiner Chefs (der übrigens auch der Meinung war, Hunde wären blöd), hat mal in einem Workshop behauptet, Kommunikation und Präsentation seinen nur über Sprache möglich.
Mein Einwand damals (hat den gesamten Workshop aufgemischt) "was ist mit Helen Keller".
Seit dem 19. Lebensmonat blind und taub, hat studiert, war Schriftstellerin, hatte die Ehrendoktorwürde und und und ...........

Das heißt nichts anderes als "Denken" darf man nicht nur an Wörtern fest machen
und Gefühle erst recht nicht,
wer sich intensiv auf Hunde einlässt, der erlebt es immer wieder, dass sie sehr überlegt handeln können,
und sie können auch sehr deutlich ihre Gefühle ausdrücken,
man muss es nur verstehen.

Und nicht nur Hunde trauern.
Elefanten z.B. verabschieden sich von ihren Verstorbenen.

moirita, zeig ihm, dass du ihn verstehst und dass auch du trauerst


Zitat (MiO @ 16.03.2012 22:06:17)
Verzeih @Seidenlöckchen - aber Hunde sind nun mal Rudeltiere. Und um Hund geht es hier. Pferde wie Hunde begleiten ! den Menschen schon lange Zeit - aber wir ( die Menschen) sollten die natürlichen Regeln nicht vergessen . Das tun wir aber - nicht nur die Tiere betreffend allzu oft.

was sind denn für dich die natürlichen regeln? der mensch kann sehr viel von den tieren lernen. jedoch tut er meistens das gegenteil. er zwingt ihnen seinen eigenen willen auf, übernimmt althergebrachte meinungen und anleitungen zum "tierverständnis" recht oft, ohne sich selbst gedanken zu machen. und wundert sich, wenn er vor problemen steht.

tiere können trauern, lieben, hassen, leiden und sich wohl fühlen. all dies sind dinge, die der mensch ihnen immer noch abspricht und ihnen für ihre motive, etwas zu tun oder zu lassen, instinkt unterstellt oder es als allgemeingültige erklärung für alles sieht. das ist viel zu einfach, jedoch ist es vielen fürchterlich egal. ich halte es für eine falsche menschliche arroganz, tieren nicht zuzugestehen, dass sie aus erfahrung lernen können. dass sie sich kein beispiel an anderen nehmen können. und dass sie keine gefühle haben können.

man sollte doch auch meinen, dass elternschaft ein menschlicher instinkt ist. oder hilfsbereitschaft. wie falsch das ist, können wir täglich in den nachrichten verfolgen.

jeder mensch, der sich aufrichtig interessiert mit seinen tieren beschäftigt, kann an seinem verhalten, an seiner körperhaltung und seinen lauten viel ablesen und erkennen.

gerade hunde haben ein sehr komplexes sozialverhalten. sie sind intelligent und langweilen sich schnell, sie wollen gefordert werden. ich kenne leider nicht viele menschen, die etwas anderes in hunden sehen als einen freund, den man kaufen kann, einen billigen wachschutz oder ein kleines wesen, das man verhätscheln und vermenschlichen kann. und wie groß ist der stolz, wenn bello schneller apportiert als hasso, weiter springt und schneller sitz macht. :angry:

gewiss haben die meisten schon einmal festgestellt, dass hunde sich nicht von jedem streicheln lassen. merkwürdigerweise erklärt sich das der betreffende oftmals mit "er hat schlechte laune" anstatt mit "er mag mich nicht". wer keinen draht zu einem tier hat und sich nicht darauf einlässt, wird nicht viel von seinem charakter erleben. die frage in diesem thema sollte geklärt sein.

@ Die Außerirdische
Das Hundemädchen wohnt seit über neun Jahren bei uns und ich bin mir ganz sicher, daß ich eine sehr gute Beziehung zu ihr habe. Ich bin ihre Hauptbezugsperson, seit sie klein zu uns kam. Nur bin ich im Moment nicht so ganz bei ihr mit meinen Gedanken, wenn wir rausgehen. Eher läuft das Gassigehn ein wenig halbherzig meinerseits ab. Das geht nun schon seit Wochen so, aber erst in den letzten Tagen war sie so merkwürdig still, unlustig und leicht humpelnd. An den Pfoten ist nichts zu entdecken. Sie läuft aber auf jeden Mann schwanzwedelnd zu, der ihrem verstorbenen Herrchen auch nur im entferntesten ähnlich sieht. (Groooosss!, grauhaarig, vollbärtig.) Das ist schon auffallend, weil sie sonst eigentlich eine Zurückhaltende ist....
Der erste Gassigang mit Sohnemann heute morgen lief super und sie hat lange getobt, als wenn nix gewesen wäre.
Ich beobachte mal, wie sie bei mir heute nachmittag ist.
TelefonNr. vom Tierarzt liegt jedenfalls parat.

Sie schnuppert auch ganz oft an der getragenen Kleidung meines Schatzes, die ich neulich noch gefunden habe. Vielleicht sollte ich die mal wegräumen,( auch mir zuliebe :( ).

Liebgruss, Danke an alle und ein schönes Wochenende!

@ MiO Danke für den Rosen-"Schauer"
:wub:


@moirita ich habe dir gestern Abend noch eine PN geschrieben, aber leider ist die nicht gesendet worden, und danach war sie dann ganz futsch.
Werde es heut oder morgen nochmal versuchen...!
Aber eine Sache schon mal im vorraus: du solltest auf jeden Fall vom Tierarzt abklären lassen ob organisch alles mit deinem Hund ok ist.
Alles weitere versuch ich dir über PN zu schreiben
Kopf hoch moirita :trösten:


@mammel: Danke! :blumen: Kopf bleibt da, wo er hingehört: oben!!! ;)
Ja, das Schätzle steht unter Beobachtung und Tierarzt Nr. ist gespeichert. Will auch Gewissheit haben, daß organisch/ gelenkmäßig alles i. O. ist.
Möcht mein Mädchen noch ´ne Weile zufrieden und gesund an meiner Seite haben und denke, sie mich auch....
Über PN würd ich mich freuen! ABER: Langsam und keinen Stress. Alles kann, nichts muss! :wub:
lg, moirita


moirita, ich wollte dir wirklich nicht zu nahe treten und dir nichts unterstellen,
es ist ja auch normal, dass es im Menschen-Hunde-Rudel unterschiedlich innige Beziehungen gibt,
bei dir ist es wohl nicht so, du hast diese Beziehung, aber du erkennst auch selbst schon ganz gut, was da passiert,
du sagst ja, du bist im Augenblick nicht wirklich bei ihr und das merkt sie,
sie trauert nicht nur um ihr Herrchen, sie trägt auch deine Traurigkeit mit

Tierarzt ist sicher nicht verkehrt, aber ich glaube nicht, dass du dir um ihren physischen Zustand Sorgen machen musst, dann hätte sie nicht mit deinem Sohn rumgetobt

moirita, ihr werdet das beide schaffen, auch wenn es nicht einfach ist und seine Zeit dauert


Moin Moirita,

Ihr beide - Du und Deine Hündin - habt einen Verlust zu ertragen. Ich schicke jetzt einfach mal eine große Portion Kraft zu Dir rüber. :trösten:

Auch wenn man Haustiere nicht vermenschlichen kann, so haben sie doch ein sehr, sehr feines Gespür für die Stimmung "ihres" Menschen. Kann es sein, dass Du die letzten zwölf Wochen eher wie eine Marionette einfach nur funktioniert hast? Und jetzt die Trauer stärker rauskommt? Das spürt auch Deine Hündin. Und reagiert vermutlich entsprechend, indem sie Dir einen Spiegel vorhält. Mit den Mitteln, die ihr zur Verfügung stehen. Nein, auf diese Überlegung musst Du nicht antworten. Beantworte das für Dich selbst. Das ist vollkommen ausreichend.

Mit Hunden habe ich persönlich keine Erfahrung, lebe aber schon seit über zwanzig Jahren mit Katzen zusammen. Meine Katze spürt genau, wenn es mir physisch oder psychisch nicht optimal geht. Sie ist dann besonders schmuselig und belagert mich geradezu. Sie nimmt es mir wohl nicht übel, wenn ich sie zwecks Urlaub oder anderer Verpflichtungen für ein paar Tage bei meinen Eltern parke. Doch sie lässt nach Auskunft meines Vaters durchaus einige Tage lang die Ohren sprichwörtlich hängen. Auch wenn sie die Umgebung kennt und sofort nach dem Ausladen aus dem Katzentransportkorb vor der Tür sitzt, die in den Garten führt. Den Garten kann ich ihr leider nicht bieten. Mitten in der großen Stadt kann ich sie nicht rauslassen - die Gefahr, unter die Räder zu kommen, ist einfach zu groß. Doch sie zeigt eine Reaktion. Nämlich die, dass sie erstmal weniger bis gar nichts frisst - obwohl diese Katze immer hungrig ist. Liegt wohl an ihrer Tierheim-Vergangenheit.

Grüßle und alles Gute,

Egeria


Danke, Egeria! Kraftpaket ist angekommen. :D

Ja, ich funktioniere z.Zt. wie durch unsichtbare Fäden gelenkt und die Trauer kommt jetzt erst ziemlich stark raus. Ich weine zwar weniger, falle aber trotzdem immer tiefer. Die ersten Wochen waren ganz ok. und ich wunderte mich schon,...... da ich doch sonst so emotional bin.
Hund spürt das natürlich, wir kennen uns ja schon lang und schlafen seit 9 Jahren Seite an Seite. (Nein, nicht im Bett).
Die Humpelei hat sich gebessert - ich werd´s aber weiterhin beobachten. Tierarzt ist nur zwei Strassen weiter. Anhänglich ist sie und lässt die Familienmitglieder kaum aus den Augen, sprich: liegt dauernd im Weg rum ;) :angry: :wub:

lg, moirita

PS: Nur klitzekleine Frage : Hat Deine Katze einen babylonischen Namen?


Gerne doch,@Moirita :blumen:

Jeder hat sein Päckchen zu tragen. Deine Hundedame kümmert sich offensichtlich auf ihre Weise um "ihr Rudel", indem sie auf alle ein sehr wachsames Auge hat und in diesem Zusammenhang überall als sprichwörtlicher Stolperstein in den Füßen rumliegt. Dennoch wäre ein kurzer Umweg zum Tierarzt beim täglichen Gassi-Gang vielleicht nicht verkehrt. Das ist ja in Deinem Fall nicht wirklich ein großer Aufwand, wenn der gerade mal zwei Straßen weiter wohnt. Dann bist Du auf der sicheren Seite, dass Du nix übersehen hast.

Jepp, meine Katze habe ich Ishtar genannt. Das ist die babylonische Göttin des Krieges und der Liebe. Es war im alten Orient durchaus üblich, das Pantheon ganz nach herrscherseitigem Bedarf aufeinander zu verschmelzen und/oder miteinander zu vereinen. Ich rufe sie allerdings mit Kosenamen wie Birnchen oder Süße. Letztendlich ist die Stimmlage, in der ich mit meiner Fellnase kommuniziere, wichtiger als der Name, den ich ihr gegeben habe. Ich hätte sie auch Inanna nennen können. Das wäre dann das sumerische Pendant gewesen.

Doch in Deinem Fall scheint der Hund ganz woanders begraben zu sein. Du hast Trauerarbeit zu leisten und Dein Hundemädchen spürt das. Sie zeigt auf ihre Weise, dass sie merkt, dass was nicht stimmt. Sie zeigt Dir mit ihrem im-Weg-rumliegen, dass sie sich sorgt und für Dich da ist. Nein, Haustiere sind keine Menschen. Doch ich glaube, ich habe schonmal erwähnt, dass sie ein feines Gespür für die Gemütslage ihres Menschen haben.

Was wäre so schlimm daran, wenn Dein Haustier in Deinem Bett oder ganz nahe dabei nächtigt? Meine Katze brauchte bei ihrem Einzug in meiner Wohnung weniger als fünf Minuten, um festzulegen, wo sie künftig zu schlafen gedenkt. Da landeten dreieinhalb Kilo Eleganz auf vier Pfoten - sogar noch schick in echten Pelz verpackt - ganz selbstverständlich in meinem Bett. Das war ein eleganter Sprung. Doch Katzen sind keine Hunde.

Wenn Du magst, können wir über PN weiter kommunizieren.

Grüßle und noch ein weiteres Kraftpaket zur gefälligen Nutzung,

Egeria


guten morgen

als meine mama gestorben ist - zuhause nach langer krankheit - lag meine hündin tagelang immer noch an der stelle unter ihrem pflegebett im zimmer.

das hat auch sehr lange angehalten, dass sie geknickt wirkte, sie frass auch sehr schlecht.

Bei meinem vorherigen, inzwischen auch schon verstorbenen Hund war es bei meinem Opa so... Die zwei waren immer ein Herz und eine Seele, und als mein Opa verstarb, ist mein Wauzi richtig eingefallen, lag nur rum und wollte auch nicht mehr raus.

Ich habe es sogar erlebt, dass unsere Hündin um unseren Kater getrauert hat, der wurde von ihr adoptiert und aufgezogen, und als er nach einem Jahr Leben totgefahren wurde, sass meine Hündin tagelang im Wohnzimmer und starrte aus dem Fenster raus oder lag auf seinem Platz und schaute traurig rein...

Ich bin mir sehr sicher, dass unsere Vierbeiner mehr fühlen, als mancher ihnen eingesteht... :) oder glauben mag.

Schönen Start in die Woche


@ mrs_monk: Mein Beileid zum Tod Deiner Mama. :trösten: und ein herzliches Dankeschön für Deine Nachricht und die Gedanken.
Ich bin mittlerweile auch überzeugt, daß Tiere trauern können. Halt auf ihre Art und Weise...

Wünsche Dir und Deiner Hündin Gesundheit in " großen Dosen" und noch viele schöne gemeinsame Jahre. :daumenhoch:


@ egeria: Danke für das Nachschubkraftpaket! :wub: Reicht ja fast schon zum Bäumeausreissen ;)
PN schreiben ist gute Idee. Bis dann! Freu mich! :D

Liebe Grüsse an euch alle , die ihr hier so hilfreich geschrieben habt
moirita
:blumen:

Bearbeitet von moirita am 19.03.2012 17:04:42


Ich finde Trauer sieht man nicht nur bei Hund und Katze,sondern auch bei Kaninchen.
Kaninchen sind ja sehr soziale Tiere,welche viel und gerne kuscheln und sich gegenseitig putzen.
Als meine Happy gestorben ist habe ich das bei Muffin (männchen) gemerkt wie sehr er trauerte...
Bald bekommt er auf jeden Fall eine neue Freundin..anders geht es nicht.


Es gab mal eine knallpinkfarbene Insektenart mit dem Namen Erdmücke, welche vorzugsweise um Blumentöpfe herumwimmelte.
Hier trafen sie sich, lernten sich kennen, verabredeten sich und irgendwann legten die Erdmückinnen ihre Eier in die Blumentopferde. Besonders gern, wenn diese schön feucht gehalten wurde, denn unter diesen Bedingungen gediehen die Erdmückenbabies besonders prächtig.
Viele Menschen mochten dies aber nicht leiden und so sannen sie darauf, wie man dem Treiben der Erdmücken ein Ende bereiten könnte. Sie tauschten sich aus, es entstanden viele Foren im Internet, eigens gegründet, um sich über Erdmückenvernichtungsstrategien (und später über Burzeltage und Puschen) auszutauschen und so kam man auf so perfide Einfälle wie das-Blumentöpfe-von-unten-bewässern oder noch schlimmer, das Einbringen von teuflischen, fleischfressenden Mikroben über das Giesswasser, welche die zarten Erdmückenkids lebendigen Leibes zernagten.
Diese Entwicklung löste Fassungslosigkeit, Empörung und schließlich anhaltende Trauer in der Erdmückengesellschaft aus und so geschah es, daß das schöne Pink, daß die Erdmücken einst dekorativ in der Insektenwelt hervorhob, einem traurigen Schwarz wich - eine Veränderung, die sich weltweit umfassend vollzog, weshalb die Wissenschaft schließlich den Namen Erdmücke in Trauermücke änderte, ein in der Entomologie bislang einmaliger Fall.
Und irgendwie traurig . . ..



Zitat (GEMINI-22 @ 30.03.2012 14:42:55)
(IMG:http://wuerziworld.de/Smilies/schild/sd13.gif) Märchenonkel :lol:

Ich bitte von solchen Einträgen in einem Thread über trauernde Tiere abzusehen.

wer austeilt, muss auch einstecken können :lol:


Freu mich immer wieder über Zeichen und WUNDER.
Das kann man verstehen, muß man aber nicht! ;)

:blumen: :applaus:



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