"Fremdwörter" in Schnittmustern: Hiiiiilfe


Hallo Ihr Lieben,

nachdem ich für eine Feier ein Dirndl benötige und ich in ganz Internet-Deutschland keines gefunden habe, was meinen Vorstellungen enstpricht (zur Info: Ich finde Dirndls zum :mussweg:), habe ich mir nun Stoff nach meiner Vorstellung gekauft und ein Dirndl- Schnittmuster. Leider gibt es ja immer öfter solche "Oktoberfestfeiern", also werde ich es auch öfter noch brauchen.
Da ich nun eine zwar mutige, aber leider auch blutige Anfängerin auf dem Schnittmustergebiet bin, habe ich in der Anleitung ein paar Begriffe gefunden, die auch genauso gut dort in japanisch stehen könnten. :heul:
Nun hoffe ich auf Euch, ich fang mal an:

- Bund mit 3 cm "Untertritt"
- Fadenlauf
- Teilungsnaht
- Ansatznaht

Sind zwar jetzt nicht sehr viele, aber sicherlich bedeutsame Begriffe, deren Erklärung mir bestimmt viel weiter helfen würden.
Merci vielmals schon mal für die Hilfe :blumen:


fadenlauf beschreibt die lage der fäden im gewebe. normalerweise hat man ein gewebe mit kett- und schussfaden. die kette sind die fäden, die parallel zur webkante liegen. sie liegen recht stark gespannt auf dem webstuhl oder der webmaschine.

um etwas weben zu können, muss ein zweiter faden zwischen den kettfäden hin- und hergeschossen werden. deswegen heißt er schussfaden. das hast du vielleicht als kind auch gemacht, der faden ist auf einem schiffchen aufgewickelt. das prinzip funktioniert so ähnlich wie das stopfen. ein faden rauf, ein faden runter, ein wenig festziehen, und an den seiten wird gewechselt. der schussfaden ist lockerer als die kette, da er nicht gespannt ist.

auf den meisten schnittmustern findest du einen oder zwei linien mit einem pfeil, der sich fadenlauf nennt. das bedeutet, dass du das schnittteil nicht einfach so auf den stoff auflegen kannst, wie es platzsparend ist, auch nicht, wenn es ein unifarbener stoff ist.

du legst das schnittteil so auf, dass die linie, die den fadenlauf markiert, am anfang und am ende den gleichen abstand zur webkante hat. sie ist der geradeste fadenlauf, den ein stoff zu bieten hat. die linien des fadenlaufs im schnittteil sind entweder parallel zum fadenlauf des gewebes oder im rechten winkel dazu. nimm ein hosenbein als beispiel.

du legst es auf den stoff und misst mit dem zentimetermaß nach. anfänger können die linie gerade bei langen teilen auch über das ganze schnittteil ziehen, so wird es genauer. oben liegen beispielsweise zwischen der linie und der webkante 20 cm. nicht vergessen, die nahtzugabe einzurechnen. :hihi:

und unten sind es nur 15. das schnittteil ist somit nicht im fadenlauf, was bedeutet, dass es später nicht richtig fällt und sitzt. bei weiten schnitten mag das nicht so auffallen, auch nicht bei sehr dünnen stoffen, aber bei figurbetontem schnitt und dickerem stoff merkt man es rasch. und im muster wäre es auch nicht.

also musst du das schnittteil so weit verschieben, dass es zu beiden enden der linie 20 cm sind. danach kannst du das schnittteil feststecken, die nahtzugaben einzeichnen und es ausschneiden.

schneidet man etwas nicht im fadenlauf zu, dehnt sich das teil sehr stark, was man nicht haben will. das kleidungsstück hängt sich aus und sieht schrecklich aus. es sitzt einfach nicht. manchmal jedoch will man etwas im schrägen fadenlauf haben. das können aufgesetzte taschen sein, oder vielleicht auch klappen für taschen. meistens schneidet man daraus jedoch ein band aus dem stoff zu, um einen auschnitt einzufassen. weil es sich so stark dehnt, bekommt man damit mit ein wenig übung einen faltenfreie einfassung hin.

einen fadenlauf haben nur gewebte stoffe und gestrickte, wie es die stoffe für t-shirts sind. leder dagegen hat keinen fadenverlauf, oder filz oder vlieseline. dort kann man beinahe immer die schnittteile so auflegen, wie es am platzsparendsten ist. :blumen:

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ein untertritt ist ein stückchen vom hosen- oder rockbund. schau dir einen reißverschluss in einer hose an. wenn die reihen mit den zähnchen auf beiden seiten glatt mit dem bund abschließen, gibt es keinen unter- oder obertritt.

bei größenverstellbaren bundlösungen steht der bund mehrere cm vor. manchmal sind darin auch knopflöcher oder knöpfe. obertritt heißt es, wenn diese verlängerung oben liegt, also sichtbar. untertritt heißt es, wenn es unten liegt, was meistens hübscher aussieht. bei bh ist es ähnlich, die seite mit den ösen ist sozusagen der untertritt, da er unter dem stoff mit den häkchen liegt.

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eine teilungsnaht verbindet zwei oder mehr teile miteinander. meistens ist damit eine naht gemeint, die nicht an den seiten sitzt, sondern vorne oder hinten figurgebend ist. sozusagen ein abnäher von oben bis unten, mit dem unterschied, dass es sich dabei um mindestens zwei schnittteile handelt und nicht nur ein schnittteil eingeschnitten wird. bei korsetts oder stark taillierten bekleidungsstücken ist das recht oft der fall. ein dirndl sitzt ja sehr knapp. :hihi:

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ansatznaht kenne ich nicht. jedenfalls nicht den begriff. aber es könnte sein, dass damit eine naht gemeint ist, mit der noch gearbeitet wird. beispielsweise an krägen, manschetten oder schlitzen. zwei teile werden miteinander verbunden, und ein teil wird noch einmal umgelegt und mit der kante an die naht genäht. diese naht sieht man dann später nicht mehr, und die nahtzugabe ist unsichtbar. die umgelegte kante wird meistens mit feinen handstichen an die nahtzugabe angenäht, das nennt man staffieren. man soll möglichst wenig von der naht sehen, vor allem nicht auf der rückseite.

ich hoffe, ich konnte dir ein wenig helfen. wenn nicht, frage ruhig nach. :blumen:

Bearbeitet von seidenloeckchen am 06.06.2012 18:52:12


Supertoll erklärt @Löckchen :wub:

Doch was eine "Ansatznaht" ist, konnte mir auch der Gockel nicht vernünftig erklären. Selbst in meinem Burda-Anleitungsbuch "Nähen leicht gemacht" war es nicht im Stichwortverzeichnis zu finden :zumhaareraufen:

Doch ich könnte mir vorstellen, dass damit die Verbindungsnaht zwischen Rockteil und Mieder gemeint ist. Nach den unterschiedlichen Beschreibungen, die ich in verschiedenen Nähanleitungen zu verschiedenen Kleidungsstücken gelesen habe, könnte es auch eine "verdeckte Ansatznaht" sein, die mit einer weiteren Naht kaschiert wird, damit sie unsichtbar bleibt.

Weißte was, @Tamora: Stell doch bitte mal den ganzen Satz der Anleitung hier rein, damit die näh-erfahrenen Muttis vielleicht aus dem Zusammenhang entnehmen können, was damit gemeint ist.

Nen besseren Vorschlag hab ich jetzt leider auch nicht :(

Grüßle,

Egeria


im kontext könnte ich auch mehr damit anfangen.

hier habe ich etwas gefunden, was meine vermutung untermauert.

http://www.karnevalshop24.de/de/Karnevalsk...bst-gemacht.php

bei absatz 6 wird von einem halsausschnitt gesprochen, der eingefasst wird. dort wird die ansatznaht erwähnt. eine ansatznaht ist eigentlich jede naht, die mindestens zwei teile zusammenfügt, denn es wird ja etwas angesetzt.


ich habe mal nach einem Foto mit Ansatznaht gesucht schaut


Vielen leben dank schon mal, ihr seid einfach klasse.(stellt euch hier bitte ein Kuss-smiley vor)
Wow Seidenlockchen, das nenne ich eine Erklärung!!!!
Herzlichen dank für deine mühe.ich denke ich habe alles soweit verstanden.muss mir das mit dem fadenlauf dann mal direkt am Objekt zu Gemüt führen.was jetzt nicht an deiner Erklärung liegt sondern schlichtweg an meinem unwissen.
Das mit d der Ansatznaht schreibe ich noch im Zusammenhang wenn ich wieder zuhause bin.mühe mich gerade übers Handy ab...deshalb gibt's hier auch keine smileys...
Schönen Feiertag noch euch allen.


ein recht praktisches beispiel sind geschirrtücher. wenn du an einer langen seite zwei ecken anfasst und daran ziehst, wirst du merken, dass es sich kaum in die länge zieht. du ziehst somit an den kettfäden, die sehr wenig spiel haben.

an zwei ecken einer kurzen seite angefasst und gezogen, wirst du eine kleine dehnung merken. der schussfaden wird beim weben ja nicht gespannt. in beiden fällen ziehst du an fäden, die neben- oder übereinander liegen.

nimmst du jedoch zwei ecken, die sich schräg gegenüber liegen, kannst du den stoff recht weit ziehen. und wirst wahrscheinlich danach wellen oder beulen dort im stoff haben, der zwischen den beiden zugkräften lag. das liegt daran, dass beim weben winzige zwischenräume entstehen, dort, wo sich sich kreuzen, und diese leerräume beim ziehen verschwinden. bei feinem garn ist das gewebe viel feiner als das gewebe eines alten kartoffel- oder getreidesacks. an diesen groben geweben kannst du gut erkennen, wie sie gewebt wurden. man nennt das leinwandbindung.

die schussfänden liegen bei einem faden über ihm, beim nächsten faden liegt er darunter, immer abwechselnd. in der nächsten reihe wird es umgekehrt gewebt, weil der schussfaden, sobald er beim ersten und letzten kettfaden angekommen ist, gewendet wird. so entstehen die etwas dickeren webkanten.


Kette, Schuss und die Technik des Webens ist mir sogar aus der Grundschulzeit (man hat damals noch Handarbeiten gelehrt/gelernt, soooo lange ist das schon her :D ) her bekannt, dass dies allerdings mit dem Zuschnitt etwas zu tun haben könnte, ist mir bislang noch nicht in den Sinn gekommen...
Naja, war ja auch (bislang) nicht nötig.

So, nun habe ich mir das alles mal genauer angeschaut.
Verstehe ich das richtig (ganz banal formuliert):
Die auf dem Schnittmuster aufgezeichnete Fadenlauflinie muss immer parallel zur Webkante liegen, auch wenn das Muster dann schief auf dem Stoff aufliegen sollte?
Das (Schnitt)Vorderteil der Bluse liegt mit dem Mittelteil an dem Stoffbruch und hat dort gleichzeitig den Fadenlauf, liegt somit automatisch auch parall zur Webkante, weil die Stoffhälften ja gleich aufeinander leigen.
Der Ärmel wiederum ist ja kein gerades Teilchen, sondern hat Wölbungen (wem sage ich das...) Nach meinem Verständnis müßte ich nun den Fadenlauf parallel zur Webkante legen, auch wenn das Teil dann eigentlich krumm und schief auf dem Stoff liegt?
Bitte sag' dass das so stimmt, sonst verstehe ich die Welt nicht mehr...

Zur Ansatznaht:
Es steht geschrieben "Bund an die obere Schürzenkante steppen. Nahtzugaben der Ansatznaht und der anderen langen Bundkante in den Bund bügeln".

Puh, lasst mich tapezieren, Lamint verlegen oder Reifen wechseln, aber nähen... :wacko:

Nun, ich vermute mal, dass sich vieles vielleicht auch von selbst erklärt, wenn ich dann dabei bin.
Bin ja echt mal gespannt, ob das was wird. Wenn es gelingt, stelle ich dann mal ein Bild von meinem Machwerk ein.
Werde mir morgen die restlichen Dinge, die ich vergessen habe zu bestellen besorgen, darauf hoffen, das es am Sonntag regnet und dann beginnen. Irgendwie freue ich mich aber auch schon total drauf :wub:

PS: Seidenlöckchen, ich habe übrigens Deine Idee, die Du damals in meinem "Punkdirndl-Thread" hattest aufgegriffen und mir schwarzen Stoff mit weißen Totenköpfen besorgt, der wird die Corsage. Rock wird schwarz, Unterrock, Bluse und Schürze knallrot. Auf das Kropfband (allein der Name....) kommt anstelle eines Blümchens ein silberner Totenkopfknopf, ebenso als Schürzenbefestigung.
Danke nochmals sehr für die Anregung. :blumen:

Bearbeitet von Tamora am 07.06.2012 19:42:05


Na prima @Tamora: Mit diesem Post kann frau doch arbeiten.

Also, der Reihe nach:

Jaaaaa, Deine Ausführungen zum Thema Fadenlauf sind vollumfänglich richtig. Wenn Du mit dem Auflegen des Schnittmusters unsicher bist, ob Du akurat im Fadenlauf aufgelegt hast, gibts einen einfachen Trick. Beim Durchpausen des Schnittmusters hast Du sicherlich auch den von @Löckchen beschriebenen Pfeil gesehen, der neben den Passzahlen und anderen Hinweisen wie Abnäher etc. vermerkt ist. Nimm ein Lineal, um den durchzupausen. Dann stimmt Deine Orientierungslinie auch, wenn Du den Schnitt auf den Stoff legst.

Ansatznaht: Jetzt isses sonnenklar. Du sollst die obere Kante der Schürze einkräuseln, die Kräusel gleichmäßig verteilen (da sind quer eingesteckte Stecknadeln sehr hilfreich) und dann den Bund dran nähen. Wenn Du den Bund dran genäht hast, schnappst Du Dir das Bügeleisen und bügelst alles in Richtung Bund. Und zwar so, dass alles Überstehende (Nahtzugaben) im Bund liegt und nicht in Richtung Schürze zeigt. Jetzt weiß ich natürlich nicht, was die Nähanleitung weiter sagt. Doch ich würde dann auf der Innenseite des Bunds die noch offenstehende Nahtkante mit der Hand ansäumen. Kannst es natürlich auch mit einem Steppstich einmal durchnähen. Geht schneller, ist aber weniger professionell.

Grüßle und viel Erfolg,

Egeria


Zitat (Tamora @ 07.06.2012 19:32:29)
Die auf dem Schnittmuster aufgezeichnete Fadenlauflinie muss immer parallel zur Webkante liegen, auch wenn das Muster dann schief auf dem Stoff aufliegen sollte?


ja. fehler bei der schnitterstellung schließe ich dabei aus. hast du einen fertigschnitt gekauft oder etwas aus einem modeheft kopiert? es sollte so oder so bei den nähanleitungen ein überblick über die schnittteile zu sehen sein. und ein vorschlag, wie man sie legen könnte.

die linie für den fadenlauf auf dem schnitt sollte parallel zur webkante liegen. je nach erfahrung, stoff, schnitt und muster darf man auch etwas weniger streng sein und das schnittteil im rechten winkel zur webkante anlegen. das gilt besonders für kleine teile wie manschetten, aufschläge oder kragen. bei teilen, die man zweimal hat, kann man es auch anwenden, aber dann konsequent beide teile, sonst sieht das ergebnis rasch fürchterlich aus.

bei mustern musst du aufpassen und es dir anschauen. sind die totenköpfe wild verteilt und schauen in alle richtungen, oder zeigen sie alle in eine richtung? dann musst du genau nach anweisung vorgehen. auf dem vorderteil die totenköpfe nach oben und auf der rückseite die totenköpfe nach unten würde scheußlich aussehen.

Zitat (Tamora @ 07.06.2012 19:32:29)
Das (Schnitt)Vorderteil der Bluse liegt mit dem Mittelteil an dem Stoffbruch und hat dort gleichzeitig den Fadenlauf, liegt somit automatisch auch parall zur Webkante, weil die Stoffhälften ja gleich aufeinander leigen.
Der Ärmel wiederum ist ja kein gerades Teilchen, sondern hat Wölbungen (wem sage ich das...) Nach meinem Verständnis müßte ich nun den Fadenlauf parallel zur Webkante legen, auch wenn das Teil dann eigentlich krumm und schief auf dem Stoff liegt?
Bitte sag' dass das so stimmt, sonst verstehe ich die Welt nicht mehr...


ein schnittteil im bruch, das beim zuschnitt auf doppelten stoff gelegt wird und später doppelt so groß wie das schnittteil auf papier ist, hat automatisch die bruchseite als fadenlauf. außer, es soll schräg zugeschnitten werden, was ich mir jedoch nicht vorstellen kann.

sehr wichtig! den stoff musst du gut vorbereiten. wasch ihn vorher, damit er dir nicht einläuft. oder du willst noch ein paar kilo abnehmen, damit die arbeit nicht vergebens war. baumwolle vom meter läuft sehr leicht ein, der stoff für fertige bekleidungsstücke ist vor dem nähen bereits gewaschen worden.

baumwolle verzieht sich auch sehr leicht. um dir das auflegen der schnittmuster leichter zu machen und um fehlerquellen zu minimieren, solltest du dir jemanden suchen, der mit dir den stoff wieder in form zieht. beide stehen sich gegenüber, jeweils eine ecke des gewebes an der schmalen seite in der hand. dann stellt man sich so weit auseinander, wie der stoff lang ist, und zieht den stoff zu sich hin. der andere tut das auch. so werden die webkanten wieder nach dem waschen und trocknen gerade. so ähnlich, wie man es früher bei bettwäsche und tischdecken getan hat. :hihi:

man kann sehen, dass der stoff verzogen ist, wenn man die webkanten genau aufeinander legt und an beiden enden stoff übrig hat. einmal ist es oben zu lang, auf der anderen seite unten. legt man sie jedoch zuerst an den enden zusammen, merkt man, dass der stoffbruch wellig wird. deswegen zieht man den stoff in form und bügelt ihn am besten auch. bei dickeren stoffen ist das meistens nicht notwendig.

du hast gewiss puffärmel im dirndl. der fadenlauf verläuft wahrscheinlich in der mitte, und eine seite der ärmelkugel ist ein wenig ausgebeulter. das muss sie sein, weil dieser teil hinten sitzen wird und die bewegung des armes in der schulter bedeckt. das ist bei jedem ärmel so, der auch nur ein wenig kontur aufweist. bei sehr weiten ärmeln in sehr großen armlöchern ist das nicht notwendig. dein kriterium ist nur der fadenlauf. beim zuschnitt wirst du eine art langschenkeliges dreieck zwischen dem schnittmuster und der webkante entdecken, das von der kugel bis zur manschette oder saum immer breiter wird. so ist es richtig. :blumen:

sehr viele nähanfänger, die einfach drauflos nähen und mit dem begriff des fadenlaufs nichts anfangen können, legen den ärmel so, dass eine längsseite des schnittteils parallel zur webkante liegt, und nicht der pfeil, der den fadenlauf darstellt. und wundern sich später über den schlechten sitz der ärmel. :hihi:

Zitat (Tamora @ 07.06.2012 19:32:29)
Zur Ansatznaht:
Es steht geschrieben "Bund an die obere Schürzenkante steppen. Nahtzugaben der Ansatznaht und der anderen langen Bundkante in den Bund bügeln".


ja, so hatte ich mir das gedacht. :hihi:

nach dem annähen möchtest du ja nicht, dass man die hässliche naht sieht. deswegen wird sie von der anderen hälfte des bundes überdeckt und festgenäht. ich würde das mit der hand machen. im nahtschatten nähen sieht von links sehr hässlich aus und auch von rechts, wenn man es nicht wirklich ordentlich macht. die hübschere lösung ist immer das anstaffieren.

ein bild des fertigen werks würde mih sehr freuen. vor allem, ob dein dirndl so ähnlich aussieht wie das der freundin, die sich für ein ähnliches aussehen entschieden hatte. :wub:

schau hier, das dürfte dir ein wenig helfen. :blumen:

http://www.youtube.com/watch?v=GbQn9Fbr-sU&feature=related

Bearbeitet von seidenloeckchen am 07.06.2012 20:48:35

So, hier folgt ein Update meines schneiderischen Schaffens.
Den Schnitt habe ich aus dem Internet von Burda. Ausgedruckt und zusammengeklebt, wie befohlen. Sollte also alles schon mal stimmen.
Konnte es nicht abwarten und habe gestern mit der Bluse begonnen, Zuschnitt klappte, dank meines neuerworbenen Wissens um die Technik des Fadenlaufes 1a.
Dann sollte als erstes der Ärmelschlitz mit einem Besatz versehen,sprich: aufgenäht (für die Anfänger, hüstel,räusper...) und dann eingeschnitten werden.
Ich mache die ersten Stiche und der Unterfaden verwurschtelt sich. Hatte mir extra rotes Garn gekauft (Billigzeug, da ich nicht in die Stadt wollte und so mit einem Tedi vorlieb nahm).
Nach ein paar erneuten Versuchen (auf den Stoffabschnitten natürlich :D ) mit diversen Spannungseinstellungen und nochmehr Flüchen, wollte ich den ganzen Krempel schon in die Ecke werfen.
Dann habe ich es mit meinem schwarzen Garn versucht und siehe da, funktionierte. HURRA.
Werden die Nähte halt schwarz, passt ja auch zum Rest.
Und ich sehe besser, wo genäht ist.
Also Besatz draufgenäht, Ärmel eingeschnitten. Nun sollte der Besatz nach innen umgebüglt werden (Bügeln...auch eines meiner großen Talente).
Da erst merkte ich, dass ich zwar den Schlitz richtig aufgezeichnet hatte (war als T-dargestellt), aber dämlicherweise überhaupt nicht damit gerechnet hatte auch den Strich überm "T" zu umnähen, geschweige denn einzuschneiden. :wacko:
Das war dann der Zeitpunkt, als ich weinen und zum 2.Mal die Ecke mit dem Stoff bewerfen wollte.
Nun bin ich ja gottlob nicht gänzlich talent-und ideenfrei, also hab ich das irgendwie hingefriemelt. Der Stoff ist ein Polyestertaft, franst also auch schnell (rein interessehalber: Warum steht eigentlich nirgends, dass man die Kanten umsäumen soll? Ist das denn so selbstverständlich?Ich wußte ja wenigstens das schon mal) aus.
Ich habe allerdings auf das Umsäumen des Stoffes verzichtet, weil ich dachte, das Material wellt sich evtl. und meinen eigenen Ausfransschutz benutzt: Mit einer Feuerzeugflamme schnell am Rand entlang gehuscht und die Ränder somit verklebt. Klappt ja bei dem Plastikzeugs wunderbar.
Euch Schneiderprofis stellt sich wahrscheinlich spätestens jetzt auch das feinste Körperhärchen zu Berge, aber ich bin nun mal ein sehr pragmatischer Mensch... :P

Ich freue mich berichten zu dürfen, dass ab dem einschneidenden Einschneideerlebnis alles perfekt gelaufen ist. Alles bedeutet, Vorder-und Rückenteil zusammenähen (gut, dass ist jetzt nun nicht soo bemerkenswert...) und die oberen Ränder umbügeln, umnähen und Gummi einziehen, auch an den oberern Ärmelrändern. Der Auschnitt ist komplett rundum gerafft.
Auch wenn die Ärmel noch nicht dran sind, sieht das Ganze tatsächlich schon so aus wie auf dem Bild.
Das nächste Projekt ist der Smokteil unter der Brust. Ist ganz gut erklärt, sollte also kappen.
Allerdings dachte ich das ja beim Ärmelschlitz zunächst auch...

Mal sehen, was für weitere Hürden noch auf mich warten.
Allerdings warten heute noch diverse Garten-, Renovierungs (DAS ist meins)- und Küchenarbeiten auf mich. Der Fussball wirft seine Schatten voraus und je nachdem wie lange unser heutiges privates Public-Viewing dauern wird geht es morgen wieder ans Werk.

Bis dahin, drückt alle ordentlich die Daumen. :blumen:


Ich drück Dir die Daumen. Finde ich äußerst mutig von Dir. Ich hab nähtechnisch auch null Ahnung und würde mich niemals an sowas rantrauen. Also echt: Hut ab! :gestatten:


Tamora, stellst du mal ein Bild ein - nicht von dir (in Verzweiflung, Wut, Tränen etc.), sondern vom genähten Teil? Die Idee des "Abflammens" hat was - wie du jedoch schreibst, stellt es einem entweder die Haare hoch, oder die Fußnägel rollen sich ein rofl


Danke, Tamora! ich habe mich gekringelt vor Lachen - und mit dir gelitten, das auch. Das Abflämmen kannte ich noch nicht, aber ich trage auch kein Synthetisches, weil ich das nicht abkann (habe das Gefühl zu ersticken).
ich versuchte auch, mir deine Miene vorzustellen, wenn alles in Flammen und Rauch aufgegangen wäre.
Kreativ bist du auf jeden Fall... :blumen:


Ich mag auch kein Plastik aber in diesem Fall war mir das wurscht, da es ja eher ein Gag ist und ich dafür auch nicht soviel ausgeben wollte.hat eh schon alles soviel gekostet, dafür hätte ich auch ein normales bekommen.aber halt in bayrisch...
Oberteil ist übrigens fertig..Bild folgt morgen, wenn ich zuhause bin.sieht erstaunlicherweise gut aus.bin ziemlich überrascht darüber.


Man glaubt es kaum, ich habe eben erst mein erstes Bild bei FM eingestellt, bis ich das raus hatte....
Naja, wieder was gelernt. Hier seht Ihr also schon mal die Bluse.


Quelle: Tamora

...und hier der Ärmel, den ich ja noch ganz gut hingekriegt habe, indem ich ein schwarzes Querstück über meinen Pfusch genäht habe.
Zumindest genügt es meinen bescheidenen Ansprüchen :D


Du hast wirklich noch nie vorher genäht? Die Bluse ist schonmal echt klasse geworden, Tamora :daumenhoch: . Sowas als Erstlingswerk hätte ich mich nie getraut.


Ich kann nur sagen: REspekt!!!! :daumenhoch: :daumenhoch:


sieht echt super aus


Zitat (Gabybambi @ 11.06.2012 11:32:23)
Du hast wirklich noch nie vorher genäht? Die Bluse ist schonmal echt klasse geworden, Tamora :daumenhoch: . Sowas als Erstlingswerk hätte ich mich nie getraut.

Nee, außer mal eine Naht schließen habe ich bislang noch nichts dahingehend gemacht. Von 4 Schwierigkeitspunkten hat das Modell 2 (also kurz nach leicht), das war für mich eigentlich der ausschlaggebende Punkt.
Es ist aber wirklich nicht so schwer, wie es aussieht (sieht man ja an mir) aber ohne das elementaren Wissen von Seidenlöckchen und Egeria hätte das Ergebnis ganz anders ausgesehen.
Denn: den Fadenlauf hätte ich komplett ignoriert.

@ Bazillus: das Daumen drücken hatte ich auf das Fussballspiel bezogen, nicht aufs Nähen rofl
Hat aber trotzdem geholfen :wub: und die Jungs haben ja auch gewonnen.

So, das nächste Projekt ist das Totenkopfmieder, hört sich in der Beschreibung echt fies an, habe mich deshalb auch noch nicht drangetraut.
Seidenlöckchen, die Totenköpfe sind auf dem Stoff glücklicherweise in allen Richtungen verteilt, das macht das Zuschneiden schon ein wenig leichter.

Hab gleich noch eine Frage:
Es geht ums Einreihen, der Ärmel mußte am untern Ende eingereiht werden, dann kam das schwarze Band drauf.
Mir steht ja noch das Einreihen am Rock (immense Dimensionen) bevor. Ich hatte am Ärmel schon so meine Probelme, das einigermaßen gleichmäßig hin zu bekommen.
Gibt es da einen besonderen Kniff, damit die Rüschen schön gleichmäßig werden und einem da nix beim Nähen verrutscht?

Tamora, meinst Du mit einreihen "kräuseln"? Wenn ja, dann mach es so:
Die Naht, an der Du das Rockteil später festnähst, markierst Du von links mit Bleistift oder einem weißen Stift (je nach Stofffarbe). Dann stelle den Geradeausstich auf lange Stiche ein und lockere die Oberfadenspannung an der Nähmaschine. Nicht so locker, dass sich unten lange Schlaufen bilden, aber der Unterfaden soll sich später ziehen lassen ohne zu reißen.
Dann nähst Du eine Füßchenbreite über der markierten Linie und eine Füßchenbreite darunter. Die Unterfäden knotest Du auf einer Seite zusammen, damit sie nicht rausgezogen werden können. Die anderen beiden Unterfäden kannst Du dann vorsichtig gleichzeitig ziehen und der Stoff kräuselt sich. Das machst Du solange, bis Du die richtige Breite hast, danach beide Fäden wieder feste verknoten. Das Gekräusel kannst Du so verteilen, dass es gleichmäßig ist.

Puh, ich hoffe, das ist verständlich. Ich kann nicht so schön erklären wie @Seidenlöckchen.


Moin Tamora,

sei gegrüßt. Also, die Bluse hast Du ja SUPER hingekriegt. Dass der schwarze Querriegel eigentlich nur zum kaschieren drauf gekommen ist, steht ja nicht dran. Das sieht so aus, als ob das so sein soll. Ich bin - ehrlich gesagt - beeindruckt, was Du da so locker-lässig-leicht hingezaubert hast. :blumen:

Thema Einreihen: Du stellst die Nähmaschine auf superlangen Stich ein. So lang, wie es nur irgend geht. Dann nähst Du zwei parallele Nähte an der oberen Stoffkante entlang. Dann verknotest Du die Nähfäden auf der Oberseite des Stoffs. An den Fäden auf der Unterseite des Stoffs ziehst Du dann gefühlvoll, so dass sie nicht reißen. Du kannst Dir die Arbeit erleichtern, wenn Du den einzureihenden Stoff vorher mit quer eingesteckten Stecknadeln partionierst. Das geht folgendermaßen: Angenommen, Du musst 120 cm Stoff auf eine Wespentaillen-Größe von 60 cm einreihen. Dann steckst Du im Abstand von jeweils 30 cm eine Stecknadel als Markierungspunkt quer ein. Die Partitionen ziehst Du dann am Unterfaden auf jeweils 15 cm zusammen. Schon hast Du Deine Weite zusammen.

So geht es weiter: Du steckst das Rockteil ans Mieder (Stecknadeln quer einstechen, da kann man prima drübernähen und es verrutscht auch nix). Dann legst Du das zu nähende Teil mit dem Rockteil nach oben unter den Nähmaschinenfuß. Die beiden oben erwähnten Nähte dienen Dir dann als Orientierung. Du nähst nämlich genau dazwischen durch. Wenn der Rock am Mieder dran ist, ziehst Du die Oberfäden, die Du vorher verknotet hast, einfach wieder raus. Die brauchst Du dann nicht mehr.

Weitere Fragen? Frage bitte, falls ich mich nicht klar genug ausgedrückt haben sollte.

Grüßle und weiterhin viel Erfolg,

Egeria

Tante Edit sagt: Genau das habe ich versucht zu erklären @Gabybambi. Du warst aber schneller :wub: Hoffen wir mal, dass @Tamora die Tipps umsetzen kann.

Bearbeitet von Egeria am 11.06.2012 13:19:07


Mensch, sieht das Teil schön aus. Ich bin total stolz auf Dich, Tamora! Und ja, natürlich habe ich Dir die Daumen gedrückt.


das einreihen ist schon recht gut beschrieben worden. hier ist ein video, in dem man die technik des einreihens ein bisschen sehen kann.

http://www.youtube.com/watch?v=UIoo76jGL90

ich finde das vidoe nicht sehr gut, aber das wesentliche hast du hier schon gelesen. es werden an der kante zwei nähte mit dem größtmöglichen stich genäht, und mit gelockerter fadenspannung. die eine naht ist etwa 1 cm von der kante entfernt, die zweite 2 cm, wenn deine nahtzugabe 1,5 cm ist. die fäden lässt man recht lang und achtet darauf, dass sie sich nicht verknoten. du siehst in dem video, wie der stoff gekräuselt wird.

wenn du vorher abmisst, wie lang das gekräuselte stück werden soll, ersparst du dir das ständige anhalten. es ist auch einfacher, wenn du dir teilstrecken markierst, vielleicht in der mitte eine nadel. alles soll schön gleichmäßig sein. später steckst du alles zusammen und nähst zwischen den beiden hilfsnähten die richtige naht. die nadeln steckt man nicht parallel zur kante, sondern vertikal, damit man über die hinwegnähen kann. außerdem verfälscht es den sitz des stoffs, wenn man sie parallel steckt.

ich empfehle, alle fäden zu entfernen. viele machen das nicht, weil man die fäden der ersten naht später nicht sieht, aber wenn sie später heraushängen, sieht das sehr hässlich aus.

für einen ersten versuch sieht das hervorragend aus, meine eigenen ersten schritte auf der nähmaschine waren getränkt von blut, schweiß und tränen und sahen nicht halb so gut aus. und vor allem war es nicht so anspruchsvoll. :blumen:


Zitat (Egeria @ 11.06.2012 13:15:18)
...was Du da so locker-lässig-leicht hingezaubert hast...

Locker? Lässig?? Leicht??? Hahahahahahahhahahhahahahhahahahahhahahahahahahahaha rofl
DER war wirklich gut!
Du hast ja die Entstehung nicht mitbekommen...

Das mit dem Einreihen habe ich (glaube ich) einigermaßen verstanden. Dauert ja auch noch, jetzt ist erst mal das Mieder dran. Das kommt übrigens nicht an den Rock, sondern ist ein Teil für sich.
Den Ärmel hatte ich mit Reihgarn eingereiht, das war schon ein arges Hin-und Hergerutsche, Eure Variante hört sich da schon wesentlich einfacher an.

Wollte eben in meiner Mittagspause schon die Miederteile zuschneiden, dachte dann aber an die warnenden Worte von Seidenlöckchen, in Bezug auf das Einlaufen. Also habe ich, wenn auch schweren Herzens (bin nun nicht so die Geduldigste...) den Stoff erst mal in die Waschmaschine getan. Mache mir ja ungern extra Arbeit, schließlich muss das dann ja auch gebügelt werden, aber die Vorstellung, dass ich mich abmühe und dann läuft alles ein, um Gottes Willen!!!!
Den roten Stoff habe ich nicht vorher gewaschen, Polyester geht ja nicht ein oder etwa doch :o

Zitat (Tamora @ 11.06.2012 14:12:01)
Locker? Lässig?? Leicht??? Hahahahahahahhahahhahahahhahahahahhahahahahahahahaha rofl
DER war wirklich gut!
Du hast ja die Entstehung nicht mitbekommen...


Doooooch, liebe @Tamora, Deine Blut-Schweiß-Tränen-Odyssee habe ich durchaus aufmerksam mitverfolgt. Ich wollte Dir lediglich aufmunternd die Hand halten. Und das, was Du bisher abgeliefert hast, ist durchaus sehens- und ansehenswert :blumen:

Die Beschreibung, wie man/frau korrekt Stoffweite einreiht, ist die Methode der "alten Schule". Auf Reihgarn verzichte ich bereits seit vielen Jahren. Das macht nur Scherereien, wenn man es versehentlich mitgenäht hat. Das Zeuchs lässt sich nur widerwillig entfernen. Also heißt die Alternative: Stecknadeln quer einstecken. Ist genauso effektiv und lässt sich anschließend besser entfernen.

Aha, das Mieder ist ein Einzelteil. Was sagt Deine Nähanleitung dazu? Was möchtest Du als nächstes erklärt haben? Immer her damit :)

Grüßle,

Egeria

mit reihgarn sollte man nicht einreihen. es klingt, als ob es dafür gemacht ist, jedoch dient es einem anderen zweck. einreihen macht man mit normalem garn, denn durch das ziehen und schieben wird das garn sehr belastet.

reihen ist etwas anderes als einreihen. damit bezeichnet man das grobe vornähen einer gesteckten naht oder eines saumes, wenn man nicht über die nadeln nähen mag oder sie beim nähen arg stören. beispielsweise bei einem ärmelloch bei einem kinderkleidchen. diese naht braucht nicht schön zu sein, sie ersetzt lediglich die stecknadeln und wird später entfernt.

das reihgarn ist ein minderwertiges garn und hält belastungen kaum stand. es zerreißt sehr leicht, deswegen wird es nur für solche einfachen hilfsarbeiten verwendet. in unseren zeiten von billiggarn lohnt es sich oft nicht, das teurere reihgarn zu kaufen, aber ich verwende es immer noch gern, weil ich es nicht mit anderem garn verwechseln kann. es ist meistens wollweiß und ungebleicht, dazu unregelmäßig strukturiert. mit meinen anderen garnen kann ich es nicht verwechseln. :hihi:

spätestens beim nähen von baumwolle wirst du beim nähen auch bügeln müssen. falls du es noch nicht getan hst oder es nicht in den anweisungen erwähnt ist, lege ich es dir sehr ans herz. ohne bügeln wird das ergebnis niemals so gut wie mit bügeln. es werden nähte ausgebügelt, zur seite gebügelt, säume werden vorgebügelt, was das nähen sehr erleichtert. mit genügend erfahrung verzichtet man später darauf, gerade säume mit vielen nadeln zu stecken oder zu reihen. es werden einige nadeln zum halt gesteckt, der saum wird vorgebügelt und dann genäht. irgendwann ist man so geschickt darin, dass diese entwicklung von selbst kommt. :hihi:

Bearbeitet von seidenloeckchen am 11.06.2012 14:30:50


Vielen Dank für das Video :blumen: Hat meine Ahnung bestätigt.
Sieht je recht easy aus, allerdings krieg ich grad ne Gänsehaut, wenn ich an das Kräuseln denke. Bis man das gleichmäßig hingfriemelt hat, da werden meine Nerven wieder Höchstleistungen vollbringen müssen, aus Angst der Faden könnte reißen.
Blöd, das ich das bei meinen Ärmeln so noch nicht gewußt habe, die sind nun nicht so schön gleichmäßig.
Ja als Nähprofi wird man halt anspruchsvoll rofl

Mit Blut (Nadeln in den Fingerspitzen), Schweiß (habe literweise vergossen beim Ziehen der beiden Smoknähte, aus Angst der Gummi könnte reißen, keine Ahnung was ich dann getan hätte :aengstlich: ) und Tränen (siehe mein Post von meinem Nähanfang) kann ich auch dienen.
Ich danke Euch aber schon mal sehr für Euer frühes Lob, aber wartet lieber erst mal ab, ich bin noch lange nicht fertig denn die Bluse allein macht noch lange kein Dirndl :pfeifen:


Zitat (seidenloeckchen @ 11.06.2012 14:29:49)
mit reihgarn sollte man nicht einreihen.
reihen ist etwas anderes als einreihen.

So, Gabibambi, nun hast Du den Beweis, dass ich vorher noch nie genäht habe *schäm*
Für mich war Reihgarn zum Einreihen gemacht... und wieder was gelernt.

Doch, doch, Seidenlöckchen, umgebügelt habe ich die Nähte und Säume bei der Bluse auch.
Aber nur, weil es so in der Anleitung stand...
Hat mich aber definitiv überzeugt, es machte die nachfolgenden Arbeiten doch um ein vielfaches leichter und sah schlichtweg dann auch besser aus.

Zitat (Egeria @ 11.06.2012 14:23:29)
Doooooch, liebe @Tamora, Deine Blut-Schweiß-Tränen-Odyssee habe ich durchaus aufmerksam mitverfolgt.

:nene: Du hast nur das mitbekommen, was ich auch geschrieben habe.......

Aber Danke vielmals fürs Händchen halten, soviel Lob tut ja auch echt gut. :wub:

Gut gebügelt ist halb genäht. (Spruch meiner Lehrmeisterin so um etwa 1970)

Weiter so, @Tamora :wub: Wir haben dich feste im Blick und helfen Dir gerne weiter, wenn Du nicht weiter weißt ;)

Grüßle,

Egeria


Zitat (Egeria @ 11.06.2012 14:48:27)
Gut gebügelt ist halb genäht. (Spruch meiner Lehrmeisterin so um etwa 1970)

das habe ich auch recht oft gehört. oder auch "bügeln macht ein schlecht (sic) ding gut." :hihi:

manche raten dazu, nähte nur mit dem daumennagel auszustreichen. bitte, wer das tun will, soll sich mit einer derart schlechten und stümperhaften arbeit zufriedengeben. jedoch ist sie eine beleidigung für das material und die verschwendete arbeitszeit.

ist dir schon das einschneiden bei rundungen, konkav und konvex, geläufig? eigentlich müsstest du das beim ärmel gemacht haben. das fällt immer an, wenn man an rundungen arbeitet, vor allem an kragen und ärmeln.

statt reihen kann man auch heften sagen. so kommt endlich wieder einmal das nähen mit der hand zum einsatz, und zwar mit dem einfachsten stich, den man kennt. die nadel wird wie eine zieharmonika durch den stoff gezogen und sticht abwechselnd oben und unten ein. so lernen kinder nähen.

ist für dein mieder vorgesehen, dass es durch vlieseline verstärkt wird? entweder ganz oder nur dort, wo sich haken und ösen oder knöpfe und knopflöcher befinden sollten? falls es das an deinem mieder geben wird. ohne kann ich mir kein mieder vorstellen.

Eine Rundung war bei den Ärmeln nicht vorhanden, diese waren komplett gerade, ich vermute wegen des Gummizuges.
Ja, ins Mieder kommt Vlieseline, ebenfalls Unmengen von Stächenband.
Das Mieder besteht aus, ich glaube, 8 Teilen, in jede der Nähte, die die Teile zusammenfügen, kommt ein Stäbchen rein.
Dazu werde ich sicherlich wieder Eure Hilfe beanspruchen müssen.
Momentan ist der Stoff in der Waschmaschine, mein Freund hat die Maschine heute morgen angeworfen, ich hatte allerdings nicht gesagt, dass er sie auf 30 Grad einstellen soll und so hat er 40 genommen.
Ich hoffe ja, dass das gutgeht und ich nun nicht nur ein Kinderdirndl machen kann.
Melde mich wieder wenn der Stoff noch in der Ursprungsgröße vorhanden, trocken, gebügelt und zugeschnitten ist. :)


Da mach' Dir mal keinen Kopf drüber @Tamora, ob der Stoff zu heiß gewaschen wurde. Die normale Körpertemperatur liegt ja schon bei durchschnittlichen 37°C. Da machen zusätzliche 3°C den Kohl auch nicht mehr fett. Das muss der Stoff abkönnen B)

Wenn das Mieder aus acht Teilen besteht, dann hat es wahrscheinlich Wiener Nähte. Damit arbeite ich am liebsten, weils passgenau ist. Was sagt denn Deine Nähanleitung? Ich würde Dir Recht-Links-Nähte empfehlen. Dazu musst Du aber großzügig Nahtzugabe dranschneiden. Also das Schnittmuster mindestens 2,5 cm größer ausschneiden. Dann legst Du die linken Stoffseiten aufeinander und nähst auf der Oberseite des Stoffs einmal füßchenbreit drüber. Dann bügelst Du die Naht und schneidest auf einen halben Zentimeter bei. Danach drehst Du die Naht um und nähst auf der linken Stoffseite in etwa 1 cm Abstand wieder drüber. Danach: Bügeln. Somit hättest Du auch schon den Tunnel für das Stäbchenband sowie die Stoffkanten sauber verarbeitet und Dir den Zick-Zack-Stich zum versäubern erspart. ;)

Wenn Dir das zu technisch beschrieben ist, dann frage bitte nochmals nach. Ich habe versucht, es einfach auszudrücken und hoffe, es ist mir gelungen.

Zum Verschluss des Mieders hätte ich noch einen Tipp für Dich: Wenn Du kein Haken- und Ösenband nehmen willst, dann schlag einfach Drücker rein. Dein Dirndl wird ja ohnehin fernab von "klassisch" oder "kitschig" werden. Da passen Prym-Drücker sicherlich ebenfalls prima dazu. (Geht außerdem am schnellsten und Du umgehst damit die Knopflöcher.) ;)

Grüßle und weiterhin viel Erfolg,

Egeria

Bearbeitet von Egeria am 13.06.2012 01:18:26


Zitat (seidenloeckchen @ 11.06.2012 19:53:51)
das habe ich auch recht oft gehört. oder auch "bügeln macht ein schlecht (sic) ding gut." :hihi:

Ein weiterer geflügelter Spruch in Schneiderkreisen ist dieser: "Das kriegen wir beim Bügeln", sagte der Schneider, als der Hosenlatz hinten war rofl

Ich bin nun mit meinem Latein am Ende. Habe mich nun heute endlich an das Mieder gemacht. Ihr seht hier die beiden Mittelteile und die beiden folgenden.
In der Beschreibung steht:
"Schlaufen mit Ringen so auf die mittleren Vorderteile heften, dass die Ringe ca. 7mm neben der Nahtlinie (diese war auf dem Schnitt aufgzeichnet, habe sie mit Schneiderkreide auf dem Stoff weiß markiert) liegen."
Soweit so gut.
Nun heißt es weiter:
"Vordere Mittelnaht steppen....(das und das was folgt ist mir noch klar)
aber jetzt : ...." Teilungsnähte (?) und Seitennähte steppen. Teilungsnahtzugaben zur Seite, Seitennahtzuagben nach hinten bügeln. Nahtzugaben 1cm breit als Tunnel für die Miederstäbchen feststeppen".

Was die von mir wollen verstehe ich ja in etwa, nur weiß ich nicht wie ich es umsetzen soll, denn die Schlaufen liegen ja AUF dem Vorderteil. Wenn ich die Schlaufen nun in einem Tunnel einnähe, sind die oberen und unteren Kanten der Teile ja nicht mehr gleich lang.
Habe noch mal 2 Bilder, auf denen man das vielleicht genauer sehen kann:


Es ist mir total schleierhaft, wie das funktioneren soll. Ich hoffe jetzt ganz stark auf Eure Hilfe...
Egeria: Habe schon Haken und Ösenband, das gefällt mir auch ganz gut. Ich wünschte, so weit wäre ich schon....


ich bin ein wenig ratlos, denn ich verstehe den schnitt nicht. das muss nicht arg viel heißen, denn ich kann mich manchmal nur schwer in etwas hineinversetzen, was ich nicht selbst von anfang an genäht habe. außer, es ist ein sehr einfacher schnitt. dies ist nun ohne gewähr.

alle teile mit einem miederstäbchen bekommen einen tunnel. es ist lange her, dass ich miederstäbchen verarbeitet habe, jedoch glaube ich, dass auf der rückseite ein schmaler streifen stoff aufgenäht wurde. recht knappkantig, so, dass die stäbchen hineinpassen. das einführen der stäbchen kann zum schluss geschehen, jedoch bevor säume oder ansatznähte genäht werden.

die ringe sind dazu da, dass du eine schnur durch sie hindurchfädeln und das mieder deiner figur entsprechend zurechtschnüren kannst, denke ich. die beiden vorderen mitten werden zusammengenäht. ebenso die beiden kleineren teile, die deine seiten bedecken werden. das wird ein stück. jedoch kenne ich auch schnitte, bei denen die vorderen beiden teile nicht zusammengenäht werden. es wird dann so zugeschnitten, dass man beim tragen einen streifen der bluse darunter sehen kann. in diesem fall ist das mieder dann hinten geschlossen. meistens. es kommt auf den schnitt an.

teilungsnähte sind die nähte des mieders, die die beiden kleinen mit den beiden großen teilen verbinden. normalerweise hat man nur zwei vorderteile, nur bei figurbetonten schnitten teilt man diese teile in mehrere auf. so kann man dem bekleidungsstück mehr form geben. entweder konkav (bei engem sitz) oder konvex, wie es bei ballonartigen schnitten der fall ist.

ich verstehe leider nicht, was es mit den nahtzugaben als tunnel auf sich hat. in diesem fall hätten die beiden größeren teile jeweils aus mindestens zwei teilen bestehen müssen, die zusammengenäht werden. es sieht jedoch aus, als sei es aus einem stück stoff entstanden. keine naht, kein tunnel. deswegen mein einwand mit dem streifen stoff hinter den stäbchen.

die seitennähte bügelt man nicht aus, so dass in der mitte nur der faden als geflecht zu sehen ist und die nahtzugaben jeweils links und rechts liegen. sie liegen dann nur zu einer seite und werden dann unbedingt noch einmal abgesteppt. das bedeutet, dass du sie von links zur seite bügelst und auch noch einmal von rechts mit dem bügeleisen nachbesserst, wenn es sein muss. der faden darf nirgendwo von stoff bedeckt sein. absteppen heißt, du sicherst diese naht noch einmal mit einer zusätzlichen naht, die man dann auf dem stoff sieht. sie sitzt sehr nah an der verbingungsnaht, von der man rechts nur ein wenig faden sieht, und wird auf dem wulst der nahtzugabe genäht.

angesichts der fotos und mangels details würde ich es so machen: alle ringe entfernen. du kannst dir mit kreide oder einem knötchen markieren, wo sie sitzen sollen. ich jedoch würde das erst tun, wenn das mieder fertig ist und du den sitz geprüft hast. der schnitt ist eine vorgabe, nicht gesetz. :hihi:

für die stäbchen würde ich stoffstreifen als tunnel unternähen. das muss sehr sorgfältig geschehen, da man den unterfaden später auf dem mieder sehen wird. du musst ja von links nähen. nun die stäbchen einschieben. oder du lässt beide seiten der tunnel offen und nähst sie später mit ein paar handstichen zu. sie sollen darin recht eng sitzen, jedoch müssen sie einach einzuschieben sein. das ist eine "strafarbeit", da es auf millimeter ankommt.

nun so verfahren, wie das mieder aussehen soll. entweder vorn zusammengenäht, so dass aus vier teilen eines wird. oder es werden zwei teile daraus. ich sehe an den beiden vorderteilen nichts verstärktes und keine blende, deswegen denke ich, es soll ein teil werden.

nun die schlaufen mit den ringen annähen. das würde ich angesichts der stäbchen mit der hand tun. oder du schiebst sie erst ein, wenn du die schlaufen für die ringe angenäht hast. dadurch kannst du jedoch nicht den sitz des mieders prüfen. die nähte sollten nicht die tunnel berühren. ich würde das schwarze band an den enden einschlagen, so dass zwei brüche entstehen. das ist dicker, jedoch kann so nichts ausfransen, es sieht hübscher aus. die beiden liegen auf einander. das ende mit einigen festen stichen festnähen, und auch direkt neben der ringkante. so liegen zwei kleine nähte neben den stäbchen.

gibt es noch mehr teile? ich sehe kein größenverhältnis. deswegen könnten die beiden vorderteile die beiden einzigen sein, und die beiden kleinen das geteilte rückenteil. oder das rückenteil fehlt.

wenn dort, wo die stäbchen liegen, eine naht wäre, könnte man die schlaufen mit den ringen dort einfassen. jedoch denke ich, das würde mit dem tunnel eine arg knubbelige angelegenheit werden. ich müsste es vor mir liegen haben, um mir sicher zu sein.

ich hoffe, ich konnte ein wenig helfen. :blumen:


Es sind noch ein paar Teile mehr (5 auf jeder Seite) , habe aber nur die für mich momentan wesentlichen fotografiert.
Die haben sich das so gedacht: Die Nahtzugaben sollen festgenäht werden, in den dadurch entstehendden Tunnel schiebt man dann das/die Stäbchen.
Geschlossen wird das Mieder hinten mit Haken und Ösen. Die Mitte vorn wird zugenäht. Reguliert wird dann vorne mit den Ringen.
Ja, das mittlere Vorderteil könnte von der Breite her zwei Teile sein, deshalb habe ich auch erst vermutet, dass man die Schlaufen in einen "Tunnel" legen soll, aber wie gesagt, dann stimmen ja die oberen und unteren Ränder nicht mehr überein. Andererseits beträfe das ja ohnehin nur die Nahtzugaben, die dann ja noch verschwinden.
Naja, vielleicht erreicht mich noch die Erleuchtung.
Finde ich aber schon blöd, dass man das nicht genauer erklärt, ein paar Bilder wären da schon sehr hilfreich.
Naja, irgendwie wirds werden.
Vielen lieben Dank auf jeden Fall schon mal. :blumen:


Helfen kann ich dir nicht, weil Nähen so gar nicht mein Ding ist.

Aber ich finde es toll, wie du da mutig und erfolgreich auf Neuland zusteuerst und wünsche dir weiterhin viel Erfolg.


vielleicht könntest du alle teile des mieder fotografieren. jeweils die vorderteile und die rückenteile nebeneinander gelegt. so hätte ich eine bessere übersicht.

und bitte schau in den anleitungen nach, wie viele stäbchen insgesamt eingesetzt werden sollen. wie viele vorne und wie viele hinten.

um nahtzugaben als tunnel benutzen zu können, müssten sie recht breit zugeschnitten sein. wie breit sind die stäbchen?

ich befürchte anhand des stoffes, dass das mieder bei bewegungen arg leiden wird. der stoff sieht dünn aus, und stäbchen sind einer starken belastung ausgesetzt. an den nähten könnte der stoff rasch reißen. oder wird er noch mit vlieseline unterlegt?


nach meiner Berechnung sind es jeweils sechs Stäbchen von der Mitte vorne bis zur Mitte des Rückens, also zwölf insgesamt.
Ja der Stoff ist sehr dünn, war aber der einzige mit Totenköpfen.
Aber es kommt sowohl noch ein Futter dran als auch vlieseline.es sollte also, zumindest für für eine Feier, schon was aushalten.


Hm, @Tamora, bist Du sicher, dass Du Dich bei den Stäbchen nicht verzählt hast? Wenn das Mieder aus insgesamt acht Teilen besteht und die Stäbchen jeweils in die Nähte rein sollen, müsstest Du mit acht Stäbchen auskommen.

Vielleicht wäre die von mir bereits empfohlene Rechts-Links-Naht (oder auch: Französische Naht) für die Stäbchentunnel doch ganz probat. Hier habe ich eine Bilderanleitung gefunden: http://www.handarbeiten.de/pdf/tipp10_franznaht.pdf

Wann sollst Du denn die Vlieseline aufbügeln? Vor dem zusammennähen der Miederteile oder erst danach? Mir geht es bei dieser Nachfrage um die Sicherung der Stäbchentunnel gegen außreißen. Das Futter sichert nochmals zusätzlich, wenn es akurat genausogroß wie der Oberstoff ausfällt.

Zusammen mit der Vlieseline und dem Futter dürfte das Mieder mehr als eine Feier überstehen.

Grüßle und weiterhin viel Erfolg,

Egeria


Hallo Ihr Lieben,

ich hatte heute vormittag die Faxen dicke mit dem Ding und so habe ich ganz einfach dort, wo eine Naht aufgezeichnet war auch eine gemacht, sprich: das Teil an dieser Stelle durchgeschnitten (hätte im Fall der Fälle noch genügend Stoff übrig gehabt :D ), die Schlaufen draufgesetzt und wieder zusammen genäht. Basta!
War das eine Heidenarbeit, dann noch die vielen Einzelteile und diese Stäbchen...
Es sind insgesamt 13 Stäbchen (nun 2 mehr, da ich ja eine weitere Naht habe), leider habe ich deshalb nur für 11 Stück Material gehabt. Naja, jetzt kommt ja erst noch das Futter (wieder soviele Teile...), die beiden fehlenden Stäbe kommen eh erst zum Schluß an das mittlere Rückenteil.
Natürlich gabs auch hier )(&%$§"$&/(... als ich eines der Teile falsch angenäht hatte, selbstverständlich beidseitig, bevor ich es gemerkt habe....
Wer kommt auch auf die Idee, das, nachdem alle Teile der Nummerierung nach angenäht werden sollten (von 3-8), das auf einmal die 8 an die 6 kommt? So was dämliches, echt :labern: .
Kann natürlich auch gleich ein Bild liefern, einmal auf'm Boden, ein andermal am "Mann", so kann man glaub ich besser erkennen, was es denn mal werden soll. Sieht ja so noch recht unfertig und fransig aus.

Habe aber natürlich auch noch eine Frage: Bügele ich die Vlieseline auf das Futter oder auf das Totenkopfteil?
In der Beschreibung steht zwar Vlieseline (2 verschiedene Sorten) auf dem Einkaufszettel, wird aber außer beim Rockbund mit keiner Silbe mehr erwähnt. Alles in allem ist das ja alles echt recht dürftig beschrieben, grade für Laien...


Bist ja schon ziemlich Tapfer @Tamora :blumen:

Bei so vielen Stolpersteinen hätte ich schon längst das Handtuch geworfen :labern:

Aber Kompliment: Sieht doch schon prima aus. Und Deine unkonventionelle Methode, Probleme zu lösen, finde ich prima :wub:

Also, nun zu Deiner Frage: Die Vlieseline kommt auf den Oberstoff, genauer auf die Rückseite des Oberstoffs und nicht ans Futter. Steht wenigstens irgendwo dabei, welche Vlieseline für den Bund verwendet werden soll? Dann wäre die andere Sorte fürs Mieder.

Für den Rockbund gäbe es aber noch eine kleine Arbeitserleichterung: Bundfix-Vlieseline in unterschiedlichen Breiten zum aufbügeln. Damit gelingt der Bund schön gerade und akurat. So etwas meine ich: http://www.vlieseline.de/Deutsch/Produkte/...gen/Bundfix.htm (Gibts im Handel, z.B. bei Butinette, auch in kleineren - haushaltsüblichen - Mengen. Oder in jeder gut sortierten Kurzwarenhandlung vom Meter für kleines Geld.)

Grüßle und weiterhin viel Erfolg,

Egeria

Tante Edit fällt noch ein: Wenn Du die oberen und unteren Miederkanten sauber verarbeiten willst, bietes es sich an, die Stoffkanten einzurollen.

Bearbeitet von Egeria am 16.06.2012 18:43:55


So, nächster Post, weil mir sonst die Editier-Zeit davon läuft.

Also, Thema einrollen und Futter ins Mieder nähen.

Wenn Du die Vlieseline auf den Oberstoff gebügelt hast, muss das Futter rein. Das nähst Du analog dem Oberstoff zusammen und kontrollierst, ob das Futter genau passgleich - also identisch - ins Mieder passt.

Dann schneidest Du Dir Schrägstreifen zu. Das sind Stoffstreifen im schrägen (!!!) Fadenverlauf, nicht im geraden Fadenverlauf. Ein kleines Helferlein zur Herstellung der Schrägstreifen wäre dieses: Ein Schrägbandformer. Guck mal hier: http://www.amazon.de/s/?ie=UTF8&keywords=s...sl_193jaatyc0_e

Zur Benutzung des Schrägbandformers: Wenn Du eine fertige Einfassung von z.B. 4 mm haben willst, brauchst Du einen Former von 16 mm. Den Stoff schneidest Du dann in 16 mm Breite schräg zu und ziehst ihn durch den Schrägbandformer, der den Stoffstreifen zweimal umfalzt. Ach ja, mit dem Bügeleisen gleich festbügeln. Also direkt und sofort nach dem Durchziehen mit dem Bügeleisen hinterher. Das Bügeleisen folgt dem Schrägbandformer dann so in etwa 5 mm Abstand. Die Dinger von Prym sind idR aus Metall, die Hitze macht denen nichts aus. Dann hast Du die Falze in 4mm/8mm/4mm Abstand. Den Anfang des Stoffstreifens schneidest Du am besten ziemlich schräg und keinesfalls im rechten Winkel glatt ab, somit lässt sich der Anfang leichter durch den Former friemeln.

Nächster Schritt: Futter ins Mieder stecken und glattstreichen, so dass weder Futter noch Oberstoff irgendwo gegeneinander Falten werfen. Anschließend den Schrägstreifen wieder aufklappen und ebenfalls auf der Oberseite - der Rechten - kantennah dazu stecken. Im ersten Falz kannst Du dann bequem entlang nähen. Der Schrägstreifen sollte leicht angehalten, also sachte gezogen werden, damit sich die Kanten anschließend nicht wellen. Dann schneidest Du die Kanten auf etwa einen halben Zentimeter zurück. Als Richtlinie kannst Du Dich an der schmalen Seite des Schrägstreifens orientieren. Danach steckst Du den verbliebenen - wieder zusammen geklappten - Schrägstreifen am zweiten Falz an der Futterseite an die zuvor ausgeführte Naht. Dann kannst Du den rumgeklappten Teil des Schrägstreifens am Nähfaden auf der Innenseite festsäumen. Okay, das ist eine Schw*inearbeit, sieht aber anschließend super aus.

Alternativ kannst Du Dir auch überlegen, ob Du nur die obere oder die untere Kante des Mieders so versäubern willst. Je nach dem, was eher ins Auge fällt. Dann würdest Du nur eine Kante rechts auf rechts legen, drüber nähen, die Naht wenden und ausbügeln. Die andere Kante würde dann wie oben beschrieben eingerollt werden.

Puh, das ist gar nicht so einfach, die einzelnen Arbeitsschritte so zu erklären, dass sie bildlich vorstellbar sind. Hoffe, Du kannst etwas damit anfangen.

Grüßle,

Egeria

P.S.: Schrägband gibts auch fertig gebügelt vom Meter. Die Verarbeitung ist aber die gleiche.

Bearbeitet von Egeria am 16.06.2012 19:29:53


Zitat (Tamora @ 16.06.2012 17:00:16)
Habe aber natürlich auch noch eine Frage: Bügele ich die Vlieseline auf das Futter oder auf das Totenkopfteil?
In der Beschreibung steht zwar Vlieseline (2 verschiedene Sorten) auf dem Einkaufszettel, wird aber außer beim Rockbund mit keiner Silbe mehr erwähnt. Alles in allem ist das ja alles echt recht dürftig beschrieben, grade für Laien...

ich ahnte es, das mieder wird mit vlieseline verstärkt. ich kann mir nicht vorstellen, dass es nicht in der anleitung erwähnt wird. denn das verstärken hätte bereits vor dem nähen geschehen sollen.

vlieseline gibt es vom meter. das ist meistens ein gewebe, das auf der rückseite mit kleinen klebepünktchen versehen wurde. es wird wie das zu verstärkende teil zugeschnitten und darauf später aufgebügelt.

vlieseline gibt es in schwarz, weiß und grau, vielleicht auch in bunten farben. ich habe sie jedoch noch nicht gesehen. und in mehreren stärken, mit festem gewebe und mit leichter faseroberfläche. man richtet sich nach dem stoff, der damit verstärkt werden soll. ein leichtes sommerblüschen wird nicht so verstärkt wie ein schwerer wintermantel. :hihi:

auch hier ist der fadenlauf zu beachten. bei vlieseline, die nicht gewebt wurde, kann man das jedoch außer acht lassen. manche produkte bestehen aus nebeneinander liegenden langen fasern, die plattgewalzt werden. dabei gibt es keinen fadenlauf.

beim aufbügeln musst du einige regeln beachten: die temperatur darf weder zu hoch noch zu niedrig eingestellt sein. beim aufbügeln geht man mit druck, beständigkeit und trockener hitze vor. du darfst dich ruhig ein wenig auf das bügeleisen stemmen. wichtig ist, dass du das bügeleisen dabei auf dem stoff belässt und es nicht bewegst. auch mit dampf wird hier nicht gearbeitet, sonst hält der klebstoff nicht. es muss gut auskühlen. danach kannst du damit normal arbeiten.

normalerweise schneidet man das stück vlieseline so zu wie das schnittteil, das verstärkt werden soll. und beim bügeln legt man ein tuch unter, damit der bügeltisch und das bügeleisen nicht verklebt werden.

man kann es jedoch auch sauberer, einfacher und schneller machen. ein kleiner tipp für faule. :lol:

die zu verstärkenden teile schneidet man nur grob zu und verstärkt sie mit vlieseline, die nicht bis an den rand reichen muss, jedoch auf jeden fall ein wenig größer als das spätere schnittteil ist. das empfiehlt sich auch für krägen, manschetten und andere kleine schnittteile.

dieses verstärkte teil schneidet man so zu, wie es in der anleitung vorgesehen ist. es gibt keine störende kleberei und nichts verschiebt sich.

für mieder empfiehlt sich auch noch eine andere methode, die sehr fest wird. es gibt beidseitig klebende vlieseline. sie wird auf einem papier angeboten, das man auf die linke seite des stoffes bügelt. nach dem erkalten wird es abgezogen, und ein spiegelverkehrt geschnittenes teil kann nun auf links darauf gelegt und ebenfalls fixiert werden. es ist sozusagen die butter zwischen zwei scheiben brot. :hihi:

diese vlieseline selbst sieht beinahe aus wie ein spinnennetz, ein hauchdünnes, zartes gebilde, dem man die klebekraft nicht zutraut. aber sie hat es wirklich in sich und klebt scheußlich, wenn man damit nicht umgehen kann. :hihi:

das ergibt ein recht festes schnittteil, was sich für ein mieder eignet. um zu sparen, kann man auch ein schlichteres stück stoff, das der haut zugewandt ist, verwenden. das material sollte jedoch das gleiche sein, und es versteht sich von selbst, dass man ein helles stück stoff nicht mit einem dunklen verklebt. :lol:

wer es noch fester haben mag, kann auch kombinieren. vielleicht mit normaler, einseitig klebender vlieseline zwei teile verstärken und es mit der doppelseitig klebenden verbinden.

von einem futter hast du bisher noch nichts erwähnt. gefütterte bekleidungsstücke brauchen nämlich nur dann versäubert zu werden, wenn der stoff arg ausfransen könnte. futterstoffe nähen verabscheue ich. meistens rutscht es fürchterlich, und man muss bei so figurbetonenden teilen darauf achten, dass nichts zu eng und zu weit ist.

vielleicht könntest du die anleitung und die zutatenliste fotografieren. mich interessiert sehr, ob sie gut und vollständig ist, und ob es auch eine übersicht für das legen der schnittteile gibt. und ob die anweisungen stimmen. ich habe einige zweifel.

mit dem bundfix hat egeria recht, das ist eine große erleichterung. und bis jetzt schaut das mieder sehr gut aus. :blumen:

ich bin jedoch überrascht, dass eine ungerade anzahl von stäbchen verwendet wird. mir erscheint die anzahl auch zu hoch. auch deswegen würde ich die anleitung gern lesen.

Bearbeitet von seidenloeckchen am 16.06.2012 19:39:02

Moin @Löckchen,

die komplette Nähanleitung würde mich jetzt aber auch brennend interessieren. Bei all den Fragen, die @Tamora dazu hat, habe ich auch so meine Zweifel, ob das wirklich nur ein **-ansprüchiges Modell ist.

Jedoch ist es unübersehbar, dass sie ein besonderes Talent fürs Schneidern hat. Respekt :blumen:

Aber Dein Tipp mit der zweiseitig klebenden Vlieseline ist ebenfalls sehr interessant. Die ist mir noch nicht unter gekommen. Hättest Du da vielleicht einen weiterführenden Tipp für mich dazu? Das wäre fein.

Grüßle,

Egeria


Tante Edit war nicht schnell genug. Also, noch ein weiterer Post.

Na gut, die Vlieseline ist nicht schon vor dem Nähen auf den Stoff gebügelt worden. Das muss aber kein Nachteil sein. Mit Hilfe des "Tipps für Faule" könnte man die Vlieseline auch noch nachträglich etwas überlappend einbügeln. Damit wären die Stäbchentunnel zumindest schonmal bombig gegen ausreißen gesichert.

Grüßle,

Egeria

Bearbeitet von Egeria am 16.06.2012 20:25:40


Schrägband habe ich bereits zur Einfassung der Ärmelränder genommen. Kenne ich also (allerdings erst seit kurzem..)
Das mit dem Futter wurde in der Anleitung so beschrieben, dass man Futter und Oberteil rechts auf rechts(oben und unten) zusammennäht, dann umstülpt und dann die Kanten schmal absteppt. An die noch offenen Kanten kommen ja dann sowieso noch die beiden Stäbchen und dann das Haken-und Ösenband. Hört sich ja eigentlich extrem einfach an.

Zum Thema unkonventionell: Ich nenne das eher den Weg des geringsten Widerstand gehen, zum Glück bin ich meist recht erfolgreich in bequemeren Alternativen suchen. Und finden :D
Auch die Ringe des Mieders sind so ein Fall. Dort, wo ich alles fürs Dirndl bestellt habe, hat ein (1!) Metallring in der benötigten Größe 1€ gekostet. Extrem unverschämt, wie ich finde. So bin ich an den Werkzeugkasten und habe mir für ein paar wenige Cent Unterlegscheiben genommen, die mir sogar noch besser gefallen, als die langweiligen Ringe.

So, nun bin ich mal gespannt, wann ich Lust zum Futter nähen habe, bei diesem Wetter vielleicht sogar schon morgen.

Wie immer, herzlichen Dank für die Mühe, die Ihr Euch mit mir gebt :blumen: :blumen:



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