Stress mit Oma bzw. Schwiegermutter. habt ihr Erfa


Hallo alle zusammen. Es geht um meine Oma die mit meinen Eltern in einem Haus wohnt. Das Problem ist meine Oma hat schlimme Depressionen (ich kann verstehen wie das ist oder wie sie sich fühlt denn ich habe selbst welche) aber in letzter Zeit macht sie meinen Eltern das Leben zur Hölle sie kommt ständig runter zu meinen Eltern und fragt alle möglichen Sachen und tut so als ob sie die einfach vergessen hätte zb fragt sie meine Mutter "wo muss ich jetzt nochmal den weichspüler rein machen" obwohl sie überhaupt noch nie einen weichspüler benutzt hat. Dazu kommt das sie die ganze Zeit zu ihren Kindern und Enkelkindern sagt sie möchte nicht mehr Leben und sie würde sich umbringen... Wir haben sie einmal sogar in der ganzen Stadt gesucht weil sie verschwunden war nach einer Stunde kam sie wieder und sagte "ich würde mich doch niemals umbringen sowas hätte sie noch nie gesagt". Also wir waren mit ihr beim Arzt und sie hat kein altsheimer oder sonstiges. Sie weiß was sie macht und das sie meine Eltern damit sehr belastet tut es aber weiterhin mit voller Absicht. Ich hoffe ich habe nichts vergessen...vielleicht kennt ihr ja eine ähnliche Situation oder habt schonmal ähnliche Erfahrungen gemacht. Ihr könnt mich auch gerne noch Fragen wenn etwas unklar ist. Aufjedenfall hat es schon mal gut getan sich einiges von der Seele zu schreiben. :-) liebe grüße


Hallo Angelbaby! Herzlich willkommen erst mal. Hat der Arzt auch eine beginnende Demenz ausgeschlossen? Kann man das überhaupt bei einer einzigen Untersuchung sicher feststellen?
Vielleicht wünscht sich die Dame auch einfach nur Aufmerksamkeit? Man kann das jetzt aus Aussenstehender sehr schwer beurteilen, weil man die Hintergründe nicht kennt. Hat sie Freunde? Interessen? Wie wirken sich die von Dir erwähnten Depressionen aus? Wohnte sie schon immer mit Deinen Eltern zusammen? Wie alt ist die Oma eigentlich?
Fragen über Fragen...
Viele Grüße
Bazillus09


Ich würde auch sagen, wenn sie wirklich weiß was sie macht, dass sie Aufmerksamkeit braucht. Bei uns im Kiez ist hier täglich ab 15 Uhr Seniorentreff, die Leute stürmen da regelrecht hin. Da wird getratscht, gestrickt, gebastelt und und und...Ich weiß das, da es mal ein Konsum war und die Fenster sind nicht verhangen.
Sieht so aus, als wenn den Leutchen dieser Treff echt Spaß macht.
Vielleicht wäre das was für deine Oma?!


Moin Angelbaby,

das ist eine schwierige Situation für alle Beteiligten. Wenn der Arzt sagt, sie sei pumperlgsund, mag das durchaus stimmen. Doch Einsamkeit kann ebenfalls depressiv machen. Insofern wären ein paar weitere Infos ganz hilfreich. Auf den ersten Blick kommt es mir so vor, als ob sie sich langweilt und Ansprache benötigt. Nein, das ist nicht negativ behaftet. Der Mensch ist schlichtweg ein Herdentier.

Mein erster Gedanke dazu ist ein Mehr-Generationen-Haushalt. Sie scheint ja noch körperlich fit zu sein, muss also nicht in ein Pflegeheim abgeschoben werden. Hört sich hart an? Kannst Du wohl denken. Aber Pflege ist ein Knochenjob, der neben dem normalen Erwerbsleben nicht einfach so nebenbei erledigt werden kann. Ich habe Hochachtung vor allen Pflegekräften. Vor allem auch, weil das körperlich sehr anstrengend sein kann. Die Volkskrankheit Rückenleiden macht das nicht einfacher.

Der Grundgedanke eines Mehr-Generationen-Haushalts ist es, sich gegenseitig zu helfen und gleichzeitig auch die Erfahrung der Altvorderen nutzen zu können. Sei es in der Haushaltsführung oder in der Kinderbetreuung. Jeder hat da seine Rechte und Pflichten, die er auch erfüllen muss. Sonst funzt es nicht. Dafür gibt es aber Regeln des Zusammenlebens. Da setzt man sich zusammen an den Tisch und regelt diese Regeln verbindlich für alle. Es kann nicht sein, dass frau jederzeit für alles ansprechbar ist. Notfälle ausgenommen.

Überlege mal darüber, ob das für Deine Familie ein gangbarer Weg wäre.

Grüßle und alles Gute,

Egeria

P.S.: Herzlich willkommen bei den Muttis.

Bearbeitet von Egeria am 02.10.2012 11:25:57


@bazillus09 danke :-). Ja sie hat keinerlei Anzeichen von Demenz sie hatte mehrere Untersuchungen sowohl beim Hausarzt als auch bei einen psychater/Neurologen. Aufmerksamkeit aufjedenfall möchte sie die die bekommt sie aber auch. Aber dadurch das sie meine Eltern so dermaßen stresst haben die natürlich auch keine Lust mehr sich mit ihr an einen Tisch zu setzen...sie unternimmt auch Sachen wie zb zu ihrer Schwester zu gehen oder ins Einkaufzentrum. Die depressionen wirken sich so aus das sie natürlich immer sagt wie schlecht es ihr geht und sie ist die ärmste von allen obwohl sie noch alles alleine machen kann mit 87 Jahren! Sie kann ihr Haushalt machen einkaufen gehen alles alleine. Und ja sie wohnen schon immer zusammen in einem Haus. Meine Mutter hat mir auch erzählt das sie von Natur aus ein sehr "Egoistischer" Mensch ist und schon immer war. Und schon damals musste alles nach ihrer Nase gehen...

@ichdiebine ja ich finde das ist eine tolle Sache... Aber absolut nichts für meine Oma leider :-(.

@egeria also meine Oma kann alles noch alleine machen ohne Probleme. Ich weiß wie hart Altenpflege ist denn ich arbeite selbst in dem Beruf und habe somit auch täglich den Umgang mit depressiven und dementen Menschen. Und sie braucht kein Altenheim denn sie macht ja wie gesagt wirklich alles noch alleine. Und die Aufmerksamkeit hatte ich ja auch gesagt ist richtig das sie die braucht und meine Eltern kümmern sich ja auch um sie aber sie können es einfach nicht mehr hören das sie sich umbringen will. Klar hat das was mit der Depression zu tun aber sie hat eine Zeit lang ihre Medikamente gegen die Depression nicht genommen bis meine Mutter sie zum Arzt gebracht hat. Und noch was es macht den Anschein als ob sie sich gar nicht helfen lassen will sondern lieber weiter in dieser Depression und dem mitleid versinken will. Ich denke wurde sie sich besser fühlen hätte sie ja keine "mitleidstour" mehr die sie anwenden könnte und denkt sie würde dann nicht mehr die benötigte Aufmerksamkeit kriegen...
Danke für die antworten schonmal :-)


Hallo Angelbbaby,

da kann Euch wohl niemand einen Rat geben, das ist eine schwierige Situation, nicht nur für Deine Eltern, auch für Deine Oma. Glaube nicht, das es eine Mitleids-Tour ist.

Depression ist eine sehr ernst zu nehmende Krankheit, dafür gibt es keine "Kopf-Lösung".

Mein Erlebnis vor 40 Jahren:

Eine bekannte Familie mit 3 jugendlichen Kindern, die Oma wohnte ebenfalls im Haus, war in der Familie integriert, allerdings mit zunehmendem Alter auch depressiv, aber sehr lieb. Ich war oft dort, habe die Depression kaum bemerkt, weniger schlimm wie bei Deiner Oma. Als die Tochter mit Familie an einem Wochenende nach Hause kam, hatte sich die Mutter in der Garage erhängt.

Ich möchte Dir keine Angst machen, will Dir nur sagen, das Depression nicht bewusst böswillig und ernst zu nehmen ist.

Vielleicht findet Deine Mutter eine Gruppe für Angehörige von depressiven Familien-Mietgliedern und findet für sich heraus, wie sie damit umgehen kann.

wünsche Euch alles Gute

Lichtfeder


@ Lichtfeder ja wie gesagt ich weiß wie sich Depressionen anfühlen ich habe Seit 3 1/2 Jahren selbst mit welchen zu kämpfen. Und ich weiß auch wie man sich verhält. Und gerade ich kann meine Oma am besten verstehen und auch ihre Vorgehensweise. Aber wenn man sich absolut nicht helfen lassen will und erst recht nicht versuchen will das die Depressionen weg gehen dann kann ich das nicht verstehen. Selbst wenn mir hier niemand einen hat geben kann tut es mir einfach mal gut darüber zu "reden". LG


Ich verstehe aber nicht, warum sie ein Mal mit Selbstmord droht und später behauptet, das hätte sie nie gesagt. Ist es ihr peinlich und leugnet sie deswegen? Wiederholt sich das immer wieder oder war das einmaliger "Ausrutscher"? Wäre ihr vielleicht geholfen, wenn sie eine Aufgabe hätte? Eine Katze z.B., die sie aufmuntern könnte? Hund ist wahrscheinlich zu aufwändig...


@bazillus09 ich denke auch das es ihr in der Situation peinlich war weil wir sie ja überall in der Stadt gesucht haben. Und dazu kam ja das sie später gesagt hat ja sie kann sich doch wieder daran erinnern. Und gerade solche Sachen passieren öfters das sie sagt sie würde manche Sachen nicht mehr wissen. Und sie sagt selbst sie wäre dement obwohl sie es ja nicht ist. Ich denke schon das sie eine Aufgabe braucht jetzt ist nur die Frage welche... Katze ist eine gute Idee aber meine Oma kann nicht so gut mit Tieren. Aber ich werde mir mal Gedanken machen. Danke für den Tipp :-)


Na, sie scheint echt kompliziert zu sein. Keine Kaffeekränzchen, keine Tiere. :(
Kann doch aber nicht der Lebenszweck sein, seine Familie in den Wahnsinn zu treiben...


Zitat (Angelbaby @ 02.10.2012 12:57:31)
@ Lichtfeder ja wie gesagt ich weiß wie sich Depressionen anfühlen ich habe Seit 3 1/2 Jahren selbst mit welchen zu kämpfen. Und ich weiß auch wie man sich verhält. Und gerade ich kann meine Oma am besten verstehen und auch ihre Vorgehensweise. Aber wenn man sich absolut nicht helfen lassen will und erst recht nicht versuchen will das die Depressionen weg gehen dann kann ich das nicht verstehen.

Wenn du selber Depressionen hast, müsstest du doch verstehen, dass die "Vorgehensweisen" der Erkrankten nicht immer logisch nachzuvollziehen sind.

Und Antriebslosigkeit (will sich nicht helfen lassen, kann sich nicht aufraffen) ist da sicher nicht selten.

Ich würde mir an Stelle deiner Mutter eine Beratungsstelle suchen.

Ob sie mit Tieren gut umgehen kann, lässt sich sicherlich ganz einfach beim örtlichen Tierheim feststellen. Da ist man immer dankbar für ehrenamtliche Hilfe und nicht nur für Sachspenden in Form von Futter. Sie ist ja noch körperlich prima beisammen. Insofern könnte es eine sinnvolle Aufgabe für sie sein, beispielsweise Hunde auszuführen. Es müssen ja nicht gleich die großen, kräftigen Hunde sein, die sie eventuell über den Haufen ziehen könnten. Die Kleinen wollen auch mal raus und brauchen Auslauf. Vielleicht wächst ihr ja auch einer der Hunde besonders ans Herz.

Grüßle,

Egeria

P.S.: Das erscheint mir schon so, als ob die alte Dame die ganze Familie terrorisiert. Ob sie das absichtlich tut, kann ich nicht beurteilen. Ich unterstelle es mal, dass ihr das gar nicht bewusst ist. Auch hinter einer Depression = eine Krankheit = kann man sich bestens verstecken, wenn man sich einsam und nutzlos fühlt. Möglicherweise fehlt ihr einfach nur eine Aufgabe, zu der man sie verpflichtet, um sich wieder nützlich zu fühlen.


Das sie nicht gut mit Tieren kann wissen wir da meine Eltern selber einen hund und eine Katze hat. Aber ich werde mir mal etwas überlegen oder mit meinem Eltern zusammen besprechen. Denn mein Vater und meine Mutter sind mit ihrem nerven am Ende und das ist ja auch nicht der Sinn. Das meine Oma das bösartig meint denke ich auf keinenfall aber ich denke sie macht das bewusst um einfach die Aufmerksamkeit zu bekommen aber nicht mit bösem hintergrund. Antriebslos ist sie nicht sie macht ja noch alles. Sie sagt nur es bringt ja bei ihr alles nichts mehr da ihr Gehirn sowieso kaputt ist. Und sie unterstellt sich selbst Krankheiten die sie nicht hat wie zb die Demenz.


Ich kann Ribbit nur zustimmen,

Krankheit ist nicht logisch zu erklären, Depression nicht heilbar bei einer 87 Jährigen, es wird nicht besser, Stress verschlimmert die Situation.

Darüber zu reden hilft Dir vielleicht für den Augenblick und ist auch gut so, Du machst Dir Sorgen um Deine Oma.

Aber ... Deine Mutter sollte sich helfen lassen, damit sie mit ihrer Mutter ohne Stress umgehen kann.


Hm @Angelbaby, das ist wirklich eine schwierige Situation. :trösten:

Ich habe mir gerade nochmal die Postings angesehen. Dabei kam mir noch ein anderer Gedanke, den ich jetzt mal weiterspinnen möchte. Auch auf die Gefahr hin, dass ich daneben liege.

Ausgangslage: Oma jammert ständig, dass sie krank sei. Körperlich ist sie aber noch fit wie ein Turnschuh. Eltern gehen auf dem Zahnfleisch, weil sie das Gejammer nicht mehr ertragen. Oma scheint uneinsichtig sowie penetrant zu sein. Du bist selbst ebenfalls nervlich angegriffen und machst Dir Sorgen. Die Muttis können aus der Ferne nicht beurteilen, wie ernst die Lage wirklich ist.

Vielleicht wäre das jetzt der Zeitpunkt, wo ein Mediator weiterhelfen könnte? Eine unparteiische Person, die zu vermitteln versucht. Vielleicht der örtliche Priester?

Die Oma ist ja wohl bereits seit Jahrzehnten Begleiterscheinung der Ehe Deiner Eltern. Das tut dieser Ehe sicherlich auch nicht nur Gutes. Insofern kann ich ein gewisses Gewohnheitsrecht der Oma auf Mitsprache in familiären Belangen nicht ausschließen.

Ich würde sogar mal ganz leise drüber nachdenken, die Oma vorübergehend aus dem Familienleben auszuschließen, da es offensichtlich für Euch alle sehr belastend ist. Zumindest so lange, bis sie einsieht, dass die Kinder und Kindeskinder mittlerweile im Erwachsenenalter sind. Dabei könnte ihr möglicherweise ein Mediator helfen.

Grübelnde Grüßle,

Egeria


@egeria ja so ungefähr ist die Situation. Eine Frage habe ich was ist ein Mediator? Nicht nur das ich mir sorgen um meine Oma mache sondern auch um meine Mutter da der größte Teil an ihr hängen bleibt. Und etwas wollte ich noch hinzufügen meine Oma über die wir sprechen ist die Mutter meines Vaters.


Hm @Angelbaby, so etwas Ähnliches habe ich befürchtet :trösten:

Also, gehen wir mal systematisch durch, damit wir nix vergessen. Ein Mediator ist eine psychologisch geschulte Person, die neutral zwischen streitenden Parteien vermittelt, um eine gütliche und versöhnliche Lösung anzustreben, mit der alle Parteien leben können. Seine/ihre Aufgabe ist es, jeden zu Wort kommen zu lassen und gemeinsam Lösungen für Probleme zu erarbeiten. Doch ganz klar: Der Mann/die Frau hält sich insofern raus, als dass sie für keinen der Streitnickel Partei ergreift, sondern auch besänftigend und vermittelnd eingreift, wenn sich die Gemüter zu sehr erhitzen oder die Stimmung eskalieren könnte. Ein Mediator ist schlicht ein neutraler Vermittler zwischen den beteiligten Streit-Parteien.

Dafür käme entweder ein Psychologe infrage, der das professionell macht, weil er damit sein Geld verdient. Doch wenn Du auf dem Dorf wohnst, macht das ratz-fatz die Runde und zieht Gerede nach sich. Ein unbestätigtes Gerücht, demzufolge Deine Familie beim Seelenklempner ein und aus geht, reicht aus und schon ist der Skandal perfekt. Die Treppenhaus-Mafia dichtet dann hier noch ein Detail dazu und dort noch eines. Das ist wie mit dem Kopfkissen, das Du aufschneidest und dem Wind übergibst: Die Federn kriegst Du nie wieder eingefangen. Dorfleben eben. Denn das ist nicht mit einem einzigen Beratungsgespräch zu regeln. Inwieweit das Kosten nach sich zieht, kann ich Dir leider nicht sagen. Ich habe Mediationen bisher nur aus der Ferne beobachtet. Frag vielleicht mal die Krankenkasse, ob sie den Psychologen übernimmt oder frage den Hausarzt, ob er Psychotherapie verschreibt.

Dafür käme aber auch eine allgemein anerkannte Vertrauensperson infrage. Das könnte der örtliche Priester oder Pfarrer sein. Da isses auch unverdächtiger, wenn man im Pfarrhaus aufläuft oder den Priester/Pfarrer nach Hause zum Kaffeekränzchen einlädt. By the way: In meiner Familie gäbe es einen mittlerweile pensionierten katholischen Pfarrer, der solchen Aufgaben gewachsen wäre. Doch das hilft Dir nicht weiter. Ich will darauf hinaus, dass die Generation unserer Großeltern noch um einiges gläubiger und gottesfürchtiger ist als die Generation, die wir vertreten. Das Wort eines Geistlichen hat da möglicherweise mehr Gewicht und könnte gegebenenfalls einfühlsamer vermitteln. Und könnte auch den Seelenklempner ersparen.

Nun zum heikleren Punkt. Deine Frage beschäftigt mich natürlich auch, deshalb habe ich mal in meiner Verwandtschaft ein bisschen geforscht. Und siehe da: Die Bilder gleichen sich wie ein Ei dem anderen. Soifz. Ums kurz zu machen: Die Großeltern-Generation oder auch Schwiegermutter-Generation lässt sich zuweilen nur unter Protest in die Schranken weisen. Sie hat es offensichtlich einfach nicht gelernt, loszulassen. Speziell, wenn es um den Sohn geht, der die Blutslinie und vor allem auch den Familiennamen weitergibt. Doch das ist eine andere Geschichte.

Erstes Beispiel: Meine Oma - Mutter meines Vaters - litt jahrzehntelang unter der Kontrolle ihrer Schwägerin und dem Unvermögen ihres Schwagers, die Weiberwirtschaft zu besänftigen. Sie war jung verheiratet und zog ins Haus ihres Mannes, meines Opas, ein. Das war ein Fachwerkhaus, in dem keine Türen abgeschlossen wurden. Es gab auch nur eine Toilette im ganzen Haus par terre und auch nur eine Wasserleitung in ihrer Küche. Das hieß, sie hatte ihre Schwägerin tagtäglich auf der Matte stehen. Wie sie das überhaupt ertragen hat, ist mir bis heute ein Rätsel. Doch das waren andere Zeiten. Wir reden hier über Zustände in den Dreißigern des letzten Jahrhunderts.

Zweites Beispiel: Meine Mama. Die hat sich auf die Hinterfüße gestellt. Sie hat sich nicht von der Schwester meines Opas, die samt Mann im Dachgeschoss meines Elternhauses wohnte, kontrollieren lassen. Sicherlich, die Tante Elisabetha hat es nach altmodischer Manier versucht, indem sie ständig die Treppe runterkam und unaufgefordert in der Küche saß, während Mama andere Pflichten zu regeln versuchte. Doch mein Elternhaus hat abschließbare Türen. Da muss man nur den Schlüssel zur Wohnungstür abziehen. Das geschah so etwa in den 1960er bis 1970er Jahren des letzten Jahrhunderts. Sie hat die Tante Elisabetha schlichtweg rausgeschmissen und der Wohnung verwiesen. In den Folgejahren hat sich eine gangbare Lösung im zwischenmenschlichen Bereich ergeben.

Was will ich Dir eigentlich sagen? Hinterfrage vielleicht mal das Selbstverständnis, mit dem die Generation des letzten Jahrhunderts aufgewachsen ist. Das gibt Dir möglicherweise ein paar Anhaltspunkte, wie Du Dein Problem lösen kannst. Ändern wirst Du diese Generation vermutlich nicht mehr können. Aber vielleicht um ein bisschen Verständnis werben, damit das künftige Zusammenleben besser klappt.

Die Alternative wäre Abschiebung ins betreute Wohnen oder das Heim. Willst Du das?

Grüßle,

Egeria


Zitat
Kann doch aber nicht der Lebenszweck sein, seine Familie in den Wahnsinn zu treiben...


doch das kann es:
bei uns gibt es ähnliche Probleme, aber aus reiner Bösartigkeit und Absicht
selbe Situation wie bei @Angelbaby: Mutter des Vaters, selbes Haus
können sich nicht aus dem Weg gehen, weil z.B. ein gemeinsamer Eingang, ein Bad

meine Oma ist 89 und schon immer bösartig (warum sind meine Eltern nur damals mit da eingezogen?)
als meine Eltern im Urlaub waren, hat sich Oma ins Bett geschi..en, ok kann mal passieren-
hat aber weiter drin geschlafen
als meine Mutter gesagt hat, sie soll das Bett abziehen, hat sie gesagt: wollte ich gerade machen (haha) und am nächsten Tag hat sie einfach das Nachthemd und die Decke darübergelegt
dann sagte meine Mutti zu ihr, sie müsse aber die Bettwäsche bei 95° waschen, wegen der Flecken, die Antwort war: was denn für Flecken, ich bin doch kein Dreckschwein (das sagt sie ständig, macht aber in ihrer Wohnung keinen Handschlag und will sich auch nicht helfen lassen)

seitdem geht sie nur noch auf meine Mutti los, natürlich vorwiegend wenn Papa nicht da ist
sie beschimpft sie als Monster, Kreatur, würde nur rumschnüffeln und weitere Bösartigkeiten
gleichzeitig belöffelt sie meinen Vater und beklagt sich über die schreckliche Schwiegertochter
mir tun die beiden so leid, man kann es wahrscheinlich nur absitzen oder sich selbst psychologische
Hilfe holen, um nicht durchzudrehen

das geht schon so, seit ich denken kann, aber seit 2 Wochen extrem
ausziehen geht auch nicht, dazu fehlt das Geld, das Haus gehört meinen Eltern und sie hat lebenslanges Wohnrecht

ich besuche sie schon lange nicht mehr, weil sie nur zu meckern hat
und ja, wir sind sicher, sie macht es mit Absicht, keine Demenz, kocht selber und und und....
eigentlich hätte ich es auch in den Wut Thread stellen können, vielleicht kann mir jemand was raten

Hallo Arjenjoris,

doch, ich finde das ist Altersdemenz, ich kenne das aus meiner Familie. Ich weis auch wie schlimm das ist und wie man dem hilflos gegenüber steht :trösten:
Setze dich doch mal mit Oma's Hausarzt in Verbindung..


Du Arme, komm lass dich mal drücken :trösten:

Im Moment habe ich keinen Plan, ich würde sie ignorieren.


liebe Arjenjoris,

das ist eine sehr unglückliche Situation
sehr schlimm, weil deine Eltern sich nicht distanzieren können ...
hört sich nicht wie Demenz an, eher Alters-Starrsinn, dagegen gibt es kein Mittel,
du sagst, die Oma war immer schon bösartig, das verstärkt sich im Alter, oh je ...
nicht mit der Oma streiten, das verstärkt Trotz und Widerstand,

aber einem Arzt, Pflegedienst oder an anderer Stelle :keineahnung: die Vorkommnisse melden,
da bekommt ihr eher Hilfe oder eine Idee ... (neutrale Personen!)
ins Bett machen und noch drin liegen bleiben ist schon Demenz-grenzwertig!

:trösten: ist schwer auszuhalten und kostet viel Kraft :trösten:

Alles Liebe :blumen:


Oje,du Arme,ich drück dich ebenfalls mal gaanz vorsichtig. :trösten: :trösten: :trösten: :heul: :blumen: :blumen: :blumen: Eine Idee hab ich auch nicht,leider. :heul:


danke für eure Antworten, mich betrifft es ja nicht direkt, ich bekomme ab und zu mal das
Leid von Mama geklagt (z.B. heute), aber helfen kann ich auch nicht
@Gemini: das einzige was zur Altersdemenz passen würde, wäre die Beeinträchtigung des Kurzzeitgedächtnisses
alles Andere, wie keine Lust zum Putzen, war schon immer vorhanden

Zitat
war immer schon bösartig, das verstärkt sich im Alter,

das würde genau passen- leider

sie kommt schon ewig nicht mehr zu unseren Geburtstagen mit, weil sie immer genau an diesem
Tag Durchfall hat-- nee, nee, die ist einfach zu faul, einen Fuß vor die Tür zu setzen
andere ältere Menschen gehen auch mit Rolllator in nahegelegene Einkaufsmärkte
aber sie kann ja "soo schlecht laufen", außer sie fühlt sich unbeobachtet- dann gehts relativ gut

viele Omas und Opas wären froh, wenn die Kinder in der Nähe wohnen würden und etwas helfen könnten

Zitat (Arjenjoris @ 29.08.2013 21:48:58)
viele Omas und Opas wären froh, wenn die Kinder in der Nähe wohnen würden und etwas helfen könnten

Das sind leider oft Einzelfälle - irgendwann kommen die Schwierigkeiten. :(

Das geht irgendwann an der Substanz, lange hält man solchen Zustand nicht aus, Angelbaby und Arjenjoris :trösten: Ich an euerer Stelle würde mich an eine Beratungsstelle wenden, die es doch wohl in jeder Stadt gibt.
Zu irgendwelchen Maßnahmen zwingen kann man einen Menschen natürlich auch nicht.


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