Erfahrung Fertighaus


Hallo!

Wir stehen ganz am Anfang unser Planphase und sind schier vom Angebot der verschiedenen Fertighaushersteller erschlagen.

Wer hat ein Fertighaus, auf was ist zu achten und vor allem: wie unterscheide ich seriös von unseriös?


Ich will das Thema noch einmal herauf holen! Hat hier wirklich niemand Erfahrungen?


Nein, ich habe keine Erfahrungen, dieser Krug ging gerade nochmal an mir vorbei :lol:

Wie unterscheide ich seriös von unseriös? : ich denke, mit den bekannten Firmen wie Streif, Schwörer, Baufritz kannst Du nichts falsch machen, sind aber auch nicht billig.
Wir hatten uns bei Schwörer mal für ein "Generationenhaus" interressiert, also Haus mit Einliegerwohnung für Omma und Oppa, das hätte ohne Grundstück schlappe 450.000 € gekostet...

Wenn sich hier niemand meldet, geh doch mal auf die Baustellen und spreche mit den Bauherren, die gerade bauen.

Bearbeitet von Superhausfrau am 10.02.2013 18:15:42


Ich hab mal vor 40 Jahren ein Fertighaus gebaut. Die Firma ist Pleite gegangen. Zum Glück konnten wir die Zahlungen und den Schaden begrenzen. So bekam die Fertighausfirma immer nur die Gelder für die Bauabschnitte, welche auch tatsächlich erbracht wurden.
Von der Bausubstanz unterschied sich die Fertigbauweise nicht.
Allerdings musste ich jeden Tag nach dem Rechten sehen. Wenn ich mal nicht da war, haben die nichts gemacht.
Bei Vertragsabschluss grosses Blabla....und der Architekt war auch nicht immer verfügbar und hat sich demzufolge auch auf unserer Baustelle nicht sehen lassen.
Und wenn der Architekt den Bau nicht überwacht, bauen die Mist.

Wird wohl heute genau so sein, wie vor 40 Jahren.

Labens


Also,

ich kann Dir nur raten, schaue Dich auf dem lokalen Markt um. Oder nimm einen grossen überregionalen Anbieter.
Lokale Anbieter haben einen Ruf zu verlieren. Überregionale könnten sich schwerer tun.


Und falls möglich, nimm Dir einen unabhängigen (!) Architekten.

Ansonsten lies Dir die Baubeschreibung genau durch.

Und mache Dir vorher Gedanken, was Dir in Punkto Ausstattung wichtig ist. z.B.: hinterher noch eine Steckdose setzen, ist zwar in der Bauphase noch möglich, kostet aber richtig Geld. Und später machst Du es nicht mehr und ärgerst Dich dann den Rest Deines Lebens.

Also selber eine "Baubeschreibung" erstellen, nach "Lebensnotwendig", "hätte ich schon ganz gerne" und "Nice to have" sortieren und mit den Angeboten vergleichen.

Gruß

Highlander


Ich denke mal, da wirst Du Dich HIER mal durchkämpfen müssen.

Denn ein Haus baut man meist nur einmal im Leben!


sehe ich wie @labens,

ist heute noch wichtiger als vor 40 Jahren,

Mein Schwager (Jurist) hat vor 35 Jahren auch ein Fertighaus gebaut und sehr sorgfältig im Voraus geprüft und später alles überwacht. Aber ohne vertrauensvollen Architekten oder Berater ist das ein großes Risiko.


Hallo, Flori,

wir haben ein Fertighaus (Holzständerbauweise) mit (Beton)Keller vor reichlich 10 Jahren gebaut/aufstellen lassen. Ich beschreib mal jetzt mehr das, was für uns wichtig war.

Wir wollten einen Keller. Den gab es auch, aber nicht von der Fertighausfirma. Die hatten einen Kellerbauer "an der Hand", der uns unseren Wunsch erfüllt hat, aber: wir haben darauf bestanden, dass für den gesamten Bau (Keller + Haus) eine Firma Ansprechpartner und Garantiegeber ist! Am Ende haben wir es schriftlich bekommen, noch bevor der Bagger angerückt ist. Damit wollten wir vermeiden, dass der Kellerbauer eventuelle Baufehler auf den Haus"aufsteller" schiebt und umgekehrt.

Dann haben wir von einem Anwalt die finanzielle Situation des Hausanbieters prüfen lassen (zwecks drohender Insovenz...). Wir wussten dann, finanziell steht der Anbieter gut da, lässt sich das aber auch gut bezahlen.

Die Planung wurde von einer Architektin vorgenommen, die uns den fertigen Plan in die Hand gab, damit wir unsere (Elektro-)Wünsche einzeichnen konnten. Mein Mann hat genau festgelegt, wo die Löcher für Steckdosen, Schalter und Verteiler hin gehörten und wo die Leerrohre rein- und wieder rauskommen sollten. Das hat mit Kontrolle und geforderten Nachbesserungen auch geklappt.

Bei der Besichtigung im Musterhaus wurde uns alles gezeigt, was man einbauen/verarbeiten kann (aber keineswegs muss); also Sanitäranlagen mit allem Zubehör, Dachziegel, Fenster, Rollläden, Türen etc.pp. Dieser Termin war dann noch einmal extrem zeitintensiv, weil wir dann z. B. die "vergoldeten Wasserhähne" (zumindest ließ es der Preis vermuten...) aus der Planung rausgenommen haben. Wir haben die Fensterverglasung für einige Räumlichkeiten geändert und z. B. auch das Material der Fensterbänke ausgetauscht. ...usw...

Die Baugrube haben wir mit meinem damaligen Chef ausgehoben, genauso die Zuleitungen zur Wasserversorgung auf das Grundstück gelegt. Dann rückten bald die Kellerbauer an (Fertigteilkeller), es ging alles recht schnell, nur die Kellerdecke wurde gegossen und musste entsprechend trocknen. Anfang Dezember wurde unser Haus gestellt, am selben Abend war das Dach dicht. Über Weihnachten hatten wir dann schon die Entfeuchtungsgeräte laufen, damit der Beton trocknen konnte.

Zur Hausübernahme haben wir einen Bausachverständigen mitgenommen, der mit uns und dem Plan in der Hand jeden cm im Haus auf Mängel kontrolliert hat, uns auf einige Unstimmigkeiten hinwies, die noch korrigiert wurden bzw. die wir dann mit der Hausfirma finanziell klären konnten.

Die Innenausstattung (Decke, Wände, Boden), Sanitär und Elektro hat mein Mann selbst gemacht. Im April des darauffolgenden Jahres sind wir eingezogen. Also insgesamt vom Baugrube ausheben bis Einzug hat es ein halbes Jahr gedauert.

Wir haben ein Haus mit 3-Liter-Technik mit Lüftungsheizung und Wärmepumpe. Ständig frische Luft, keine beschlagenen Fensterscheiben nach dem Duschen oder Baden, keine Schimmelbildung. Wir wohnen nun schon über ein Jahrzehnt in diesem Haus und sind zufrieden.

Gruß aquarius


Zitat (labens @ 10.02.2013 18:32:08)
Ich hab mal vor 40 Jahren ein Fertighaus gebaut. Die Firma ist Pleite gegangen. Zum Glück konnten wir die Zahlungen und den Schaden begrenzen. So bekam die Fertighausfirma immer nur die Gelder für die Bauabschnitte, welche auch tatsächlich erbracht wurden.
Von der Bausubstanz unterschied sich die Fertigbauweise nicht.
Allerdings musste ich jeden Tag nach dem Rechten sehen. Wenn ich mal nicht da war, haben die nichts gemacht.
Bei Vertragsabschluss grosses Blabla....und der Architekt war auch nicht immer verfügbar und hat sich demzufolge auch auf unserer Baustelle nicht sehen lassen.
Und wenn der Architekt den Bau nicht überwacht, bauen die Mist.

Wird wohl heute genau so sein, wie vor 40 Jahren.

Labens

Genau das ist ja unser Albtraum!

Glaubt ihr wirklich, dass bekannte Hausfirmen, wie zum Beispiel die hier *was war das denn für eine Web-Seite?* nicht pleite gehen können?

Danke für eure Antworten!

Bearbeitet von Highlander am 15.02.2013 18:30:35

Wir haben ein Massivhaus. Freunde von uns haben zeitgleich mit uns ein Streif-Fertighaus in Holzständerbauweise gebaut, die waren sehr zufrieden. Sie haben einen Betonkeller, den ein örtlicher Bauunternehmer errichtet hat. Bekannte haben ein Huf Haus und sind ebenfalls sehr zufrieden, allerdings sind die auch "geldig" und ein Huf Haus ist, glaube ich, sehr teuer.

Und im Ort hat jemand mit Fritz gebaut, das ist auch Holzständerbauweise, soviel ich weiß. Die sind auch zufrieden. Das war erst vor ein paar Jahren, die haben natürlich auch eine Wärmepumpe etc. Wir kennen aber auch niemanden, der mit seinem Massivhaus so schreckliche Dinge erlebt hat, wie man das immer wieder im Fernsehen sieht. Und wir kennen viele, die gebaut haben, schlüsselfertig oder nicht. Ich kann nur sagen, ich bin froh, dass wir gebaut haben, bevor diese ganzen Sendungen kamen. Da kann man ja keine Nacht mehr ruhig schlafen. Klar, am besten berichtet man immer über die Katastrophenfälle, die Fälle, bei denen alles gut ging, sind ja langweilig.


Das Fertighaus ist ein weitläufiger Begriff. Da gibt es das Styropor-Gemäuer mit Radiergummiwänden bis hin zum Elementehaus, wo ganze Zimmer im Werk montiert und vor Ort mitdem Kran platziert wird. Mein Vorschlag ist das Holzständer Fachwerkhaus, das mit modernen Dämm-Materialien auf enorme Energiewerte aufgewertet werden kann. Dazu eine ungemeine Flexibilität bietet und das nicht nur was die Materialien betrifft. Hier sollte man aber darauf achten, dass nicht das ganze Haus in Glaswolle und Gipskarton "erstarrt" ist. Auch hier kann man mit Holz und Zellstoff (Vorsicht: muss als Sondermüll entsorgt werden!) kann man viel erreichen. (Eigene Erfahrung)
Achja, im Beitrag über mir ist ein gewisser "Fritz" erwähnt, den ich aber bald aus der engeren Wahl genommen habe (s.o.)

Bearbeitet von heidelerche am 21.02.2013 14:05:16



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