Sohn ist stinksauer: weil ich ihn nicht habe helfen lassen


Hallo, mein Sohnemann (12) ist stinksauer. Wir sind am Wochenende an einer Stelle vorbeigekommen, an der ein dicker Merzedes von der Straße abgekommen und auf Bahngleisen gesteckt war. Ich bin ziemlich groß und habe Kraft, also habe ich sofort angehalten und mitgeholfen, es waren so ca. 30 Frauen und Männer im Einsatz, rundherum geschoben, gezogen, an Seilen (wie beim Tauziehen) gezerrt usw. Er wollte sofort unbedingt helfen, ich hab´s ihn aber natürlich verboten und hab ihm gesagt, er soll sich mit seinen kurzen Lederhosen zu den anderen Kindern in´s Gras setzen und zuschauen oder anfeuern. Er wurde stinksauer, aber ich hab da nicht mit mir verhandeln lassen. Der Benz war am Ende so verkantet, daß gar nichts mehr ging, auch nicht mit vereinten Kräften rundrum anpacken, aufschaukeln oder hochheben und raustragen. Jedenfalls spricht mein Junior heute kein Wort mit mir und ist immer noch miesig drauf. Habt Ihr als Mütter Ideen, wie man das wieder "gutmacht"? Liebe Grüße und viiiiiiiiiielen Dank


bin zwar keine Mutter - aber vielleicht interessiert er sich für die THW-Jugend oder Jugendfeuerwehr?
Bei so einem Fall hat er Dir am besten geholfen, indem er Dir einfach gehorcht hat: Du musstest Dich blind darauf verlassen, damit Du Dich auf das konzentrieren konntest. Stillsitzen ist manchmal das Schlimmste :)


Hallo Renate 47!

In diesem Alter wollen sich viele "Junge Erwachsene" beweisen bzw
ihren Eltern und anderen zeigen, dass sie Verantwortung tragen können.

Ich sehe solche Ereignisse eher harmlos und hätte den Jungen auch mit helfen lassen
so lange er in meiner Nähe ist und ich weiß es kann ihm so weit nichts passieren.

Ich würde ihm in einem Gespräch erklären, dass es dir leid tut, du dir so einen guten willen von ihm nicht erwartet hättest. Aber du auch nicht damit gerechnet hast dass ihm das so viel bedeutet hätte.
Ich finde es sehr gut wenn Junge Menschen zeigen, dass sie anderen helfen wollen und einsatz zeigen.

Vielleicht könntest du mit ihm ja gemeinsam einer anderen bedürftigen Person helfen.
Einer Älteren Person aus eurer Nachbarschaft, Obdachlosen oder einer Freiwilligen Einrichtung.

Mit einer Ehrlichen Erklärung wirst du am meisten erreichen. Auch wenn dein Junge nicht mit dir reden will oder sich in seinem Zimmer einsperrt. Stell dich vor die verschlossene Tür und erkläre ihm warum du ihm auf die Wiese zu den anderen Kindern verwiesen hattest.

Lg


Renate 47, wenn ich an Deiner Stelle wäre hätte ich gar Nichts wieder gut zu machen. Du hast genau das Richtige in der Situation gemacht und Dein Sohnemann muß auch irgend wann 'mal anfangen zu lernen das er eben nicht immer Alles so bekommt wie er es gerne hätte. Das Eltern was verbieten weil es gute Gründe hat und basta. Kein wenn und aber oder lang und breite Diskussionen darum.

Klingt hart, aber Du wirst sehen das er es irgend wann auch leid haben wird mit langem Gesicht herum zu laufen und die beleidigte Leber zu spielen.

Vielleicht sage ich Das auch nur weil ich Gottseidank noch zu einer Generation gehöhre wo ja oder nein von den Eltern eine sehr klare Ansage war und die nicht weiter zu diskutieren war nachdem sie meine Meinung angehöhrt hatten und bei ihrer Entscheidung geblieben waren. Ich gebe es zu das ich oft das Grausen kriege wenn ich junge Eltern von Heute beobachte wie sie mit ihrem Nachwuchs umgehen, und wie der von Vorne bis Hinten rund um verhätschelt wird. Genauso grauenvoll empfinde ich es das heutzutage schon der Mini-Stepke mit dem aktuellsten iPad durch die Gegend stapft, ohne Handy kaum noch klar kommt, und wehe die Klamotten stimmen nicht. Kein Wunder das die heranwachsenden Generationen kaum noch wissen was es bedeutet etwas eisern sparen zu müssen, verzichten oder hart für etwas zu arbeiten. Es wird ihnen ja meist schon von Zuhause Alles im Namen von Friede, Freude, Eierkuchen reingeschoben.

Mag Alles recht radikal klingen, aber ich persönlich finde es schon recht traurig das Du im Grunde nicht den Mut hast Deinem 12 Jährigem zu sagen wo es lang geht und das er Deine Entscheidung zu respektieren hat weil Du sie mit Sicherheit aus guten Gründen getroffen hattest.


Freespirit: bin mit allem einverstanden, was Du geschrieben hast - bis auf die letzten zwei Zeilen ;)
Der Junge HAT ja gehorcht; Mutter und Sohn haben alles richtig gemacht. Daß er in seinem Alter etwas sauer ist - kein Wunder. Manchmal muss man einfach klare Befehle akzeptieren können, gerade bei möglicherweise gefährlichen Situationen. Vielleicht macht ihm Jugendfeuerwehr oder so ja Spaß: da wird er Befehle kriegen und lernt, warum..

Bearbeitet von chris35 am 16.04.2013 18:11:41


Hallo Renate!!

Ich finde du hast alles richtig gemacht und brauchst auch nichts "wieder gut" machen.

Der Vorschlag von Chris ist sehr gut, wenn wieder mal ein Tag der offenen Tür bei der Feuerwehr oder THW ist, gehe mit deinem Sohn doch mal dahin, vielleicht ist das was für ihn? Ich finde es sowieso fantastisch, dass er mit anpacken wollte und nicht wie viele andere in seinem Alter, weggucken.
Dort bei Feuerwehr oder THW wird ihm gezeigt wie man richtig hilft und man lernt noch viel mehr, (Umwelt usw)

Ganz liebe mokkaböhnische Grüße


Ich denke auch, wenn Du ihm erklärst warum Du ihn zu anderen Kids geschickt hast - dann wird er das sicherlich nachvollziehen können.

Die Situation war vielleicht auch nicht ganz ungefährlich.....und er wäre möglicherweise "verletzt" worden oder hätte schlichtweg "im Weg gestanden".

Meinen Großen (11) hätte ich auch auf die Wiese geschickt - auch ohne Lederhose´n und ohne Diskussion.

YO


Danke schön für Eure Tips, Ihr seid lieb ... und gelb schreiben kann man also auch :blink:
Liebe Grüße.


Zitat (Renate47 @ 16.04.2013 17:22:55)
Ich bin ziemlich groß und habe Kraft, also habe ich sofort angehalten und mitgeholfen, es waren so ca. 30 Frauen und Männer im Einsatz, rundherum geschoben, gezogen, an Seilen (wie beim Tauziehen) gezerrt usw.

Wow, 30 Frauen und Männer haben es nicht geschafft einen Benz von den Gleisen zu heben? Redest du von einem Auto oder gar ein LKW?
Nun, soviele Personen hätten alle Kraft gehabt, um einen normalen PKW - auch mit Insassen - zu hiefen und diesen von den Gleisen zu tragen.
Da kannst du noch so groß und stark sein, ich glaube dir leider nicht.

Renate47, welche Erwartungshaltung hast du bitte an uns? Was willst du genau?

Sorry, aber deine Story klingt so absurt, dass dein Sohn zur Nebenrolle fungiert.
Alleine schon dass ihr wie ein Tauziehen den Benz von den Gleisen heben wolltet, das ist mehr wie doof durchdacht und klingt nicht sonderlich glaubwürdig.

Hallo Renate :blumen:

Willkommen bei Frag Mutti !

Die Feuerwehr und der THW haben nachwuchssorgen, also wäre dieses wirklich eine tolle Idee ! Wenn dann mal irgendwann wieder solch eine Situation sein sollte, kann er euch dann zeigen wie man das Richtig macht, so von wegen absicherung von Unfallort und eigener Person und co !

So würde ich es ihm auch schmackhaft machen :pfeifen:

Lg, Katjes


Chris, klar hat der Junge gehorcht, aber nach freiwillig und logischem akzeptieren klingt es dennoch nicht. Habe auch kein Problem damit das er nun sauer ist. Eher habe ich ein kleines Problem mit der Mutter die sich wohl nicht wirklich traut Sohnemann zu sagen wo es lang geht und basta.

Genau Das bringt mich auf eigene Beobachtungen von Mutter-Sohn Erlebnisse zurück und damit wie Eltern von Heute regelrecht Schiß davor haben ihrem Nachwuchs zu sagen wie der Hase läuft. Habe 'mal den großen Fehler gemacht mich auf einen all-inclusive Urlaub im familienfreundlichem Resort einzuladen. Freundin und ich standen beide in Ehekriese und beschlossen samt ihrem 11 Jährigem abzuhauen. Der Knaller war als Sohnemann eines Abends meinte ihm schmecke das von Mutti zusammen geschleppte Essen nicht und es ihr regelrecht vor die Nase knallte. Ja, und Mutti heulte sich die Augen aus weil sie Schatzi nicht standesgemäß betüddelt hatte. Glaube mir, mir fiel einfach nur die Klappe runter!

Wie gesagt, vielleicht denke ich so radikal weil ich anders erzogen wurde. Am Rande bemerkt verfrachteten mich meine Eltern eines Sommers ins Auto - nach Abschluß der 6. Klasse - und verkündeten mir kurz vor dem Brenner Pass das wir nach Italien auswanderten und meine neue Schule dort im September beginnen würde. Wie man sieht, bin ich daran nicht verreckt oder ein Fall für`s Sozialamt geworden, obwohl ich auf einmal von 0 auf 100 italienisch lernen mußte da die lokale Dorfschule keine Rücksicht auf verwöhnte Zuwanderer nahm. Auch bekam ich öfters 'mal eine heftig von meinem Vater gelatscht ohne deswegen zum seelischen Krüppel zu werden, aber in unserer heutigen Welt müssen Eltern ja gleich damit rechnen das man sie wegen Kindesmishandlung verknackt.

Kein Wunder das der Bundeswehr das Personal ausgeht Dank neuer Generationen von Weichei-
ern und Muttersöhnchens. Einer Generation die ohne iPad, Handy und Fastfood gar nicht mehr klar käme.


Zitat (freespirit @ 16.04.2013 21:47:49)
Einer Generation die ohne iPad, Handy und Fastfood gar nicht mehr klar käme.

Teilweise, hier wird schon der kalte Entzug geprobt. :D

Zitat (freespirit @ 16.04.2013 21:47:49)
Auch bekam ich öfters 'mal eine heftig von meinem Vater gelatscht ohne deswegen zum seelischen Krüppel zu werden, aber in unserer heutigen Welt müssen Eltern ja gleich damit rechnen das man sie wegen Kindesmishandlung verknackt.

und das völlig zu recht. es ist für mich widerwärtig zu lesen, wie man hier dermaßen gewalt gegen kinder propagieren und gutheißen kann. falls es bei dir noch nicht angekommen ist: es gibt keine wehrpflicht mehr und seit jahren können auch frauen zum bund.

zum abschluss wieder schöne verallgemeinerungen und klischeebedienungen vom feinsten, was für muttersöhnchen die jungen leute heutzutage doch sind. wer hat sie denn dazu gemacht, selbst wenn es stimmen würde? nicht zu vergessen, wie das versäumnis oder die ignoranz der eltern, ihre kinder auf ein neues leben vorzubereiten, hier schöngeredet wird. meinem ärgsten feind wünsche ich keine eltern, die es nicht einmal für nötig halten, ihre kinder über einen entscheidenden einschnitt in ihrem leben zu informieren.

Zitat (freespirit @ 16.04.2013 21:47:49)
Habe 'mal den großen Fehler gemacht mich auf einen all-inclusive Urlaub im familienfreundlichem Resort einzuladen.  Freundin und ich standen beide in Ehekriese und beschlossen samt ihrem 11 Jährigem abzuhauen.  Der Knaller war als Sohnemann eines Abends meinte ihm schmecke das von Mutti zusammen geschleppte Essen nicht und es ihr regelrecht vor die Nase knallte.  Ja, und Mutti heulte sich die Augen aus weil sie Schatzi nicht standesgemäß betüddelt hatte.  Glaube mir, mir fiel einfach nur die Klappe runter!


Meine Kinder waren in dem Alter durchaus in der Lage sich selbst am Hotelbuffet zu bedienen. Ich habe ihnen jedenfalls keinen Teller aufgefüllt.

Sie sind keineswegs verhungert, haben ihren Teller auch mal mit unbekannten Speisen bestückt und ich hatte keinerlei Probleme.

Grenzen setzen ja, aber betüddeln von Hacke bis Nacke nein danke.

Wir haben unsere Kinder auch ohne Ohrfeigen oder sonstige Handgreiflichkeiten groß bekommen und sie ziehen immer noch ein Steakhouse einem Fastfoodgourmandrestaurant vor.

Unser Sohn hat lieber Zivildienst gemacht als zur Bundeswehr zu gehen. Wir fanden das gut.

In deinen Augen haben wir wohl als Eltern total versagt. :sarkastisch:

Zurecht ist dein Sohn stinksauer...

Nem 12 jährigen, der mit helfen und anpacken wollte, zu sagen, setz dich ins Gras und feuer uns an, ist frech. Auch von der Mutter...

So kann man evtl mit nem 4 jährigen reden...

Nem 12 jährigen kann man das vernünftig argumentieren. Zum Beispiel: es sind schon genug Leute da, danke für dein Angebot. Du kannst uns helfen, wenn du mal im Auto nach nem Seil suchst.... Oder so was in der Art.

Gerade mit 12 sind Heranwachsende sehr sensibel und wollen in ihrer Persönlichkeit (du kannst schon viel, du bist wertvoll und wichtig...) gestärkt werden...

@freespirit: der Junge wollte keinen Lutscher oder nen Iphone...Der wollte mit helfen.!!!!

Ganz ehrlich, wenn ich der Sohn wäre und Frau Mama will mal was von mir (hilf mir mal den Einkauf hoch zu tragen zum Beispiel) würde ich an seiner Stelle antworten: Nö. ich setz mich zu den anderen Kids und feuere dich an...

Ihr hättet mit ihm garantiert auch nicht das Auto geborgen aber dein Sohn hätte sich ernst genommen gefühlt und erwachsen. Gerade das, was in der Pubertät wichtig ist...


ob ein unerfaehrener 12jaehriger bei dem versuch ein auto zu bergen helfen soll oder nicht sei dahingestellt.

die mutter hat eine entscheidung getroffen und soll dazu stehen.

der junge fuehlt sich ungerecht behandelt und motzt, das ist sein recht.

ausser evtl dem versuch eines klaerenden gespraeches ist nichts von noeten, weder eine 'wiedergutmachung' von muetterlicher seite, noch ein grosses einsicht heucheln von sohnemanns.

mho

gruss :blumen:
shewolf


Ohweja, eine Kampfmotte nach der Anderen. Wehe man hat nicht die Ja und Amen Meinung. Anbei bemerkt ist das schon lange bei mir angekommen das es keine Wehrpflicht mehr gibt. Echt schade, denn der Dienst hat aus Jungs Männer gemacht. Ein Grund mehr warum sich heutzutage immer weniger freiwillig melden weil doch Hotel Mama so viel bequemer ist.

Immerhin, Seidenlöckchen, man kennst sich und bei Dir scheint es egal zu sein was man sagt. Madame ist Expertin auf allen gebieten und kann es nicht lassen ihren Lebensfrust an Anderen auszulassen.

Naja, und wenn heutzutage eine Backpfeife oder gar eine Tracht auf den Hintern als Gewalt an Kindern betrachtet wird, kann ich nur annehmen das demnach sämtliche vergangenen Generationen in den Knast gehöhrt hätten.

Zum Abschluß füge ich noch hinzu das ich als Kind von meinen Eltern öfters eine geknallt bekam. Damals fand ich es bestimmt nicht berauschend, aber zurück blickend weiß ich heute das ich sie so manches Mal an die Grenze der Verzweiflung brachte, nachdem schon alle wieso, warum und weshalb Erklährungen durgekaut waren.


"Am Wochenende an einer Stelle vorbeigekommen" und "mein Sohn spricht heute kein Wort mit mir" O-Ton Renate47.

Was war gestern? War er da auch schweigsam? Oder gibt es einen anderen Grund für sein Schweigen? Und wie verhält sich sein Vater?

Wenn mein Mann was durchsetzen oder kaufen will oder ich, in seinen Augen, einen Fehler begangen habe, redet er auch, manchmal tagelang, nicht mit mir. Am Anfang unserer Ehe bin ich noch drauf eingegangen. Mittlerweile rede ich in dieser Zeit auch nicht mehr mit ihm, bis er von allein ankommt.


Ich glaube diese Geschichte nicht.
Welcher 12jährige zieht denn heutzutage eine kurze Lederhose an und falls doch, was hätte DAS mit der Situation zu tun?
Warum also extra erwähnen, außer wenn man ein bißchen aufmischen will? :pfeifen:
Ich glaube, hier war mal wieder jemandem ein wenig langweilig....


Hallo,
danke für die hilfreicheren Tips. Die Sache ist erledigt, ich habe in Ruhe mit ihm gesprochen und er hat es eingesehen.
Zu den weniger hilfreichen Bemerkungen kann ich nur sagen, daß mein Sohn eben kurze Lederhosen anzieht und basta, auch wenn er 12 ist, er mag die.


Zitat (freespirit @ 16.04.2013 23:26:30)
Zum Abschluß füge ich noch hinzu das ich als Kind von meinen Eltern öfters eine geknallt bekam.  Damals fand ich es bestimmt nicht berauschend, aber zurück blickend weiß ich heute das ich sie so manches Mal an die Grenze der Verzweiflung brachte, nachdem schon alle wieso, warum und weshalb Erklährungen durgekaut waren.


Schwächere schlagen, war noch nie richtig, auch wenn es die Altvorderen zu oft praktiziert haben.

Hier, hör doch mal in dieses Lied rein. Es hat mich immer sehr berührt.


Sind so kleine Hände

Den Schlagenden müßte gleich die Hand abfaulen. :angry:

Bearbeitet von Rumburak am 17.04.2013 14:29:19

Zitat (freespirit @ 16.04.2013 23:26:30)
*argumentbefreites dummgeschwafel mit der panorama-keule, wenn man kritisiert wird, wie gehabt*

das jedoch
Zitat
Naja, und wenn heutzutage eine Backpfeife oder gar eine Tracht auf den Hintern als Gewalt an Kindern betrachtet wird, kann ich nur annehmen das demnach sämtliche vergangenen Generationen in den Knast gehöhrt hätten
ist noch ekelerregender als dein beitrag zuvor, weil du ihn bekräftigst und auch noch der meinung bist, dass der dienst beim bund für jeden sinnvoll ist.

gewiss kennt jeder von uns männer, die beim bund gedient haben, und trotzdem keinen schlag im haushalt rühren und alles stehen und liegen lassen. aber man war ja beim bund und wurde dort zum mann. zum selbständigen mann jedoch gewiss nicht. man lernt, die zahnbürste in die richtige richtung zu drehen, wenn man ansonsten ausgangssperre bekommt. mehr ist das recht oft nicht. aus einem waschlappen wird kein mann, nur weil man lernt, die schuhe richtig zu putzen und eine waffe zu tragen. für frauen gilt das ebenso.

gewalt scheint für dich eine sinnvolle art zu sein, probleme aus deiner welt zu schaffen. das ist ja auch viel weniger anstrengend, als sich mit einem kind auseinanderzusetzen und strenge und konsequenz walten zu lassen, wenn es nötig ist. aber diese einstellung wundert mich andererseits nicht, da sie an dir ebenfalls praktiziert wurde. was eindeutig gegen diese art der "erziehung" spricht. und was bist du jetzt durch diese erziehung? ein ganzer mann? nein, jemand, der es völlig legitim findet, sich an schwächeren und schutzbedürftigen zu vergreifen. was für eine glanzleistung!

es gibt keinen grund und keine berechtigung, ein kind zu schlagen, und das ist gott sei dank auch im grundgesetz verankert. wie verroht und gleichgültig muss man sein, um das auch noch zu verteidigen und nichts dabei zu finden, wenn schon kleine kinder mit gewalt aus der familie konfrontiert werden, aus einem umkreis, der sie lieben, beschützen und erziehen soll? pfui! :angry:

@freespirit
was du hier von dir gibst, das zeigt nur eins:
es hat dir geschadet


@freespirit: Da muss ich Rumburak und Seidenlöckchen Recht geben.

Schon mal gehört: "Gewalt ist keine Lösung!", auch nicht gegenüber Kindern? Hat in Deiner Welt nur der Recht, der stärker ist?

Meine Kinder haben mich auch oft an den Rand des Wahnsinns getrieben.
Aber ich habe nur einmal zugeschlagen (eine Ohrfeige), als mein ältester Sohn fünf Jahre alt war und seinen Zwillingsbruder die Kellertreppe hinuntergeschubst hatte (zum Glück ist nix passiert). Das Ergebnis: ich hatte zwei brüllende Kinder und mich, ebenfalls heulend (vor Scham), weil ich die Beherrschung verloren und zugeschlagen hatte.

Diese tiefe Scham hat mich ein für alle Mal kuriert, denn ich finde es absolut unfair, andere zu schlagen, nur weil ich größere körperliche Kraft habe - egal, wie sehr mir die Kids auf die Nerven gehen können, da muss ich drüberstehen. Denn fände ich Schläge in Ordnung, gäbe ich damit jedem Mann einen Freibrief, Frau und Kinder nach Belieben grün und blau zu schlagen - er hat ja größere Kraft und damit auch Recht.

Wie sollte ich meinen Kindern beibringen, dass man eine gewaltfreie Lösung bei Konflikten anstreben sollte, wenn ich den Kindern gegenüber Gewalt ausübe?

Ich kenne einige, die Schläge Kindern gegenüber OK finden und sagen: "Och, ab und zu mal eine hinten drauf oder eine Ohrfeige haben uns auch nicht geschadet!" Ich könnte kotzen, wenn ich sowas höre; offenbar hat es ihnen doch geschadet, denn solche Aussagen zeigen meiner Meinung nach nur Rohheit und Brutalität!


Edit: Die Außerirdische war schneller :wub:

Bearbeitet von mops am 17.04.2013 17:31:20


Kann auf all diese Kommentare nur sagen das hier drinne anscheinend keine Meinungsfreiheit gilt. So tut es mir leid wenn ich nicht die "Alles darf, nix muß und dennoch herrscht ewige heile Welt" nicht teile.

Dennoch finde ich es nicht ok von Leuten die mich nicht persönlich kennen als Brutalo hingestellt zu werden. Schließlich sind das letztlich doch zwei verschiedene Welten wenn Erwachsene sich regelrecht gegenseitig krankenhausreif prüglen, oder Kind 'mal eine geklatscht bekommt weil es Worte nicht kapiert.

Auch das steht meiner Meinung nach Leuten die mich nicht persönlich kennen zu mich für geschädigt zu halten. Bin mit meiner Einstellung bestens durch das Leben gereist, habe einen kleinen lieben Freundeskreis und lebe ein ganz stink normales Leben.

Ach ja, und beinahe hätte ich es vergessen. Obwohl ich als Kind ab und zu 'mal eine von meinen Eltern gepfeffert bekam haben wir dennoch stehts ein sehr inniges und rund um normales Verhält-
nis zu einander gehabt. Mein Vater ist leider nicht mehr am Leben, aber gerade meine Mutter die mir eher 'mal eine gelangt hat zählt zu meinen allerbesten Freundinnen und Wegbegleiterinnen durch dick und dünn.

Abgesehen davon bin ich absolut kein Fan von Gewalt und genauso wenig mein gesamtes Umfeld.


Hui - netter Themendrift. Ich habe keine Kinder, da kann ich gut reden, aber ein paar Theorien möchte ich doch in den Raum stellen:
- es gibt (nach meiner Meinung) einen großen Unterschied zwischen geplanter "Gewalt" gegen Kinder (Kind hat etwas angestellt, dann wird erst nachgedacht und dann geplant zugeschlagen) und einer spontanen Ohrfeige (Reflexhandlung, in Mops' Fall nach einer Aktion des Kindes, die sehr schlimme Folgen hätte haben können).
- es gibt Sensibelchen, bei denen ein kräftiges Anbrüllen schon zu viel ist, es gibt aber auch Kinder, die ihre nicht-autoritären Eltern schon an die Grenzen ihrer pädagogischen Fähigkeiten treiben können..
- Eltern machen Fehler. Sie müssen auch kein erziehungswissenschaftliches Studium gemacht haben, um Kinder zu erziehen. Eine gewaltlose Erziehung kann mit ausgefeilten Psycho-Spielchen ganz schön grausam sein. Dann kommt vielleicht noch der Griff zur Chemie-Keule: in vier Jahren hat sich die Anzahl der Ritalin-Behandlungen um 50% erhöht
- der Bruch der Naturgesetze wird manchmal mit dem Tod bestraft: in gefährlichen Situationen ist vielleicht keine Zeit mehr, dem Kind etwas zu erklären oder ihm eine nette Beschäftigung zu geben; im Zweifel muss das Wort "runter!" oder "Finger weg" reichen! Die Natur wird ärmer, wenn wir jede Giftpflanze ausrotten und jeden Bach einzäunen.


Zitat (freespirit @ 17.04.2013 18:31:52)
Kann auf all diese Kommentare nur sagen das hier drinne anscheinend keine Meinungsfreiheit gilt.

Du hast doch hier Meinungsfreiheit.

Du konntest ja deine Erziehungsmethode hier einbringen, aber deswegen kannst du nicht erwarten, dass alle dies für richtig halten.

Wenn man Gewalt an Kindern so vehement hier verteidigt, sollte man auch mal Kritik einstecken können.

Auch die anderen User haben hier Meinungsfreiheit. :P

Zitat (chris35 @ 17.04.2013 18:44:56)
Hui - netter Themendrift. Ich habe keine Kinder, da kann ich gut reden, aber ein paar Theorien möchte ich doch in den Raum stellen:
- es gibt (nach meiner Meinung) einen großen Unterschied zwischen geplanter "Gewalt" gegen Kinder (Kind hat etwas angestellt, dann wird erst nachgedacht und dann geplant zugeschlagen) und einer spontanen Ohrfeige (Reflexhandlung, in Mops' Fall nach einer Aktion des Kindes, die sehr schlimme Folgen hätte haben können).
- es gibt Sensibelchen, bei denen ein kräftiges Anbrüllen schon zu viel ist, es gibt aber auch Kinder, die ihre nicht-autoritären Eltern schon an die Grenzen ihrer pädagogischen Fähigkeiten treiben können..
- Eltern machen Fehler. Sie müssen auch kein erziehungswissenschaftliches Studium gemacht haben, um Kinder zu erziehen. Eine gewaltlose Erziehung kann mit ausgefeilten Psycho-Spielchen ganz schön grausam sein. Dann kommt vielleicht noch der Griff zur Chemie-Keule: in vier Jahren hat sich die Anzahl der Ritalin-Behandlungen um 50% erhöht
- der Bruch der Naturgesetze wird manchmal mit dem Tod bestraft: in gefährlichen Situationen ist vielleicht keine Zeit mehr, dem Kind etwas zu erklären oder ihm eine nette Beschäftigung zu geben; im Zweifel muss das Wort "runter!" oder "Finger weg" reichen! Die Natur wird ärmer, wenn wir jede Giftpflanze ausrotten und jeden Bach einzäunen.

Ich habe 3 Kinder (macht mich das zum Experten?) und ich finde deine Theorien sehr sehr gut. Vielleicht solltest du mal Kinder kriegen (kleiner Scherz am Rande).

Ich wollte meine Kinder nie schlagen (bin auch von meinen Eltern nie geschlagen worden - vielleicht einmal im Affekt ne Ohrfeige? kann mich jedenfalls nicht erinnern), aber ich habe es schon manchmal getan, weil mir die Nerven gerissen sind. Ich habe mich jedes Mal geschämt dafür, und es hat NICHTS bewirkt.

Das Kind hört dadurch nicht auf zu brüllen, es versteht dadurch nicht besser, es lernt NICHTS daraus (jedenfalls nichts Gutes.)

Ich bemühe mich wirklich jeden Tag, dass es nicht wieder vorkommt, und ich bin jeden Tag am Rande meiner Nerven - nicht den ganzen Tag lang, aber immer mal wieder.

Übrigens glaube ich auch, dass der Fred hier eher ein trolliger ist. Aber was soll's.

Hallöchen Tante Ju, ich weiß nicht mehr was hier drinne unter Meinungtolleranz verstanden wird, aber irgendwie kam ich nicht von dem Gefühl weg das man mich sehr schnell als Brutalo der Gewalt als toll empfand hinstellte, blos weil ich mein Denken äußerte das ich die gelegentliche Backpfeife oder Klaps auf den Allerwertesten in gewissen Situation ok empfinde.

Ich habe keinerlei Problem mit Kritik, finde es aber auch nicht fair von manchen Leuten sofort abge-
stempelt zu werden blos weil ich nicht ihre Meinung teile.

Ja, und nie niemals habe ich gesagt das die Leute die nicht meiner Meinung sind nicht richtig ticken oder das meine Auffassung nur die einzig richtige und wahre ist.

Liebe Tante Ju, wir sind uns schon einige Male bei FM begegnet, und mit etwas Glück hast Du mich als einen Menschen kennen gelernt der ein sehr buntes und ereignisreiches Leben bisher gehabt hat, und folgedessen die Welt nicht nur schwarz oder weiß sieht. Eine die in der Welt viel herum gekom-
men ist und nicht nur die heimischen 3 qm kennt.

Dir viele liebe Grüße und alles Gute.


freespirit, durch Deine Beiträge kenne ich Dich eigentlich als bodenständigen Bürger.

Vielleicht hast Du Dir nicht so viele Gedanken um Erziehung gemacht. Ich mach mir jetzt noch Gedanken, was ich hätte alles besser machen können.


Chris, Du hast genau das angesprochen was ich unter körperlicher Bestrafung von Eltern ihren Kindern gegenüber meinte. Wenn ich erwähnte das ich früher ab und zu 'mal eine Tracht bekam, dann war es bestimmt nicht weil meine Eltern gerade 'mal Bock hatten ihren eigenen Frust an mir auszulassen.

Meist haben bis zu dem Zeitpunkt keine lieben Worte der Belehrung geholfen, oder ich hatte einen echten Hammer ausgefressen. Letztlich sind Eltern auch nur Menschen und haben ihren Limit an Tolleranz, Nachsicht und Geduld. Muß allerdings sagen, das es eher sehr selten war das ich 'mal eine Gepflastert bekam, und wenn dem so war dauerte es nie lange bis man sich noch einmal um den Tisch setzte, darüber sprach und den gemeinsamen Frieden schloß.

Wie gesagt, hat es nicht verhindert das ich das Selbe wenig später noch einmal ausfraß oder mir etwas Neues ausdachte um meine Eltern in die Verzweiflung zu treiben. Abgesehen davon war ich nicht die Einzige die in meinem Umfeld ab und zu 'mal Eine abbekam. Meine Schulkameraden erlebten das Selbe zuhause wenn sie etwas ausgefressen hatten.

Und zum Abschluß noch etwas zum Lachen, passend zum Thema. Ich ging damals zur Grundschule und ein Junge hatte es mit dem Pisaken, bzw. mobbing, auf mich abgesehen. Er pisakte, und pisakte bis ich ihm eine pflasterte. Am selbigen Nachmittag stand er mit Mutti vor unserer Tür und hatte das Pech Begegnung mit meinem Vater zu machen. Kaum hatte Mutti losge-
legt herum zu krakeln das ich ihrem Bubi Eine geklebt hatte sagte mein Vater dazu nur ... wenn ich an ihrer Stelle wäre würde ich mich eher schämen das ihr Sohnemann sich von einem Mädel verprügeln läßt! Darauf hin schloß sich die Tür unserer Wohnung und wir höhrten erst ein lautes Gepatsche, dann riesen Gebrüll. Mutti hatte ihrem Prachtstück auch noch eine heftig gelatscht. Ja, und siehe an. Ab dann hatte ich keinerlei Probleme mehr mit ihm. Traf ihn wieder vor zwei Jahren auf dem Klassentreff, und konnten über die ganze Episode herzlich lachen. Anbei bemerkt, ist er heutzutage Polizist bei einer Spezialeinheit.


Rumburak, ich Danke Dir für die Anerkennung als bodenständige Bürgerin. Du kannst sicher sein das Du Dich nicht getäuscht hast, aber das wir das Thema Erziehung mit verschiedenen Augen betrachten macht keinen von uns einen besseren oder schlechteren Menschen.

Wie ich wohl inzwischen oft genug erwähnt habe bin ich absolut kein Brutalo der Gewalt super finded, aber ich akzeptiere es auch das die Fassung verliehren menschlich ist. Wenn die Verzweiflung so groß ist das man einfach nicht mehr weiter weiß. Ja, und das sind die Fälle wo ich eine Backpfeife oder Einen auf den Hintern zwar nicht toll finde aber dennoch ok.

Letztlich sind Eltern auch nur Menschen. Sicher, ich finde es absolut nicht ok wenn diese all ihren Berufs-und Beziehungsfrust an ihren Kindern auslassen, aber leider gibt es auch Kinder die sich absolut gar Nichts sagen lassen, herrlich bockig sein können und selbt einen Heiligen auf die Palme jagen können. Ich rede von eigener Erfahrung. Als ich Teenie war, wurde so manches Mal die Polizei alarmiert, die naheligenden Krankenhäuser angerufen oder eine Suchanzeige aufgegeben. Wenn es danach was setzte, kann ich es meinen Eltern bis heute nicht übel nehmen, denn an gutem Zureden machten sie gewiß mehr als Überstunden. Mit Sicherheit haben auch sie sehr unter diesen Situationen gelitten und bis heute bin ich ihnen mehr als Dankbar das sie mich damals niemals aufgaben - egal wie oft ich eine gelatscht bekam.

Das ich so ein Sorgenpaket war auch nicht ihre Schuld weil sie es mir ermöglichen wollten zwei-
sprachig und auf sehr gute Schulen gehend im Ausland aufzuwachsen. War nur echt dumm gelaufen das ich nicht wirlich damit klar kam. Wärend die Mädels in meinem Alter schon nach dem baldigen Hochzeitskleid guckten wurde ich zuhause noch als Kind behandelt. Zuhause war Deutschland und vor der Tür ein anderes Land, eine andere Kultur und eine andere Mentalität.

Abschließend möchte ich noch sagen das man sich stehts erst einmal mit den Hintergründen auseinander setzen müßte warum Eltern ausgerastet sind ehe man scharf kritisiert. Ja, und ich danke Dir noch einmal das Du Dir die Mühe gemacht hast quasi zu hinterfragen warum ich so geschrieben habe wie ich es getan habe, anstatt mich einfach so abzustempeln. Leider sind ja die meisten Kommentare bei FM eher kurz und in Zusammenfassung der Gedanken, und ich bin mir sicher das man echt staunen würde was sich für Leute hinter diesen Worten stecken, was ihre Geschichte ist und wie ihr Leben gelaufen ist. Ich bin mir sicher das dann so manche wenige Worte bei FM einen ganz anderen Sinn machen würden.

Dir noch einen schönen Abend und vielleicht auf bald einmal wieder.


Zitat
Letztlich sind Eltern auch nur Menschen. Sicher, ich finde es absolut nicht ok wenn diese all ihren Berufs-und Beziehungsfrust an ihren Kindern auslassen, aber leider gibt es auch Kinder die sich absolut gar Nichts sagen lassen, herrlich bockig sein können und selbt einen Heiligen auf die Palme jagen können.


Es ist genau diese Einstellung, die ich in meiner eigenen Erziehung mit aller Macht zu verhindern versuchen werde - auf Englisch gibt es da einen tollen Begriff für, nämlich "victim blaming", die Schuldzuweisung an das Opfer.

Die Eltern hätten ja nicht geschlagen, wenn nicht das Kind so furchtbar gewesen wäre, dass sie keine andere Wahl mehr hatten. Damit gibt man nicht der Partei, die zum verantwortungsvollen und reflektierten Handeln fähig ist, die Verantwortung für was passiert ist, sondern dem Kind.

Eine sehr rutschige Argumentationskette, denn jeder Mensch ist anders, wie du ja schon sagtest, freespirit, und jeder hat andere Grenzen. Bei einigen reicht es schon, wenn die Musik zu laut ist und sie drehen durch. Bei anderen muss das Kind erst schon was grenzfällig Kriminelles anstellen, um die Kontrolle auszuschalten.

Ich halte dich nicht für einen Brutalo oder Gewaltverherrlicher. Aber du relativierst Gewalt ("nur" ein Klaps) und rechtfertigst sie und damit stößt man in einem Forum, in dem Meinungsfreiheit herrscht, eben nicht überall auf Applaus.

Niemand ist ein Heiliger, niemand ist eine Maschine. Ich verurteile niemandem, dem im Auge von Gefahr oder einer Extremsituation die Hand ausrutscht, der sich danach zu Recht schämt und sich ernsthaft bemüht, ein solches Verhalten zu vermeiden. Ich selbst kann nicht garantieren, dass mir so etwas niemals passieren wird (auch wenn ich hoffe, das nicht). Was ich verurteile, sind Leute, für die dieses Handeln völlig in Ordnung ist und es mit dem Versagen des Kindes begründen und nicht mit dem Verlust der eigenen Kontrolle und somit auch nicht einsehen, etwas am eigenen Verhalten zu ändern.

Ich hätte den Buben in den (wichtig: offenen !) Kofferraum gesetzt. Da hätte man ihn im Blick gehabt und er wär auch noch geschaukelt worden...
Ich lieeeebe FM :rolleyes: :D


Zitat (witch_abroad @ 18.04.2013 13:56:37)
Es ist genau diese Einstellung, die ich in meiner eigenen Erziehung mit aller Macht zu verhindern versuchen werde - auf Englisch gibt es da einen tollen Begriff für, nämlich "victim blaming", die Schuldzuweisung an das Opfer.

Die Eltern hätten  ja nicht geschlagen, wenn nicht das Kind so furchtbar gewesen wäre, dass sie keine andere Wahl mehr hatten. Damit gibt man nicht der Partei, die zum verantwortungsvollen und reflektierten Handeln fähig ist, die Verantwortung für was passiert ist, sondern dem Kind.

Eine sehr rutschige Argumentationskette, denn jeder Mensch ist anders, wie du ja schon sagtest, freespirit, und jeder hat andere Grenzen. Bei einigen reicht es schon, wenn die Musik zu laut ist und sie drehen durch. Bei anderen muss das Kind erst schon was grenzfällig Kriminelles anstellen, um die Kontrolle auszuschalten.

Ich halte dich nicht für einen Brutalo oder Gewaltverherrlicher. Aber du relativierst Gewalt ("nur" ein Klaps) und rechtfertigst sie und damit stößt man in einem Forum, in dem Meinungsfreiheit herrscht, eben nicht überall auf Applaus.

Niemand ist ein Heiliger, niemand ist eine Maschine.  Ich verurteile niemandem, dem im Auge von Gefahr oder einer Extremsituation die Hand ausrutscht, der sich danach zu Recht schämt und sich ernsthaft bemüht, ein solches Verhalten zu vermeiden. Ich selbst kann nicht garantieren, dass mir so etwas niemals passieren wird (auch wenn ich hoffe, das nicht). Was ich verurteile, sind Leute, für die dieses Handeln völlig in Ordnung ist und es mit dem Versagen des Kindes begründen und nicht mit dem Verlust der eigenen Kontrolle und somit auch nicht einsehen, etwas am eigenen Verhalten zu ändern.

diesen beitrag unterschreibe ich voll und ganz. das fehlverhalten wird dem opfer zugeschrieben, weil dessen recht auf unantastbarkeit nicht anerkannt wird. sei es das kind, das "wohl dringend eine tracht prügel braucht, sonst würde es sich nicht so benehmen" oder die frau, die sich "nicht wundern muss, dass sie vergewaltigt wird, wenn sie so kurze röcke trägt". :angry:

freespirit versucht plötzlich, einige aussagen zu relativieren, während es an anderen stellen im detail immer schlimmer wird. da ist es für beide eltern erwähnenswert, dass ein mädchen einem jungen gewalt zufügt. der junge bekommt von seiner beschämten mutter auch noch dafür gewalt angetan, weil es ein mädchen war, das ihn geschlagen hat, während der vater der anderen mutter empfiehlt, sich dafür zu schämen, dass ihr sohn sich von einem mädchen gewalt antun lässt. im anderen fall hätte der junge gewiss auch noch eine strafe dafür bekommen, dass er ein mädchen schlägt. mich wundern freespirits äußerungen nicht mehr, und sie, falls es sich wirklich um eine sie handelt, scheint dieses "ausnahmeverhalten" absolut akzeptabel zu finden.

meine mutter hat nicht mit ohrfeigen gespart, als mein bruder und ich aufgewachsen sind. die "gründe" waren meistens gering genug. mein mann dagegen hat niemals erlebt, dass seine eltern gegen ihn oder seine geschwister die hand erhoben hätten, obwohl sie oftmals keine engel waren. ich hoffe sehr, dass auch mir das gelingen wird.

meine kinder sich oft schwierig, im besten trotzalter, und mein sohn macht meiner tochter sehr viel nach. das ist absolut normal, die beiden sind keine ausnahme, ich glaube, das gehört zur entwicklung dazu. wenn sie sich auf den boden wirft, um sich strampelt, tritt und schreit, um ihren willen zu bekommen, versucht er das bei nächster gelegenheit auch. dann kocht es recht oft in mir, und ich muss nicht selten all meinen willen aufbringen, um nicht auszuflippen, gerade jetzt, wo ich wieder ein baby bekomme und es mir oft nicht gut geht.

ich liebe sie, ich liebe sie, ich liebe sie, es ist bald vorbei, halt durch. das ist mein mantra, das ich recht oft vor mich hinmurmle, wenn meine kinder wieder ihre fünf minuten bekommen. meistens hilft es. :lol:

Auf den Boden liegen, das "Rumpelstilzchen" machen, rumbrüllen... das hab ich inzwischen (fast) gelernt, zu ignorieren. Aber in Situationen, wo's für die Geschwister gefährlich wird, verliere ich dann manchmal die Nerven.

Um sich treten, schubsen (den kleinen Bruder - wirklich noch klein) vom Sessel schubsen aus Frust, etc. ....
aus lauter Hilflosigkeit und Angst rutscht einem dann die Hand aus. Sch***.

So, und dann erklär mal deinem Kind, wieso ER andre nicht schlagen darf, aber DU schon. -_-
Ich war echt ne bessere Mutter, als ich noch keine Kinder hatte B)

Aber man lernt ja dazu. Ich habe übrigens den Eindruck, dass für meinen Großen das "aufs Zimmer schicken" schlimmer ist, als die ausgerutschte Hand. Sagt jetzt nicht, dann hau ihn doch einfach nicht. Ich mache das nicht als Erziehungsmittel (das wäre absurd), sondern im Affekt. Und bitte, ich spreche hier nicht von Ohrfeigen, sondern von einem Klaps, der aber zugegebenermaßen genauso demütigend ist.

Gestern im Supermarkt habe ich eine offensichtlich dauergenervte Mutter gesehen, die ihren Max (2 Jahre?) nur angezischt hat. Dabei hat der garnix Schlimmes gemacht. Vielleicht mal ne Chipstüte angefasst. Der bin ich dann ein bisschen durch die Gänge gefolgt, weil ich echt Angst hatte, der Kleine kriegt jetzt eine gewischt. Der tat mir so leid. Am liebsten hätte ich ihr gesagt, sie soll sich mal nen Babysitter nehmen, damit sie wieder etwas entspannter wird. Aber das kann man ja schlecht bringen, bei fremden Leuten. <_<


Ach Ribbit, das Leben ist eins der schwersten.

Je älter ich werde, um so mehr nimmt es mich mit, wenn Kinder ungerecht behandelt werden.
Früher war ich selber auch ab und an am Ende. Kann nur hoffen, dass sie sich nicht mehr dran erinnern, wenn ich genervt von der Schichtarbeit nur noch meine Ruhe haben wollte.


Zitat (seidenloeckchen @ 17.04.2013 16:48:35)
gewiss kennt jeder von uns männer, die beim bund gedient haben, und trotzdem keinen schlag im haushalt rühren und alles stehen und liegen lassen. aber man war ja beim bund und wurde dort zum mann. zum selbständigen mann jedoch gewiss nicht. man lernt, die zahnbürste in die richtige richtung zu drehen, wenn man ansonsten ausgangssperre bekommt. mehr ist das recht oft nicht. aus einem waschlappen wird kein mann, nur weil man lernt, die schuhe richtig zu putzen und eine waffe zu tragen. für frauen gilt das ebenso.

Ich finde es hochinteressant zu erfahren, dass man beim Bund nicht zum "selbständigen Mann" wird, da man ja nur das Drehen von Zahnbürsten lernt... :wacko:
Das ist wirklich eine herrliche Pauschalverurteilung.

Und nein, ich kenne keine Männer, die beim Bund gedient haben und keinen Schlag im Haushalt tun. Aber das ist ebenso wenig empirisch oder von allgemeiner Relevanz wie deine Unterstellung, seidenlöckchen.
Man kann mit und ohne Bund Mann oder Nicht-Mann sein bzw. werden, ich darf dir aber versichern, dass man dort noch einiges mehr lernt als Zahnbürste drehen, Schuhe putzen und eine Waffe "tragen".

Küchenhexe, mache Dir Nichts aus diesen Kommentaren. Schließlich hast Du es ja mit Einer zu tun die auf allen Gebieten die Oberexpertin ist - und wehe man teilt nicht ihre Meinungen.

Ich sage dazu nur das ich gewiß nicht mit den Jungs und Mädels tauschen möchte die beim Bund sind, und gar nach Afganistan geschickt werden. Dort werden sie bestimmt ganz andere Sorgen haben als das korrekte Drehen der Zahnbürste, denn nicht umsonst kommen recht viele als total traumatisierte Menschen zurück. Auch darum beneide ich sie nicht.

Dir noch einen schönen Tag.



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