Nebenkosten


Hallo ihr Lieben,

ich ziehe in eine neue Wohnung mit ca. 61qm (München).
Wie ich das verstanden habe, lassen sich die Nebenkosten in 3 Kostengruppen einteilen (ausgenommen Internet/Telefon).
1. Heizkosten (Warmwasser/Heizung)
2. Strom
3. Sonstige Nebenkosten (dazu auch Kaltwasser, Abwasser, Hausmeister...)

Nun sollen wir monatlich wie folgt vorschießen:
1. 92€
2. 64€
3. 90€

Wir sind ein 3-Personen-Haushalt, duschen alle täglich und haben über dies eine Waschmaschine und einen Geschirrspuler in der Wohnung. Was mir Sorgen macht ist. dass wir alleine durch Vorrauszahlungen bereits fast 250€ berappen müssen. Oft hört man dann auch noch von saftigen Nachzahlungen von mehreren hundert Euro. Kann es wirklich sein, dass wir insgesamt auf Nebenkosten von 300€, oder gar mehr kommen werden? Wohnung befindet sich im 5ten Stock (darüber kommt nur noch das Dachgeschoss.

Hoffe ihr könnt mich ein bisschen aufklären, oder eigene Erfahrungswerte mitteilen ;)


Tipp der Redaktion: Viele Nebenkostenabrechnungen sind falsch. Lasse deine Nebenkostenabrechnung kostengünstig online von einem Anwalt prüfen.

Da werden wir dir wohl kaum so richtig verlässliches sagen können. .. die heizkosten hängen von der Bausubstanz und vom Heizverhalten ab. Die wasserpreise sind von Region zu Region völlig andere usw.

vielleicht lässt du dir mal die Jahresabrechnungen der vergangenen Jahre zeigen und vergleichst mit euren alten Abrechnungen. Aus den Abrechnungen kannst du auch sehen, ob Sanierungen und Reparaturen angefallen und umgelegt wurden. Daraus lassen sich auch viele Rückschlüsse ziehen.

Aber ich finde fast 250 EU ganz schön viel für so eine verhältnismäßig normalgroße Wohnung, selbst wenn man nen Großstadtaufschlag drauflegt.

Strom musst du ja nicht über den Vermieter beziehen, lässt sich was sparen.
wir hatten auch so viel in unserer alten Wohnung, weil mein Mann durch seine PCs so viel Strom verballerte.


Ach noch was: lass deine NK-Abrechnungen vom Mieterverein prüfen. Vermieter legen teilweise abenteuerlich kreativ Kosten auf Mieter um.


Danke für die schnelle Antwort.
Ich dachte immer Strom wäre noch das Günstigste? Vor allem die Heizkosten sind sollen so drastisch sein. Der Vormieter war zu weit in der Wohnung und hatte bereits 115€ Heizkosten (aber nur 38€ Stromkosten). Wir sind jetzt zu dritt :o
Daher schein mit dir Vorrauszahlung für Strom gerechtfertigt. Die Heizkosten machen mir wirklich Angst, zumal wir schon ein hohes Duschvolumen haben.


Zitat (Cambria @ 31.03.2014 18:13:36)
Ach noch was: lass deine NK-Abrechnungen vom Mieterverein prüfen. Vermieter legen teilweise abenteuerlich kreativ Kosten auf Mieter um.

Danke für den Tipp!
Allerdings sind das ja nur die 90€. Ist das deiner Meinung nach zu hoch angesetzt für NK (abzüglich Strom, Heiung & Warmwasser)?

Wenn mit elektrischer Energie beheizt wird, kann der angesetze Preis hinkommen. Vielleicht erzähltst du uns zur Heizanlage noch etwas Näheres, so wäre eine realistischere Beurteilung möglich.


Und es ist sicherlich auch einiges an Einsparpotential vorhanden. So kann man z.B. das Wasser abdrehen, wenn man sich einseift. Usw..

Gruß

Highlander


Selbst wenn die Wohnung mit Strom (Nachtspeicher) geheizt werden sollte, hat der Vermieter mit der Entrichtung der Stromkosten nichts zu tun. Strom wird vom örtlichen Energieversorger (ggfs. ein selbstgewählter wie Gelbstrom), berechnet und wird auch direkt nach dort bezahlt. Ich denke mal, daß das in München nicht anders ist wie in anderen Städten oder Gegenden auch!
Also sind die 64 € für Stromvorauszahlung für mein Dafürhalten schon mal nicht in den monatlich zu entrichtenden Nebenkostenvorauszahlungen aufzuführen.
Lediglich Kosten für den Allgemeinstrom, wie Treppenhaus- und Kellerbeleuchtung kann der Vermieter in Rechnung stellen, tut dies aber bereits unter dem Posten "sonstige Nebenkosten"!

Ansonsten empfehle ich Dir ebenso wie von Cambria angesprochen, daß Du Dir zum einen frühere Abrechnungen zeigen läßt, zum anderen laß in jedem Fall die Abrechnungen vom Fachmann - egal ob Rechtsanwalt oder Mieterverein (Mitgliedschaft ist oft zwingend Voraussetzung, damit man dort beraten wird) - überprüfen.

Laßt Euch nicht "übers Ohr hauen"!! Auch im miettechnisch oftmals überteuerten München darf am Ende der Abrechnung auch nur sprichwörtlich "mit Wasser gekocht" werden!


Stimmt, Stromkosten sind nicht in den Nebenkosten enthalten. Aber auch ohne die sind wir bereits bei 183€ Vorrauszahlung. Das sind 3€ pro qm.
Wir besitzen dabei eine Ölheizung und das Haus wird extern versorgt. Das heisst, die 93€ (Heizkosten) gehen DIREKT an -in diesem Fall- die OMV.
Der Vermieter bekommt 90€ zusätzlich zu der Kaltmiete. Dort ist dann scheinbar Wasser, Abwasser, und die Kosten fürs Haus (Treppenhauslicht, Hausmeister, Garten, usw...).

Das heisst im worst-case sind wir bei 3€ pro qm. Wenn wir nun aber sagen wir 150€ Heizkosten haben sind wir schon bei 4€/qm. Und das kommt mir schon verdammt hoch vor :/


Vielleicht sollte ich auch nach einer neuen Waschmaschine gucken. Lohnt sich sowas, meine jetzige besitzt die Effizienzklasse A? Habe hier nen Waschmaschinen-Test gefunden, mit einigen A+++ Modellen. Allerdings kostet das günstigste Geräte um die 500. Habe auch sonst keine günstigeren A+++-Maschinen gefunden. A+ kriegt man bereits ab 180€. Über welche Zeit rechnet sich das, oder ist das kein gerechtfertigter Aufpreis?
Wie sieht das bei Geschirrspülern aus?


Zitat (Matisisis @ 31.03.2014 19:47:09)
OMV
Ist das diese Firma:
OMV Deutschland GmbH?
Hast du mit der Firma einen Vertrag abgeschlossen? Andernfalls erscheint es mir sehr obskur, wenn du an eine Firma zahlen sollst, mit der du in keinem Vertragsverhältnis stehst.
Die müßten dir auch detailierte Auskunft erteilen können, wie der zur Diskussion stehende Betrag zustande kommt.

Ich kann mir auch nicht vorstellen, daß Matisisis die Heizkosten selbst und direkt an die OMV bezahlen muß. Wenn überhaupt, dann hat meiner Meinung nach der Vermieter einen Vertrag mit der Firma und zahlt denen ebenfalls monatlich einen Abschlag auf die Heizkosten aus allen vermieteten Wohnungen und einmal im Jahr nach End-Abrechnung den Restbetrag. Wenn der Vermieter dann die Endabrechnung erhält, so errechnet er hieraus sodann für die einzelnen Wohnungen den Verbrauch und stellt den Mietern sodann per Jahresabrechnung den Nachzahlungsbetrag in Rechnung oder er überweist den Guthabenbetrag zurück bzw. verechnet diesen mit der nächsten Vorauszahlung des Mieters.

Um die Endabrechnungen für die Mieter einmal jährlich erstellen zu können, werden ja auch diese Verbrauchsanzeiger an den Heizkörpern einmal jährlich abgelesen. Diese Ablesung ist die Grundlage für die Errechnung der Nachzahlung bzw. des Guthabens.


Noch was:

Bekanntermaßen sind eben diese Jahresabrechnungen sehr sehr häufig fehlerhaft, so daß es in jedem Fall angebracht ist, diese Abrechnungen vom Fachmann - Anwalt für Mietrecht oder Mieterbund - vor der Bezahlung grundsätzlich überprüfen zu lassen.

Bearbeitet von Murmeltier am 31.03.2014 21:31:43


Zu den Wasserkosten: da sollte man sich die letzte Rechnung zeigen lassen, so dass man den Preis pro Kubikmeter weiß, und dann selbst monatlich die Wasserzähler ablesen. So kann man selbst ausrechnen, ob die Vorauszahlung reicht. Natürlich muss man bedenken, dass der Preis wahrscheinlich jährlich steigt...


Hallo ihr Lieben,

vielen Dank für die vielen Anregungen. Ich werde morgen nochmal beim Vermieter nachhaken. Aber ich glaube das ist so gehandhabt, dass die OMV Kreuzmeyer (http://www.kreuzmayr-bayern.de/) die Wohnungen der gesamten Wohnanlage versorgt, also in einem Vertrag mit dem Vermieter/Hausverwaltung steht. Ich zahle definitiv direkt an die OMV. Kann mir allerdings auch keinen anderen Anbieter aussuchen...
Ich glaube auch, dass es technisch gar nicht möglich ist auf Gas-, oder Stromheizung umzusteigen. Wisst ihr mehr darüber? Welche Sparmöglichkeiten neben Waschmaschine und Geschirrspüler habe ich noch (denke, dass sind schon die zwei größten Energieverbraucher, oder?

Achja ... Wisst ihr wie hoch ich ungefähr mit den reinen Heizungskosten (für die Heizungen, kein Warmwasser im Bad)? Sind die generell höher wie die Warmwasserkosten, oder niedriger?


Also, mal ganz ehrlich, Matisisis, mit der Heizkostenzahlerei bzw. dem Anbietervertrag, da stimmt meiner Meinung nach irgendwas nicht. Es kann nicht sein, daß Du an die OMV direkt zahlst und der Vermieter kassiert nochmal Heizkosten extra von Dir!!!

Zahlst Du direkt an den Anbieter, so hast auch Du - und nur Du - den Vertrag mit denen, den Du übrigens auch kündigen könntest, wenn Du möchtest. Zahlst Du per Vorauszahlungen an Deinen Vermieter, so zahlst Du nur - und ausschließlich - an den Vermieter und an sonst niemanden! Der Vermieter übersendet Dir dann auch einmal jährlich eine Endabrechnung der Heizkosten, ansonsten müßtest Du diese Endabrechnung von der OMV bekommen!
Ich glaube nicht, daß es mietrechtlich korrekt ist, daß Du die Heizkostenvorauszahlung an die OMV direkt zahlst und der Vermieter verlangt nochmals eine monatliche Vorauszahlung und macht dann auch die Endabrechnung!

Ne ne, ich glaub fast, da ist irgendwas ziemlich faul!!

Noch was, natürlich kannst Du nicht eigenmächtig auf Gas- oder Stromheizung umstellen, wenn die Wohnanalge mit Öl oder Fernwärme beheizt wird. Es geht bei einem Wechsel lediglich um den Stromanbieter, den Du ggfs. ändern könntest!

Bearbeitet von Murmeltier am 01.04.2014 17:15:11


Aber ich zahle doch nur einmal die Heizkosten.
Also, nochmal: Wir haben drei Vorrauszahlungen:
1. Heizkosten (an die OMV): 92€, für Heizung und Warmwasser
2. Nebenkosten (an den Vermieter): 90€, für Kaltwasser, Abwasser, Hausmeister, Treppenhausbeleuchtung, usw...
3. Strom (direkt an die Stadtwerke): 64€

Somit ca. 250€ allein an Vorrauszahlungen für eine 61qm Wohnung. Selbst wenn man als Nebenkosten nur o.g. 1+2 berechnen, liegen wir schon bei 180€ (3€ pro qm). Das sind allerdings NUR Vorrauszahlungen. Normalerweise kann man dann ja noch davon ausgehen, dass man Nachzahlungen erhält.


Nun, das ist was anderes. So war das aus Deinem Eingangsposting nicht ersichtlich.

Ich würde mir an Deiner Stelle vom Vormieter mal eine der früheren Nebenkostenabrechnungen zeigen lassen, um zu erkennen, wer denn nun für welche Abrechnungen bzw. Vorauszahlungen zuständig ist. Mach Dir Kopien von diesen Abrechnungen und laß sie von einem unabhängigen Fachmann überprüfen. Das ist die einzige Methode, die Dir wirkliche Sicherheit bringen wird!

Deiner Aufstellung zufolge bekommst Du also jährlich drei Endabrechnungen, eine von der OMV für die Heiz- und Warmwasserkosten, eine vom Vermieter für die eigentlichen Hausnebenkosten und eine vom Stromanbieter für den Mehr- oder Minderverbrauch des jeweils vergangenen Jahres.

Die Vorauszahlungspauschalen können je nach Jahresverbrauch jedes Jahr unterschiedlich sein. Eine Neufestsetzung der Monatspauschale erfolgt regelmäßig nach Ausstellung der jährlichen Endabrechnung - entweder nach oben, wenn der Verbrauch hoch ist oder nach unten, wenn der Verbrauch geringer war als am Jahresbeginn angenommen wurde.
Wobei der Vermieter aber wahrscheinlich nicht von seinem vorher vereinbarten Vorauszahlungsbetrag für die Hausnebenkosten heruntergehen wird.

Bearbeitet von Murmeltier am 01.04.2014 17:26:15


Korrekt Murmeltier. In Ordnung, dann werde ich den Vermieter mal nach einer NK-Abrechnung fragen. Ich denke, dass die Hausnebenkosten (die ich an den Vermieter zahle) am wenigsten variieren werden. Hausmeister, Treppenhauslicht usw.. schwanken ja nicht viel. Auch Kaltwasser/Abwasser sind überschaubar, da die Kosten in keinem Vergleich zu den Warmwasserkosten stehen.


Zitat (Matisisis @ 01.04.2014 16:53:27)
Achja ... Wisst ihr wie hoch ich ungefähr mit den reinen Heizungskosten (für die Heizungen, kein Warmwasser im Bad)? Sind die generell höher wie die Warmwasserkosten, oder niedriger?
Bei einen durchschnittlichen Haushalt sind die Kosten der Warmwassererzeugung (kaltes Wasser -> warmes Wasser, also alles außer dem Einkauf des kalten Wassers) ca. 20% der Gesamtkosten für Heizen und Wassererwärmung, wenn von der gleichen Anlage erzeugt.
Falls du unterschiedliche Systeme für Heizung und Warmwasser einsetzt (z.B. Heizen mit einer Ölfeuerung, warmes Wasser vom Elektroboiler), wird die Abschätzung der Kosten etwas komplizierter.