Katholisches Totenrequiem: Wie benimmt man sich richtig?


Guten Morgen!

Vor ca.30 Minuten bekamen wir den Anruf einer guten Freundin, dass ein naher Angehöriger verstorben ist und es schön wäre, wenn wir zur Beerdigung incl. Kirche kommen könnten.

Die Beerdigung ist heute Nachmittag und wegen der Anfahrt müssen wir in knapp 3 Stunden los.

Wie benimmt man sich in der Kirche als Nicht-Katholik?

Das www war nicht sehr hilfreich!

Macht man auch als Nicht-Katholik das Kreuz?

Kniet man auch hin, wenn es die anderen Leute machen?
Bleibt man sitzen oder steht man da auf?


Diese Variationen habe ich im www gefunden und das bringt uns nicht weiter.

Bitte liebe Katholiken helft uns!

Danke schon mal :blumen:

Ich weiß es ist kurz vor knapp, aber wir wissen es wirklich erst so kurzfristig.


Hilfreichste Antwort

Liebe Tante Ju,

ein Requiem ist eine Eucharistiefeier für einen Verstorbenen. Wenn Du nicht zur Kommunion gehen willst, musst Du das auch nicht tun. Oft isses aber so, dass sich die übrigen Anwesenden, die das tun wollen, bankweise anstellen, um die Kommunion zu empfangen.

Also, im Prinzip kannst Du nicht allzuviel verkehrt machen, wenn Du immer mit einem halben Auge auf Deinen Nachbarn schielst. Steht der auf, stehst Du auch auf. Kniet der sich hin, kniest Du ebenfalls. Es wird Dir aber keiner verübeln, wenn Du stattdessen sitzen bleibst. Werden Lieder gesungen, kannst Du mal schauen, ob Du mithalten kannst, ansonsten hörst Du andächtig zu. Werden Gebete gesprochen: Hm, ein "Vater unser" bekommst Du sicherlich auch noch hin, das gibt's nicht nur bei den Katholen, sondern auch bei den Evangelen. Ansonsten: Klappe halten und andächtig lauschen. Willst Du Dich nicht bekreuzigen: Dann lasse es sein, nimmt Dir keiner übel.

Wenn ich mich recht erinnere, hatten wir hier vor geraumer Zeit mal einen Thread, wo eine junge Mutti fragte, wo sie sich in einem sehr ähnlichen Fall in der Einsegnungshalle hinsetzen kann, darf, soll. Die nächsten Angehörigen sitzen immer in der ersten Reihe. Je nach dem, wie gut oder eng man den Verstorbenen kannte: Je entfernter das Verhältnis, desto weiter hinten sucht man sich einen Platz in der Kirchenbank. Ausnahme: Deine Freundin zieht Dich galant mit in die vorderen Reihen, dann folgst Du ihr. Das Gleiche gilt für die Abschiednahme am offenen Grab. Je enger das Verhältnis zum Verstorbenen, desto weiter vorne steht man in der Schlange an. Da Du ziemlich zuletzt die Schippe mit der Erde in die Hand bekommst, kannst Du schön beobachten, wie die anderen das machen. Sei einfach wachsam, Du musst nur nachmachen, was die anderen tun. Dann fällst Du auch nicht unangenehm auf.

Schau mal, ob Du diesen alten Thread ausgegraben bekommst. Ich fahnde auch nochmals danach.

Grüßle,

Egeria

P.S.: Üblicherweise liegt auch noch in der Vorhalle ein Kondolenzbuch aus. Es gehört zum guten Ton, sich einzutragen. Doch es kann Dich keiner dazu zwingen, wenn Du das nicht willst.

Tante Edit sagt: Hab ihn gefunden: https://forum.frag-mutti.de/index.php?showtopic=36164
Falls ich den Link nicht richtig gesetzt habe, der Thread heißt: Beerdigung: Beerdigung Gepflogenheiten.

Bearbeitet von Egeria am 17.07.2014 09:14:53


Also ich persönlich würde mich zwar hinknien und aufstehen (ich käme mir unbehaglich vor, dies nicht zu tun), das Kreuz jedoch mache ich nicht, da dies katholisch ist und ich es eben nicht bin.


Ich würde auch wenn ich kein Katholik bin einfach mitmachen also wenn sich die anderen hinknien dann kniet man sich auch hin usw das sagt der Anstand ...

Wenn man dann stehen bleibt könnten es Leute falsch verstehen und denken man will nicht für die Person beten oder sonstiges ich war auch mal in einer katholischen Kirche und habe meiner Tante einfach alles nachgemacht


Liebe Tante Ju,

ein Requiem ist eine Eucharistiefeier für einen Verstorbenen. Wenn Du nicht zur Kommunion gehen willst, musst Du das auch nicht tun. Oft isses aber so, dass sich die übrigen Anwesenden, die das tun wollen, bankweise anstellen, um die Kommunion zu empfangen.

Also, im Prinzip kannst Du nicht allzuviel verkehrt machen, wenn Du immer mit einem halben Auge auf Deinen Nachbarn schielst. Steht der auf, stehst Du auch auf. Kniet der sich hin, kniest Du ebenfalls. Es wird Dir aber keiner verübeln, wenn Du stattdessen sitzen bleibst. Werden Lieder gesungen, kannst Du mal schauen, ob Du mithalten kannst, ansonsten hörst Du andächtig zu. Werden Gebete gesprochen: Hm, ein "Vater unser" bekommst Du sicherlich auch noch hin, das gibt's nicht nur bei den Katholen, sondern auch bei den Evangelen. Ansonsten: Klappe halten und andächtig lauschen. Willst Du Dich nicht bekreuzigen: Dann lasse es sein, nimmt Dir keiner übel.

Wenn ich mich recht erinnere, hatten wir hier vor geraumer Zeit mal einen Thread, wo eine junge Mutti fragte, wo sie sich in einem sehr ähnlichen Fall in der Einsegnungshalle hinsetzen kann, darf, soll. Die nächsten Angehörigen sitzen immer in der ersten Reihe. Je nach dem, wie gut oder eng man den Verstorbenen kannte: Je entfernter das Verhältnis, desto weiter hinten sucht man sich einen Platz in der Kirchenbank. Ausnahme: Deine Freundin zieht Dich galant mit in die vorderen Reihen, dann folgst Du ihr. Das Gleiche gilt für die Abschiednahme am offenen Grab. Je enger das Verhältnis zum Verstorbenen, desto weiter vorne steht man in der Schlange an. Da Du ziemlich zuletzt die Schippe mit der Erde in die Hand bekommst, kannst Du schön beobachten, wie die anderen das machen. Sei einfach wachsam, Du musst nur nachmachen, was die anderen tun. Dann fällst Du auch nicht unangenehm auf.

Schau mal, ob Du diesen alten Thread ausgegraben bekommst. Ich fahnde auch nochmals danach.

Grüßle,

Egeria

P.S.: Üblicherweise liegt auch noch in der Vorhalle ein Kondolenzbuch aus. Es gehört zum guten Ton, sich einzutragen. Doch es kann Dich keiner dazu zwingen, wenn Du das nicht willst.

Tante Edit sagt: Hab ihn gefunden: https://forum.frag-mutti.de/index.php?showtopic=36164
Falls ich den Link nicht richtig gesetzt habe, der Thread heißt: Beerdigung: Beerdigung Gepflogenheiten.

Bearbeitet von Egeria am 17.07.2014 09:14:53


@Egeria: Schippe mit der Erde?

Ich dachte Blümchen????

Kreuz also mitmachen, wenn ich das richtig verstanden habe?

Danke für den Link @Egeria :blumen:

Bearbeitet von tante ju am 17.07.2014 09:14:35


@Tante Ju: Jepp: Erde zu Erde, Staub zu Staub. Üblicherweise wirft man symbolisch eine bis drei Schippchen Erde, die bereit gehalten wird, auf den Sarg. Außerdem wirft man noch ein paar Blümchen darauf. Aber erst die Blümchen, dann die Erde. Schau einfach, wie die anderen es machen.

Wenn Dir das Kreuz widerstrebt, dann lasse es sein. Aber ich kann Dir erklären, wie es geht. Rechte Hand tippt an die Stirn, schwebt runter aufs Brustbein in Herzhöhe, schwebt weiter auf die linke Schulter und dann rüber auf die rechte Schulter.


Mach mit, was dir vom Gefühl her behagt. Wenn du dich dabei unwohl fühlst Rituale einer Religion mitzumachen, die nicht deine eigene ist, lass es.

Niemand, weder Anstand noch Angehörige, können dir vorschreiben, wie du deine persönliche Trauer und dein Mitgefühl auszudrücken hast. Wenn du sitzen bleibst, wenn alle zur Kommunion vordackeln, ist das ok.


als nichtkatholik auf gar keinen fall zur kommuinion und bekreuzigen wuerd ich auch lassen an eurer stelle. es ist schlechter angesehen etwas vorzuheucheln als es einfach nur respektvoll zu unterlassen.

ob blumen oder erde ist von gegend zu gegend verschieden, mancherorts gibts garnichts.

aufstehen und hinknien ja, ansonsten wird euch niemand einen strick draus drehen das ihr nicht wisst wie's ablaeuft, im zweifelsfalle ist weniger mehr...wie gesagt, lieber respektvoll nixtun als irgendwas versuchen nachzuahmen wovon man ansich keine ahnung hat.

gruss :blumen:
shewolf


Liebe Tante Ju,
ich wünsche dir starke Nerven für das heutige Begräbnis. :blumen:
Ich weiß nicht ob du den Verstorbenen kanntest, aber auch wenn nicht - Begräbnisse stimmen einen immer melancholisch.


Zitat (Cambria @ 17.07.2014 09:37:48)
... Wenn du sitzen bleibst, wenn alle zur Kommunion vordackeln, ist das ok.

Die Kommunion ist ein katholisches Sakrament, das es auch bei den Evangelen gibt. Bei den Katholen gibt es die Erstkommunion und die Firmung, bei den Evangelen wird das in der Konfirmation zusammen gefasst. Als Atheist oder Andersgläubiger würde ich dieses Sakrament nicht mitnehmen. Sitzenbleiben oder - wenn es bankweise nach vorne geht - mit aus der Bank raustraben, den anderen den Vortritt lassen und sich wieder hinsetzen.

Zitat (shewolf @ 17.07.2014 09:41:48)
es ist schlechter angesehen etwas vorzuheucheln als es einfach nur respektvoll zu unterlassen.

Danke :blumen:

Daran werden wir uns jetzt halten und das war auch unser Probem.

Guten Morgen tante ju,

schließe mich völlig Egeria an.

Auch ich bin vor ca. 25 Jahren aus der Kirche ausgetreten (evangelisch).
Das bedeutet nicht für mich, daß ich nicht ab und zu das Bedürfnis habe eine Kirche zu 'besuchen'.
Leider sind viele verschlossen, wenn nicht gerade ein Gottesdienst o.ä. ansteht.
Das ärgert mich, da ich Kircheninnenräume und diese besondere Stimmung darin sehr innig und außergewöhnlich empfinde.

So, zu Deinem Anliegen, ich denke, Du/Ihr seid bereits auf dem Weg zu der Beerdigung.

Ich würde ebenso sehen, wie es die Anderen machen.

Trotzdem würde ich mich niemals hinknieen oder bekreuzigen.
Ich war nicht katholisch und selbst als noch in der Kirche als evangelisches Schäfchen war habe ich das nicht getan, da es nicht evangelisch ist.
Leider mußte ich das in meiner Kindheit tun, da meine Stiefmutter und ihre beiden Kinder aus erster Ehe katholisch waren. Ich habe es damals ca. 1970 schon als 'nicht richtig' empfunden, schließlich ist sie nie auf meinen damals noch kindlichen evang. Glauben eingegangen.
Aber das ist eine andere, lange und schmerzhafte Geschichte.
Ich habe auch - selbst als ich noch in der Kirche war - niemals laut mitgesungen oder gebetet.
Ich habe das immer für mich nach innen hinein getan.
Auch ich hatte natürlich in den letzten Jahren Situationen, die einen Gang zur Kirche erwartet hatten und bin mir dabei treu geblieben, aber immer mit dem Respekt vor dem 'Anlaß' und der/den entsprechenden Mensch/Menschen.

Meine Ausführung ist Dir nun sicherlich keine große Hilfe mehr, aber ich wollte trotzdem noch etwas zu diesem u.U. komplizierten Thema schreiben.

Liebe Grüße :blumen:
taline.


Zitat (tante ju @ 17.07.2014 08:05:33)
Guten Morgen!

Vor ca.30 Minuten bekamen wir den Anruf einer guten Freundin, dass ein naher Angehöriger verstorben ist und es schön wäre, wenn wir zur Beerdigung incl. Kirche kommen könnten.

Die Beerdigung ist heute Nachmittag und wegen der Anfahrt müssen wir in knapp 3 Stunden los.

Wie benimmt man sich in der Kirche als Nicht-Katholik?

Das www war nicht sehr hilfreich!

Macht man auch als Nicht-Katholik das Kreuz?

Kniet man auch hin, wenn es die anderen Leute machen?
Bleibt man sitzen oder steht man da auf?


Diese Variationen habe ich im www gefunden und das bringt uns nicht weiter.

Bitte liebe Katholiken helft uns!

Danke schon mal :blumen:

Ich weiß es ist kurz vor knapp, aber wir wissen es wirklich erst so kurzfristig.

wenn mein mann, der keiner weltreligion zugehörig ist, alle paar jahre einmal an einem katholischen gottesdienst teilgenommen hat, gab es für ihn zwei regeln: klappe halten und ruhig auf der bank sitzen, bis alle anderen aufstehen, dann steht er auch auf.

alles andere macht er nicht mit. weder bekreuzigen, singen, niederknien noch zur kommunion gehen. er findet es nicht schlimm, dass man so sehen kann, dass er kein christ ist, erst recht kein katholik. er ist dabei, wenn es um angelegenheiten von freunden oder familie geht, und nicht, um einen gott nach den vorstellungen seines bodenpersonals zu lobpreisen.

Zitat (shewolf @ 17.07.2014 09:41:48)
als nichtkatholik auf gar keinen fall zur kommuinion und bekreuzigen wuerd ich auch lassen an eurer stelle. es ist schlechter angesehen etwas vorzuheucheln als es einfach nur respektvoll zu unterlassen.

ob blumen oder erde ist von gegend zu gegend verschieden, mancherorts gibts garnichts.

aufstehen und hinknien ja, ansonsten wird euch niemand einen strick draus drehen das ihr nicht wisst wie's ablaeuft, im zweifelsfalle ist weniger mehr...wie gesagt, lieber respektvoll nixtun als irgendwas versuchen nachzuahmen wovon man ansich keine ahnung hat.

gruss :blumen:
shewolf

Schließe mich Dir an.

Zitat
Die Kommunion ist ein katholisches Sakrament, das es auch bei den Evangelen gibt.


Ersteres stimmt, zweiteres nicht. Die Evangelen kennen keine Kommunion! Die haben dafür das Abendmahl.

Bearbeitet von viertelvorsieben am 17.07.2014 18:37:42

Hallo tante ju

wie ist es Dir heute ergangen ?
Habe öfters mal an Dich gedacht und die 'Situation' als solches auch.
Ist nicht einfach alles richtig zu machen, aber: hör auf Dein Herz, das wird Dir den Weg weisen.
Denn alles andere ist Heuchelei, die Du nicht nötig hast !

Liebe Grüße :blumen:
taline.


Erst mal nochmals vielen Dank für eure Antworten. :blumen:

Wir haben uns jetzt weder bekreuzigt noch hingekniet und waren dabei nicht die Einzigen.
Negativ aufgefallen sind wir auf jeden Fall nicht.

Die nächsten Verwandten des Verstorbenen rechneten es meinem Mann eher hoch an, dass er überhaupt in der Kirche erschienen ist, da sie seine Einstellung kennen.

Es war danach eigentlich ein sehr netter Nachmittag und der spontan an meinen Mann gerichtete Wunsch wird demnächst auch erfüllt. :hihi:


tante ju

siehst Du, Du hast Dir zu viel Gedanken, um im Prinzip Unwesentliches sprich Äußerlichkeiten gemacht.
Wichtig ist die Erinnerung und viele andere Dinge, die zählen und nicht 'kirchliche Vorschriften'.

Schön, daß Du Dich heute noch mal gemeldet hast !

Ich wünsche Euch einen guten, harmonischen Abend und die Reflektion zum heutigen Tag.
Denn - es klingt vieleicht banal - aber alltäglich ist so eine Zeremonie - gottseidank - nicht.
Aber es sollte in Erinnerung bleiben.

Liebe Grüße :blumen:
taline.

P.S. ich halte auch persönlich nichts von den 'Reden' in 'Beerdigungsgottesdiensten', die u.U.
Dinge beschönigen, die so nie gelebt wurden. Aber man 'soll' ja nicht Schlechtes über Verstorbene sagen. Doch es ist halt ...... jeder denkt und fühlt anders und die Erinnerung ist auch sehr persönlich und kann durch kirchliche Ansprachen nicht verändert werden. Und das ist auch gut so.

Bearbeitet von taline am 17.07.2014 20:42:29


Gerne doch weitergeholfen @Tante ju :wub:


Zitat (viertelvorsieben @ 17.07.2014 18:32:56)

Ersteres stimmt, zweiteres nicht. Die Evangelen kennen keine Kommunion! Die haben dafür das Abendmahl.

Verzeihe mir bitte meine Unkenntnis @Viertelvorsieben :o

Als ehemalige Katholikin habe ich vor Jahrzehnten bei meinen evangelischen Klassenkameraden mitbekommen, dass die Riten durchaus etwas unterschiedlich sind. Was bei den Katholen die Kommunion ist, ist bei den Evangelen das Abendmahl. Wollen wir uns auf den Oberbegriff Eucharistie einigen?

Grüßle,

Egeria

Wenn ich mich doch mal einklinken darf?
"Eucharistie" ist ein typisch katholischer Begriff.
In der katholischen Kirche wird verkündet dass sich bei der "Transsubstantiation" (beim Bimmeln) das Brot (Oblaten) in den Leib Christi verwandelt, der Wein in sein Blut. Der Wein ist dem geweihten Geistlichen vorbehalten; Reste dürfen nur in einem speziellen Ausguss landen. Die Oblaten werden in einem speziellen Gefäß verwahrt.

In den evangelischen Kirchen findet eine solche Wandlung nicht statt; Brot bleibt Brot, Wein - oder Traubensaft - bleibt was es ist.
Das nicht verwendete Brot könnte der Küster in dem Dorf wo ich aufgewachsen bin, durchaus den Hühnern geben... (in der niederländischen biblebelt)

Diese wesentlichen Unterschiede sind auch der Grund, warum "ökumenische" Gottesdienste nie am Sonntag stattfinden (dürfen): Da würde diese "Wandlung" nicht statfinden - und es wäre also keine katholische Messe.
Da können Päpste so fortschrittlich sein wie sie können: Das werden sie nie aufgeben können, denn das ist der Kern, die Essenz, der Messe. Ökumene sieht da so aus: Die anderen werden (wieder ) katholisch. Mag die Basisbewegung denken und machen was sie will. :(

Edit meint noch: Warum denn auch? Sind doch Halbgeschwister: Sie haben denselben VAter aber unterschiedliche Mütter. :)
Hauptsache, jeder respektiert den anderen; man muss die Meinung nicht unbedingt teilen oder übernehemen.

Bearbeitet von dahlie am 18.07.2014 09:29:10


Danke @Dahlie :wub:

Eine wahrhaft salomonische Meinung :blumen:


Das alles erinnert mich an meinen ersten evangelischen Gottesdienst.

Ich bin ursprünglich katholisch getauft, der Glaube war aber bei uns in der Familie nie ein großes Thema.
Mit ca. 20 Jahren bin ich dann ausgetreten, weil ich diesen fadenscheinigen Verein nicht mehr wollte.
Als ich dann meinen Mann und seine Familie kennen lernte, kam ich erstmalig mit dem evangelischen Glauben in Kontakt.
Und der ist mir in den letzten Jahren immer sympathischer geworden.
Meine Kinder sind beiden evangelisch getauft, ich fühle mich inzwischen der Lehre Luthers mit all den speziellen Themen (Frauenpriesterschaft, verheiratet Pfarre, schlichte Kirchen und Gottesdienste etc. ) sehr verbunden und zugehörig, auch wenn ich bis her noch nicht beigetreten bin.
So kam es, dass ich irgendwann mit meiner Tochter zum ersten evangelischen Gottesdienst gegangen bin. Mein Mann und Sohn waren krank, Tochter wollte aber unbedingt hin weil es ein spezieller Adventgottesdienst war.
Ich hab also immer heimlich zu den anderen gelugt, was die machen etc.
Hat super funktioniert. :pfeifen:

Nächstes Jahr feiern mein Mann und ich 10 Hochzeitstag. Den werden wir mit einer Art kirchlichen Trauung feiern, da wir damals "nur" standesamtlich geheiratet haben und im Zuge dessen möchte ich dann auch der evangelischen Kirche beitreten.
:blumen:

Tante Edit merkt gerade, dass mein Text länger geworden ist als geplant und ich etwas vom Thema abgeschweift bin. :blumen: :blumen:

Bearbeitet von Sammy am 18.07.2014 11:46:01


@ Sammy

passt zwar nicht zum eigentlichen Thema, aber trotzdem:

Meine Mutter hat ihrer zweiten Ehe erst nach ca. 30 Jahren kirchlich geheiratet.
Das war ziemlich merkwürdig - im wahresen Sinne, aber aber auch sehr beeindruckend.
Denn da war diese Ehe schon wirklich beton-fest.
Ich habe das als sehr emotional empfunden.
Es war ihr Wunsch gewesen und mein sogenannter 'Stiefvater' hat all dies aus reiner, jahrzehntelanger Liebe zu ihr getan.
Ich selbst bin aus der ersten Ehe 'entsprungen', die gerade mal ca. 6 Jahre gedauert hat und das war auch gut so, da meine Eltern nie zusammen gepaßt haben. So wie man das sagt.
Ich habe ein sehr, sehr inniges Verhältnis zu meinen beiden Vätern, die nicht unterschiedlicher und ähnlichen sein könnten....

Liebe Grüße :blumen:
taline.


ich bin schon ein älterer Jahrgang und da erlaube ich mir mich während der ganzen Messe zu sitzen, ich lehne mich dann nicht zu sehr nach hinten damit ich die Knieenden hinter mir nicht störe. Bis jetzt hat sich noch nie jemand daran gestört, vielleicht weil sie meinen Gehstock sehen.


Mich verblüfft, daß keiner auf die Bekleidung eingegangen ist.

Z. B. daß die Frauen ihre Arme und den Kopf bedeckt haben sollten.


Bekleidungsmäßig brauchten wir keine Beratung.

Die wäre eher bei einer der Töchter und anderen Teilnehmern am Totenrequiem angebracht gewesen.

Trägertop mit Minirock bei einer fast 50 Jähtigen (dazu noch ohne entsprechende Figur) und Männer mit halblangen Hosen fanden wir doch sehr deplaziert.

Für meinen Mann war sofort klar, was er anzuziehen hatte. Ich musste meinen Schrank "mit nichts anzuziehen" zwar nach etwas passendem durchsuchen und mit einem wadenlangen schwarzen Kleid mit halblangen Ärmeln und Strumpfhose wohl auch passend gekleidet.

Kopfbedeckung trug niemand.

Bearbeitet von tante ju am 20.07.2014 12:27:13


Hm, @Teddy, wer in okzidentalem Umfeld aufgewachsen ist, dem muss man nicht erklären, dass gedeckte Kleidung zu einem gedeckten Anlass angebracht ist.

Wir sind hier nicht im oriental geprägten Umfeld. Ein Schleier oder gar eine Burka sind hier nicht angesagt.

Dennoch muss ich @Tante Ju Recht geben: Minirock und kurze Hosen sind definitiv daneben. Das geht gar nicht. Man mag über Religion, Glauben und Leben des Glaubens unterschiedlicher Meinung sein. Das sei Jedem unbenommen. Doch der Respekt gegenüber einem Verstorbenen nötigt es mir einfach ab, ihn respektvoll zur letzten Ruhe zu geleiten. Da interessiert es nicht, wie ich selbst zum Glauben stehe.

Grüßle,

Egeria


Zitat (Egeria @ 20.07.2014 12:43:05)
Hm, @Teddy, wer in okzidentalem Umfeld aufgewachsen ist, dem muss man nicht erklären, dass gedeckte Kleidung zu einem gedeckten Anlass angebracht ist.

nur ganz kurz off topic: wenn ich mir da so manche (und das sind nicht wenige) Kirchenbesucher / Touris ansehe, die mit Spaghettishirts und Minirock meinen, Kirchen besichtigen zu wollen ... *kopfschüttel*

Zitat (Binefant @ 20.07.2014 12:50:52)
nur ganz kurz off topic: wenn ich mir da so manche (und das sind nicht wenige) Kirchenbesucher / Touris ansehe, die mit Spaghettishirts und Minirock meinen, Kirchen besichtigen zu wollen ...  *kopfschüttel*

Das stimmt leider!

Erinnert mich an eine ehemalige Lehrerin eines unserer Kinder (mit Dr. Titel!), die wir mal in einem Kurzurlaub zufällig getroffen haben und die uns ganz empört erzählte, dass man sie in Mailand nicht im Minirock in den dortigen Dom ließ.

Ich möchte damit jetzt nur verdeutlichen, dass es nicht mal unbedingt von der Bildung abhängig ist.

Während einer Türkei-Rundreise (ausnahmsweise mal Gruppenreise bei uns) wurden wir auch in eine "Touristenmoschee" geführt, wo man sich laut Reiseleitung nicht dem Islam entsprechend bekleiden brauchte. Da ich mir trotzdem meinen "Kartoffelsack" und Kopftuch überzog, wurde ich von einem Teil der Gruppenteilnehmer (GG hat es merkt und sich köstlich amüsiert) als "Islamistin" fotografiert. :D

Jetzt aber Ende :offtopic:

Liebe Binefant,

bei mir rennst Du damit offene Türen ein.

Jede Glaubensrichtung hat ihre eigenen Regeln. Die es zu respektieren gilt.

Ich erinnere mich sehr gut an eine Besichtigung einer Moschee in Syrien. Die Keramiken an den Wänden sprachen Bände. Erstes Jahrtausend. Keramiken in blau und türkis. Viele Jahre später kamen dann Farben wie rot hinzu.

Doch eine Verschleierung war Vorschrift, da gab es kein Pardon. Selbst die Tochter des Profs - damals etwa zehn Jahre alt - musste sich verschleiern. Konnte sie nicht verstehen. Doch es war Vorschrift. Die Stofffetzen, die frau sich um die Rübe schlingen musste, wurden sogar bereit gehalten. Und die Schuhe selbstverständlich ausgezogen.

Grüßle,

Egeria


Liebe Tante Ju,

ich komme nun etwas spät zu dieser Diskussion, habe sie aber eben erst entdeckt. :o

Zuerst : Mein Mitgefühl für Dich ,Deinen Mann und Deine Freundin. Und meine Hochachtung vor Deiner Tapferkeit, denn es war ja doch nicht so ohne für Euch, zu einer kath. Beerdigung zu gehen ohne "Hintergrundwissen". Habt`s prima gemeistert.

Beim Lesen der Kommentare ist mir so manches aufgefallen/durch den Kopf gegangen, welches zum Teil auch gleich wieder an anderer Stelle beantwortet wurde.
Aber eine Anmerkung noch. Als Nicht-Katholik DARF man gar nicht an einer Kommunion teilnehmen, auch wird es Katholiken von der kath. Kirche verboten an einem Abendmahl teil zunehmen.

Das heißt, wenn Lieschen Müller froher Heide ist und zu Besuch in einem Kath. GD mit zum Altar geht und sich die Hostie in den Schlund schieben läßt, muß sie hoffen, der Priester kennt sie nicht ( sonst gäbe es -keine Ahnung- exkommuniziert kann Lieschen ja nicht werden? ).
Wenn Lieschen nun Katholisch ist und in einem evang. GD zum Abendmahl geht , darf sie der Pastor sehr gern kennen, der Priester darf es jedoch wiederum nicht wissen, dann könnte wahrscheinlich die Ex drohen !

Und Du, liebe ( jetzt habe ich vergessen, wie Du heißt ) Jenne?, beklagst die vielen geschlossenen evang. Kirchen im Lande. Da gebe ich Dir völlig Recht ! Wir halten es schon seit ca 15 Jahren anders. Wir haben uns für eine offene Kirche stark gemacht, nur Nachts wird sie verschlossen. Sie ist von Mo. bis So. frei zugänglich und unbewacht und voll möbliert und immer schön geschmückt und ausgestattet. Jeder soll Zugang haben, auch mal ein Penner bei schlechtem Wetter oder die Gruppe Schulkinder am Nachmittag zum Chillen. Wird halt wieder Ordnung gemacht. Eine Kirch ist zum Leben da!

Und nun eine gut Nacht allen Katholischen-, Othodoxen-,Evangelischen-,Freikirchlichen-Christen, allen Muslimen, allen Juden, allen Budisten,Hinduisten ,allen Schamanen, allen Heiden,Vegetarien,Frutariern,Jetis,Ufos,Astronauten,Spätzlekochern,Kuchenbäckern,Katzen......... :pfeifen: :pfeifen:


Zitat (Birgit-Martha @ 21.07.2014 00:56:34)
Als Nicht-Katholik DARF man gar nicht an einer Kommunion teilnehmen

Was soll denn schon passieren. Ist eh nur kirchenrechtlich zu bewerten und diese Gesetzmäßigkeiten können für jemanden, der bei dem Verein gar kein Mitglied ist keine Wirkung entfalten.

Zitat (Teddy @ 20.07.2014 11:54:54)
Mich verblüfft, daß keiner auf die Bekleidung eingegangen ist.

Z. B. daß die Frauen ihre Arme und den Kopf bedeckt haben sollten.

Ich war noch nie auf einer Beerdigung, wo auch nur eine der Frauen so erschienen ist.

Auf den letzten beiden Begräbnissen hatte ich Bluejeans und Rollkragenpulli an, natürlich nicht in schwarz. Die Verstorbenen (Bruder, Mutter) legten auf Äußerlichkeiten keinen Wert, warum sollte ich also beim letzten Gang in Verkleidung erscheinen und ihnen nicht so natürlich wie zu Lebzeiten praktiziert begegnen?
Ich war übrigens nicht der Einzige, der so unverkleidet am Grab stand. ;)

Prima Kommentar @Birgit-Martha. Dem ist nicht viel hinzuzufügen. Du sprichst mir aus dem Herzen.

Nach meiner Erfahrung sind katholische Kirchen eigentlich immer tagsüber offen, evangelische Kirchen sind nur geöffnet, wenn gerade Gottesdienst stattfindet. Doch dann geht man eher nicht rein, um sich die Kirchenfenster anzusehen, weil man den Gottesdienst damit stört.

Grüßle,

Egeria


Wenn man sich eine ev. Kirche ansehen oder dort Orgel spielen will, geht man zum Mesner/Mesnerin (Küster) und holt sich dort den Schlüssel.
Hab ich schon öfters gemacht, allerdings wollte ich immer nur auf den Turm, um von dort oben gute Fotos zu machen. ;)


Unsere evangelische Kirche ist tagsüber geöffnet. :blumen:

Und mit Kopfbedeckung würde ich auf kein Begräbnis gehen. Ist wohl nicht mehr zeitgemäß - außer es handelt sich ev. um eine Beerdigung eines Bischofs oder so.

In die Moschee in Abu Dhabi durften wir auch nur mit bedeckten Armen und ich als Frau mit Kopftuch. Aber dafür barfuß.


Hier sind inzwischen alle katholischen Kirchen abgeschlossen.- Außer zu Mess-Zeiten.- Das kann man den Randalierern etc. verdanken, die z.B. Kirchen verwüsten, Opferstöcke ausrauben, und alle Kerzen entzünden, und in der Kirche verteilen.
Gott hat sozusagen inzwischen Öffnungszeiten in der katholischen Kirche.- Bis auf die großen Kathedralen, in denen ohnehin Wachpersonal unterwegs ist.
Nun: die ganz große Kirche ist ständig geöffnet...die hat keine Türen und Fenster.


Zitat (IsiLangmut @ 21.07.2014 10:34:23)
Hier sind inzwischen alle katholischen Kirchen abgeschlossen.- Außer zu Mess-Zeiten.- Das kann man den Randalierern etc. verdanken, die z.B. Kirchen verwüsten, Opferstöcke ausrauben, und alle Kerzen entzünden, und in der Kirche verteilen.
Gott hat sozusagen inzwischen Öffnungszeiten in der katholischen Kirche.- Bis auf die großen Kathedralen, in denen ohnehin Wachpersonal unterwegs ist.

So ist es auch bei uns.

Zitat
Nun: die ganz große Kirche ist ständig geöffnet...die hat keine Türen und Fenster.


:daumenhoch: Schön gesagt.

Ich besichtige gerne Kirchen an Urlaubsorten. Immer öfters freue ich mich dann über offene Kirchen beider christlicher Konfessionen, die "bewacht" sind, Freundliche ehrenamtliche Gemeindemitglieder sitzen dann dort. erklären einem manchmal auch Sehenswürdigkeiten in der Kirche. So kam schon so manches nette Gespräch zustande.
So wurde mit kürzlich in einem Kirchlein an der Ostsee ein pummeliger barocker "Taufengel" erklärt, der zu den Taufen von der Decke runtergelassen wird - bezaubernd!



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