Verträgt ein Laptop Frost?

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Hallo Ihr Lieben, ich habe mal wieder eine Frage, die ich aber auch ins Putzforum stellen könnte, hab mich aber doch für die Technik wegen der empfindlichen Elektronik im Laptop entschieden.
Möglicherweise haben sich unliebsame Viecher im Laptop einer Freundin versteckt, die sich nur durch Frost oder Hitze über 60°C vernichten lassen. Letzteres hält die empfindliche Technik bestimmt nicht aus, aber eingetütet im Gefrierfach (also bei -19°C) halte ich schon für möglich. Wer kennt sich in solchen Dingen aus und kann mir zuversichtlich ab- oder zuraten?


Ich denke, schlimmer als die Minustemperaturen ist das Kondenswasser welches sich beim Auftauen bildet.


Hm, wenn du ihn wirklich einer Kältebehandlung untrziehen willst:

Nimm den Akku raus, der verträgt so tiefe Temperaturen schlecht.

Stecke dann den Laptop in eine Platiktüte, o.ä., die ihn Luft und Wasserdicht einpackt.

Dann wegen mir ab ins Gefrierfach.

Nach der Tortur den Laptop noch einige Zeit, am Besten mindestens einen ganzen Tag, akklimatisieren lassen. Darauf achten, dass sich kein Kondenswasser in der Tüte bildet, wenn ja, dann Tüte entfernen.
Prüfen, ob der Laptop wirklich überall trocken erscheint und nirgends feucht ist.

Erst dann den Akku wieder einsetzen, und den Laptop wieder einschalten.

Der größte Feind der Elektronik ist nicht die Temperatur, sondern die mögliche Feuchtigkeit durch Kondensation beim Temperaturwechsel.

PS: Die +60°C Sind u.U. sogar besser verträglich für den Laptop, da der Prozessor und andere Teile im Inner im Betrieb deutlich wärmer werden können.

Das Problem ist nur, das ein haushaltsüblicher Backofen nie flächig so genau die Temperatur einstellen und halten kann, da ist die Gefahr zu groß, dass aus den eingestellten 60°C schnell mal beim Aufheizen 90°C und mehr werden, zumindest stellenweise. Und ab da wirds dann doch gefährlich für die Hardware.

Bearbeitet von Bierle am 23.02.2015 16:58:15


Wir haben auch schon geahnt, dass es wohl eher die Kondensfeuchtigkeit ist, die dem Laptop schadet.
Aber die Hitze würde ich schon wegen der ganzen Plastikteile außen nicht einsetzen wollen, das schmilzt doch dann alles hinweg.
Das mit dem Akku rausnehmen und das anschließende akklimatisieren des Gerätes halte ich für eine ganz gute Idee, danke schonmal.


Tiefe Temperaturen sind heikel für elektronische Baugruppen: da ist jede Menge Zinn bzw. Zinnlegierung vorhanden. Bei tieferer Temperatur ist eine andere Modifikation (alpha-Zinn) mit geringerer Dichte und anderer Kristallstruktur stabiler als die bei Raumtemperatur (beta-Zinn).
Das bewirkt, daß das Zinn bei tiefer Temperatur zerbröselt. Der Vorgang ist als Zinnpest bekannt und z.B. bei Kircheneigentümern mit Orgeln gefürchtet, die Metallpfeifen sind aus Zinn bzw. Zinnlegierung.

Chip-Herstellern ist das Problem natürlich auch bekannt. Es besteht ein gewisses Interesse nicht mehr produzierte ICs noch eine Weile zu bevorraten. Um das dotierte Silicium möglichst unverändert zu erhalten, sind möglichst tiefe Temparaturen von Vorteil. Für die verzinnten (als Korrosionsschutz für das Kupfer) droht unter den Bedingungen jedoch die Zinnpest. Hier wird diskutiert, wie man am besten die Beinchen zum Verlöten konserviert. Läßt man das Kupfer bei den tiefgekühlten ICs blank und läßt es von der Oberfläche her oxidieren oder sucht man sich als Schutz einen anderen Überzug?


@Dudelsack: Hochinteressant. Aber in diesem Fall wohl kein Problem. Quelle Wiki:

"Die Neigung zur Umwandlung nimmt mit abnehmender Temperatur zu, die Reaktionsgeschwindigkeit wird jedoch niedriger. Die ideale Umwandlungstemperatur liegt bei ca. −48 °C...."

Bearbeitet von zerobrain am 23.02.2015 19:15:20


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