Darf ein Juwelier ohne Einverständnis


Ich habe meinen Ehering dem Juwelier gegeben um einen Kostenvoranschlag für eine änderung zu machen.Jetzt hat der Juwelier ihn einfach ohne mein Einverständnis geändert.darf er das?muss ich das zahlen?


Nein und Nein. Was du eventuell zahlen musst, ist der Anwalt, der dir dabei hilft, dein Recht auch durchzusetzen.


Zitat (Gotika @ 04.04.2015 21:32:37)
Ich habe meinen Ehering dem Juwelier gegeben um einen Kostenvoranschlag für eine änderung zu machen.Jetzt hat der Juwelier ihn einfach ohne mein Einverständnis geändert.darf er das?muss ich das zahlen?

Um welchen Betrag geht es denn?

Moin Gotika,

erstmal willkommen bei den Muttis.

Hm, meine Frage wäre auch: Um welchen Betrag geht es denn? Gefällt Dir das Ergebnis? Ist es so ausgefallen, wie Du Dir das vorgestellt hast?

Bist Du einfach nur sauer, dass Du möglicherweise missverstanden wurdest oder fühlst Du Dich über den Tisch gezogen?!

Beim seriösen Juwelier läuft das folgendermaßen: Für einen Kostenvoranschlag musst Du das Schmuckstück nicht dort lassen. Der Juwelier begutachtet es mit fachmännischem Auge und gibt Dir das Teil wieder mit nach Hause. Macht einen Kostenvoranschlag mit einem Schwankungsbereich bis zu 10%. Und fragt nach: Soll ich die Feile und den Bohrer zu diesem Preis ansetzen? Ja oder nein? Im kunsthandwerklichen Bereich - dazu zählen auch Goldschmiede, Steinefasser und Juweliere - läuft vieles zwar über die Registrierkasse, wenn es ums zahlen geht, aber Aufträge werden auch oft mündlich besprochen und erteilt.

Wenn Du den Ring dort gelassen hast, könnte es im Bereich des Möglichen liegen, dass er das als Auftrag zur Änderung missverstanden hat. In diesem Falle hätte er Dich aber wenigstens anrufen müssen und mitteilen müssen, um welche Beträge es geht. Sprich: Er hätte um Deine Auftragserteilung nachsuchen müssen. Also selbst aktiv werden, indem er Dich fragt, ob Du mit seinem Preisvorschlag einverstanden bist.

Meiner Meinung nach ist das Verhalten des Juweliers mindestens merkwürdig. Doch wie die Rechtslage aussieht, das kann Dir nur der Anwalt vermitteln. Da keine der Muttis bei Deinem Besuch des Juweliers dabei war, können die Muttis das auch nicht einschätzen, wer jetzt im Recht ist. Da steht sicherlich Aussage gegen Aussage. Also: Je nach Streitwert lieber den Anwalt bemühen.

Grüßle und viel Erfolg,

Egeria


Klingt für mich nach einem Missverständnis. Hast du irgendetwas Schriftliches über deinen Wunsch eines Kostenvoranschlags?
Oder hast du gar versehentlich einen Auftrag unterschrieben? :o
Bist du mit der Änderung des Ringes zufrieden?
Vielleicht könnt ihr euch dann gütlich einigen, da ja (so höre ich es heraus) kein schriftlicher Auftrag vorlag.
Wenn der Juwelier auf eigene Faust gehandelt hat und du mit dem Ergebnis absolut nicht zufrieden bist, ist das wohl eine andere Sache.
Meine juristischen Kenntnisse passen in einen Fingerhut, wenn überhaupt, :pfeifen:
aber mein Gerechtigkeitsempfinden sagt mir: Du musst nichts bezahlen, wofür du keinen Auftrag erteilt hast.
Merke: Immer alles schriftlich genau festlegen!

P.S.: Ich kann mal meine Mutsch fragen, die hat jahrzehntelang beim Juwelier gearbeitet.


Der konkrete Beruf ist da erstmal egal. Wenn du zum Friseur gehst und eine billige Tönung haben willst, und der Friseur schiebt dir heimlich ein teures Produkt unter und will dann dafür 30 Euro mehr: Is nich.

Wenn du dir Salamipizza bestellst und die Pizzeria ungefragt noch Muscheln und Trüffel draufpackt und dadurch den doppelten Preis kassieren will: Is nich.

Wenn du dir ein Kleid reinigen lässt und die Reinigung wäscht es gleich achtmal statt einmal und will für alle acht Wäschen bezahlt werden: Is nich.

Lässt sich für andere Berufe entsprechend fortsetzen. ;)

Was du nicht willst und auch nicht bestellt hast, musst du nicht bezahlen.

Bearbeitet von fnü am 05.04.2015 14:25:27


Zitat (fnü @ 05.04.2015 14:24:47)
Was du nicht willst und auch nicht bestellt hast, musst du nicht bezahlen.

Neulich in der Apotheke:
Das verschriebene Medikament war angeblich nicht lieferbar.
"Wir haben Ihnen ein 'baugleiches' bestellt - müssen Sie nur nochmal den halben Preis draufzahlen."
Nix da. Hab ich nicht geordert, habe ich nicht genommen!

Es ging um einen knapp dreistelligen Betrag. Veräppeln kann ich mich alleine.

Zitat (moirita @ 05.04.2015 11:28:34)
... Wenn der Juwelier auf eigene Faust gehandelt hat und du mit dem Ergebnis absolut nicht zufrieden bist, ist das wohl eine andere Sache. ...

Das Problem dürfte eher sein, dass es der Ehering ist. Ein geweihtes Schmuckstück. Deshalb ist es ja so perfide.

Grüßle,

Egeria

Vor vielen Jafren hatte ich mal beim Uhrmacher/Juwelier meine gute goldene Uhr zur Reparatur abgegeben. Auf meine Nachfrage nach den entstehenden Kosten wurde mir ein Betrag in Höhe von 50,-- DM genannt. Dieser Betrag wurde auch auf der Reparatur Tüte vermerkt, ebenso wurde schriftlich festgehalten, dass ein evtl. anfallender Mehrpreis für die Reparatur vorab telefonisch mit mir abgestimmt werden soll. Ich habe nichts mehr vom Juwelier gehört und als ich die Uhr zum vereinbarten Termin abholen wollte, sollte ich nunmehr 120,-- DM bezahlen, weil die Reparatur nun doch unerwartet teurer geworden sei........!! Aber nicht mit mir, nach längerem Hin und Her war der Juwelier zwar widerwillig, aber letztendlich eben doch bereit, sich mit den vorab vereinbarten 50 DM zufrieden zu geben! Er hat wohl eingesehen, dass er im Fall der Fälle wohl doch den Kürzeren gezogen hätte, weil er sich nicht an die schriftlichen Vereinbarungen gehalten hat!

Bearbeitet von Murmeltier am 05.04.2015 15:56:20


Tja @Murmelchen, da hat sich der Juwelier selbst ins Knie geschossen. Das reinigen einer mechanischen, goldenen Uhr kostet schon immer so etwa DM 100,00. Mittlerweile sind es eher € 100,00. Ich besitze zwei Stück von der Sorte, die ich einmal im Jahr reinigen ließ. Da ich sie aber schon seit Jahren nicht mehr trage, habe ich sie auch schon seit Jahren nicht mehr reinigen lassen. Die Ganggenauigkeit leidet zwar darunter. Doch somit liegen sie als Schmuckstückchen im Schmuckkästchen herum. Meine Taucheruhr ist genauer.

Grüßle,

Egeria



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