Steuerschulden: Mein Sohn reitet sich in die Kac**


Guten Abend liebe Muttis,

wenn wir Muttis eines gut können, dann Sorgen machen! Bevor ich mich vorstelle muss ich unbedingt meine Frage loswerden, damit ich die Hälfte nicht vergesse.
Mein Sohn hat arge Finanzprobleme, weil man - wie jeder irgendwie lernen musste - das Geld nicht aus dem Fenster werfen kann. Zur Story: Er war im Internet relativ erfolgreich als Einzelunternehmer tätig und naja, hatte keine Ahnung, welche Steuern Vater Staat leider von uns abverlangt. Dumm gelaufen - keine Frage.
Ich habe selbst nicht die finanziellen Mittel, um ihm zu helfen. Zumindest denke ich das, denn über Details spricht mein Sohn leider nicht. Jedenfalls wird er sein wohl verkaufen wollen und erhofft sich dadurch die ausstehenden "Schulden" bei Papi (Staat) abzurackern.
Welche Lösungsansätze kennt ihr? Kann man da vielleicht eine Verlängerung beantragen? Laut meines Sohns müsste das "binnen 3 Monaten gegessen sein"...

Freue mich in der Tat über jeden Tipp!!!

Bearbeitet von Bierle am 15.04.2015 14:58:27


Wenns um die Umsatz- bzw. Mehrwertsteuer geht: da ist der Staat gnadenlos. Was der Unternehmer da auf seine Rechnung draufschlägt, kassiert er nur für den Staat; das Geld "gehört" ihm nie und sollte unbedingt gespart werden.
Zusätzlich muss man natürlich auch etwas für die Einkommensteuer zurücklegen, dazu Geld für Versicherung, IHK- oder ähnliche Beiträge und Rücklagen für Urlaub oder Krankheit. Wer das nicht tut, lügt sich mit seinem "Einkommen" selbst etwas vor.
Helfen kannst Du wenig: ein Steuerberater könnte evtl. etwas machen, aber der kostet auch kräftig. Vielleicht muss Dein Sohn auch einmal so etwas durchmachen, wenn er immer noch Sprüche wie "binnen 3 Monaten gegessen" klopft. Wenn Du ihm Geld leihen willst - naja, Dein Risiko, ob Du es wiederkriegst. Aber lass Dich keinesfalls auf z.B. eine Bürgschaft ein: damit könnte er Dich noch mit in die Pleite reißen.


Ja und deswegen mache ich mir auch so Sorgen... Es gibt Finanzämter, die sind wohl kulanter und einige, die weniger kulant sind...


Fragt bei der IHK um Hilfe. Dort wird man ihm sagen können, was geht und was nicht. Außerdem bietet die IHK Kurse an, in denen man die Betriebswirtschaftlichen, rechtlichen und operativen Grundlagen der Selbstständigkeit beigebracht bekommt.
Außerdem wäre totale Offenheit und Demut angebracht. Dein Sohn hat es verbockt, nicht das böse grausame Finanzamt. Die sitzen am längeren Hebel und pfänden im zweifel auch einfach die Konten deines Sohnes, wenn er nicht zahlt oder sich mit ihnen über Ratenzahlung o.ä. einigt.


Hallo,
Ich kann nur empfehlen, den Stier (oder den Amtsschimmel) direkt bei den Hörnern zu packen, und direkt beim betroffenen Finanzamt einen Termin zu machen, mit dem zuständigen Sachbearbeiter. Das macht zum einen guten Eindruck, zum anderen ist man da direkt an der Quelle!


Hui, ich muss sagen. Du wirkst noch relativ entspannt. Um wie viel Geld geht es denn, wenn ich fragen darf? Ich meine, wir sind hier ja anonym ;)
Also mir kam gerade die Idee, dass ihr natürlich euer Auto pfänden lassen könnt. 3 Monate sind überschaubar und absolut kein Problem - ich glaube auch für die jeweiligen Unternehmen, die solche Servicedienstleistungen anbieten. Ich kenne mich jetzt nicht so aus, ich hatte aber mal - ich meine 2011 - mit Pfandkontor (***Link entfernt***) zu tun. Dort kannte ich einen leitenden Mitarbeiter und die arbeiten seriös. Wichtig: Erkundige dich aber mal vorher.

Ansonsten halte ich den Vorschlag von Cambria sehr gut. Offen sein, ehrlich sein und eine Lösung finden. Wie gesagt, 3 Monate sind überschaubar ... Wenn du noch ein paar Infos geben kannst, kann man dir sicherlich besser helfen.
VIEL GLÜÜÜCK!!!

Bearbeitet von Bierle am 16.04.2015 13:17:42


Guten Morgen ihr Lieben,

dann werde ich meinem Sohn wohl mal die Ohren lang ziehen und die Probleme offen ansprechen, damit wir in der Beziehung voran kommen. Die genaue Geldsumme kenne ich auch nicht...

Ich danke euch recht herzlich für die Tipps!


Beste Antwort kam oben: einen Termin beim Finanzamt vereinbaren und dort vorsprechen. Finanzunterlagen mitnehmen und sich im vorhinein überlegen, in wievielen Raten in welcher Höhe der Betrag bezahlt werden kann.
Mit dem Sachbearbeiter dann die Stundungs- und Ratenzahlungsvereinbarung aushandeln. Finanzunterlagen deshalb mitnehmen, um offenzulegen, weshalb eine Zahlung nicht möglich ist.
Aber Achtung: wird die Stundung gewährt, fallen Stundungszinsen an. Falls es dumm läuft, wird er darauf hingewiesen, dass er ein Darlehen zur Begleichung der Steuerschulden aufnehmen soll.
Kommt immer aufs Finanzamt (manche sind kulanter als andere) und auf den Sachbearbeiter an.

Schlechteste Lösung: abwarten und Tee trinken. Zum einen sind die Säumniszuschläge doppelt so hoch wie die Stundungszinsen, zum zweiten gibt's auch beim Finanzamt Vollstreckungsbeamte. Oder sie pfänden das Girokonto/machen eine Gehaltspfändung.


Andere Richtung: Macht einen Termin bei der Schuldnerberatung aus.

Überlegungen:
- Die Dienstleistung ist kostenlos.
- Der Schuldnerberater sichtet alles und überlegt, wie er am besten helfen kann.
- Der Schuldnerberater kann zwischen den Parteien vermitteln.

Grüßle und viel Erfolg,

Egeria


Dem Finanzamt ist es (zurecht ) völlig rille, welche Purzelbäume man grade mit anderen Institutionen macht. Es ist zwar gut und unerlässlich, Ordnung ins Portemonnaie zu kriegen. Es wird nur nicht mehr helfen, wenn der Fälligkeitstermin schon lang vorbei ist.


Ulrike und Cambria haben recht! Schulden beim Finanzamt sind sowas von sofort fällig, bei einer Miniverzögerung von drei vier Tagen kann man da schon 50 Euro Säumniszuschlag lossein!
Hingehn, offenlegen ist das einzige was hilft. Es ist immer gut, wenn der Sachbearbeiter ein Gesicht zum Fall hat, das macht schon mal einen Unterschied.

Die anderen Ratschläge sind natürlich auch super so allgemein, aber das Finanzamt ist nunmal, naja, eben das Finanzamt... :unsure:



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