Mein Sohn raucht...


Hallo, ich weiß nicht ob die Kategorisierung Kinder oder Gesundheit besser passt, wenn falsch tuts mir leid..
Also, ich habe gestern abend bei meinem Sohn in seinem Zimmer eine Packung Zigaretten entdeckt. Ich habe dummerweise davor nie etwas gerochen, da ich selbst rauche... Ja ich weiß, ich war ein schlechtes Vorbild...
Jeden falls meinte er, als ich ihn gefragt habe, dass er schon länger raucht. Er war zumindest ehrlich. Aber kann ich dagegen etwas machen? Er ist erst 13!
Wie gesagt sind mein Mann und ich auch schlechte Vorbilder, wir rauchen selbst. Aber wir haben nie gezielt vor den Kindern geraucht! Wir rauchen nur auf dem Balkon oder in der Küche!
Ich habe natürlich auch Angst, dass, wenn ich es ihm zu radikal verbiete, er es heimlich tut und die Zigaretten von mir und meinem Mann klaut...
Ich habe ihm auch immer gesagt (und meinen anderen Kindern auch) dass rauchen schädlich ist, aber wie gesagt ist das bei mir nicht sehr authentisch...
Was kann ich machen??? Oder kann ich etwas machen?


Zitat (julika77 @ 23.12.2015 19:14:15)
Was kann ich machen???

Laß ihn rauchen, es gibt nur 2 Möglichkeiten, er raucht weiter, oder nicht...

Das eine hat doch wenig mit dem anderen zu tun.
Hier gehts doch mehr um Protest, um Zugehörigkeit zu einer Gruppe o.ä.
Die Clique ist doch ab einem bestimmten Alter wichtiger als die Familie. Pegelt sich im günstigsten Fall später wieder ein.
Natürlich wird ihm strikt verboten zu rauchen, lasse dich doch nicht erpressen. Ihr müsst konsequent sein ganz ohne Kompromisse.
Was ist, wenn Eltern mal ein Glas Wein trinken? Muss der 13jährige da etwa mittrinken? Wenn die Eltern später ins Bett gehen, muss er da auch lange aufbleiben? So viel zum Vorbild. Er kann ja rauchen. Wenn er 18 Jahre alt ist.


man kann immer etwas machen, wenigstens versuchen. Es gibt sogenannte Schockfilme, die zeigen, was ein Raucher mit seinem Körper anrichtet. So etwas solltet ihr drei euch anschauen und gemeinsam aufhören . Mit Zwang geht nichts, der Kopf muss es wollen. 13 Jahre ist sehr früh, die Entwicklung ist noch nicht abgeschlossen und die Qualmerei ist noch ein größeres Problem. Ich weiß wovon ich schreibe, hätte ich nicht rechtzeitig aufgehört, wäre ich gestorben. Wenn ihr als Familie es gemeinsam versucht und euch mit etwas schönem belohnt, vielleicht euch einen tollen Wunsch erfüllt, habt ihr eine Chance, daß euer Sohn mitzieht. Ich wünsche euch viel Erfolg, denn es wird bestimmt kein leichter Weg für euch alle. Was ich noch schreiben wollte, ihr könnt eurem Sohn nicht etwas untersagen, was ihr selber tut, nicht einem Dreizenjährigen.


Zitat (Upsi @ 23.12.2015 19:28:23)
...ihr könnt eurem Sohn nicht etwas untersagen, was ihr selber tut,

So isses. -_-

Würde ja bedeuten, dass er z.B. als Grundschüler auch schon rauchen darf. Naja, dazu kann er sich dann auch ein Bier gönnen.


Was wir selber machen, wollen wir natürlich nicht unseren Kindern wünschen.
Dazu zählt nun mal auch das Rauchen.

Als EJ mal seine Schachtel Kippen nicht sonderlich gut gesichert hatte, habe ich sie an mich genommen. Bevor ich sie mit wasche....
Es gab ein riesen Theater um eine Schachtel Kippen, um gesundheitliche Aspekte und und und.

Doch auch ich habe mal jung angefangen, und ich kenne den Kampf um Kippen, Sucht, Cool sein, dazuzugehören und bla bla bla.

Auch ich habe so blöde Sprüche abgeliefert wie: Lass dich nicht erwischen, wenn ich dich erwische....Genauso, wie ich sie damals hörte.

Man konnte Reden was man wollte, irgendwo kommen immer Ziggis ins Spiel. Rauchen zu Hause durfte er nicht. Er musste brav warten bis er 16 war. Kaufen kann er sich auch keine, da er noch keine 18 ist. Es ist nicht (lach) einfach, an Kippen zu kommen.
Wir handelten so: wir wissen, was du tust, aber wir unterstützen dich nicht und schon mal gar nicht hier.

Du kannst deine Kinder nicht vor Allem schützen. Das funktioniert nicht. Sie müssen ihren Lebensweg gehen. So oder so.

Den schwarzen Rahmen müsst ihr euch Denken:

Rauchen .....
macht süchtig
verursacht Krebs
verlangsamt die Spermatozyten
macht gelbe Zähne
ist teuer
stinkt
macht unfruchtbar
isoliert

Auch das schreckt nicht ab


Danke Eifelgold. Zum Glück gibts auch diese Seite.
Wäre schön, die Threaderstellerin diskutierte hier mit, ist ja ihr Problem.


Zitat (Eifelgold @ 23.12.2015 20:16:11)
Rauchen .....
macht süchtig
verursacht Krebs
verlangsamt die Spermatozyten
macht gelbe Zähne
ist teuer
stinkt
macht unfruchtbar
isoliert


Was man auch nicht vergessen sollte, Rauchen macht alt...

Hatte mal mit einer Ärztin zu tun, einer bildhübschen Person, die rauchte. Als ich sie 10 Jahre später nochmal sah, hab' ich einen Schreck gekriegt und fast nicht geglaubt daß sie das ist. :rolleyes:

Bearbeitet von viertelvorsieben am 23.12.2015 21:27:33

Danke euch erstmal für die vielen verschiedenen Ideen.
Ich Rede morgen nochmal mit ihm darüber. Ja, es ist wohl Gruppenzwang, das hat er auch direkt gesagt, dass viele andere auch rauchen. Ich werde auf jeden Fall mit ihm die folgen und Risiken nochmal ansehen. Ich bezweifle aber dass das ernsthaft was bringt.


Mache ihm die Familie einfach schmackhafter.
Einen Tag machst du was mit deinem Sohn zusammen, egal was, gibt vieles.
Einen Tag macht dein Mann was mit ihm.
Und am Wochenende macht ihr alle was zusammen, Spieleabend oder so.
Das wird nicht sofort gelingen, lohnt sich aber.
So gewinnt ihr wieder an Nähe und Vertrauen.


Ich hab mich schon immer gefragt, wie man das als rauchende Eltern dann macht, wenn die Kinder anfangen zu rauchen. Ich bezweifle genau wie du, dass Argumente was bringen. Wie soll man ihn dazu bringen, vernünftigen Argumenten gegenüber zugänglich zu sein, wenn man das selber nicht ist? Sorry, das hört sich jetzt womöglich so an, als wollte ich dich persönlich angreifen, das ist nicht meine Absicht, aber das ist so, ich hab rauchende Eltern immer in dieser Beziehung (!) als schlechtes Vorbild gesehen.


Wenn ihnen das Kind so am Herzen liegt, hören sie mit dem Rauchen auf.
Und vom gesparten Geld, machen alle einen tollen Urlaub.


was ist das für ne unart, in der KÜCHE zu rauchen ?


iiiiiiiiiiiisabella,.. wo obst offen liegt, usw.
da wird geraucht ? bähhhhhh

echt jetzt. da geht gar nicht.

ansonsten - er wird weiterrauchen, ob heimlich oder erlaubterweise.. .

wir hatten mal klassen fahrt.. 1980 ... ich war 16 - die lehrer verboten ALLEN zu rauchen auf der klassenfahrt, aber beide rauchten selber - hahaaaaaaaaaa- wir hatten alle eine erlaubnis der eltern dabei . die lehrer nahmen uns die feuerzeuge weg...
haha, wir kauften neue...

lg

Bearbeitet von laluna* am 23.12.2015 23:38:50


Zitat (julika77 @ 23.12.2015 19:14:15)
Wie gesagt sind mein Mann und ich auch schlechte Vorbilder, wir rauchen selbst. Aber wir haben nie gezielt vor den Kindern geraucht! Wir rauchen nur auf dem Balkon oder in der Küche!
Ich habe natürlich auch Angst, dass, wenn ich es ihm zu radikal verbiete, er es heimlich tut und die Zigaretten von mir und meinem Mann klaut...

was soll diese "einschränkung" bewirkt haben? dein sohn weiß, dass du rauchst oder ihr raucht, ob es im wohnzimmer oder in der küche oder sonstwo ist. das muss er nicht ständig sehen, es reicht, es zu wissen. selbstverständlich ist man dadurch ein schlechtes vorbild. das ist man auch, wenn man sich betrinkt, drogen nimmt oder sonstige dinge tut, auf die man nicht stolz sein kann. erst recht nicht in gegenwart von kindern.

nur hat es vielleicht gar nichts mit euch zu tun, dass er raucht, sondern er könnte andere gründe haben. er darf es schon nach dem gesetz nicht und auf nachfrage könnte euch das in teufels küche bringen, wenn er behauptet, dass ihr ihn daheim rauchen lasst oder ihm auch zugang zu zigaretten gwährt. lasst ihr sie offen herumliegen? sie gehören genauso verschlossen wie putzmittel, alkohol, waffen und noch einige dinge mehr.

ich sehe keine vernünftige argumentationsbasis, da ihr selbst raucht. wenn er es tun will, tut er es heimlich, das könnt ihr nicht verhindern. es ist für minderjährige recht einfach, an zigaretten heranzukommen, genauso wie an alkohol. man braucht nur einen volljährigen dummkopf, der diese dinge besorgt oder sie sowieso bevorratet.

strafen werden gewiss wenig bringen. ich glaube, der einzige weg ist der, dass er von selbst einsieht, dass rauchen einfach zu den dümmsten dingen gehört, die man tun kann. entweder er hört auf oder nicht, das liegt an ihm selbst, und als eltern hat man gewiss weniger gewicht als andere leute.

bilder von folgen wie amputierte beine, raucherlungen, das hinweisen auf dinge wie stinkenden atem, geldverschwendung, gelbe finger und sonstiges bringen wahrscheinlich recht wenig. die gefahren sind bekannt, werden aber ausgeblendet oder man tut so, als sei es einem gleich, ob man diese folgen an sich selbst erleben wird. er sieht es ja auch an seinen eltern, dass es ihnen gleich ist.

mein mann war früher raucher, ich habe niemals geraucht. meine kinder wachsen in der familie ohne raucher auf, jedoch sehen sie sie häufig genug. mit den beiden größeren sprechen wir auch darüber. ich kann nur hoffen, dass sie später daran kein interesse entwickeln werden, aber verhindern könnte ich es nicht.

Die Clique ist nicht zu unterschätzen.
Ich denke da nur an meine Jugend.
Wir durften spätabends raus um uns gemeinsam mit der Astronomielehrerin den Sternenhimmel anzuschauen. Was taten wir anschließend? Wir standen zusammen und rauchten.
Wir waren beim Fackelumzug, schön wars. Was taten wir anschließend: Wir standen zusammen und rauchten. Usw., usw.
Will sagen, es gilt mehr in der Familie zusammenzurücken um die Gruppe zu unterwandern, ihre negativen Stärken zu schwächen.
Wir waren übrigens schon in der zehnten Klasse und keiner war 13 Jahre alt. Das geht doch etwas zu weit.
Vielleicht hilft ja auch die Geschichte meines Kollegen. Der bereut heute mit 56 Jahren noch, dass er als Neunjähriger geraucht hat, ein ganzes Jahr lang. Der hat nämlich heute Asthma und ist sich sicher, das vom Rauchen zu haben.

Bearbeitet von Aquatouch am 24.12.2015 00:09:01


Zitat (seidenloeckchen @ 23.12.2015 23:57:01)
strafen werden gewiss wenig bringen. ich glaube, der einzige weg ist der, dass er von selbst einsieht, dass rauchen einfach zu den dümmsten dingen gehört, die man tun kann. entweder er hört auf oder nicht, das liegt an ihm selbst, und als eltern hat man gewiss weniger gewicht als andere leute.

bilder von folgen wie amputierte beine, raucherlungen, das hinweisen auf dinge wie stinkenden atem, geldverschwendung, gelbe finger und sonstiges bringen wahrscheinlich recht wenig. die gefahren sind bekannt, werden aber ausgeblendet oder man tut so, als sei es einem gleich, ob man diese folgen an sich selbst erleben wird. er sieht es ja auch an seinen eltern, dass es ihnen gleich ist.

Ich habe mir aus diesem Beitrag zwei Absätze genommen, obwohl auch der Beitrag von UPSI sehr treffend ist.

Ich hatte vor Jahren einen Herzinfarkt und habe daraufhin, nach fast 40 Jahren, mit dem rauchen aufgehört.
Einige Zeit später wurde eine schon mittelschwere COPD diagnostiziert. Den Kindern erzählten wir zwar das dies vom rauchen kommt, aber sie waren noch nicht alt genug um die wirkliche Tragweite zu begreifen. Dann bekamen wir mit, das mein Enkel, damals 14, anfing zu rauchen. Auch hier kam dieser sogenannte Gruppenzwang. Alles reden, auch mit dem Hinweis auf mich brachte nicht wirklich was. Bis ich kurz danach mit einer schweren Lungenentzündung ins KH kam, mein Leben stand damals auch auf der Kippe. Meine Kinder besuchten mich und als der Große mich sah, so mit Atemmaske und hörte das ich über kurz oder lang ein mobiles Sauerstoffgerät brauchen werde, fing er an zu weinen. Er nahm mich in den Arm und sagte: "Omi, ich habe nicht geglaubt das es wirklich so schlimm werden kann, ich will nie wieder rauchen."
Er hatte sogar den Mut dies seinen Freunden zu erzählen und auch seine Geschwister bekommen das immer wieder zu hören.

Fazit: Ich bin auch sicher, das Verbote und Schreckensbilder nicht unbedingt beim ersten mal etwas bewirken; aber wenn Kinder etwas in dieser Richtung erleben, dann zündet der Funke. Die jüngeren Enkel habe ich ab und an mitgenommen zu meinen Untersuchungen auf der Lungenstation im KH und dadurch das sie dort die vielen, auch jungen Menschen sehen, haben sie eine sehr gesunde Einstellung zum "Nichtrauchen" entwickelt.

Wenn Du selbst als schlechtes Beispiel vorangehst, musst Du Dich nicht wundern, wenn Dein Sprößling Dir folgt.

Wie bereits angeregt, kannst Du nur ein gutes Beispiel vorleben. Also rauchen und trinken einstellen.

Es gibt gute Kliniken, in denen man lernen kann, sein selbstzerstörerisches Verhalten zu ändern. Das geht gewöhnlich mit einer intensiven Therapie einher.


Also uns hat unser früherer Zahnarzt eine super Idee gegeben: er selbst hat in jungen Jahren ein nur marginales Taschengeld bekommen und ein üppiges "Nichtraucher" Taschengeld dazu. Das hat bei ihm gewirkt, da er ein teures Hobby (Segelfliegen) pflegte und auf das Nichtrauchertaschengeld angewiesen war. Nun ja, das setzt natürlich eine gewisse Ehrlichkeit voraus, könnte aber zumindest einen Versuch wert sein. Leider haben wir die Idee erst bekommen, also unsere Kinder schon älter waren, da hat es leider nur teilweise gefruchtet. ;)


Zitat (Swantje @ 24.12.2015 00:34:09)
als der Große mich sah, so mit Atemmaske und hörte das ich über kurz oder lang ein mobiles Sauerstoffgerät brauchen werde, fing er an zu weinen. Er nahm mich in den Arm und sagte: "Omi, ich habe nicht geglaubt das es wirklich so schlimm werden kann, ich will nie wieder rauchen."
Er hatte sogar den Mut dies seinen Freunden zu erzählen und auch seine Geschwister bekommen das immer wieder zu hören.

Fazit: Ich bin auch sicher, das Verbote und Schreckensbilder nicht unbedingt beim ersten mal etwas bewirken; aber wenn Kinder etwas in dieser Richtung erleben, dann zündet der Funke.

leider ist das keine garantie. deinem enkel war es ein heilsamer schock, vielleicht bleibt er nichtraucher. andere kümmert es auch nicht, wenn der vater an lungenkrebs stirbt und halten sich lieber an menschen, die raucher waren oder sind und dabei alt wurden. helmut schmidt wurde sehr alt und ist meines wissens nach nicht an den folgen des rauchens gestorben.

ein kind dafür zu bezahlen oder zu belohnen, dass es nicht raucht, finde ich nicht nur merkwürdig, sondern auch falsch. der antrieb dazu sollte aus dem eigenen willen des kindes kommen und nicht von anderen menschen, die aussicht auf belohnung geben. ich denke, dass das nichtrauchen schon belohnung genug ist, sogar umso besser, da man sie sich selbst gibt.

vielleicht erscheint es am anfang nicht jedem so, und man sieht die vorteile nicht gleich, die es im laufe der jahre hat. das gesparte geld, die kräftigen lungen, der besser riechende atem (wenn man nicht andere leiden hat, die mundgeruch verursachen, aber davon gehe ich nicht automatisch aus) oder einfach nur die freiheit, sich ohne zeitdruck an orte zu begeben, an denen man nicht rauchen darf.

Zitat (julika77 @ 23.12.2015 23:02:29)
Danke euch erstmal für die vielen verschiedenen Ideen.
Ich Rede morgen nochmal mit ihm darüber. Ja, es ist wohl Gruppenzwang, das hat er auch direkt gesagt, dass viele andere auch rauchen. Ich werde auf jeden Fall mit ihm die folgen und Risiken nochmal ansehen. Ich bezweifle aber dass das ernsthaft was bringt.

Ich bezweifele das auch, da er dir deine Besorgnis ja nicht wirklich abnehmen kann. Wenn rauchen so riskant und folgenreich ist, dann würden seine klugen Eltern es ja sicher nicht tun :pfeifen:
Klug wäre, schon aufgrund dieser Folge eures Rauchens (nämlich, dass euer Sohn euch gewissermaßen zum Vorbild nimmt) euch selbst zu überlegen, ob das der richtige Weg ist, weiter zu rauchen. Sprich: gemeinsam mit dem Sohnemann auf Zigaretten zu verzichten!
...dann könnte er euch zumindest eure vorgebliche Sorge abnehmen ;)
In seinem Alter bestehen da vielleicht noch gelinde Chancen, dass er begreift, dass er und ihr keine Ausnahmen darstellt, sondern auch ihr krank werdet im Laufe der Zeit. Und wenn er sieht, dass es euch so ernst ist mit eurer Sorge, dass ihr für ihn das Rauchen aufgebt, dann spürt er vll. tatsächlich die Gefahr, die davon ausgeht.

Auch ich weiß, wovon ich rede, denn meine Eltern rauchten auch beide, meine Mutter sogar ziemlich viel. So war das eben in den 60ern. Da rauchte mehr als die Hälfte der Republik. Auch Onkel und Tante rauchten und deren schon große Kinder natürlich auch. Ich habe schon mit 11 oder 12 die ersten Züge heimlich an den Zigaretten meiner Eltern gemacht, wenn diese auf dem Ascher lagen und sie kurz aus dem Raum gegangen waren. Und leider hat es mir immer vom ersten Zug an geschmeckt -_-
Als bei einem Urlaub bei Onkel u. Tante eine Schachtel Zigaretten bei meinen Sachen gefunden wurde, war ein Riesenspektakel hinterher (da war ich 14 oder so). Ich habe mich mit denen dann richtig gefetzt, weil ihre Argumentation für mich vollkommen unglaubwürdig war. Sie rauchten seit Jahren und offensichtlich ging es ihnen hervorragend und ich rauchte auch und mir ging es auch offenbar gut. Es fühlt sich an wie eine Lüge, wenn einem Erziehungsberechtigte erklären, rauchen sei so schädlich und gefährlich und stecken sich hinterher genüsslich zum Abregen wieder eine an - völlig egal, ob auf dem Balkon oder der Terrasse.
Leider schützen auch in dieser Hinsicht gute Vorbilder nicht davor, ab einem gewissen Alter. Ich habe mir schon vor fast 30 Jahren das Rauchen abgewöhnt - es war harte Arbeit, aber im 4. Anlauf hatte ich es endlich geschafft. Mein Mann hat nie geraucht. Trotzdem hat einer unserer Söhne zur Kippe gegriffen. Vermutlich genau aus diesem Grund: Um darzustellen, dass er sich eben nicht an die Vorbilder hält. Auch von seiner Clique hat er sich genüsslich in solche Laster reinziehen lassen, leider nicht nur zum rauchen von Zigaretten. :(
Trotzdem ist es immer nur seine Entscheidung - aber er ist jetzt auch schon etwas älter. Als er anfing war er aber sicher auch erst 14 oder 15 - nur wussten wir da noch nichts davon. <_<
Er hätte auch nie zuhause geraucht, weil wir das sofort gerochen hätten. Seine Klamotten stanken natürlich schon danach - wie im übrigen bei jedem Raucher - aber da hat er natürlich immer argumentiert, dass einige aus der Clique rauchten, er natürlich im Leben nicht. :engel:

und denkt immer daran: alles, was verboten ist, schmeckt am besten und ist am interessantesten.

und die "schockbilder" auf den zigarettenschachteln sind einfach nur eklig, schocken aber nicht. ein richtiger raucher pfeift auf solchen bildchen.

mir 13 jahren probiert er sich aus, denke ich. du kannst nur hoffen, daß er von allein vernünftig wird. wie gesagt:verbote nützen nichts. und ich spreche aus erfahrung


Gruppenzwang hin und her, auch meine Klassenkameraden haben früher angefangen mit 14 zu rauchen, ich nicht, fande es einfach eklig, da steht man immer bißchen außen vor, muss man aushalten, bis heute ist mir der Herdentrieb zuwider
einige, vor allem die "Mädels" rauchen bis heute und das sieht man ihnen an

99% werden wahrscheinlich irgendwann mal probieren, wie es dann weitergeht, entscheidet jeder selbst


@seidenlöckchen
Das kann ich bestätigen. Der erwähnte Onkel starb an Lungenkrebs im Alter von 66 Jahren, seine Frau zwar deutlich älter, aber die letzten Jahre schwerbehindert nach 2 oder 3 Schlaganfällen (auch eine der zahlreichen Nebenerscheinungen des Rauchens). Der Schwiegersohn (Mann meiner Cousine) starb im Alter von 56 Jahren an Lungenkrebs und der Sohn (also Bruder meiner Cousine) hat COPD im Endstadium, kommt keine 3 Stufen mehr ohne Hilfe rauf und ist nur noch mit Sauerstoffgerät lebensfähig - ist jetzt 67 Jahre alt.
Trotzdem raucht meine Cousine fleißig weiter, als hätte das alles nichts mit dem Rauchen zu tun. Und wenn ich leise danach frage, warum sie eigentlich immer noch raucht, trotz dieser ganzen Fälle in ihrer engsten Familie, dann sagt sie, dass es doch jetzt auch nichts mehr bringt, wenn sie noch aufhört. :wallbash:
So ist das eben, wenn man süchtig ist und schon vor dem Versuch Angst hat.... :schnäuzen:


Zitat (julika77 @ 23.12.2015 19:14:15)
Aber wir haben nie gezielt vor den Kindern geraucht! Wir rauchen nur auf dem Balkon oder in der Küche!

Ziemlich verlogen und macht deutlich wie abhängig und süchtig die Eltern sind.

Vergleichbar mit Alkoholikern, die auch ihre Sucht verheimlichen und ihre Flaschen überall verstecken - die vollen und mehr noch die leeren.


Solange die Eltern das Rauchen nicht aufgeben, sollten sie ihren Kindern keine Vorhaltungen machen!
Gegenfrage: Warum sollte Sohnemann mit dem schädlichen Rauchen aufhören, wenn es die Eltern nicht können UND wollen?!




Gruppenzwang:
Diesem läßt sich begegnen, in dem Eltern, rechtzeitig, ihrem Kind gesundes Selbstbewußtsein mitgeben: Wenn es wirkliche und echte Freunde in der Gruppe sind, dann akzeptieren diese das Nichtrauchen eines Einzelnen.

Na na Teddy. Sie haben ja extra nicht beim Kind geraucht, weil Passivrauchen schädlich ist.


Passivrauchen ist in der Küche aber genauso schädlich, wie in anderen Zimmern. Ganz davon ab, dass sich der Rauch in der ganzen Wohnung breitmachen dürfte. Ist meistens der Fall. ;)


Bei mir in der Familie hat niemand geraucht, aber meine kleine Schwester hat (Gruppenzwang) damit angefangen als sie so 14 15 war. Mit 33 hat sie aufgehört weil sie Schwanger war. Meine Eltern konnten ihr sagen was sie wollten, Gruppe ist in dem Alter wichtiger. Besser sehr auf die Gesellschaft der Kinder achten, dass sie gar nicht erst auf die Idee kommen (so wie ich).

Das beste gegen schlechte Gesellschaft ist Familie :)


im kindergarten meiner beiden älteren kinder gibt es unter den kindern wenig ärger, es kommt selten vor, dass eines versucht, ein anderes zu etwas anzustiften. meine tochter wird jedoch im nächsten jahr eingeschult, und da wird es gewiss anderes zugehen. sie ist gerade sechs jahre alt geworden, in wenigen wochen feiert mein sohn seinen fünften geburtstag.

mein mann und ich versuchen, unsere kinder auf negativem gruppendruck vorzubereiten und sie so zu erziehen, dass sie später genügend selbstbewusstsein und verstand haben, sich gegen unsinn und gefährliche dinge zu stellen und sie nicht mitzumachen, auch wenn die freunde es tun. das lässt sich eigentlich in zwei sätzen formulieren: ein freund verlangt nicht, dinge zu tun, bei denen man sich schlecht fühlt oder bei denen sich andere schlecht fühlen. wenn es doch geschieht, ist er vielleicht nicht der gute freund, für den man ihn gehalten hat.

meine beiden großen sind bereits jetzt selbstbewusst anderen kindern gegenüber. rauchen finden sie ekelerregend, weil es stinkt, in der luft und aus dem mund. sie verstehen auch nicht, wie man sich drogen spritzen oder durch die nase ziehen kann. das sei doch dumm. ich hoffe, auch bei alkohol werden wir ihnen später vermitteln können, dass er nichts für kinder und heranwachsende ist, auch wenn viele schon früh trinken. und sie erleben ja auch bei familienfeiern, dass alkohol serviert wird. niemand betrinkt sich, es kommen auch keine hochprozentigen getränke auf den tisch, aber er ist präsent. meine kinder sind neugierig und wollen viel von dem tun, was erwachsene tun, und im augenblick genügt es ihnen noch von uns zu erfahren, dass alkohol ihnen schaden würde. das kann sich jedoch rasch ändern.

auch seine wunderbare familie hat meinen mann nicht davon abgehalten, mit dem rauchen anzufangen. er weiß heute selbst nicht mehr so genau, weswegen er es mehrere jahre beibehalten hat. er hat recht spät damit angefangen, ich glaube, da war er schon 16 oder 17, und er hörte damit auf, bevor ich ihn kennen gelernt hatte. darüber bin ich auch schrecklich froh. vielleicht war es das inhalieren des qualms, oder er mochte das gefühl, etwas im mund zu haben. als die zigaretten geschichte waren, stieg er auf lutscher um. noch heute sieht man ihn bei der arbeit öfter damit, und wenn es arg stressig wird, kaut er stundenlang immer auf dem stiel herum, bevor er daran denkt, ihn wegzuwerfen oder sich einen neuen lutscher in den mund zu stecken. hübsch sieht das nicht aus, jedoch ist es ihm und auch mir lieber als zigaretten. :hihi:


Zitat (seidenloeckchen @ 27.12.2015 21:31:54)
..... ein freund verlangt nicht, dinge zu tun, bei denen man sich schlecht fühlt oder bei denen sich andere schlecht fühlen. wenn es doch geschieht, ist er vielleicht nicht der gute freund, für den man ihn gehalten hat.

Man kann nicht unbedingt sagen, dass es ein Freund verlangen würde. Oftmals sind es die Kinder selbst, die das unbedingt auch probieren wollen.
Man kann noch so sehr auf den Umgang der Kinder achten. Was dann aber im pubertären Alter in den Gruppen passiert, darauf hat man auf einmal nur noch wenig Einfluss. Oft sind solche Phasen nach einer Probierzeit vorbei, oft auch nicht. Im Erwachsenenalter schütteln die früheren Teenager über viele Dinge, die sie ausprobiert haben, selbst den Kopf. Nur - ihre Erfahrungen müssen sie selbst machen, so gerne man sie auch vor manchem bewahren möchte.

Zitat (Pizzamonster @ 27.12.2015 20:56:53)
Besser sehr auf die Gesellschaft der Kinder achten, dass sie gar nicht erst auf die Idee kommen (so wie ich).

Das beste gegen schlechte Gesellschaft ist Familie :)

Das ist leider Wunschdenken! :(
In einem gewissen Alter verbringen Jugendliche (das sind mit 12 oder 13 eben keine kleinen Kinder mehr) lieber die Zeit miteinander, statt mit Brettspielen in der Familie den ganzen Nachmittag. Und das gehört ja zur Entwicklung auch dazu. Genauso wie die Wahl der Freunde.
Bei unserem schwarzen Schaf haben wir schon im Kindergarten darüber Gänsehaut bekommen, was er sich für Freunde aussuchte. Aber darf ich einem Kind wirklich den Umgang mit anderen unterbinden, nur weil man sie nicht für wünschenswert erachtet?
Man kann sich doch nicht auf den Schulhof stellen und aufpassen, dass er nur mit den "richtigen" Kindern spielt. Man kann doch nicht wenn sie 15 oder 16 sind hinterher schleichen, um zu sehen, mit wem sie "abhängen".
Ab einem gewissen Alter hat man keinerlei Einfluss mehr auf den Umgang der Kinder und erst recht nicht, wie sie sich entwickeln. Auch das kann ich aus Erfahrung sagen, denn unser Filius ist ein Zwilling und sein Zwillingsbruder ist schon fast ein Gegenteil von ihm.

Zitat (CracklinRosie @ 28.12.2015 11:31:40)
Man kann sich doch nicht auf den Schulhof stellen und aufpassen, dass er nur mit den "richtigen" Kindern spielt. Man kann doch nicht wenn sie 15 oder 16 sind hinterher schleichen, um zu sehen, mit wem sie "abhängen".

Ab einem gewissen Alter hat man keinerlei Einfluss mehr auf den Umgang der Kinder und erst recht nicht, wie sie sich entwickeln.

Das fehlte mir gerade noch und meinen Kindern bestimmt auch.

Ich wollte keine Helikopter-Eltern und meine Kinder auch nicht.

Wer selbst raucht, darf sich als Elternteil nicht wundern.
Einfach die Raucher auf den Balkon oder auf die Terrasse verbannen, Rauchen in Zimmer, Küche oder sonstigen Wohnräumen verbieten und es auch selber tun.


Verboten habe ich meinen Söhnen das Rauchen nie.
Natürlich die Nachteile des Rauchens in unregelmässigen Abständen erwähnt. Der "Kleine " hat mal das Shisha-Rauchen probiert ,, ging aber schnell vorbei dieser Hype.
Der "Grosse" hat mal für 2 Jahre Zigaretten geraucht. Hörte damit auf, als der kleine Bruder für ein Jahr nach Australien ging. (Er hatte das Gefühl, daß seinem kl. Bruder sonst irgendwas Schlimmes passiert, wenn er (gr. Bruder) weiterraucht. Klingt kurios, ist aber so. Der junge Mann ist ansonsten sehr realistisch in seinem Denken aber in diesem Fall war ich dankbar, daß da "so ein Gefühl" war.
Es ist auch eine gute Portion Glück dabei (außer der Erziehung , guten Freunden etc) , wenn die Kinder das Rauchen lassen oder gar nicht erst anfangen.
Ein allgemeingültiges "Rezept" gibt´s leider nicht.


Zitat (Rumpumpel @ 28.12.2015 13:31:46)
Wer selbst raucht, darf sich als Elternteil nicht wundern.
Einfach die Raucher auf den Balkon oder auf die Terrasse verbannen, Rauchen in Zimmer, Küche oder sonstigen Wohnräumen verbieten und es auch selber tun.

So einfach ist es ja nun leider nicht ;)
....sonst hätte unser Sohnemann nicht anfangen dürfen, denn hier wird jeder auf die Terrasse verbannt, der rauchen möchte und wir rauchen wie gesagt beide nicht. Das hat den nie abgeschreckt. Er weiß natürlich auch, wie schädlich es ist und auch ihm ist unsere unselige Raucher-Geschichte aus der Familie präsent, aber es hält ihn trotzdem nicht davon ab. Unsere anderen beiden Söhne haben niemals geraucht - es nicht mal probiert.

Mein Bruder hat übrigens ebenfalls nie geraucht, obwohl unsere Eltern rauchten wie die Schlote, wie es in den 60ern und 70ern so üblich war.

Zitat (Drachima @ 27.12.2015 22:38:01)
Man kann nicht unbedingt sagen, dass es ein Freund verlangen würde. Oftmals sind es die Kinder selbst, die das unbedingt auch probieren wollen.

das bezog sich auf den gruppendruck. wenn die kinder selbst neugierig sind, zieht dieses argument natürlich nicht. deswegen halte ich aufklärung für umso wichtiger. meine kinder sind noch klein, sie wissen noch nicht, wie es ist, wenn man für cool gehalten werden will. und ich hoffe, dass sie später unterscheiden können, wessen urteil bedeutung hat und welches nicht, und dass sie sich davon nicht oder nicht zu arg beeinflussen lassen.


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