Unordentlichkeit als Last: Ich bin unordentlich, das belastet mich


Hallo Hubertinchen,

vielleicht solltest du für dich erst mal überlegen ob du dir die Ordnung für die anderen bzw. Besuch wünscht, oder weil du dich nicht wohl fühlst.
Würde es dir gut gehen, wenn du wüsstest, dass z.B. 4 Wochen kein Besuch kommt und du den Druck des Aufräumens nicht hättest ;) ? Wenn ja, dann wäre es wirklich gut, wenn du dir eine gewisse Gelassenheit und Einstellung zulegen würdest, zu der dir hier ja schon einige Tipps gegeben wurden.

Wenn nein und du auch wegen deiner selber dir ein bisschen mehr Ordnung wünscht, dann solltest du für dich vielleicht erst ein bisschen Bestandsaufnahme machen. Bleibt dir bei deinem Tagesablauf genug Zeit Ordnung in die herumliegenden Sachen zu bringen? Oder bist du mit Vollzeitjob, einkaufen, kochen, Sport (du schreibst was von Halbmarathon), Unternehmungen, evtl. Eltern/Angehörige versorgen, zeitlich so beschäftigt, dass dir für deinen Haushalt/Wohnung fast keine Zeit bleibt?

Oder hast du ausreichend Zeit und kannst dich einfach nicht aufraffen und dich selbst motivieren, wenns um Sachen aufräumen oder ausmisten geht?

Bestimmt könnten wir dir gezielter Tipps geben, wenn du dazu etwas antworten könntest :)


Hallo Hubertinchen,

ich habe das Gefühl, Du beschreibst mich. Genau so geht es mir schon seit vielen Jahren. Ich habe es geschafft, mir anzugewöhnen, regelmäßig auszumisten, das reduziert das Chaos schonmal ein bisschen. Ansonsten habe ich gelernt damit zu leben und mit mir selbst Frieden geschlossen. Ich bin allerdings auch schon über 50 Jahre alt.

Ein Raum ist immer vorzeigbar, alles andere "verstecke" ich.


Zitat (Arjenjoris @ 11.02.2018 14:44:19)
Agnetha könnte eine Deutschlandrundreise machen rofl

rofl rofl stelle meine Whg auch zur Verfügung :pfeifen:

@Rapunzel_

Meine Zeit für den Haushalt ist schon begrenzt, deshalb stecke ich sie auch lieber in Sauberkeit als in ordnung schaffen. Also lieber Toilette putzen als Schubladen durchsortieren etc. Aber dass diese Unordnung sich für mich nicht gut anfühlt, hat nicht ausschließlich mit Besuch zu tun. Natürlich merkt man in dem Moment immer ganz besonders, wie sehr einen das stört, aber es ist nicht so, als würde ich mich die restliche Zeit damt uneingeschränkt wohlfühlen.

Mir geht es aber eigentlich auch gar nicht um praktische Aufräumtipps, sondern vielmehr um den emotionalen Aspekt. Einfach mal zu hören, wie es anderen mit diesem Thema geht. Wie ihr euch fühlt. Und da habe ich bislang den Eindruck gewonnen, dass die meisten hier eher kein Problem damit haben. Sondern einfach drüberstehen.

@enigmathika

Schön zu hören, dass es zumindest ein paar anderen hier auch noch so geht wie mir :-)
Und auch du sprichst das Thema Alter an. Das haben jetzt schon einige getan. gesagt, dass sie "mit der Zeit" gelassener geworden sind. Wann fing das denn an mit dem gelassener werden? Oder anders gefragt, in welchem Alter hat euch eine unordentliche Wohnung denn noch was ausgemacht und ihr konnte da noch nicht so drüberstehen wie ihr es jetzt könnt?


Gute Frage!
Das hat wohl eher mit dem eigenen Temperament als mit dem Alter zu tun. Ich warte immer noch darauf, dass ich allenfalls einen kleinen Rappel kriege, weil sich schon wieder alles Mögliche angesammelt hat, dass ich eigentlich längst hätte....
- wegräumen
- wegwerfen
- sortieren
- bearbeiten
- anderes ...
.... sollen/können
(bitte ankreuzen :P ) :pfeifen:

Edit: Dafür brauche ich nicht mal anstehenden Besuch; kann ich auch alleine...

Bearbeitet von dahlie am 12.02.2018 13:22:54


Hubertinchen, was den emotionalen Aspekt betrifft: bei mir wurde es besser, als ich durch beruflichen Erfolg endlich mehr Selbstbewusstsein bekam. Ist ja auch klar, je selbstbewusster man ist, desto eher weiß man, dass der eigene Wert nicht davon abhängt, ob die anderen einen als perfekt ansehen sondern man hält sich selbst mit seinen Schwächen für liebenswert, mindestens wertvoll genug, dass andere einem Respekt entgegenbringen können.

Was den praktischen Aspekt betrifft: wenn du gut Englisch kannst, schau doch mal die Videos von Flylady Diane aus Dänemark an. Sie war im Beruf top organisiert, nur zu Hause haperte es und als ihr Sohn in die Schule kam, war sie ganz verzweifelt, weil sie fürchtete, der Herausforderung nicht gerecht werden zu können. Dann hat sie sich mit verschiedenen Systemen auseinander gesetzt, das Flylady Konzept angenommen und perfektioniert. Sie ist sicherlich eher über-organisiert (so mit abendlichem Rauslegen der Kleidung für den nächsten Tag :o ), aber das Anschauen ihrer Videos und ihr Konzept finde ich sehr anregend. Zudem ist sie sehr sympathisch mit ihrer herzlichen Art.

Im Endeffekt kommt alles auf sowas Banales raus wie das Bonmot von Erich Kästner: es gibt nichts gutes, außer man tut es. Man muss es einfach gleich machen und nicht auf später verschieben. Das fällt vielen, die das gewöhnt sind leicht, dir und mir fällt es schwer.

Bearbeitet von HörAufDeinHerz am 12.02.2018 18:40:06


Hallo, ich habe bis vor wenigen Wochen mit meinem Mann auf 120qm gewohnt und kenne diese Staper von Klamotten und Bastelmaterial. Ich hatte ja Platz. Jetzt wohne ich in einer 1-Raum-Wohnung. Da muss man einfach ordentlich sein. Nur auf meinem herrscht noch Chaos.Sortiere die Wäscheberge aus. Was man länger nnicht an hatte, freut vielleicht die arme Nachbarin oder die Kleiderkammer.Ich musste bei meinem Auszug viel weggeben. Aber man fühlt sich befreit, wenn die Stapel weg sind. :rolleyes:


Zitat (hubertinchen @ 12.02.2018 12:53:51)
Und auch du sprichst das Thema Alter an. Das haben jetzt schon einige getan. gesagt, dass sie "mit der Zeit" gelassener geworden sind. Wann fing das denn an mit dem gelassener werden?

Als ich vor lauter Stress dumm gelaufen bin, mir das Knie mehr als übelst verletzt habe, diesbezüglich 8 Monate krank war und verdammt viel Zeit im Krankenhaus hatte, darüber nachzudenken, was ich an meinem Leben ändern kann und vor allem MUSS.

Wichtig war mir selbst zu sagen: DAS will ich nicht mehr.

Als erstes wurde mir bewusst, dass ich meinen damaligen Job nicht mehr wollte. Sollen sich doch Jüngere diesen Stress aussetzen, ICH nicht mehr.

Ersteres ging ganz gut. Ich war zwar joblos, aber mit mir selbst im Reinen.

Zweitens: sortieren und Entrümpeln. Ok, Zweiteres war nicht ganz so einfach, da ich ja nicht mehr so mobil war wie vorher. Dennoch fing ich an, mir Gedanken zu machen, was behälst du, was muss "Behalten" werden, und was kann weg?

Peu a peu flogen hier Sachen raus, die weder ich noch meine Familie brauchte, oder gar gänzlich vergessen wurde.

Den richtigen Kick bekam ich, als mein ältestes Kind in seine eigene Bude zog und mir sein Kinderzimmer überließ. Das er nicht sein Plähmobil mitnahm, sondern es mir da ließ war klar. Ich sortierte und verkaufte. Ich setzte mir ein Ziel. Ich verhöker den ganzen Kram und wenn genug Kohle da ist, belohne ich mich mit einem neuen Sofa.

Mein neues Sofa ist mein Ziel. Und dafür entrümpel ich.

Was ich nicht verhökern kann, wird entsorgt. So einfach ist das.
Nach wie vor halte ich daran fest, ich belaste mich nicht mehr mit diesem Scheiß. Weg damit

Hinzu sei auch noch erwähnt, dass ich in einem Seniorenhaus arbeite. Hier habe ich es erst mal verstanden, dass man nicht alles mit ins Altenheim nehmen kann, dass meine Kinder meinen Krempel eh entsorgen, da sie sicherlich nicht in einem Museum leben wollen. Meine Schwiegertöchter werden mir was husten.

Und letztendlich: ein Sarg hat keine Regale.
Also weg mit den Dingen, die Keiner braucht.

Wenn ich mich in meiner Bude so umschaue, hier ist schon einiges geflogen, dem ich keine Träne nachweine. Dennoch erleichtert es mich. Ich fühle mich freier, entlastet.

Mein Neues Sofa ist mein Ziel. Daran arbeite ich und deswegen entsorge ich.

@Eifelgold

Ich danke dir ganz herzlich für diesen sehr privaten und ehrlichen Einblick!
Vielleicht werde ich mich genau damit mehr beschäftigen, mit der Frage nach dem "was brauche ich wirklich". Das war auf alle Fälle sehr inspirierend!


Mir ist noch eine andere Frage eingefallen, die mich sehr interessieren würde, nachdem ich aus euren Antworten herausgelesen habe, dass ihr alle ganz gut seid im Aufräumen und euch etwas Unordnung auch nicht so viel ausmacht:

Was sind denn eure drei größten/wichtigsten Gründe, aufzuräumen?

Ich bin gespannt auf eure Antworten!


ich weiß leider nicht, ob/wie man fertige Einträge noch einmal bearbeiten kann, aber ich würde meine Frage gerne noch etwas erweitern:

Was sind eure drei wichtigsten grunde aufzuräumen?
Und was sind eure größten Herausforderungen dabei?

Danke schon mal!


Zitat (hubertinchen @ 13.02.2018 19:11:48)
ich weiß leider nicht, ob/wie man fertige Einträge noch einmal bearbeiten kann, aber ich würde meine Frage gerne noch etwas erweitern:

Was sind eure drei wichtigsten grunde aufzuräumen?
Und was sind eure größten Herausforderungen dabei?

Danke schon mal!

Hallo, schlaue Leute haben herausgefunden.
Eine äußere Ordnung schafft auch eine innere Ordnung. Und für mich fühle ich mich einfach wohler.Wenn dass drumherum stimmt.
Motivation: Stell dir einfach vor, wie du nach dem Aufräumen , zufrieden bei einer tasse Kaffee auf dein Werk blicken kannst.

Zitat (hubertinchen @ 13.02.2018 19:11:48)
ich weiß leider nicht, ob/wie man fertige Einträge noch einmal bearbeiten kann, aber ich würde meine Frage gerne noch etwas erweitern:

Wenn du deinen Eintrag siehst, steht da ein Button "Bearbeiten", aber nur bis 20min nach Eingabe.

Gründe zum aufräumen? :hmm: damit es nicht aussieht wie bei Messies, um den Überblick zu behalten, damit man besser putzen kann?

Zitat (hubertinchen @ 13.02.2018 18:11:40)
Mir ist noch eine andere Frage eingefallen, die mich sehr interessieren würde, nachdem ich aus euren Antworten herausgelesen habe, dass ihr alle ganz gut seid im Aufräumen und euch etwas Unordnung auch nicht so viel ausmacht:

Was sind denn eure drei größten/wichtigsten Gründe, aufzuräumen?

Ich bin gespannt auf eure Antworten!

Meine wichtigsten Gründe zum Aufräumen und Ordnung halten sind, dass ich mich sehr unwohl fühlle,wenn Sachen herumliegen und ich niemand rein lassen würde, wenn das der Fall ist.Bei mir hat alles seinen Platz, ich sauge auch jeden Tag, wegen der Haustiere und wische auch alle 2 Tage Staub.Badezimmer mache ich auch jeden Tag, also zumindest Waschbecken und Toilette.Lasse es auch mal, wenn es mir schlecht geht.Mag es einfach so, hat mit einem Erlebnis aus der Kindheit zu tun, das hat aber hier nichts verloren.
Jeder, wie er kann oder mag!Ich verurteile niemand, der andere Maßstäbe setzt! Man muss sich wohlfühlen und das macht zum Glück doch jeder auf seine Art, oder?