Nabenschaltung: Kette springt ab

Bei einem einfachen älteren Fahrrad mit Nabenschaltung ist jetzt mehrfach die Kette abgesprungen. Sie lässt sich etwa 3cm hochdrücken. Das Hinterrad lässt sich nicht weiter zurückziehen, ein Spannen der Kette funktioniert daher so nicht. Nun habe ich eine neue Kette bestellt mitsamt eines Werkzeugsets. Die Rohloff-Verschleisslehre sagt, dass die Kette i.O. ist. Die Kette ist locker, nicht steif oder verrostet. Trotzdem lässt sie sich 3 cm hochdrücken, was wohl nach allem, was ich recherchiert habe, grenzwertig ist. Soll ich sie wechseln, auch wenn die Rohloff-Lehre nicht ansatzweise reinrutscht? Was könnte ansonsten der Grund für das Abrutschen der Kette sein? Danke für Eure Weisheit
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@Annekatrin, offensichtlich bist du blutige Anfängerin im Fahrradschrauben.
Jeder fängt mal klein an. :D

Wenn an dem Fahrrad alles noch Erstausrüstung ist, gehe ich mal davon aus, daß es sich um eines der unteren Preisklasse handelt. Die werden nur vormontiert verkauft; d.h. alle erforderlichen Teile werden zusammengeschraubt, so daß alles zusammenmontiert ist, was an dem Fahrrad dran sein muß. Schraubverbindungen sind in dem Zustand nicht richtig festgezogen, Schaltung und Sonstiges ist nicht justiert. Das ist Sache dann vom Käufer; wenn Fahrradhändler oder anderweitiger Anbieter das übernehmen würde, so wäre es für den Händler ein Verlustgeschäft. Es wundert mich nun zwar, daß die Kettenlänge nicht zum Rahmen passend gewählt wurde. Im unteren Preissegment jedoch durchaus denkbar, daß vom Fahrradproduzenten halt so zusammengesetzt wurde wie vom Vorlieferanten geliefert.

Nun zur Kettenlehre: Beim Gebrauch vom Fahrrad werden die einzelnen Kettenglieder in ihrer Länge gedehnt, d.h. die Rollen in der Kette rücken etwas weiter auseinander. Die passen dann nicht mehr korrekt in alle Täler vom Zahnrad, nur noch in etwa. Diese Dehnung mißt du mit dieser Lehre. Damit bewertest du was ganz Anderes, nicht ob die Gliederzahl und damit Gesamtkettenlänge zu der Geometrie von deinem Fahrradrahmen paßt. Die Achse von deinem Hinterrad muß noch etwas Spiel im Ausfallende sowohl nach vorne als auch nach hinten haben, wenn Kette straff gespannt im Rahmen sitzt. Nur so kannst du die Kettenspannung (wie weit sich diese vertikal noch durchdrücken läßt) feinjustieren.

Deine am Fahrrad montierte Kette hat ein oder zwei Glieder zu viel. Das Zuviel an Kettengliedern mußt du korrigieren. Also Kette demontieren; i.d.R. haben die Ketten an Rädern mit Nabenschaltung ein Kettenschloß, an der Stelle kannst du die Fahrradkette öffnen. Zum Kürzen nimmt man normalerweise einen Kettennieter. Keine Ahnung, was du an Werkstattausrüstung zur Verfügung hast. Wenn du weitere Unterstützung zum Improvisieren brauchst, muß du dich halt wieder melden. Zu Anfangszeiten hatte ich auch nur Hammer, Rohrzange und so einen billigen Viellochmutternschlüssel. rofl

Die neu gekaufte Kette hat sicher auch Überlänge. Die müßtest du auch erst kürzen.

Bearbeitet von ghostrider am 12.06.2024 17:56:51
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Ist die neue Kette schon montiert und springt trotzdem ab?
Die Kette muss richtig fluchten also gut auf den Zahnrädern aufliegen und nicht schräg verlaufen.
Die Kette springt nach meiner Vorstellung beim Ritzel am Hinterrad ab.
Das Ritzel könnte stark abgenutzt sein, was eigentlich selten ist.
Die alte Kette könnte sich gelängt haben also länger geworden sein, da hilft nur der Ersatz der Kette.
Falls die neue Kette auch zu stark durchhängt, könnte man ein Kettenglied herausnehmen und zur Verbindung ggf. ein zusätzliches Kettenschloss verwenden.
Zur Not in einem Baumarkt, Fahrradladen oder in einem Repair Cafe Rat holen.
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Die Fahrradkette ist eindeutig zu lang. Die mußt du kürzen, so daß sich diese mit dann korrekt etwas weiter nach vorne in den Ausfallenden montiertem Hinterrad nur ca. 0,5 cm nach oben oder unten drücken läßt.

Wenn die alte Kette nach Verschleißlehre längenmäßig beurteilt und auch sonst noch in Ordnung ist, bringt dir ein Tausch gegen eine neue nichts. Sollte die Kette mit Ritzel bzw. Kettenblatt vorne nicht mehr harmonieren, so wäre Austausch von Ritzel/Kettenblatt zu überlegen. Die Zahnräder nutzen sich bei Gebrauch auch ab, die rückwärtsgewandten Zahnflanken zur Drehrichtung (im Uhrzeigersinn) schleifen sich ab, die Zähne werden dadurch schlanker und spitzer. (Ich hab schon einige Ritzel und Kettenblätter geschrottet. Wer sein Fahrrad nur im Keller stehen hat, der kennt das Problem evtl. gar nicht. :P )

Verursacht könnte das Problem mit zu langer Kette dadurch sein, daß irgendwann das Hinterrad gegen ein anderes mit kleinerem Ritzel ausgetauscht wurde. Oder im Antrieb wurde ein kleineres Kettenblatt montiert. Oder es wurde eine neue Kette eingebaut, die nicht auf die Radgeometrie abgestimmt wurde. Ketten werden immer in Überlänge geliefert, wäre ja noch schöner, wenn sich das Teil beim Einbauenwollen als zu kurz erweist. -_-
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Hmmm, so richtig verstehe ich Deine Antwort nicht: die Kette ist zu lang, aber wenn die Verschleisslehre sagt, dass die Kette noch gut ist, bringt der Austausch nichts? Magst Du das nochmal erläutern? Ich danke Dir. An dem Fahrrad wurde definitiv bisher noch gar nichts ersetzt, die Teile sind alle noch wie gekauft. Auch wurde das Rad trotz des Alters wenig gefahren.

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@ Ambrosius: nee, die neue Kette ist noch nicht montiert. Die Verschleisslehre sagt ja, die Kette ist noch gut und dann frag ich mich, ob ein Austausch tatsächlich was bringt

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An welchem Zahnrad springt die Kette ab, am Hinterrad oder an der Tretkurbel?
Liegt die Kette gut auf den Zahnrädern auf oder ist da Spiel erkennbar?
Eventuell sitzt das Hinterrad etwas schief, liegt das Rad mittig? Das sieht Frau am besten, wenn sie das Rad umdreht also auf den Sattel und den Lenker stellt. Das Rad auf die Seite legen und an den Rädern greifen und aufrichten. Das Hinterrad sollte gleiche Abstände zu den Rahmenteilen haben.
Wenn das alles nicht weiterhilft, könntest Du einen Nachbarn um Hilfe bitten.
Bei uns im Nachbarort richten Rentner Fahrräder für bedürftige her, vielleicht gibt es sowas in Deiner Nähe auch

Bearbeitet von Ambrosius am 12.06.2024 16:30:17
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@Annekatrin, offensichtlich bist du blutige Anfängerin im Fahrradschrauben.
Jeder fängt mal klein an. :D

Wenn an dem Fahrrad alles noch Erstausrüstung ist, gehe ich mal davon aus, daß es sich um eines der unteren Preisklasse handelt. Die werden nur vormontiert verkauft; d.h. alle erforderlichen Teile werden zusammengeschraubt, so daß alles zusammenmontiert ist, was an dem Fahrrad dran sein muß. Schraubverbindungen sind in dem Zustand nicht richtig festgezogen, Schaltung und Sonstiges ist nicht justiert. Das ist Sache dann vom Käufer; wenn Fahrradhändler oder anderweitiger Anbieter das übernehmen würde, so wäre es für den Händler ein Verlustgeschäft. Es wundert mich nun zwar, daß die Kettenlänge nicht zum Rahmen passend gewählt wurde. Im unteren Preissegment jedoch durchaus denkbar, daß vom Fahrradproduzenten halt so zusammengesetzt wurde wie vom Vorlieferanten geliefert.

Nun zur Kettenlehre: Beim Gebrauch vom Fahrrad werden die einzelnen Kettenglieder in ihrer Länge gedehnt, d.h. die Rollen in der Kette rücken etwas weiter auseinander. Die passen dann nicht mehr korrekt in alle Täler vom Zahnrad, nur noch in etwa. Diese Dehnung mißt du mit dieser Lehre. Damit bewertest du was ganz Anderes, nicht ob die Gliederzahl und damit Gesamtkettenlänge zu der Geometrie von deinem Fahrradrahmen paßt. Die Achse von deinem Hinterrad muß noch etwas Spiel im Ausfallende sowohl nach vorne als auch nach hinten haben, wenn Kette straff gespannt im Rahmen sitzt. Nur so kannst du die Kettenspannung (wie weit sich diese vertikal noch durchdrücken läßt) feinjustieren.

Deine am Fahrrad montierte Kette hat ein oder zwei Glieder zu viel. Das Zuviel an Kettengliedern mußt du korrigieren. Also Kette demontieren; i.d.R. haben die Ketten an Rädern mit Nabenschaltung ein Kettenschloß, an der Stelle kannst du die Fahrradkette öffnen. Zum Kürzen nimmt man normalerweise einen Kettennieter. Keine Ahnung, was du an Werkstattausrüstung zur Verfügung hast. Wenn du weitere Unterstützung zum Improvisieren brauchst, muß du dich halt wieder melden. Zu Anfangszeiten hatte ich auch nur Hammer, Rohrzange und so einen billigen Viellochmutternschlüssel. rofl

Die neu gekaufte Kette hat sicher auch Überlänge. Die müßtest du auch erst kürzen.

Bearbeitet von ghostrider am 12.06.2024 17:56:51

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Was sagen denn die Zahnräder?
Es wird oftmals nur die Kette betrachtet. Dabei verschleissen die Zahnräder (vorne das grosse Rad und hinten das kleine Ritzel) genauso wie die Kette.
Wenn die Zähne von Ritzel und Rad nach oben hin spitz zulaufen, ist ein Austausch fällig. Ansonsten ist die Kette gleich wieder hin.
Wenn bei beiden die Zähne oben grade sind, ist das gut.
Das Ritzel hinten lässt sich leicht austauschen.
Für das grosse Rad vorne ist meist ein Spezialwerkzeug, Abzieher genannt, notwendig.
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Herzlichen Dank Euch allen. Aus Gründen ist die Kette tatsächlich nicht mehr runtergesprungen, vielleicht stand das Rad tatsächlich etwas schief, was wir durch das Los- und Wiederfestschrauben korrigiert haben. Ich werde trotzdem mal die Kette etwas kürzen - das Werkzeug dafür habe ich ja kürzlich gekauft.

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