Reinigungsfirma nachhaltige Arbeit? - Erfahrungen

wir achten bei uns in der firma schon länger darauf, nachhaltigkeit nicht nur intern, sondern auch bei dienstleistern mitzudenken. jetzt steht bei uns ein wechsel der büroreinigung an und im zuge dessen ist die frage aufgekommen, wie realistisch „nachhaltige gebäudereinigung“ eigentlich wirklich ist. also nicht nur als hübsches wort auf der website, sondern im ganz normalen arbeitsalltag.

mich würde interessieren, ob hier jemand praktische erfahrungen damit hat: kann eine reinigungsfirma tatsächlich ressourcenschonend arbeiten (weniger chemie, wasser, energie, sinnvollere abläufe etc.), ohne dass sauberkeit oder hygiene darunter leiden? oder bleibt es am ende doch oft bei gut klingenden versprechen und zertifikaten?

mir ist schon klar, dass man im büro vieles schonender lösen kann, aber wie ist das z.b. bei stärkerer verschmutzung, sanitärbereichen oder speziellen oberflächen? funktioniert nachhaltigkeit da wirklich oder stößt man schnell an grenzen?

bin gespannt auf einschätzungen aus der praxis – egal ob aus sicht von unternehmen, reinigungskräften oder einfach als „nutzer:in“. danke euch schon mal!
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Tipp von Bernhard aus der Redaktion:

Ich würde dir ein hochwertiges Mikrofasertücher-Set empfehlen, weil du damit in vielen Bürobereichen deutlich weniger Reinigungschemie brauchst und trotzdem streifenfrei sauber wirst. In der Praxis spart das Wasser und Reinigungsmittel und ist besonders bei Oberflächen, Glas und Sanitärkontaktflächen eine einfache, alltagstaugliche „nachhaltige“ Lösung.

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Ich denke schon, dass es machbar ist. In jeder Brache kann man ja etwas amchen. Die Frage dürfte wohl sein, ob man es ernst meint oder man nur damit wirbt. Das sieht man ja recht oft, mit all den Ausdrücken wird geworben, aber eigentlich ist es nur green/blue/pink/.... washing.
Wenn man das wirklich möchte, wird man wohl genau prüfen müssen und eventuell sogar genauer nachfragen müssen.
Sucht euch doch ein paar Kandidaten aus und dann wird sich das in Gesprächen ja rausfinden lassen.
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@bernhard
danke dir für den hinweis mit den mikrofasertüchern, das ist sicher ein sinnvoller baustein und wird bei uns intern auch schon länger genutzt, gerade für schreibtische, glasflächen oder das schnelle drüberwischen zwischendurch. mir geht es in der frage aber weniger um die tools an sich, sondern stärker um den arbeitsalltag der putzkräfte. also darum, wie realistisch nachhaltiges arbeiten wirklich ist, wenn zeitdruck, flächenvorgaben und anspruchsvolle bereiche zusammenkommen. bei festeren verschmutzungen, stark frequentierten sanitäranlagen oder bodenbelägen frage ich mich, ob nachhaltigkeit dann über andere abläufe funktioniert oder ob am ende doch wieder stärkere mittel eingesetzt werden müssen, einfach weil die zeit fehlt oder der standard eingehalten werden muss. spannend finde ich dabei vor allem, ob firmen, die nachhaltig arbeiten wollen, ihren mitarbeitenden auch genug zeit, schulungen und rückhalt geben, um solche bereiche ohne „chemiekeule“ sauber zu bekommen. weil das ist ja letztlich kein materialthema, sondern eines von organisation und arbeitsbedingungen.

@emmab
das sehe ich sehr ähnlich wie du. je länger ich mich mit dem thema beschäftige, desto klarer wird mir, dass nachhaltigkeit weniger eine frage von einzelnen produkten oder labels ist, sondern von ehrlichkeit und konsequenz. ich hab auch den eindruck, dass man ziemlich schnell merkt, ob jemand das ernst meint oder ob nur ein paar schlagwörter auf die website geschrieben wurden. genau deshalb finde ich den punkt mit den gesprächen so wichtig. wenn man konkret nachfragt, wie gearbeitet wird, wie zeitpläne aussehen, wie mit personal umgegangen wird und wie probleme im alltag gelöst werden, trennt sich oft recht schnell die theorie von der praxis. mir hilft das thema auch persönlich, weil ich gemerkt habe, wie schnell man selbst in diese „klingt gut, wird schon passen“-falle tappt. deshalb will ich diesmal bewusst genauer hinschauen und nicht nur auf zertifikate vertrauen, sondern auf das, was im echten arbeitsalltag tatsächlich machbar ist. ich hab schon ein bisschen recherchiert, aber vielleicht hat jemand im raum oder auch niederösterreich konkrete empfehlungen für nachhaltige gebäudereinigung? ich wäre euch sehr dankbar
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Naja und wie willst du das dann selbst überprüfen?
Ich finde schon, man muss den Anbietern da ein wenig vertrauen. Man kann ja nicht jedes Mal bevor man anfängt zu putzen, dann die Reinigungsmittel überprüfen.
Ich finde schon, man merkt es in Gesprächen, speziell wenn man dann mal nachfragt, was sie unter gewissen Punkten verstehen. Wenn man da weiß, um was es geht, ist das schon mal besser als man weicht der Frage aus.
Such dir mal ein paar Anbieter raus. Im Idealfall haben die ja schon was dazu auf deren Homepage stehen. Wenn nicht, dann müsste man nachfragen, wenn es um die Bewerbung geht. Da wird man ja wohl mehrere Anbieter zu einem Termin einladen.
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ich versteh total, was du meinst, und klar, ein gewisses grundvertrauen braucht es immer, sonst könnte man mit keinem dienstleister arbeiten. mir geht es auch gar nicht darum, jede flasche oder jedes mittel zu kontrollieren, das wäre völlig unrealistisch. was ich aber spannend finde, ist der punkt wie ein unternehmen arbeitet und welche rahmenbedingungen es dafür schafft.

also z.b.: bekommen die putzkräfte genug zeit für ihre flächen oder ist alles so eng getaktet, dass man zwangsläufig zur stärkeren chemie greifen muss? gibt es schulungen, klare vorgaben und rückhalt, wenn etwas nicht „auf die schnelle“ geht? oder wird am ende einfach nur das ergebnis bewertet, egal wie es zustande kommt. solche dinge kann man natürlich nicht komplett überprüfen, aber man merkt im gespräch oft sehr schnell, ob jemand konkret antwortet oder eher ausweicht.

wir sind mittlerweile tatsächlich einen schritt weiter und haben uns entschieden, mit blitzblank zu arbeiten. ausschlaggebend war für uns genau dieses gesprächsgefühl: es wurde offen über zeitplanung, arbeitsrealität, schwierige bereiche wie sanitär oder stärker verschmutzte zonen gesprochen – also nicht nur über das, was gut klingt, sondern auch über das, was im alltag herausfordernd ist. das hat für mich mehr aussagekraft als jedes zertifikat.

am ende wird sich natürlich erst im laufenden betrieb zeigen, ob das auch wirklich so funktioniert. aber ich hab für mich gemerkt, dass nachhaltigkeit in dem bereich weniger eine frage von kontrollieren ist, sondern davon, ob struktur, organisation und umgang mit den mitarbeitenden stimmen. dann ist ressourcenschonendes arbeiten überhaupt erst realistisch.
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Ja gut, das wirst du halt nur in persönlichen Gesprächen abklären können. Wenn überhaupt.
Was einem davor versprochen wird und was danach gehalten wird, wie es in der Realität dann aussieht, sind schon oft zwei verschiedene Paar Schuhe. Eventuell würde ich mir da auch etwas schriftlich geben lassen oder mir ganz genau den Arbeitsvertrag ansehen.
Ich hoffe natürlich, es passt bei dir, würde da aber schon genau darauf achten wenn es dir so wichtig ist.
Am Anfang bei einer neuen Firma habe ich mir immer alles genau notiert und auch meine Stunden genau aufgezeichnet. Mit der Zeit, wenn man weiß, es passt alles, habe ich es dann wieder sein lassen. Bei mir hat es meine Aufzeichnungen nie gebraucht, es war nie zu meinem Nachteil.
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@emmab
ja, das ist ein guter punkt. ich geh auch nicht davon aus, dass man vorab alles absichern oder garantieren kann – versprechen und realität liegen ja leider oft auseinander, egal in welcher branche. wir haben uns deshalb bewusst dafür entschieden, nicht nur auf das erstgespräch zu vertrauen, sondern auch vertraglich und organisatorisch genau hinzuschauen, also was zeitvorgaben, leistungen und abläufe betrifft.

mir hat dein hinweis mit dem mitnotieren am anfang tatsächlich geholfen, das nehm ich mir auch so mit. nicht im sinne von misstrauen, sondern eher um ein gefühl dafür zu bekommen, ob das, was vereinbart wurde, im alltag auch realistisch funktioniert. ich glaub, gerade in der startphase ist es sinnvoll, genauer hinzuschauen – und wenn man merkt, dass es passt, kann man das ja auch wieder loslassen.

unterm strich bin ich jetzt ganz zufrieden mit der entscheidung, aber eben auch mit einer gewissen wachsamkeit. nachhaltigkeit funktioniert für mich nur dann, wenn sie nicht nur gut gemeint ist, sondern sich auch im arbeitsalltag für alle ausgeht. danke dir jedenfalls für deine erfahrungen, das war ein hilfreicher realitätscheck.

eine frage hätte ich noch an dich: gab es bei dir aus deiner erfahrung heraus irgendwelche punkte, bei denen du relativ früh gemerkt hast „okay, hier passt es“ oder umgekehrt „da wird’s schwierig“? also so typische warnzeichen oder positive signale im alltag, die man am anfang vielleicht leicht übersieht.
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Dann habt ihr von eurer Seite alles getan was ihr tun könnt. Ich würde jetzt nicht davon ausgehen, dass man mit dem Thema Nachhaltigkeit jeden über den Tisch ziehen will. Denke das ist in gewisser Weise eher ein Punkt von Idealisten für Idealisten. Wenn das deren USP ist und Firmen so etwas in die Richtung suchen und auch bereit dafür sind, dann wird man das schon so verfolgen.
Ja gut, aber gerade am Anfang wird man wohl sehr genau drauf schauen und wenn dann die Zeit vergeht, wird man nicht mehr so genau. Also wenn dann würde ich auch n och später Stichproben machen. Wie auch immer diese Überprüfungen aussehen sollten, da kann ich mir immer noch nichts vorstellen, wie ihr das überprüfen wollt.
Naja Warnzeichen sind: wenn mal keiner kommt, wenn nicht geputzt wurde, wenn weniger Arbeiter als vereinbart kommen, wenn immer neue Mitarbeiter kommen und sich nicht auskennen,...
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@emmab
danke dir nochmals für deine hilfe und die ehrlichen einschätzungen – das war wirklich hilfreich für unsere entscheidungsfindung.

wir sind jetzt seit dem start mit blitzblank bislang zufrieden. positiv fällt vor allem auf, dass abläufe klar sind, zeiten realistisch geplant wirken und bisher auch personell konstanz da ist. genau das waren für uns zentrale argumente: planungssicherheit, fixe kosten, keine organisation von vertretungen und der eindruck, dass qualität nicht nur über das ergebnis, sondern auch über struktur und arbeitsweise definiert wird.

natürlich ist das erst eine momentaufnahme, aber aktuell fühlt es sich stimmig an und bestätigt die punkte, die im vorfeld für uns ausschlaggebend waren. das projekt ist damit für uns vorerst abgeschlossen – wir bleiben aufmerksam, aber erstmal positiv gestimmt. danke nochmals für den austausch!
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