Bundeswehr vs. Berufsarmee


Also, ich soll ein Referat über die Pros und Contras von Bundeswehr und Berufsarmee halten.
Hierzu bräuchte ich natürlich Informationen (URLs, Bücher, ...), persönliche Meinungen, Erfahrungsberichte und Statements.

Brauchen wir sowas überhaupt oder ist das ganze überholt?
Was könnte man besser machen? Was für Alternativen gibt es?


Wäre super, wenn ihr mir weiterhelfen könntet und scheut euch nicht auch ein bisschen zu diskutieren, da sowas oft hilft neue Sichten und Ideen zu entwickeln.

Bearbeitet von sfor am 20.06.2006 09:55:48


Die Fragestellung ist mir nicht klar genug.

Meinst du nun: Bundeswehr ja (pro) oder nein (contra)?

oder

meinst du: Bundeswehr als Freiwilligenarmee oder als Wehrpflichtarmee?


Hoppla...sorry, hab nen kleinen Gedankenfehler gemacht.

Ich meinte natürlich Bundeswehr (mit Wehrpflicht) im Vergleich zur Berufsarmee.

Hierbei sollen jeweils die Pros und Contras aufgezeigt werden, um dann letztendlich auf einen Nenner zu kommen, was wohl für ein Land wie Deutschland besser sein würde: Bundeswehr, Berufsarmee, Alternative, volle Abschaffung, ...


Damit das klar ist: Deinen Deutschaufsatz mußte schon selber schreiben.

Zum Thema selbst:
pro Wehrpflicht: Hängt im wesentlichen mit unserer leidvollen Geschichte zusammen (NS mit seinem 1000jährigen Reich)
contra Wehrpflicht : Die Einberufungsquoten (wg. der Reduzierung der Armeestärken) sind mittlerweile so, dass von einer allgemeinen Wehr-Pflicht
nur noch zynisch gesprochen werden kann. Und ich meine damit nicht nur
solche Fälle wie Boris Becker & Co., die im besten Bundeswehralter gerade
nicht eingezogen wurden und so die Tenniskohle einsacken konnten ... .

Bis wann muß denn das Thema fertig und abgegeben sein??
Und: Poste mal, was du denn dafür gekriegt hast!
Aber ein stinknormaler Aufsatz hat doch nicht so einen Zeitvorlauf, wie du ihn
offenbar hast. Ist das sowas wie eine Halbjahresarbeit o.ä.?? :rolleyes:


OK, nur ein paar Stichpunkte.
Musste halt selbst weitersuchen.

Contra Wehrungerechtigkeit, nur ein Drittel wird gezogen.
Ein Drittel wird "vergessen" bzw Untauglich, ein Drittel Zivildienst.

Wehrdienst zu kurz, sind kaum ausgebildet, schon wieder raus.
Dadurch unnötige Belastung der Truppe, (Ausbilder)
Ausbildung nicht gut genug(Gut schon, aber nicht umfangreich genug, da gekürzt)

BW rekrutiert sich aus den Wehrdienstleistenden. Nur so ist angemessener Nachwuchs zu bekommen.

Wehrdienst bindet die Truppe in das Volk ein.
Jeder kennt jemand, der schonmal da war oder ist.
-Das schafft Transparenz, man bekommt mit, was hinter dem Zaun passiert und interessiert sich dafür.
(Vermeidung des "Staates im Staate")
-Gleichzeitig schützt es die BW vor "Verheiz"-Einsätzen, nach dem Motto "Is doch egal, schicken wir eben die Rambos hin."

Mit den Wehrpflichtigen kommt immer junges Blut in die Truppe.
Damit sind auch alle anderen, länger dienenden stets am Puls der Zeit.

Die Briten haben umgestellt auf Berufsarmee, haben auch Nachteile.
20 Jahre Mannschaftsdienstgrad beim Militär und dann?
-Überalterte Truppe.
-Keine Aufwuchsfähigkeit im Verteidigungsfall.

Vorteil allerdings, dass alle Soldaten eine entsprechende Ausbildung haben.

Hauptargument gegen die Abschaffung ist, das wir die Aufwuchsfähigkeit nicht brauchen, deshalb den teuren Wehrdienst loswerden wollen.

Was gibt es sonst für Alternativen?
-Miliz-Armee, z.B. Schweizer Armee


-
Denke, das reicht fürs erste.

Bearbeitet von Jaxon am 21.06.2006 22:24:28


Na Jaxon. Das war ja schon der halbe Aufsatz!

Bearbeitet von gert am 14.07.2006 19:50:43


Zitat
Die Briten haben umgestellt auf Berufsarmee, haben auch Nachteile.
20 Jahre Mannschaftsdienstgrad beim Militär und dann?
-Überalterte Truppe.


Meinste? Es kommen doch immer wieder "frische" Rekruten nach, also denke ich ist eine Überalterung doch gar nicht so die Gefahr. Finde persönlich eine Berufarmee sowieso besser, da die einfach die Erfahrung mitbringen, als die, wie du ja erwähntest, Wehrpflichtigen, die nur kurz mal in das Soldatensein reinschnuppern und dann schon wieder draussen sind.

2006

Üben für den Kongo:

http://youtube.com/watch?v=OQGBZul7VbI&search=bundeswehr


und ich dachte ich wär unsportlich :pfeifen:


Danke für dieses Video.
Seehr geil. Und doch traurig.

Allerdings ist die Hindernisbahn eine echte Herausforderung, auch für geübte.
Wenn dann noch ein Gewehr und Gepäck dazukommt, wid es lustig.

Ich habe nur auf das Drama an der Eskaladierwand gewartet, aber Ihr wurde ja geholfen.
Achtet mal auf den einen Ausbilder, der später einzeln rübergeht.
Perfekte Technik.

Bearbeitet von Jaxon am 22.06.2006 22:23:27


Man sollte dieses Video nicht unbedingt überbewerten,ist doch ,glaub ich ein Spaßfilm.Auf Kosten der Soldatin. <_<
Alle die zum Bund gehen sind nicht unbedingt Spitzensportler,auch die männl.nicht.Das trainiert man dort doch noch reichlich.
Eben,mit Gepäck u. Waffen wirds noch schwieriger.

Ich wäre für Berufsarmee. :)


@ alle: Danke für die vielen Postings. Das ist auf jeden Fall sehr hilfreich.

@ gert: Das Thema muss ich bis 10. Juli fertig bearbeitet haben und vortragen. Die Note kann ich dir natürlich erst nach dem Vortrag sagen.

@ Ingeborg: echt klasse Video, obwohl das wirklich nicht repräsentativ gewertet werden darf. Aber es ist auf jeden Fall sehr amüsant.

@ Jaxon: Deine Ausführungen und Stichpunkte haben mir besonders gefallen und ich werde davon wohl auch einige in meinem Ref. verwenden.

Besonders interessant fand ich die Aussage mit dem "Staat im Staat".
Aber eben auch das Thema mit der Überalterung bei Berufsarmeen kann ich gut einbauen.
Nur den Satz mit der Aufwuchsfähigkeit hab ich nicht ganz verstanden. Hab das Wort mal in meinem PC-Brockhaus nachgeschlagen, es aber nicht gefunden.

Die Sache mit der Miliz bzw. der schweizer Armee passt auch nicht ganz, da die Bundeswehr auch mehr oder weniger als Miliz betrachtet wird, da sich die Reservisten ja nicht mehr als Angehörige der Bundeswehr sondern als Angehörige des Volkes sehen, welche nach Bedarf bzw. im Kriegsfall wieder eingegliedert werden.


Bundeswehr ist eine Miliz? Ach was - das ist mir ja ganz neu. ;)

Die Bundeswehr besteht doch nicht nur aus Wehrpflichtigen? Dann nämlich könnte man sie als Miliz bezeichnen. Da dort aber sowohl Berufssoldaten als auch Zeitsoldaten in der Bundeswehr dienen, ist das für mich eine ausgewachsene Armee und keine Miliz in dem Sinne. Oder habe ich da was falsch verstanden?

Bearbeitet von DasMännle am 27.06.2006 18:13:08


@sfor & DasMännle

Vielleicht hilft folgendes:
DasMännle benutzt den Begriff "Miliz" (völlig zurecht) als Bezeichnung für eine Armee, die nur aus kurz-ausgebildeten Truppenteilen ("Bürgerwehr") besteht.
Bei DasMännle heißen diese nur kurz-ausgebildeten Truppenteile (wiederum völlig zurecht) Wehrpflichtige. Weil in der Bundeswehr neben den Wehrpflichtigen auch Berufssoldaten (um im Jargon zu bleiben: lang-ausgebildete Truppenteile) sind, kann die Bundeswehr folgerichtig - und darüber mokiert er sich ja - auch nicht als Miliz bezeichnet werden.
ssfor: Du benutzt einen anderen (nicht allgemeingültigen) Kausalzusammenhang, als DasMännle ihn benutzt. Ist es für dich einsehbar?
Und noch was: Das "Argument" mit der Aufwuchsfähigkeit müßtest du ja in deiner Arbeit erläutern. Ich würde mich da auch schwer tun. Vorschlag: Poste Jaxon das doch. Er wird dir das bestimmt erläutern wollen.

Und: Es bleibt dabei: Die Note teilst du uns hier nach dem 10.07.06 mit, ok??
Alles gute für deine Arbeit! :blumen:

Bearbeitet von gert am 27.06.2006 21:42:10


@sfor: warum fragst Du nicht gleich mal die direkt Betroffenen selbst?

Bundeswehrforum

:blumen:


Also,
Bei der BW gibt es den Grundwehrdienst.
Dieser gewährleistet die Aufwuchsfähigkeit.

Rechnet man mit einer Verschärfung der Lage können die Reservisten eingezogen werden.
Man denkt dabei an eine kurze Wiederholungsausbildung.

Normalerweise sind dafür frisch ausgeschiedene Wehrpflichtige oder längergediente Zeitsoldaten geplant, wirds ganz übel, dann eben auch die anderen, älteren.

Nach meiner aktiven Zeit hatte ich einen Wisch, der besagte, das ich für ein Jahr (oder warens 2 ?) zur Alarmreserve gehöre.
Hätte jemand im Fernsehen von "Verteidigungsfall ausgerufen" gefaselt, hätte ich damit mit der nächsten Bahn zur zugewiesenen Kaserne/Einheit zu fahren .

---

Das Miliz-System unterscheidet sich dadurch, das die "Grundausbildung" wesentlich kürzer ist.
Dafür wird man über das ganze Leben (?) verteilt immer wieder so ein-zwei Wochen einberufen, um weiter ausgebildet zu werden usw.

Man ist also immer teilaktiv.

Wenn ich richtig informiert bin, nehmen die auch ihre Waffe mit nach Hause.
Selbst wenn sie gerade nicht einberufen sind.

Ich glaube, das macht den Unterschied deutlich.

Bearbeitet von Jaxon am 27.06.2006 23:15:26


Zitat (Alf @ 27.06.2006 - 21:49:38)
@sfor: warum fragst Du nicht gleich mal die direkt Betroffenen selbst?





Alf,
der ist noch Schüler.
Der braucht noch ne kleine Hilfestellung!

Zitat (gert @ 27.06.2006 - 23:21:16)
Zitat (Alf @ 27.06.2006 - 21:49:38)
@sfor: warum fragst Du nicht gleich mal die direkt Betroffenen selbst?





Alf,
der ist noch Schüler.
Der braucht noch ne kleine Hilfestellung!

Das Bundeswehrforum ist auch für Interessierte Außenstehende, steht zumindest auf der Homepage. Und wenn er dort sein Anliegen höflich genug formuliert werden die ihm wohl nicht gleich den Kopp abreißen. :blumen:

Das muß er erstmal wissen bzw. da muß er erstmal drauf kommen.
Das ist so. Nicht bei allen. Aber es kommt vor.
Also Nachsicht bitte.
Hätte ich mir damals als junger Dachs auch gewünscht. :)


Zitat (gert @ 20.06.2006 - 10:44:56)
Damit das klar ist: Deinen Deutschaufsatz mußte schon selber schreiben.

Zum Thema selbst:
pro Wehrpflicht: Hängt im wesentlichen mit unserer leidvollen Geschichte zusammen (NS mit seinem 1000jährigen Reich)
contra Wehrpflicht : Die Einberufungsquoten (wg. der Reduzierung der Armeestärken) sind mittlerweile so, dass von einer allgemeinen Wehr-Pflicht
nur noch zynisch gesprochen werden kann. Und ich meine damit nicht nur
solche Fälle wie Boris Becker & Co., die im besten Bundeswehralter gerade
nicht eingezogen wurden und so die Tenniskohle einsacken konnten ... .

Bis wann muß denn das Thema fertig und abgegeben sein??
Und: Poste mal, was du denn dafür gekriegt hast!
Aber ein stinknormaler Aufsatz hat doch nicht so einen Zeitvorlauf, wie du ihn
offenbar hast. Ist das sowas wie eine Halbjahresarbeit o.ä.?? :rolleyes:

Interessiert mich wirklich auch mal.
Wir diskutieren im Familien- und Freundeskreis da auch drüber. Mit dem Kontext Pro für Wehrpflicht.
Da eine vernünftig geführte eigene Armee durchaus Gesicht und Charakter eines Staates ausmacht. Und Leuten, die engagiert und gewillt sind, durchaus Perspektiven bietet. Tradition hat. Und oft für die "Frischen" eine gute Erziehungs- und Ausbildungsmöglichkeit bietet.
Berufsarmee kriegt in der allgemeinen Denke schnell den Beigeschmack der ""Söldner", die universell und in jedem nur denkbaren Konflikt eingesetzt werden könn(t)en, wer immer da meint, irgendwelche Interessen durchsetzen zu wollen.

Ich bitte, mich schnellstens zu korrigieren, sollte ich da gerade auf dem falschen Pferd sitzen.

Allerdings wird eine Diskussion über das Thema sich erübrigen, da Rationalisierung und Sparzwänge (wofür das eingesparte Geld dann auch immer rausgeschmissen wird :ph34r: ) längst weg- und richtungsweisend geworden sind- auch und gerade für Standorte und die Soldaten an sich.
So sieht es aus.

Trotzdem, ein interessantes Thema! :blumen:

Okay, dann habe ich in dem Fall den Begriff Miliz wohl falsch aufgefasst.

Im Lexikon stand unter "Miliz" nur:

"Miliz:
Truppe, die nur zu kurzer Ausbildung und im Mobilmachungsfall einberufen wird.


Für mich waren Reservisten eben auch nur kurz ausgebildete Truppen, die im Ernstfall eingesetzt werden.
Aber das Argument mit den Berufs- und Zeitsoldaten hat mich davon überzeugt, das man die Bundeswehr nicht als Miliz bezeichnen kann, da dies ja ständige, länger ausgebildete Truppen sind.

Das mit dem Bundeswehrforum werd ich auf jeden Fall auch noch machen. Danke für den Tipp. Danke Alf!

@ Bi(e)ne:

Das mit dem Beigeschmack bei der Berufsarmee finde ich sehr plausibel. Sieht man sich da die US-Armee an, die auf "Verdacht" in den Nahen Osten geschickt wird und da dann ihre Kriegsspielzeuge austestet.

Sowas könnte ich mir bei der Bundeswehr nicht vorstellen, da hier doch für jeden Einsatz ein besonderes Mandat aus dem Bundesrat (wenn ich mich da nicht irre) und den verschiedenen Organisationen (NATO, UNO,...), denen sie ja mitunter auch angehört.

Einfach so irgendwo einwandern ist doch mit der BW gar nicht möglich. Hier ist also die kontrolle doch schon wesentlich besser.

Das würde wiederum auch das Argument "der Staat im Staat" bekräftigen, da durch den ständigen Wechsel der Wehrdienstleistenden immer kritisiert werden kann, was nicht passt, da die Ausscheider ja wissen, dass sie dem Verein nicht ewig angehören müssen.

Bei der Berufsarmee ist man drin und lässt sich wahrscheinlich einiges mehr gefallen und macht womöglich auch Sachen, die für den Staat nicht transparent sind.

Korrigiert mich bitte, wenn ich falsch liege.


Zitat (gert @ 27.06.2006 - 21:40:28)
Und: Es bleibt dabei: Die Note teilst du uns hier nach dem 10.07.06 mit, ok??


Sag an:

Was haste denn für ne Zensur bekommen?

Also, sorry, dass es so lange gedauert hat. Bin einfach nicht früher dazu gekommen.

Hab ne 2-3 dafür bekommen. Hätte mir zwar ne bessere Note gewünscht, aber der Vortrag war nicht so sicher, wie er hätte sein können.

Ich möchte euch trotzdem noch allen für eure rege Anteilnahme danken.


Du hast ja wirklich Wort gehalten.
Find ich gut!

Du weißt also, warum dein Vortrag nicht so für ne echte 2 rüber gekommen ist?!
Das kannste ändern! Beim nächsten Vortrag kanns schon besser werden!

Dafür, dass du Wort gehalten hast: :blumen:
jetzt Carlos


Danke fürs Feedback!


Gell, Jaxon!
Da sag einer was gegen die jungen Leute!
Wort gehalten hat er!


Klar, so bin ich halt...

Meine Fehler kenne ich auch. Was überhaupt nicht gut angekommen ist, war, dass ich meinen Vortrag und mich selbst nicht als das Absolute, die undendliche Wahrheit hingestellt habe, da ich mich persönlich nicht zu einer 100%igen Entscheidung für Berufsarmee oder Wehrpflicht durchringen konnte.

Zudem muss ich mich noch mehr anstrengen hochdeutsch zu sprechen, da doch das ein oder andere Mal der Dialekt hervorgekommen ist. (Aber wenn ich so rede, hört sich das immer so gekünstelt an.)

Den Zivildienst habe ich aber gut vom Thema getrennt und abgehandelt, sodass mir der nicht negativ gewertet werden konnte, obwohl dies ja eine der großen Tücken dieses Themas war.

Das nächste Mal wird es auf jeden Fall besser laufen (hoffe ich).

Danke nochmals, ohne euch hätte ich das wohl nicht so gut hinbekommen.


Zitat (sfor @ 19.07.2006 - 20:37:09)
Danke nochmals, ohne euch hätte ich das wohl nicht so gut hinbekommen.

Nu ist aber wirklich gut!
Und beim nächsten Mal - weißte ja:
Bei Frag-Mutti wird dir geholfen!

Alles liebe, alles gute!

Carlos


Kostenloser Newsletter