Ärztenotstand in Deutschland? .....


Hallo,

ich hoffe, ich setze dieses Thema ins richtige Forum. Sonst bitte verschieben... (War nicht ganz sicher...) Danke....


Also, ich unterhielt mich vor ein paar Tagen mit einer guten Freundin. Dabei stellten wir im Gespräch fest, dass in unserer kleinen Stadt viele Ärzte keine neuen Patienten mehr annehmen.

Ich frage mich allerdings, was soll denn mit den Leuten passieren, die z.B. neu hierherziehen. Was ist mit den Leuten, die vielleicht kein Auto haben, und nicht extra in eine andere Stadt fahren können? Was ist mit den Leuten, die krank sind und zum Facharzt müssen???


Ich bin Gott sei Dank in der Situation, dass ich meinen Arzt Gott sei Dank "früh" genug gefunden habe. Aber was ist mit allen anderen?

Was ist los in Deutschland????? ÄRZTENOTSTAND???
Wie ist das denn bei Euch?


Ich freue mich, auf eure interessanten Antworten...

LG Eure Letrina2008


Von einem Notstand geh ic hjetzt mal nicht aus, aber ich denke, dass viele Ärzte eben leiber Privatpatienten nehmen und die Kassenpatienten abweisen... zumindest in der normalen Sprechstunde. Im Notdienst nehmen sie aber trotzdem jeden. Ich kenne bei uns in der Gegend 2 Ärzte bei denen das behauptet wird.

Trotzdem finde ich das total daneben, wo bleibt den da der hippokratische Gedanke???


Das solltest mal schriftlich an den Geschäftsführer Deiner Krankenkasse mitteilen.

Natürlich mit einer Kopie an den Vorstand der Kassenärztllichen Vereinigung. Diese bittest mal Stellungnahme, wie es mit der Ethik und dem Ärzteschwur vereinbar ist.

Nenne darin die Namen der Ärzte und die Namen der Helferinnen, mit denen Du gesprochen hast. Oft leugnen die Ärzte, dass solche Auskünfte von ihren Praxen gegeben werden.

Hilfreich ist es auch, den Bürgermeister, sowie die örtliche Presse zu benachrichtigen. Die freuen sich über jede Nachricht.

Berichte mal hier von dem Ergebnis. Ich bin jedenfalls schon sehr gespannt.

Labens


Genau das werde ich nicht tun, weil ich das nich von den Ärzten selber weis, bzw. von deren Angestellten, sondern das Gerüchte sind, die bei uns rumgehen. Da das nicht meine Ärzte sind werd ich den Teufel tun und mich da irgendwie einmischen. Wenn mein Doc mich nicht behandeln würde weil ich "falsch" Versichert bin... dem würd ich was erzählen!!!

Es gab/gibt bei den Docs auch die Mode, dass Kassenpatienten länger warten müssen als Privatversicherte. Das hab ich einmal erlebt, dass ich trotz Termin länger warten musste als ein Privatversicherter, der (ohne Termin nach mir) wegen leichter Grippe kurzfristig reingekommen ist. Pech für den Doc... ich kannte den anderen Patienten. Dann hab ich den Arzt kurz "rund" gemacht und seither ist alles in Ordnung.


Hallo,

vielen Dank für die bisherigen Antworten. Es ist bei uns z.B. so, dass es "nicht nur"
Allgemeinärzte sind, sondern eben auch Kinderärzte, HNO-Ärzte, Gynäkologen, Zahnärzte, usw.


Ich finde es echt heftig....


LG Letrina2008


Ich sprech auch von Ärzten im Allgemeinen, nicht von Allgemeinärzten...

Bei uns munkelt man von einem Zahnarzt und einem Allgemeinarzt... Ich denke, diese "schwarzen Schaafe" gibt es in jeder Branche/Fachrichtung.

Klar ist auch, dass die das "dicke" Geld eben über die Privatversicherten machen. Warum soll ich für 5 Euro putzen gehn, wenn ich auch für 10 Euro Knöpfe drücken kann? Will sagen: Wenn ich Arzt wäre und würd bei einem Privatpatient 2-3x so viel verdienen wie bei einem Kassenpatienten wäre die Versuchung schon groß, nur noch diese zu behandeln... Auch wenn ich persönlich das nicht mit meinem Gewissen vereinbaren könnte!


Meinen Hausdoc habe ich in einer Gemeinschaftspraxis. Sollte er nicht da sein - hab ich immer noch zwei andere Ärzte, die mir zur Verfügung stehen. Im Notfall ist also immer jemand da.
Beim Gyn habe ich es auch schon erlebt, das ich keinen Termin bekommen habe, weil die Praxis überlaufen war. Und das nicht nur einmal. Ich war auf der Suche nach einem neuen Gyn, hatte einen Eingriff hinter mir und brauchte Betreuung. Aber es half alles nix, ich hörte ständig die Aussage, das tut mir leid, unsere Praxis ist überlaufen. Melden sie sich in 6 Monaten noch einmal. BÜDDEEE? :blink:
Ich habe zum Glück einen Gyn gefunden, ein Anruf, Vorgeschichte erzählt, Termin bekommen. Und da bin ich jetzt schon länger und sehr zufrieden. Und welch ein Glücksgriff, er kennt meine behandelnde Ärztin der Uni, er hat Ahnung von meiner Erkrankung und wenn ihm etwas komisch vorkommt, wird sofort in die Uni überwiesen. Die Zusammenarbeit mit der Uni, dem Gyn und dem Hausdoc läuft reibungslos, ich kann jetzt sagen, ich bin in guten Händen.
Da hab ich nämlich schon ganz andere Dinge erlebt..........


Meine Nachbarin hat schwer Rheuma.
Letzten April war es so schlimm. dass sie vor Schmerzen noch nicht mal alleine aufs Klo konnte, sich nicht alleine anziehen ......u.s.w. !

Der Rheumatologe gab ihr einen Termin für September !!! :wallbash:

Ihr Mann brachte sie dann ins Krankenhaus, dort war sie nach zwei Wochen Schmerzfrei :o also geht doch ! :angry:


In der Regel sitzt man bei meiner Ärztin 2-3 Stunden,egal ob Termin oder nicht .
Egal ob kundekrank oder nur eine Spritze. Und Termine bei Fachärzten dauern fast
immer ein viertel Jahr und länger. Bei einem Arzt in der Stadt kommt man erst
garnicht bis ins Sprechzimmer.weil seine Frau (ehemalige Lehrerin) die seit längeren
dort als Schwester mit arbeitet alles was geht schon am Empfang abfertigt.
Viele leute sind schon weg weil sie einfach die Faxen dicke haben und man ehr einen
dicken Hi..... vom sitzen hat bevor man dran kommt. Und die guten Schwestern die dort
waren und auf die Partienten eingegangen sind, haben sich andere Arbeitsstellen gesucht ,weil sie mit der "Frau Docktor" nicht klar kamen. Aber da dieser Arzt
auch Internist ist hat er sowieso genug zu tun und man hat das gefühl das er sich aussuchen kann an welchen Partienten er mehr verdient. Traurig aer es ist so.
Nur gut das nicht alle Ärzte so sind.


Als ich die A*K verlassen hab hat mein A*K-Sachbearbeiter mir gesagt dass die einen Vertrag mit manchen Ärzten haben, der besagt, dass man als Mitglied nicht so lange Wartezeiten hat, also wie ein Privatversicherter schneller drankommt. Erstens glaub ich nicht dass das stimmt, sonst täten das alle machen und zweitens würd sich das mein Doc nicht erlauben... sonst :stuhlklopfen: !!!

2-3 Stunden Wartezeit??? Normal is das NICHT! Das kenn ich maximal von Praxen die keine Terminvergabe haben (Offene Sprechstunde) oder wenn ich auf gut Glück hingeh (ohne Termin) oder wenn ein schlimmer Notfall dazwischen kommt... und da hat ja wohl jeder Verständnis, oder?


Kannst du glauben,es ist so, nur 2 Allgemeinärzte und ein großes Einzugsgebiet.


Wir haben wohl nicht zu wenige Ärzte, aber irgend etwas stimmt da im System nicht.
Beim-Arztbesuch-sind-Deutsche-Spitze

Ich weiß auch nicht, ob die Behandlung oberflächlich ist oder wir zu wehleidig sind. Aber im internationalen Vergleich geht ein Patient nicht im Durchschnitt 18 mal (ohne Zahnärzte) zum Arzt.

Klar ist, dass ein bekannt guter Arzt sich irgendwann seine Patienten aussuchen kann und er dann eben (außer im Notfall) keine Kassenpatienten mehr annimmt. Dann muss sich ein neuer Patient halt evtl. mal bei einem jüngeren Arzt umsehen. Sofern auch wirklich ein jüngerer Arzt mit freien Kapazitäten im Ort ist, ist das m. E. so auch ok.

Echte Probleme haben alte Menschen, die kein Auto haben, für die aber die Fahrt mit Bus/Bahn zum nächstgrößeren Ort ernsthaft beschwerlich ist.
Diese sind dann oft wirklich darauf angewiesen, dass der ansässige Internist / Ortophäde etc. mehr Patienten behandelt, als er in seinem Terminplan unter bringt. Und das ist halt keine gute Situation.

Eigentlich sollte man nun erst mal untersuchen, warum bei uns derart viele Arztbesuche IM DURCHSCHNITT anfallen.

Weil die Arbeitgeber doch lieber ab dem ersten Tag eine AU sehen? Und deshalb jeder, der wegen heftiger Erkältung mal einen Tag nicht arbeiten kann, beim Arzt aufschlägt?

Weil die Abrechnung immer noch Quartalsweise erfolgt? Und man daher grundsätzlich Medikamentenpackungen maximal in Quartalsgrößen verschreibt? Und ganz sicher immer noch ein letzter Kontrolltermin im nächsten Quartal notwendig ist?

Weil der Arztbesuch trotz allem so billig ist, dass man nicht mehr die einfachsten Hausmittel (Kammillentee und heiße Milch mit Honig) bei banalen Krankheiten ausprobiert, ehe man zum Arzt geht?

Kann natürlich auch sein, dass die Versorgung bei uns so gut ist, dass hier Menschen noch zu Hause leben können, die anderswo im Krankenhaus versorgt werden müssten. Und daher der Schnitt so hoch ist.


Seltsam, ich dachte eigentlich, dass die Leute nicht mehr so oft zum Arzt gehen - aus Angst nämlich wegen des Arbeitsplatzes. So habe ich es jedenfalls schon öfter gehört. :huh:


Dann kannste mal sehen, wie oft die vorher beim Doc waren!!! :D


Zitat (Staubhase @ 18.01.2009 21:14:51)
Seltsam, ich dachte eigentlich, dass die Leute nicht mehr so oft zum Arzt gehen - aus Angst nämlich wegen des Arbeitsplatzes. So habe ich es jedenfalls schon öfter gehört. :huh:

Zum Arzt gehen und nicht zur Arbeit gehen ist ja nicht das gleiche.

Zum einen darf man zwar meist bis zu drei Tage ohne AU zu Hause bleiben, aber wer Angst hat, tut das nicht. Völlig überflüssige Arztbesuche.

Zum anderen wäre die eine oder andere Krankheit mit einigen Tagen Bettruhe wohl problemlos auskuriert, erfordert aber - wenn sie verschleppt wird - vielleicht doch noch den einen oder anderen Arztbesuch.

Der dritte Punkt ist der, dass hier ja nicht nur Arbeitnehmer gezählt werden. Es ist doch seit Jahren so, dass möglichst nur mehr 120% belastbare Menschen in den Betrieben gehalten werden. Dass da der Krankenstand geringer ist, als wenn man auch mal alte, behinderte oder nicht mehr so Belastbare beschäftigt, liegt eigentlich auf der Hand.

Außerdem ist dieses Jahr das erste mal seit Jahren der Krankenstand wieder leicht gestiegen.

Hallo, es ist wirklich schlimm geworden. Habe auch schon sehr viel negatives erlebt.Wenn ich darüber schreiben würde,wären 2 Seiten noch zu wenig.

Habe es gerade wieder erlebt. Bin seit Jahren schon bei einer Augenärztin und sollte mir (Überweisung von meinem Rheumatologen) einen Termin geben lassen. Wahrscheinlich durch die Medikamente der Augendruck zu hoch. Den ersten Termin, den mir die Schwester gab, war im Mai. Es sei ja kein Notfall. Ich könnte ja als Privatpatient kommen, da wäre es gleich möglich. Da ich schon einige negative Erfahrungen mit der Ärztin hatte, bin ich jetzt einfach mal ausgerastet.Ich habe ihr gesagt, das ich als Kassenpatient schon Beiträge genug bezahle und das ich mir einen anderen Augenarzt suche. Ihre freche Antwort war: Dann müssen sie das tun,wir haben genug Patienten. Ich war so sauer. Das Ende vom Lied, ich habe noch keinen neuen gefunden.

Aber es ist nun mal so, man darf wirklich nicht krank werden. Bei uns in der Umgebung sind die meisten Allgemeinen schon weit über 60 Jahre. Bei zweien sind Nachfolger, die Kinder übernehmen die Praxis.Mein Hausarzt meint, noch vielleicht 4 Jahre, dann wirds wohl eng werden. Ich frag mich,was dann werden soll.
Ob unsere Politiker sich darüber wohl auch mal Gedanken machen? Ich glaubs bald nicht.

Bis bald, Kapusche


Moers/Niederrhein, im Jahr 2005.

Schatzi bekam (nicht von mir) während meines Besuches starke Schmerzen im Bauch. Ich das Mädel ins Auto gepackt, zum allernächsten Doc. Sie sagte mir allerdings schon vorher, dass die Allgemeinärzte in Moers alle keine neuen Patienten annehmen würden. Ich konnts nicht glauben. Die Sprechstundenhilfe fertigte uns patzig am Tresen der Praxis ab mit den Worten "fahren sie sie doch ins Krankenhaus". Behandlung tatsächlich im Krankenhaus mit mehrstündiger Wartezeit. Unsere Reaktion später:

Beschwerde an die Landesärztekammer. Resultat: eine Krähe hackt der anderen kein Auge aus (hat mal nichts mit mir zu tun....).

Anzeige wegen unterlassener Hilfeleistung. Wurde ganz offensichtlich unter den Tisch fallen gelassen.

Als ich wieder zuhause war, probierte ich es aus. Rief fast sämtliche Allgemeinärzte in Moers an, bat um einen schnellen Termin, da ich angeblich starke Bauchschmerzen hätte. Einige fragten noch, ob ich denn Kassen - oder Privatpatient wäre. Die Anderen sagten mir gleich ab, meist recht unwirsch.

Meine eigenen Erfahrungen hab ich

HIER

bereits dokumentiert.

Da soll mich nur noch jemand fragen, WARUM ich mir nicht n Arzt in der Nähe suche.

Weil für mich der Besuch beim Arzt VERTRAUENSSACHE ist.

ICH will als MENSCH behandelt werden, nicht wie ne nichtssagende Nummer.

Und aufgrund meiner sehr schlechten Erfahrungen wäre ich sehr dafür, die privaten Kassen GÄNZLICH abzuschaffen. Es kann nicht angehen, dass Menschen mit niedrigem Einkommen schlechter behandelt werden als Leute, die mit ihrem Geld nicht mehr wissen, wohin.


Gruß

Abraxas


Hi,

ich möchte nur mal darauf hinweisen, dass ich einem Arzt die Kassenzulassung entzogen habe.

Danach bekam er richtig Probleme, weil er mit seinen Privatpatienten nicht leben kann.
rofl

Deshalb meine Bitte:
Informiert den Geschäftsführer der Krankenkasse, evtl. den VdAK und die KV.

Labens



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