Abwrackprämie: was haltet ihr davon?


Mal bagesehen davon, dass ich es für eine Frechheit halte, eine staatliche Prämie zu zahlen, um ein neues Auto zu kaufen, jetzt diskutieren unsere Polit - Deppen darüber, ob die Abwrackprämie auch für Hartz-IV-Empfänger gelten soll.

Ich selbst bekomme zusätzlich zu meinem kargen Salär als Taxifahrer und Disponent auch noch einen kleinen Teil des großen Hartz-Topfes gespendet. Weil ich sonst kaum von meinem Lohn leben könnte. Ich fahre einen nunmehr 19 Jahre alten Fiesta. Nie im Leben käme ich auf die Idee, mir ein steuerfinanziertes neues Auto zu kaufen. Warum auch? Wenn ich mich mal von meinem "Bobberle" trennen muss, kaufe ich garantiert wieder einen Gebrauchten.

Aber zum Kern: mal wieder werden Leute, die sich ein neues Auto leisten können, vom Staat unterstützt.

Für Kinder gab es einmalig hundert Euro. Toll. Kinder sind ja auch keine Konsumenten. Jedenfalls im Sinne der Regierung nicht. Noch nicht. Was meint ihr? Ist es wichtiger, ein Statussymbol aus Steuergeldern zu finanzieren oder vielleicht doch besser wichtige, richtige Investitionen in die Zukunft zu tätigen, nämlich in die nächste Generation? Ich könnte mir vorstellen, eine einmalige Zahlung, zweckgebunden für den Kauf von Kleidung, Spielzeug, Schulsachen oder eine Schulfahrt im Wert von 2500 Euro könnte so manchen Eltern viel helfen und den Konsum genauso ankurbeln wie diese besch****** Abwrackprämie.

Was meint ihr?


Gruß

Abraxas


Ich würde für meinen jetzt 10 Jahre alten Vectra noch mehr als 2500€ bekommen.
Überhaupt finde ich das Kriterium, ab 9 Jahre bescheuert. Es gibt viele 10jährige Autos, die genau so umweltfreundlich sind, wie heute auf dem Markt angebotenen.
Wenn schon Geschenke dann für Menschen, die sich schwer ein neueres Auto kaufen können. Diese Gelder, die der Staat gerade rauswirft wird er auch wieder einsammeln dürfen + Zinsen :D Wartet mal nach der Wahl. Sinnvoller wäre das Geld in Bildung investiert gewesen.

Ich werde meinen Vectra noch weiter fahren und wenn die reparaturen zu teuer werden kaufe ich mir einen Jahres-oder Zweijahreswagen.


Wer sich ein Auto von einem BLP (Bruttolistenpreis) sagen wir mal von 60.000 Euro leisten kann, der braucht auch nicht unbedingt eine Abwrackprämie. Allerdings bezweifel ich, dass derjenige, der sich so ein Wagen leisten kann, ein altes Fahrzeug hat, was älter als 9 (?) Jahre ist und auf seinem Namen länger als ein Jahr zugelassen ist. Solche Menschen kaufen sich gerne schon nach drei bis vier Jahren einen neuen Wagen und geben dann den alten in Zahlung. Da kann man nicht wirklich davon Reden, dass diese staatl Unterstützung mal wieder nur den Dicken Fischen zugesprochen wird.
Interessant ist die Abwrackpämie für Familien, die sich was zurückgelegt haben und sich einen Kleinwagen kaufen möchten. Wenn ich die Kohle hätte und die Bedingungen erfüllt hätte, würde ich mir lieber einen Neuwagen zulegen. Wenn man nur "Serie" nimmt (hier sind natürlich Vergleiche zu ziehen) kommt man recht günstig an einem kleinen "Neuen" dran. Gerne auch per Leasing oder Finanzierung. Manche Autohäuser geben die Zinssenkung auch weiter. Das lohnt sich schon. In dem Falle sollte man sich schon ein wenig auskennen. :pfeifen:
Einen gebrauchten würde ich mir dann nicht nehmen, denn die haben so ihre Macken. Evtl zahlt man drauf. Muss nicht immer so sein, aber auszuschließen ist das nicht.

100 Euro staatliche Unterstützung für meine Kinder ist zwar sehr nett, bringt mich aber nicht weiter. Diese 100 Euro pro Kind würden bei mir untergehen. Vermutlich würde dieses Geld in den Haushalt fließen, der ja auch den Kids zu Gute kommt. Lebensmittel, zwischendurch ein wenig Kleidung, Schulartikel usw. Wer will kontrollieren, ob ich das Geld auch wirklich fürs Kind gebraucht habe?
Sagen wir mal ich bekomme die 100 Euro für Junior, der wünscht sich sehnlichst ne Playsi 3. Toll, die Playsi 3 kostet wesentlich mehr wie 100 Euro. Entsprechende Spiele wachsen leider auch nicht bei uns im Garten. Nee, Leute, da kaufe ich sicherlich keine Playsi 3. Diese Art von Wirtschaft wird dann leider von uns nicht angekurbelt. Das kann ich mir dann mal eben - mitten im Jahr - auch nicht leisten.

2500 staatliche Unterstützung für Junior. Geil, Klasse, Genial. Was machen wir mit der Kohle? Kleider kaufen? Für 2500 Bucks? Kinder wachsen schnell aus allem heraus. Ich kaufe garantiert keine Klamotten für 2500 Euro für den Kurzen, Junior nach 3 Monaten rausgewachsen, nix passt mehr, ich muss neue Klamotten kaufen. Leider nicht mehr für mal eben 2500 Euro, da es ja nun an meine Schatzschatulle geht. Also auch hier keine Wirtschaftsankurbelung von meiner Seite.
Da würde ich eher sagen, wir kaufen das, was benötigt wird, schauen aber nach entsprechenden Angeboten, legen noch einen Teil zurück für eine evt. Klassenfahrt oder Freizeitcamp im Sommer. Den Rest kommt der Berufsausbildung zugute. Und wenn es nur für einen Roller ist, mit dem er später zur Arbeit, Berufsschule oder Uni fährt.


Das Argument "Umwelt" ist m.E. Augenwischerei. Rechnet man nämlich den Energie- und Ressourcenaufwand für Herstellung eines Neuwagens und Verschrottung eines Altfahrzeugs mit ein, ist es auch bei relativ hohen Fahrleistungen umweltfreundlicher, das alte Auto bis zum Geht-nicht-mehr zu fahren und nicht wegen zwei, drei Litern geringerem Verbrauch vorzeitig zu wechseln.

Das Argument "Wirtschaftsförderung" halte ich für einseitig. Natürlich geht es unserer Automobilindustrie schlecht, aber andere Branchen leiden auch und speziell im Kleinwagensegment (und für Kleinwagenfahrer lohnt sich die Prämie besonders) sind ohnehin die ausländischen Hersteller stärker als die deutschen. Wirtschaftsförderung wäre also eher gegeben, wenn es einen Einkaufsgutschein für den Kauf beliebiger Güter inländischer Hersteller gäbe - aber das wäre vermutlich diskiriminierend :)

Ich missgönne es niemandem persönlich, die Prämie in Anspruch zu nehmen, aber meiens Erachtens hätte es sinnvollere Möglichkeiten gegeben, das Geld zu verwenden.


Für mehr Lehrer ist kein Geld da, um die Schulen auf den heutigen Stand zu bekommen auch nicht, auch wäre es besser gewesen die Schülerbuskarten voll zu bezahlen oder die Lehrmittel-aber man will ja die Autoindustrie ankurbeln. Das wird aber nur kurzfristig helfen. Langfristig werden einige Firmen zu machen ob man ihnen Milliarden gibt oder nicht-die Rechnung bekommt eh der Steuerzahler.


Also Leute, ich hab die Prämie genutzt... Hab meinen alten Wagen (Bj.'91) unfallbedingt nicht mehr durch den Tüv bekommen und die Vorteile eines kleinen Neuwagens haben für mich einfach überwogen...

(Habe aber bei den Vatis schon darüber berichtet... falls einer Interesse hat das nachzulesen.)

Ich wollte mir eigentlich nie im Leben einen Neuwagen kaufen... nu isses doch passiert.

Und ja, ich gestehe... es ist ein Peugeot, also kein "deutsches" Auto. Und das ist auch das erste Mal, dass ich von VW und Bmw weggekommen bin.

Das ist nichts gegen die Hersteller, sondern einfach eine Preisfrage.

Außerdem muss man sich auch mal Fragen, wo die Kleinwagen der deutschen Autobauer zusammengeschraubt werden!!!


Dass es alles ein großer Schmuh ist, dürfte wohl dem Dümmsten klar sein.
Die Regierung hat eigentlich nichts gemacht als die Mwst. für Neuwagen kurzzeitig runter zu drehen. Denn die machen trotz Rabatt der Händler im Durchschnitt immer noch Gewinn mit der Mwst.

Und was passiert wenn die 600000 Autos weg sind und die Prämie versiegt? Dann bricht der Kleinwagensektor total zusammen, weil jeder der normal noch 2 Jahre hätte sparen müssen hat dann schon einen Neuen und die gebrauchten sind verschrottet oder (/und) im Ausland...

Dann geht der Spaß erst richtig los! Das kann ich euch fast versichern!


Zitat (tigermuecke @ 03.03.2009 20:21:10)
wenn es einen Einkaufsgutschein für den Kauf beliebiger Güter inländischer Hersteller gäbe -

Einen Einkaufsgutschein in einer bestimmten Höhe ist ja auch ganz nett. Aber so richtig die Wirtschaft damit ankurbeln wird man damit auch nicht. Ángenommen, pro Bürger würde es 500 Euro geben. Einen supergeilen Plasma-TV mit was weiß ich nicht wieviel Zoll kriege ich dafür auch nicht, ich müsste also draufzahlen. Wer kann denn heutzutage noch draufzahlen? Also kann ich mir nur das kaufen, was ich mir auch leisten kann. Auch in diesem Fall würde das Geld nur für Kleidung, Kleinmöbel o.ä. draufgehen. Vermutlich gibt es da auch noch staatl. Begrenzungen.
A la "nur bei div. Firmen oder Herstellern siehe Anlage , pro Produkt nur ein Gutschein, einzulösen bis zum 15. Monat XY 2009". Selbst wenn viele Haushalte die Einkaufsgutscheine einlösen würde, was kommt danach?
Klar, wäre vielleicht auf die Masse, Konsument und Geschäft gesehen ein Kaufansturm zu verzeichnen. Aber danach ist die selbe Flaute wie vielleicht ein halbes Jahr zuvor. Wenn ich das habe, was ich mir schon immer gewünscht habe, und mir der Einkaufsgutschein gerade recht kam, dann mache ich persönlich erst mal eine Einkaufspause. Damit kurbel ich auf Dauer auch keine Wirtschaft an.
Dann sind wir genauso weit, wie wir es jetzt sind. Man kann leider sein Geld nur einmal ausgeben. Da hilft mir auch der Gutschein nicht viel.

Auch das Geld auf anderem Wege unters Volk zu bringen ist lächerlich.

Denn Erstens reden wir von Geld das garnicht existiert... also wird die zum Bersten gespannte Finanz-Seifenblase nochmal aufgepumpt und Zweitens wäre es auch wieder nicht gerecht.
Sollte man, um beim Bsp. kostenloser Schulbus zu bleiben, lieber die unterstützen die in Städten fahren, wo der Preis teurer ist, oder die, die lange Strecken fahren müssen (bsp. "Landkinder") um die Schule zu erreichen, was den Preis zusätzlich erhöht?
Nur die Schüler unterstützen die in den sozialschwachen Bezirken wohnen, oder auch die deren Eltern den Schulbus aus der Spesenkasse zahlen... wegen der Gleichberechtigung?

In Kinderkleidung investieren? Dann werden Tausende "alte" Kleidungsstücke aussortiert und durch Markenklamotten ersetzt und jeder meckert darüber. Denn die Markenklamotten auf die unsere Kinder von heute stehen werden auch wieder nicht in der BRD hergestellt. Und die anderen Kleidungsstücke hätte man vor dieser Staatlichen Unterstützung noch 3 Generationen weiter vererben können...

Alles ein großer Bluff. Aber wenn ich schon (nach der Wahl) wieder zur Kasse gebeten werde, um diese Haushaltsloch zu stopfen, dann will ich vorher wenigstens mal rein greifen und mir meinen Teil abgreifen...


Zitat (Eifelgold @ 03.03.2009 20:43:45)
Dann sind wir genauso weit, wie wir es jetzt sind. Man kann leider sein Geld nur einmal ausgeben. Da hilft mir auch der Gutschein nicht viel.

Richtig. Aber der Unterschied wäre dass die Geschäftsmänner sich kurzzeitig eine "Goldene Nase" verdient hätten.

Was sie aber, weil sie ja wissen, dass es nicht auf Dauer ist, nicht an ihre Arbeiter weitregeben, sondern für schlechte Zeiten bunkern.

Somit kann der AN dann auch wieder nicht mehr Geld ausgeben.

Wenn dann noch so Sachen wie Arbeitslosigkeit oder Kurzarbeit im Raum stehen binkert der Arbeiter seine Habseligkeiten zusätzlich auch noch und dann steht die Wirtschaft (finanziell) erst recht still!

Es ist doch einfach so- es ist nun mal nicht möglich das Bruttosozialprodukt immer weiter zu steigern. Irgendwann hat jeder sein Auto, Wohnung was auch immer und dann wird nur noch ersetzt was kaputt ist. In Amerika hat sich die Krise doch schon vor Jahren angekündigt, immer mehr Rabatte damit noch gekauft wurde. Konsumieren was nur geht-wo das Geld herkam wollte niemand wissen. Es kam durch steigende Immobilienpreise, Überschuldung der Bürger, Aktiengewinne. Nun bricht das Luftschloss zusammen. Das die ganze Welt/Finanzwelt darin verstrickt ist-fatal.

Vielleicht bricht alles zusammen, dann gibt neues Geld, der Staat ist Schuldenfrei und es geht von vorne los.

Um die Altersversorgung sieht es dann besonders schlecht aus, da auch Riesterrente und co. von Aktien, Anlagen etc. abhängig sind.

Bearbeitet von Sparfuchs am 03.03.2009 20:58:44


Zitat (Sparfuchs @ 03.03.2009 20:57:45)
Vielleicht bricht alles zusammen, dann gibt neues Geld, der Staat ist Schuldenfrei und es geht von vorne los.

Wenn ich mich nicht irre bleiben die Schulden der "kleinen Leute" aber, im Fall einer Inflation, bestehen... wie sich dass mit den Staatsschulden verhält weiß ich nicht.

Wenn wir, als Staat, bei einem anderen Staat Schulden haben, und unsere Währung bricht zusammen, was hat das dann für eine Auswirkung auf die Staatsschulden?

Zitat (Schwaller @ 03.03.2009 20:57:28)

Wenn dann noch so Sachen wie Arbeitslosigkeit oder Kurzarbeit im Raum stehen binkert der Arbeiter seine Habseligkeiten zusätzlich auch noch und dann steht die Wirtschaft (finanziell) erst recht still!

Richtig, denn wenn ich keinen Job mehr habe, dann kaufe ich nicht noch übermütig ein. Dann sehe ich einfach nur zu, dass ich die Fixkosten wie Wohnzins, Strom, Gas Waser und die Lebensmittel bezahlt bekomme.
Dann kaufe ich mir nichts mehr. Denn ich will bestimmt nicht in die Private Inso gehen.

Zitat (Schwaller @ 03.03.2009 21:02:29)
Wenn ich mich nicht irre bleiben die Schulden der "kleinen Leute" aber, im Fall einer Inflation, bestehen... wie sich dass mit den Staatsschulden verhält weiß ich nicht.

Wenn wir, als Staat, bei einem anderen Staat Schulden haben, und unsere Währung bricht zusammen, was hat das dann für eine Auswirkung auf die Staatsschulden?

Es beginnt ja mit einer wahnsinnigen Inflation, da nutzt es den anderen Ländern nicht das Sie Geld von uns bekommen, wenn es nichts mehr Wert ist. Tja, die Ersparnisse der Bürger sind dann nicht mehr viel Wert-wie das mit Privatschulden ist,weis ich auch nicht.

Zitat (tigermuecke @ 03.03.2009 20:21:10)
Das Argument "Umwelt" ist m.E. Augenwischerei. Rechnet man nämlich den Energie- und Ressourcenaufwand für Herstellung eines Neuwagens und Verschrottung eines Altfahrzeugs mit ein, ist es auch bei relativ hohen Fahrleistungen umweltfreundlicher, das alte Auto bis zum Geht-nicht-mehr zu fahren und nicht wegen zwei, drei Litern geringerem Verbrauch vorzeitig zu wechseln.

Du sprichst mir aus der Seele, "für die Umwelt" ist die Abwrackprämie in meinen Augen der blanke Hohn. Dem Umweltschutz hat man damit nix Gutes getan.

Und dass Hartz-IV-Empfänger die Prämie nicht in Anspruch nehmen können, finde ich sowieso :wallbash: Das widerspricht dann auch dem Argument "Wirtschaftsförderung" - und der Gleichbehandlung. Aber dass Hartz-IV-Empfänger als Menschen 3. Klasse behandelt werden, sollte wohl inzwischen den meisten Menschen klar geworden sein.

Und dann: 100 Euro für ein Kind, 2.500 Euro für ein neues Auto - das zeigt mal wieder sehr schön die Wertigkeit in diesem Land :keineahnung:

Zitat (Abraxas3344 @ 03.03.2009 19:33:18)
...eine einmalige Zahlung, zweckgebunden für den Kauf von Kleidung, Spielzeug, Schulsachen oder eine Schulfahrt im Wert von 2500 Euro könnte so manchen Eltern viel helfen und den Konsum genauso ankurbeln wie diese besch****** Abwrackprämie...

Hm, ich meine dazu: da es gerade die Automobilindustrie ist die so extrem am abkacken ist, ist es durchaus sinnvoll diese zu unterstützen.
Denn 2500 EUR einmalig helfen dem Familienvater, der dafür von Opel & Co. rausgeworfen wird, weil keine Autos mehr produziert werden, auf Dauer auch nicht viel weiter... Denk mal ein bisschen langfristiger... an so nem Auto verdienen mehr Leute in Deutschland was als an Kleidung aus China (es gibt ja nicht nur die Hersteller sondern auch die zigtausend Zulieferfirmen)! Auch die ausländischen Hersteller haben oft etliche deutsche Zulieferer. Und bei sehr vielen davon geht es im Moment nicht darum, ob man 2009 mal ein bisschen weniger Gewinn macht, sondern, ob man 2009 überhaupt "überlebt" - ich arbeite ja selber in so nem Unternehmen, nicht schön im Moment kann ich euch sagen!

Zitat (madreselva @ 03.03.2009 21:41:27)
Und dann: 100 Euro für ein Kind, 2.500 Euro für ein neues Auto - das zeigt mal wieder sehr schön die Wertigkeit in diesem Land :keineahnung:

Na, rechne doch mal genau: die 100 EUR fürs Kind gabs doch nur oben drauf zum Kindergeld und Erziehungsgeld, wenn du das mal auf die Zeit umrechnest, die du für deine Kegel insgesamt Kindergeld bekommst, kommen da sicher mehr als 2500 EUR raus!

Ich denke übrigens nicht, dass diese Abwrackprämie wirklich jemanden dazu bewegt ein neues Auto zu kaufen, wenn er es nicht eh demnächst vorgehabt hätte, es wird höchstens jemanden dazu bewegen, seinen Kauf evtl eher zu tätigen.

Zitat (Sparfuchs @ 03.03.2009 20:57:45)
Es ist doch einfach so- es ist nun mal nicht möglich das Bruttosozialprodukt immer weiter zu steigern.

Stimmt, lernt man in jedem Wirtschafts-Grundkurs, es kann nicht immer nur aufwärts gehen, es muss auch mal wieder nach unten gehen, Wirtschaft ist ein Kreislauf. Komisch, dass das vielen klar ist, nur den lieben "Experten" nicht, die ständig ein Wirtschaftswachstum planen...
Aber genauso gehts irgendwann wieder mal nach oben, es ist nur die Frage, wann das sein wird.

Madreselva hat recht!

Daß Autos in unserem Land einen weitaus höhreren Stellenwert haben als Kinder, war mir schon vorher klar, jetzt ist diese Vermutung politisch noch mal verstärkt worden.

In meiner Stadt fordert ein Anwalt jetzt eine Abwrackprämie für Fahrräder. Selbstverständlich habe ich diese Forderung unterschrieben. Diese Scheiß-Heuchelei, von wegen "Neue Autos zugunsten der Umwelt" kotzt mich total an!!!

Wenn der Staat umweltfreundliches Verhalten unterstützen soll, dann sollen die Leute doch Geld bekommen, die ihren Hintern entweder aufs Radl oder in Bus und Bahn schwingen!


Naja, es verdienen halt mal hier ein ganzer Haufen Leute ihr Geld mit irgendwas, was im Entferntestens mit Autos zu tun hat... insofern kommt es doch auch den Kindern zugute, wenn die Papis und Mamis ihre Jobs behalten, oder??

Ob der Name "Umwelt"-Prämie glücklich gewählt ist, darüber kann man sich allerdings streiten...


Als ich das erste Mal von der Abwrackprämie hörte, war ich felsenfest überzeugt, dass das ein Schuss in den Ofen ist.

Wer éin 9 Jahre altes Auto fährt, den locken auch keine 2,5T€ dazu, sich ein brandneues zu kaufen. Der hat gar nicht das Geld dafür...
Soweit meine Meinung vor 4 Wochen...


Heute muss ich erkennen, dass ich falsch gelegen habe. Ich sitze ja an der Front. Ich bin Kundenbetreuer der "Normalsterblichen" Bankkunden. Nix Reiches, nur Normalos. Und die laufen mir die Bude nach Autokrediten ein, dass ich kaum noch was anderes mache :blink:

Und die meisten kann ich auch genehmigen, es kommen nur wenige, die sich selber so in ihrer Einkommen / Ausgaben-Rechnung verspekulieren, dass ich ablehnen muss. Und diese Kunden sagen mir auch, dass sie sich ohne die Prämie doch nur wieder ein 3-4 Jahre altes Auto gekauft hätten.
Menschen^^ :D


Und schon gehts los... hier zeigt sich die "Kriminelle Seite" der Abwrackprämie!


Is klar... 400 Milliarden Steuergeld in Banker-Rosetten blasen und bei 1000 verschobenen Autos von der "Schrott-Mafia" lallen und "Betruuuug!" schreien. Das bigotte Berliner Mistpack gehört nicht abgewählt, sondern geteert und gefedert aus dem Land gejagt.


Iss doch logisch, dass irgendjemand Kapital aus der Sache schlagen will..... und wenns der kleine Schrotti von nebenan ist. Der wird jetzt kriminalisiert, weil er die Gunst der Stunde nutzt, denn die Autos, die jetzt verschrottet werden, sind oft viel zu schade dazu.

Und die "Abwrackprämie" wir sich spätestens nächstes Jahr als der Tod der Automobilindustrie und der Autohäuser zeigen. Die Leute, die vorhatten, sich in den nächsten zwei bis drei Jahren ein neues Auto zu kaufen, wurden jetzt mit der Prämie geködert. Dafür werden ab nächstes Jahr kaum noch Autos neu verkauft. Und das wird der Dolchstoß für unser Land sein.

Wartets mal ab........



Gruß

Abraxas


Ich kanns den Schrotthändlern noch nicht mal übel nehmen... jeder muss ja gucken wo er bleibt. :(

Aber dem, was Abraxas sagt, kann ich so nicht ganz zustimmen. Die Autobranche gibt es ja nicht nur in Deutschland bzw. im Inland, die ist international; die deutschen Firmen exportieren extrem viel, den Anteil muss man auch berücksichtigen.
Jetz gibts in D diese Prämie, klar werden jetzt in D mehr Autos gekauft, dafür vielleicht wo anders nach wie vor weniger. Aber dafür wird in den kommenden Jahren wieder mehr exportiert, wenn sich die Wirtschaft z.B. in Amiland wieder erholt. Irgendwann gehen die neuen Autos ja auch mal kaputt, und dann werden neue gebraucht. Das muss man global sehen, nicht nur "intern".
Vielleicht geht es dann den Autohändlern etwas schlechter, aber sicher nicht der gesamten Branche.

Bearbeitet von SpookyAngie am 20.04.2009 13:56:09


Was ich nicht verstehe ist, welche Teile müssen verschrottet werden und welche dürfen wiederverwendet werden?

Ich meine, bisher durfte ein Schrotthändler ja alle Teile wiederverwerten und weiteverkaufen. Was muss er denn nun verschrotten? Reicht es, wenn er den Rahmen verschrottet, oder alle Teile mit der Kfz-Nummer? Kann er sitze, Türen, el.Teile, usw weiterhin ausbauen oder muss das ganze Altauto in die Presse?

Weil, wenn ich einen Rahmen vom "Nichtabwrackauto" nehmen würde und die noch "guten Teile" (Sitze, Motor... eben alles außer dem Rahmen) aus einem Abwrackauto umbauen würde hätte ich ja auch ein "Altes" Auto, dass aber z.B. ins Ausland weiterverkauft werden dürfte... oder?

Wenn das der Fall währe, dann könnte ich auch gleich den Rahmen lassen und die Karre nach XY verscherbeln. Käme nämlich Umwelttechnisch aufs Gleiche raus.

Aber wenn man das Auto komplett zusammenpressen muss, dann muss man dem Schrotti erstmal beweisen, dass der Außenspiegel der in seinem Regal liegt von einem "Prämienschrottauto" ist und nicht schon vorher da war...

Alles ziemlich unüberlegt...


Ich habe da jetzt keine Ahnung, was man darf und was nicht.

Letzte Woche hatte ich mein Auto, 23 Jahre alt, zu einer Reparatur in der Werkstatt und da wurde offen darüber geredet, was aus den zum Abwracken bestimmten Autos noch ausgeschlachtet werden kann.

Es war nicht der kleine Schrotti von nebenan, sondern eine Vertragswerkstatt. Da denke ich einfach mal, dass die nichts Illegales machen und das auch noch groß vor Kunden diskutieren.


Hallo zusammen
Mal ein anderer Aspekt der "Umwelt Prämie" Autohäuser von GMX
es klemmt mal wieder.
" Denk ich an Verwaltung in der Nacht, bin ich um den Schlaf gebracht"
Gruß Moped :hmm:


Zitat (Schwaller @ 20.04.2009 14:06:37)
Was ich nicht verstehe ist, welche Teile müssen verschrottet werden und welche dürfen wiederverwendet werden?

Der "tragende" Teil mit der Fahrgestellnummer, also der nackte Rahmen, muss verschrottet (geschreddert o.ä.) werden - so dass er nicht mehr brauchbar ist. Alles andere darf wiederverwertet werden.

Den Motor des zu verschrottenden Fz darf der Schrotti also ausbauen und weiterverkaufen - ganz im Sinne einer "Umwelt"prämie also :pfeifen:

Augen auf... die Experten warnen vor der Abwrackblase!


..... Sach ich doch.

Leute, die wahrscheinlich erst in zwei, drei Jahren einen Neuen kaufen wollten, die kaufen dieses Jahr. Die Käufer fehlen dann natürlich im nächsten und den folgenden Jahren. Was dann kommt, ist das große Heulen und Zähneklappern. Und dann werden Mercedes und Co. nach den Finanzspritzen aus unserem Steuertopf heulen......




Gruß

Abraxas



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