Organisation der Klassenkasse: Ideen / Vorschläge / Meinungen gesucht


Hallo Muttis und Vatis,

(wahrscheinlich fühlen sich bei diesem Thema ja eher "echte" Eltern angesprochen, ich bin aber auch dankbar für Beiträge von anderen Leuten :D )

Ich ärgere mich zunehmend darüber, dass ich als "Hüterin" der Klassenkasse ständig erwachsenen Menschen hinterherlaufen muss, um sie daran zu erinnern, dass immer noch der Beitrag für die Klassenkasse ihrer Kinder fällig ist.

Wir dachten, es sei die einfachste Lösung, wenn jeder einen bestimmten Betrag pro Kind auf das Konto einzahlt und daraus dann z.B. Kosten für Schulkinowoche oder Klassenaktivitäten gezahlt werden.

So geht nicht ständig noch wertvolle Unterrichtszeit verloren, weil vom Klassenlehrer (gefühlt dauernd) "Kleckerbeträge" wie 2,50Euro o.ä. eingesammelt werden müssen, was sich ja erfahrungsgemäß auch immer über Wochen hinziehen kann :angry:

Da ich ja mehrere Kinder habe, kenne ich auch andere "Modelle", z.B. dass monatlich von einem der Kinder selbst ein bestimmter Betrag eingesammelt wird, der dann von dessen Eltern auf das Klassenkonto eingezahlt wird. Ich bin mir aber nicht sicher, ob man das bei jedem "Klientel" so handhaben kann...

So wie im Moment kann es auf jeden Fall nicht weitergehen, vor allem, wenn man bedenkt, dass einige Kinder jetzt auf Kosten aller anderen in den Genuss der oben genannten Dinge gekommen sind!

Ich wäre echt froh über Vorschläge zur Lösung des Problems - unter Berücksichtigung der Tatsache, dass die betreffenden Kinder nicht diskriminiert werden sollen, denn die können ja nichts dafür, dass sie so ...düüüüüüüüüüüüt.... Eltern haben!

Wie ist das bei Euch geregelt?


Hallo Wow,
willkommen erst einmal hier im Forum :blumen:

Ich glaube beinahe, dass das ein unlösbares Problem ist. Es war schon zu meiner Schulzeit nicht anders und zog sich wie ein roter Faden auch durch die Schulzeit meiner Tochter. Sie hat nun die Front gewechselt und hat als Lehrerin genau diese Probleme an der Backe.

Selbst hinter dem Geld für die Klassenfahrten rennt sie hinterher, ruft die (immer dieselben übrigens) Eltern persönlich an und wird dann noch frech gefragt, ob sie das Geld nicht erstmal auslegen könne.
Ja, dann kann man sich doch an den Fingern abzählen, dass sie das NIE bekommen wird.

Geholfen hat in der Klasse übrigens nur, dass sie die Fahrt dann schweren Herzens storniert hat, was ihr für die "unschuldigen" Kinder zwar fürchterlich leid tat. Aber danach ist es nie wieder vorgekommen, weil es sich auch an der Schule in der Elternschaft rumgesprochen hat, dass sie bei Nichterfüllung der Elternpflichten rigoros durchgreift.

Es ist für die Kinder nur traurig, dass die Eltern nicht mal den kleinen Pflichten der Klassenkasse nachkommen, denn gibt es eine neue App, die man haben "muss", sind diese Leute bestimmt die ersten, die sie runterladen :pfeifen:

Ich wünsche dir viel Erfolg bei der Organisation, ich habe da leider auch kein Patentrezept. Aber vielleicht gibt es doch Klassen in denen es funktioniert und jemand gibt so einen Tipp hier zum besten....


Ich weiß schon, warum ich mich um den Job der Klassenkasse immer gedrückt habe. Elternvertreter sein, kein Problem, auch wenn einige schwierige Gespräche zu bewältigen waren, aber Kasse, nein Danke.

Aber eine Idee hätte ich, vielleicht sprichst du genau die Zahlungsunwilligsten an doch bitte die Klassenkasse zu übernehmen und sich selbst darum zu bemühen alles Geld einzutreiben. Natürlich mit korrekter Buchführung, die von mehreren Seiten einzusehen ist.

Das Stornieren der Klassenfahrt bei Kampfentes Tochter finde ich eine drastische aber durchaus richtige und erfolgreiche Maßnahme, nach einer solchen Aktion passiert es garantiert nicht nochmal. :bigboss:


Eine ständige Klassenkasse, in welche immer ein bestimmter Betrag eingezahlt werden muß, gab es zu meiner Schulzeit nicht. Stand irgendeine Aktivität bevor - Wandertag, Tagesausflug mit dem Bus o. ä. - wurde das Geld vom Lehrer mittels schriftlicher Aufforderung, welche den Kindern mitgegeben wurde, eingesammelt und wer nicht bis zum genannten Termin gezahlt hatte, wurde automatisch von der Teilnahme ausgeschlossen und mußte am besagten Tag am Unterricht in einer anderen Klasse teilnehmen! So einfach und rigoros war das damals und funktionierte hervorragend!

Ich würde das heute genau so durchziehen, denn nicht anders kann man manchen Leuten eine gewisse Zahlungsmoral anerziehen!! Klar ist es für die betroffenen Kinder eine ganz miese Situation, aber man muß ihnen klarmachen, daß daran nicht die Schule oder die Lehrer und Mitschüler schuld sind, sondern einzig und allein die Eltern!

Ausgenommen von meiner oben beschriebenen Regelung waren lediglich die sogenannten "Freischüler"! Diese Kinder hatten von Hause aus nicht die finanzielle Möglichkeit, diesen Teilnahmebetrag für Sonderveranstaltungen der Klasse zu zahlen. Dann wurde dieser Betrag von der Schule bzw. der übergeordneten Stelle der Schule (Schulamt der Stadt), übernommen! Ich selbst war einige Jahre Freischülerin, weil meine Eltern finanziell nicht in der Lage waren, solche Sonderbeträge zu zahlen. Mein Vater war kriegsbedingt nicht arbeitsfähig und meine Mutter hatte nur eine gering bezahlte Halbtagsstelle. Außerdem war mein älterer Bruder ebenfalls an der gleichen Schule wie ich, was auch Voraussetzung war für den Erhalt des Freischüler-Status!
Freischüler bekamen auch die Schulbücher (leihweise), sowie Arbeitshefte, Zeichenblock, Tinte für den Füller (aber keine Füller, Blei- und Buntstifte und sonstige Materialien), kostenlos von der Schule zur Verfügung gestellt. Dieser Sonderstatus endete allerdings mit der Schulentlassung meines Bruders, weil dadurch ja auch die Eltern wiederum kostenmäßig entlastet wurden. Ja, so war das damals Anfang bzw. Mitte der 50er Jahre!

Ach ja, Freischülerschaft mußte bei der Stadt/Schulamt beantragt werden und die entsprechenden Voraussetzungen mußten belegt werden und wurden auch jährlich auf ihr Nochvorhandensein überprüft!


Diese Probleme sind seit vielen Jahren bekannt, überaus nervig und sehr schwierig zu Händeln, da es immer wieder Eltern gibt, die aus irgendwelchen Gründen das Geld ihren Kindern nicht mitgeben und auch nicht selbst auf das dafür vorgesehene Schul--Konto einzahlen.
Es wird schwierig, hier eine gute Lösung zu finden.

Das Thema bei einem Elternabend auszudiskutieren ist so "NA JA!"
Da immer wieder dieselben Eltern, die auch bereitwillig sofort zahlen, an den Abenden/ Elternveranstaltungen, Infoabenden teilnehmen und die Eltern die eigentlich angesprochen werden sollten, so gut wie nie erscheinen.
Es wird schwierig.


Hallo Murmeltier, deine Ausführungen hören sich genau so an, als wenn du in der ehemaligen DDR gewohnt hättest.
Da wir drei Kinder und nicht viel Geld zur Verfügung hatten, waren unserer Kinder Freiesser und hatten auch sonst Vergünstigungen.
Nur bei den Klassenfahrten usw., die waren sowieso sehr billig, haben wir selbst gezahlt.
Es war dann aber auch so, wer nicht gezahlt hatte, musste an diesen Tagen Unterricht in einer anderen Klasse machen.
Bei uns war nur noch der Vorteil, die Kinder konnten sich durch Altstoffe sammeln, Kartoffeln lesen oder Rüben hacken selbst das Geld verdienen. Heute zählt das zu Kinderarbeit, was ich immer noch nicht nachvollziehen kann. Sie waren immer stolz ihr eigenes Geld verdient zu haben.

Das war aber nicht das Thema. Ich bin auch der Meinung, es bringt überhaupt nichts, wenn man Geld auslegt, im Gegenteil, man hat nur Ärger.
Wie das unter heutigen Voraussetzungen mit den Klassenkassen funktionieren soll, da halte ich mich lieber raus. Ich möchte jeden falls dieses Amt nicht übernehmen. L.G. Bea3 :blumen:


Das Problem wird kaum aus der Welt zu schaffen sein, ich würde z.N.auch die Klassenfahrt stornieren.

Was die Kasse angeht, würde ich die zurückgeben - hinterherlaufen würde ich niemand.

Überhaupt wäre ich heute dafür, kein Kindergeld mehr auszuzahlen sondern lieber in Sachleistungen incl. Klassenfahrten etc zu investieren.


Zitat (Sparfuchs @ 09.12.2014 15:39:14)

Überhaupt wäre ich heute dafür, kein Kindergeld mehr auszuzahlen sondern lieber in Sachleistungen incl. Klassenfahrten etc zu investieren.

N aja, Klassenfahrten und ähnlichers werde ja auch wieder übernommen. Jedenfalls für ALG 2 Empfänger.


Bei Mausi ist es so, dass die Lehrerin am Anfang jeden Schuljahres einen bestimmten Betrag für Ausflüge, Bastelmaterial, etc . einsammelt.

Für die Klassenfahrt nächstes Jahr wird ein Konto eingerichtet, wo man jeden Monat einen kleinen Betrag einzahlen kann, damit der "grosse Batzen" schrumpft.

Zitat (Bea3 @ 09.12.2014 15:23:01)
Hallo Murmeltier, deine Ausführungen hören sich genau so an, als wenn du in der ehemaligen DDR gewohnt hättest.

Nein, Bea, ich bin nicht im Osten geboren oder aufgewachsen. Ich bin so westlich wie es nur irgendwie geht. Ich bin gebürtige Rheingauerin!

Aber auch im Westen gab es nach dem Krieg - gerade zu Beginn der 50er Jahre - sehr viel Armut! Ich bin 1948 geboren und kann durchaus bewußt "ein Lied davon singen"! Jeden Tag Fleisch auf dem Tisch :nene: wenn überhaupt, dann nur für den Vater! Es gab allenfalls mal Bratwurst oder Hackfleischgerichte unter der Woche oder was mit Eiern.
Mußte neue Kleidung her, so hat eine Tante von mir, welche für andere Leute nähte, mir aus den Stoffresten was genäht. War immer durchaus hübsch, aber eben nicht gekauft! :( Und so zog sich die Armut der 50er Jahre durch meine Kinder- und anfängliche Jugendzeit! Erst mit dem Ende der 50er/Anfang der 60er Jahre wurde es entscheidend besser. Mein Vater bekam dann nach langen, langen Verhandlungen eine ordentliche Kriegsversehrten-Rente und meine Mama hatte wieder einen Job in ihrem erlernten Beruf als Kontoristin!

Du siehst also, Bea, auch im Westen war noch längst nicht immer alles eitel Sonnenschein!

Ach ja, das hatte ich noch vergessen: Was zum Essen gab es in den Schulen nicht, nur die Pausenmilch oder der Pausenkakao! Pro Tag waren hierfür 10 Pfennig - also pro Woche 70 Pfennig fällig!

Bearbeitet von Murmeltier am 09.12.2014 16:13:29

Hallo Murmeltier,

siehst du, wieviel Nachholebedarf so viele Jahre nach der Wiedervereinigung besteht.
Gerade wir, die in der Nachkriegszeit geboren sind, auf verschiedenen Seiten der späteren Mauer aufgewachsen sind.
Uns wurde immer beigebracht, dass es denen im Westen besser geht. Siehst du, wir wurden alle, auch ihr, nur belogen und das ist noch heute so.
Das gehört aber überhaupt nicht zu diesem Thema, fände ich aber ganz interessant, wenn wir uns, West und Ost über unsere Kinder- und Jugendzeit austauschen würden.
Ob ich mal so eine Frage eingebe? Liebe Grüße Bea3 :blumen:


Ja, mach mal, Bea! Ist vielleicht ganz interessant, die verschiedenen Blickwinkel mal kennenzulernen! Ist bestimmt ein ergiebiges Thema!


Bin zwar nicht Murmeltier, aber ich würde das Thema auch ganz interessant finden. :)


Ja, sehe ich auch so, Tante Ju!


Eigentlich wollte ich ja was zum Thema schreiben.

Ich kenne es von meinen Kindern nur so, dass die Klassenlehrer/in zu Beginn des Schuljahres einen bestimmten Betrag für Bastel- und ähnliches Material eingesammelt hat. Reichte der Betrag nicht aus, wurde schriftlich eine weitere Summe erbeten.

Schulausflüge und Klassenreisen wurden getrennt bezahlt. Fielen Klassenreisen an, wurde der ungefähre Preis gleich zu Beginn des Schuljahres genannt und konnte auch ratenweise bezahlt werden, bzw. wurden die entsprechenden Kinder vom Schulförderverein unterstützt.

Ausgeschlossen wurde niemand, außer die Eltern erlaubten die Mitreise nicht.

Über zahlungsunwillige Eltern haben sich die Lehrer nie beschwert, das hätte ich als Elternvertreterin sonst wohl mitbekommen.


Okay, ich sehe schon: die ultimative Lösung hat noch niemand gefunden (was mir eigentlich schon vorher klar war - DAS hätte sich bestimmt schon rumgesprochen ;) )

Hätte ja trotzdem sein können, dass andere schon für ihre jeweilige Elternschaft funktionierende Modelle gefunden haben, dann hätten wir die mal ausprobiert...

So werde ich das halt mit deutlichen Worten als Tagesordnungspunkt beim nächsten Elternabend aufführen und abwarten, was die Diskussion ergibt.

Danke für Eure Gedanken dazu. :blumen:


Zitat (Wow @ 10.12.2014 08:15:43)
So werde ich das halt mit deutlichen Worten als Tagesordnungspunkt beim nächsten Elternabend aufführen und abwarten, was die Diskussion ergibt.


Erscheinen da auch die "Problemeltern"?

Ich kann mich erinnern, dass die Eltern von Problemkindern, hier meine ich jetzt verhaltensauffällige Kinder, nie bei Elternabenden anwesend waren.

Wie wäre es mit einem Rundbrief an alle Eltern, in dem man auf das Problem nochmals aufmerksam macht und sich durch Unterschrift bestätigen lässt, dass dieser Brief erhalten und zur Kenntnis genommen wurde?

Zitat (tante ju @ 10.12.2014 08:54:08)
Wie wäre es mit einem Rundbrief an alle Eltern, in dem man auf das Problem nochmals aufmerksam macht und sich durch Unterschrift bestätigen lässt, dass dieser Brief erhalten und zur Kenntnis genommen wurde?

Zur Kenntnis genommen bedeutet leider noch lange nicht "akzeptiert".

Zur rechtlichen Lage:
Es darf niemand (auch nicht durch Mehrheitsbeschluss) verpflichtet werden, in die Klassenkasse einzuzahlen.*
Mit der Klassenkasse befindet man sich nach wie vor in einer rechtlichen Grauzone. Wo kein Kläger, da kein Richter. Aber wenn irgendjemand beim Schulamt Beschwerde einlegt, müssen sich die Initiatoren u. U. wegen Nötigung verantworten.
Insbesondere LehrerInnen sollten die Klassenkasse niemals selbst führen, sondern dieses Amt den Eltern überlassen.
Wobei ich auch als Mutter auf diesen Job gut und gerne verzichten könnte.

*Was die Eltern natürlich nicht der Pflicht enthebt, ihren Anteil an Bastelmaterial, Ausflügen und anderen Veranstaltungen auf andere Art und Weise zu entrichten. Oder aber in Kauf zu nehmen, dass ihr Kind von diesen Aktivitäten ausgeschlossen wird.

@Jeannie: Was verstehst du jetzt genau unter Klassenkasse?

Es ist mir zwar auch bekannt, dass es offiziell nicht erlaubt ist. Ist das übrigens Landes- oder Bundesgesetz?

Aber wie soll es denn anders mit möglichst wenig zusätzlichem Zeitaufwand für die Lehrkraft gemacht werden? Bei meinen Kindern ging es da lediglich um Bastelbedarf und ähnliches, was eben so im Grundschulunterricht benötigt wurde.

In den weiterführenden Schulen gab es so etwas direkt nicht mehr. Da wurde am ersten (und oft einzigen) Elternabend ein Kartönchen mit Schlitz oder auch ein Sparschwein herumgereicht und die Anwesenden konnten, wenn sie Lust hatten einen Betrag reinstecken oder nicht. Über den eingenommenen Gesamtbetrag wurden wir meist informiert.


Zitat (tante ju @ 10.12.2014 17:07:10)
@Jeannie: Was verstehst du jetzt genau unter Klassenkasse?
Na, genau das, wonach im Eröffnungsbeitrag gefragt wurde. Darum geht es doch hier.

Zitat
Es ist mir zwar auch bekannt, dass es offiziell nicht erlaubt ist. Ist das übrigens Landes- oder Bundesgesetz?
Landesgesetz vermutlich. Daher kann ich es nur für NRW mit Sicherheit sagen.
Aber in den anderen Bundesländern dürfte es ähnlich sein.
Im Zweifel genügt ein Anruf beim zuständigen Schulamt. Aber Vorsicht - ihr wollt doch sicher keine schlafenden Hunde wecken!

Zitat
Aber wie soll es denn anders mit möglichst wenig zusätzlichem Zeitaufwand für die Lehrkraft gemacht werden? Bei meinen Kindern ging es da lediglich um Bastelbedarf und ähnliches, was eben so im Grundschulunterricht benötigt wurde.
Ich sage ja: Grauzone.
Eine bessere Idee habe ich auch nicht. Und selbstverständlich habe ich auch keine Lust, jeden Kleckersbetrag einzeln einzusammeln, die Centstücke, die bei solcher Gelegenheit gerne mal "entsorgt" werden, einzeln nachzuzählen oder mich für 1,37 € um das Wechselgeld auf 20 € zu kümmern.
Alles schon da gewesen, steht aber nicht in meiner Arbeitsplatzbeschreibung.
Ich meine nur: Aufpassen, dass ihr euch nicht ins Knie schießt. Zahlungsunwillige Eltern, die sich unter Druck gesetzt fühlen, können durchaus unangenehm werden.

Ich kenne es so, dass zum ersten Elternabend der Gesamtbetrag mitgebracht werden soll. Das steht dann auch so in der Einladung. Meistens sind es so 10 Euro für das Schulhalbjahr. Am ersten Elternabend des Schuljahres sind erfahrungsgemäß die meisten Eltern da. Die Führung der Kasse wird dann in die Hände eines (zu bemitleidenden) Elternteils gegeben.

Das mit der rechtlichen Grauzone und der Nötigung etc - Naja. Wenn man bedenkt dass hier in Berlin teilweise nicht mal mehr Kopierkosten übernommen werden, und die Kinder ja auch mal einen Wandertag haben - Irgendwer muss es doch bezahlen, wenn, dann die Eltern (Jedenfalls die, die es bezahlen können, wenn man es nicht kann, wird keiner es verlangen!), finde ich.


Zitat (Sandkind @ 10.12.2014 17:28:22)
Irgendwer muss es doch bezahlen, wenn, dann die Eltern (Jedenfalls die, die es bezahlen können, wenn man es nicht kann, wird keiner es verlangen!), finde ich.

Irgendwann werden es aber die zahlenden Eltern satt haben, immer wieder für diejenigen mitzubezahlen, die sich ohne Not auf Kosten Anderer durchzumogeln versuchen.
Wenn es jemand wirklich nicht bezahlen kann, ok. Dafür springt dann bei uns der Förderverein ein.

Zitat (Jeannie @ 10.12.2014 17:22:07)
Zahlungsunwillige Eltern, die sich unter Druck gesetzt fühlen, können durchaus unangenehm werden.

Naja, aber auch die Kinder fühlen sich unter Druck.... Wenn z.B. die Lehrerin das Kind jeden Tag fragt, ob das Kind das Geld mithat, und die anderen Kinder, die natürlich alle schon bezahlt haben, das Kind bloss anschauen. Ganz ehrlich? Das dürfte ich mit Mausi auch gar nicht machen, die würde mir die Hölle heiss machen, wenn sie es nicht bekäme.

Zitat (Jeannie @ 10.12.2014 17:34:45)
Dafür springt dann bei uns der Förderverein ein.

Das ist ja dann eine super Möglichkeit. Aber dann sollten die eltern sich halt einfach mal kümmern. ICHG würde als erstes mit der Klassenlehrerin sprechen und ihr meine Situation erklären. die würde dann bestimmt alles in die Wege leiten.

Zitat (Letrina @ 10.12.2014 18:06:17)
Naja, aber auch die Kinder fühlen sich unter Druck.... Wenn z.B. die Lehrerin das Kind jeden Tag fragt, ob das Kind das Geld mithat, und die anderen Kinder, die natürlich alle schon bezahlt haben, das Kind bloss anschauen. Ganz ehrlich? Das dürfte ich mit Mausi auch gar nicht machen, die würde mir die Hölle heiss machen, wenn sie es nicht bekäme.
Eine Lehrerin, die ein Kind vor der ganzen Klasse bloßstellt... Nein, sowas geht gar nicht.
Das Kind kann ja nichts dafür.

Zitat
Aber dann sollten die eltern sich halt einfach mal kümmern. ICHG würde als erstes mit der Klassenlehrerin sprechen und ihr meine Situation erklären. die würde dann bestimmt alles in die Wege leiten.
Genau so läuft das bei uns.

Zitat (Wow @ 09.12.2014 10:54:09)
Wir dachten, es sei die einfachste Lösung, wenn jeder einen bestimmten Betrag pro Kind auf das Konto einzahlt


Ich erinnere mich noch gut, als ich das erste mal was von einer Klassenkasse hörte.

Michael Schanze war es, der bei 1 2 oder 3 der Gewinnergruppe 300 DM in die Klassenkasse gab.

Ich wusste gar nicht, was ne Klassenkasse war. Ich kam mächtig ans Grübeln, was man mit 300 DM machen konnte. Mann, das war Anfang der 1980er Jahre. WAT is ne Klassenkasse?
Was ist das für eine eletäre Schule, wo die Kinder ne Klassenkasse haben? Was machen die mit der Kohle? Kaufen die sich Lollies?

Bei uns war das damals so: Ausflug stand auf dem Programm, der kostete Kohle. Zettel von Lehrer bekommen, am nächsten Tag Kohle in die Schule getragen, oder halt eben später.
Wenn die Eltern für so was kein Geld erübrigen konnte, dann blieb das Kind eben in der Parallelklasse.

Förderverein? Zu meiner Zeit ein sehr futuristisches Wort.

Wer bitte braucht ne Klassenkasse? Übermütter? Meine Kinder hatten auch immer ne Klassenkasse. Es wurden erst 10 DM dann 10 Euro eingesammelt. Anfangs war es noch nett, da meist ne Weihnachtsfeier oder ne Martinsfeier organisiert wurden. Aber mal ehrlich: rechnet sich das pro Kind? Meine Kinder essen sicherlich nicht für 10 DM oder 10 Euro Weckmänner. Selbst nicht mit Butter.
Und so wurde brav Jahr für Jahr 10 Schleifen eingesammelt, der Rest ging über ins nächste Schuljahr. Musste ein Kind ne Klasse wiederholen, ja dann war die Kohle weg. Macht aber nix, die andere Kasse hat ja auch ne Klassenkasse.
Für Weckmänner und Weihnachtsprinten. Toll. Für sowat zahl ich zehn Euro.

Auch jetzt in der Abschlussklasse von EJ sind noch - wenn ich mich Recht entsinne 575 Schleifen in der Kasse. Die Frage war, wat machen wir damit. Mein Vorschlag war, mei, dann gibt es doch bitte zum Abschlussbuffet dazu, dann kann jedes Elternpaar am wirklich allerallerletzten Schultag des Kindes wat einsparen und die Kohle dann fürs Abendkleid oder sonst was ausgeben.
Ich wurde mild belächelt.

So nun zu deiner Frage:
Angenommen, ihr sammelt 10 Schleifen pro Kind.

Die Kinder werden namentlich alphabetisch sortiert in eine Excel-Liste aufgeführt
A 10 euro
B 10,01 euro
C 10,02 euro
D 10,03 euro
E 10,04 Euro
F 10,05
......
Z 10,26 euro

Zusatz muss lauten: Die Centbeträge der Zahlung dient allein der vereinfachten Kontrolle der Zahlungseingänge. Gerne geben wir Ihnen die zuviel bezahlten Centbeträge nach Zahlungseingang zurück. Bitte sprechen Sie hier uns persönlich an. (Niemand gibt sich die Blöße und pupt sich für 26 ct an, aber besser, man erwähnt den Goodwill)

Nun kannst du genau sehen, wer bezahlt hat und wer nicht. Dann brauchst du nur als Kassenwart dich mit der Elternpflegschaftsvorsitzende/r in Verbindung zu bringen und sagen: du P, M und X haben nicht bezahlt. Ich mach dann mal ein Schreiben fertig an die Drei, das der Beitrag noch aussteht.
Kommt darauf hin keine Einzahlung, werden wir alle weiteren anfallenden Kosten auf die entsprechenden Kinder aufrechnen müssen oder eben sie bleiben daheim.
Rock fertig aus.

Ich weiß schon, warum ich nur das Amt der Protokollführerin übernehme: Wer schreibt, der Bleibt.
Sprich, dann kann man kein anderes Amt mehr aufs Auge drücken.

Klassenkasse, sowas kenne ich nicht.

Bei mir und meinen Geschwistern (1956 und 1958, 1961), als auch bei meiner Tochter (1986) wurden Gelder nicht im Voraus gefordert, weder in der Grundschule noch auf dem Gymnasium. Es wurde vom jeweiligen Lehrer zeitnah gefordert.
Wer bei Unternehmungen nicht zahlte, dessen Kind wurde ausgeschlossen. Es mußte am Unterricht in der Parallelklasse teilnehmen.

Das zeitnahe Fordern von Geldern von Lehrkräften scheint mir die beste Lösung zu sein.
Dies generell auf Eltern oder "Klassenkasse" abzuschieben, ist für mich nicht in Ordnung.


Zitat
Eine Lehrerin, die ein Kind vor der ganzen Klasse bloßstellt... Nein, sowas geht gar nicht.
Das Kind kann ja nichts dafür.


So war das nicht gemeint. Wenn du möchtest schicke ich dir ne Pn wie ich das gemeint habe.

Zitat (Teddy @ 10.12.2014 21:04:00)
Das zeitnahe Fordern von Geldern von Lehrkräften scheint mir die beste Lösung zu sein.
Dies generell auf Eltern oder "Klassenkasse" abzuschieben, ist für mich nicht in Ordnung.

Das ist von allen Lösungen die schlechteste.
Lehrer werden nicht fürs Kassieren sondern fürs Unterrichten bezahlt.

Ein (durchaus nicht fiktives ) Fallbeispiel:
Beliebige Woche kurz vor den Sommerferien im Schuljahr y.
Montag: Ausflug steht an. Von jedem Kind 6,75 € einsammeln.
Dienstag: Elternanteil Büchergeld fürs kommende Schuljahr einsammeln. 12,80 € pro Kind.
Mittwoch: Oh, heute keine Sammlung. Frau X kann in der Frühstückspause... frühstücken.
Donnerstag: Kakaogeld ist fällig. Kakao für 10 Tage 4 €, Milch 3,50 €. Zwischendurch kommt noch jemand und will das Ausflugsgeld nachbezahlen. Mist, in welche Schachtel kommt das denn nochmal?
Freitag: Nachzahlungen bunt durcheinander für die ganze Woche. Zwischendurch kommt eine Mutter und will das Büchergeld zurück, weil nun doch das Amt bezahlt.
Erschwerend kommt hinzu, dass das Geld fast nie passend eintrudelt und Frau X wie schon erwähnt händevoll Centstücke zählen oder auf große Scheine herausgeben muss. Jetzt bloß nicht die Schachteln verwechseln...

Echt goil, wenn man Pausen und Unterrichtszeit auf diese Art verbringen muss. Erst recht , wenn sich dann ein paar besonders aufmerksame Eltern beschweren, weil man seine Zeit nicht sinnvoller verwendet.


Zitat (Letrina @ 10.12.2014 21:14:43)
So war das nicht gemeint. Wenn du möchtest schicke ich dir ne Pn  wie ich das gemeint habe.

Ja bitte. Da scheine ich dich falsch verstanden zu haben. :unsure:

Bearbeitet von Jeannie am 10.12.2014 22:18:04

Ich hatte das Problem vor vielen Jahren und konnte es zu einem großen Teil lösen wie folgt:
Man sollte sich folgende Fragen stellen bezügl. der Nichtbezahlung der Klassenkasse.

Aus welchen Gründen wird nicht bezahlt?

-gibt es ein wirtschaftliches Problem, soziale Probleme, Krankheiten, Familienprobleme etc.???
In diesem Fall haben besser gestellte Eltern den fehlenden Beitrag beigesteuert, um die Klassengemeinschaft und die Förderung sozialer Kompetenzen zu erhalten.

-fühlen sich diese Familien ausgegrenzt???
Wir haben an den Elternabenden immer ein Buffet organisiert, zuerst mit vorgegebener Liste, dann haben wir einige lieblose Beiträge entdeckt, und daraus gelernt - machen Sie Ihre Spezialität !!! - das war ein Super-Erfolg. Viele fühlten sich angesprochen und wurden dafür auch mit verdientem Lob belohnt.

-bemühungsresistente Fälle: einige wenige Eltern konnten wir trotz unseres Eifers nicht zur Mitarbeit in welcher Form auch immer, bewegen. Trotzdem achteten wir darauf, dass die Kinder möglichst in der Klassengemeinschaft blieben und überall mitmachen konnten.

Wir waren eine kleine engagierte Truppe, die allesamt berufstätig waren und das gerne für das Wohl der Kinder gemacht haben, auch wenn nicht alle mitgemacht haben.


@ Jeannie: Ich hatte auch nicht Eltern gemeint, die sich durchmogeln, so hatte ich das auch nicht geschrieben. Ich habe das aber hier so auch noch nie erlebt, dass das versucht wurde. Klassenkasse war eines der wenigen Dinge, die immer ganz gut liefen (aber die Kasse zu führen ist natürlich trotzdem kein Spaß... :ph34r: ).



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