Flüchtlingskinder in der Schule: Was wird an euren Schulen gemacht?


Hallo,
ich war gestern auf dem 1. Elternabend meines Kleinen, der ja jetzt in der 1. Klasse ist.
Da wurde, unter vielem anderen, auch darüber gesprochen, dass in der Klasse jetzt auch zwei Flüchtlingskinder sind (ein Junge aus Afghanistan und ein Mädchen aus Syrien).
Die beiden sprechen natürlich noch so gut wie gar kein Deutsch, und sind mit der Situation in der Klasse manchmal überfordert. Eine Mutter fragte nach, es gäbe da doch das Recht der Schule auf mehr Lehrer wg. Integrationsstatus und so, woraufhin die Lehrerin nur müde lächelte und sagte, nein, es würde erst mal keine neuen Lehrer geben (Berlin muss ich dazu sagen), aber es kann natürlich passieren, dass noch mehr Schüler ohne Deutschkenntnisse kommen.
Sie wirkte ein bisschen ratlos, wir Eltern auch.

Ich weiß natürlich, dass gerade bei den Kleinen das Sprachenlernen so fix geht, wünscht man sich als Erwachsener auch manchmal. Aber es gab eben auch schon unschöne Situationen. Das Mädchen ist mittags schon so fertig, sie weint dann manchmal, der Junge wurde wegen der fehlenden Sprache schon ausgelacht, und wehrt sich dann mit Hauen...

Langer Rede kurzer Sinn: Eigentlich wollte ich hier mal Ideen und Konzepte sammeln, wie an anderen Schulen mit der Situation "Flüchtlingskinder an der Schule" umgegangen wird.
Einmal von Seiten der Schule, aber auch, ob es Elterninitiativen gibt. Z.B. wie man die Eltern der Flüchtlingskinder besser einbinden kann.

Wäre schön, wenn da jemand was weiß, dann könnte ich vielleicht was anleiern bei uns.

Danke schon mal für Ideen und Hinweise (z. B. Webseiten)

PS: Aber bitte hier keine politischen Diskussionen, dafür gibts ja schon einen Thread, nur "Sachdienliche Hinweise". Danke!


wurden nicht die eltern der kinder einbestellt, die den jungen auslachen? das erscheint mir dringend erforderlich.


Wie ich mich erinnere, wurden die Eltern der Kinder immer eingeladen. Aber mangels Sprachkenntnissen sind sie immer, alle Jahre, fern geblieben. Die Kinder konnten sich allerdings in kurzer Zeit gut integrieren. Sobald die Sprache da war, hatte sich das auslachen erledigt.


Ja, die Eltern der beiden sind auch nicht zum Elternabend gekommen. Für die arabisch sprachigen Eltern hätte sich ja vielleicht sogar jemand zum Übersetzen gefunden, aber afghanisch? Wobei, die Mutter habe ich schon gesprochen, sie kann Englisch.

Das Auslachen war eben mal, als kein Lehrer, der die Kinder kannte, dabei war. Ich habe mit meinem Sohn gesprochen, der wusste zwar wovon die Rede war, aber er kennt ja auch noch nicht alle mit Namen, erste Klasse halt :wacko: . Ich habe mit ihm darüber geredet, wie es ist, wenn man sich nicht verständigen kann, also ihn gefragt, wie er sich fühlen würde, wenn alle anderen Kinder eine andere Sprache können als er. Da konnte er sich sehr gut hinein versetzen, er kennt das ja auch von unserem Besuch, da können viele nur arabisch, was er nicht oder kaum kann. Ich hoffe mal, dass die anderen Eltern ähnliche Gespräche mit ihren Kindern geführt haben.

Aber das ist ja nur ein Aspekt. Wird denn in all den Schulen, an die Eure Kinder gehen, gar überhaupt nichts gemacht? Alle stehen da und zucken hilflos die Achseln?? Das wäre natürlich dann viel schlimmer als ich es gedacht hätte, solange ich noch geglaubt habe, unsere Schule sei die Ausnahme :unsure:


Aus Erfahrung kann ich dir da leider nichts raten, da es in der Klasse meiner Tochter so einen Fall nicht gibt.

Ich denke mir aber, dass das Wichtigste reden ist.
Versuche deinem Sohn zu erklären, warum die beiden so reagieren. (auch mit dem Vergleich "Wie würdest du dich fühlen, wenn du plötzlich in einer neuen Schule in China wärst und kein Wort verstehst und auch die Schriftzeichen nicht kennst / lesen kannst ?"

Vielleicht habt ihr Interesse, einen Spielnachmittag / Kaffeetrinken zu veranstalten.


Zitat (Sandkind @ 01.10.2015 09:43:31)
Das Auslachen war eben mal, als kein Lehrer, der die Kinder kannte, dabei war. Ich habe mit meinem Sohn gesprochen, der wusste zwar wovon die Rede war, aber er kennt ja auch noch nicht alle mit Namen, erste Klasse halt :wacko: . Ich habe mit ihm darüber geredet, wie es ist, wenn man sich nicht verständigen kann, also ihn gefragt, wie er sich fühlen würde, wenn alle anderen Kinder eine andere Sprache können als er. Da konnte er sich sehr gut hinein versetzen, er kennt das ja auch von unserem Besuch, da können viele nur arabisch, was er nicht oder kaum kann. Ich hoffe mal, dass die anderen Eltern ähnliche Gespräche mit ihren Kindern geführt haben.

Da hat sich unser Posting überschnitten. Wir hatten die gleiche Idee. :blumen:
Ich habe das geschrieben, da habe ich deinen Beitrag noch nicht gesehen.

kann man nicht alle eltern zu einem informationstreffen einladen? es kommen beispielsweise flüchtlingskinder in die klasse, und es wird darüber gesprochen, woher die kinder kommen und wie ihre aktuelle lage ist, wenn man das schon erfahren hat.

es wäre dann eigentlich hauptaufgabe der eltern, mit ihren kindern zu sprechen und darauf vorzubereiten, dass diese kinder wahrscheinlich eine schlimme zeit hinter sich haben, möglicherweise in beengten verhältnissen leben und kein deutsch können. leider weiß ich aus erfahrung, dass manche eltern so gar nichts davon wissen wollen und den teufel tun, ihre kinder dafür zu sensibilisieren, sondern lieber ihre vorurteile und ihren hass weitergeben. dann müssten die lehrkörper informieren. man könnte informationschreiben verfassen, die den eltern zugestellt werden.

im kindergarten meiner kinder gibt es bisher noch keine flüchtlingskinder. die erzieherinnen haben die kinder jedoch bereits darauf angesprochen, und bei der nächsten gelegenheit werden die kinder noch genauer informiert. die erzieherinnen arbeiten gerade mit manchen eltern einen plan aus. dabei soll kindgerecht über die aktuelle situation in vielen ländern gesprochen werden, über die auswirkungen auf die bevölkerung und vor allem auf die kinder, da sie es ja sind, die in die kindergärten und schulen kommen.

ich habe die erfahrung gemacht, dass man kinder meistens am besten für etwas einfühlsam machen kann, wenn man sie sich vorstellen lässt, wie es wäre, wenn sie selbst oder ihre familien betroffen wären. dabei muss es gar nicht immer um waffengewalt gehen, sondern um dinge, die sie selbst gut nachvollziehen können. wie es ist, nicht mehr zum spielen nach draußen gehen zu können, nicht mehr genug zu essen zu haben oder wie es ist, wenn plötzlich viele leute auf einmal oder rasch hintereinander sterben oder verletzt werden.

bisher halten sich vorurteile im kindergarten noch sehr im rahmen. es ist wohl ein glücksfall, dass dort menschen arbeiten, die selbst entweder kinder oder enkel von ehemaligen gastarbeitern und spätaussiedlern sind. damit haben die kinder direkte bezugspersonen und können fragen stellen. ich fände es wunderbar, wenn eventuelle flüchtlingskinder in diesem geist dort aufgenommen und integriert werden könnten.

die vorfahren meiner kinder sind zum teil in den dreißiger jahren in die u.s.a. ausgewandert, weil sie als juden starke befürchtungen für ihr wohlergehen hatten. das war recht schnell nach hitlers machtergreifung, und damals war die gefahr noch sehr unterschwellig. hätten sie das nicht getan, wären meine kinder möglicherweise niemals geboren worden. meine beiden älteren kinder wissen darüber schon einiges, vor allem auch durch die erzählungen ihrer alten verwandten. das sehe ich in diesem fall als vorteil, aber es gibt wahrscheinlich nicht in jeder familie menschen, die selbst fliehen oder auswandern mussten, oder deren vorfahren.

und vielleicht kann man auch einfach die kinder selbst erzählen lassen, mit hilfe eines übersetzers, und die anderen kinder können fragen stellen. reden hilft.

Bearbeitet von seidenloeckchen am 02.10.2015 09:54:55


@Sammy: Ja, macht ja nix :blumen: . Heut Morgen habe ich auch mitbekommen, dass eine Mutter mit ihrem Sohn darüber gesprochen hat, mit fast den gleichen Worten ^_^

Ich bin halt am überlegen, was man an der Schule machen könnte, insgesamt. Wir haben hier zwei Flüchtlingsheime in der Nähe, das habe ich erst durch den Elternabend mitbekommen ... Die Kinder kommen dann natürlich auf die wohnortnahe Grundschule.

Vielleicht könnte man eine Art Übersetzungsdienst von Eltern anbieten. Da können viele arabisch und andere Sprachen. Oder auch Englisch. Irgendwie hatte ich die offensichtlich falsche Hoffnung, dass es an anderen Schulen schon laufende Projekte gibt. Ich weiß nicht mal, wo ich nach solchen Informationen suchen könnte. Naja, zumindest danke schon mal für eure Tipps.


An meiner Schule gibt es 2 DaZ-Klassen (Deutsch als Zweitsprache) mit jeweils 14 Kindern. Dort werden Syrer, Iraker, Afghanen, Russen, Albaner und Griechen ohne Sprachkenntnisse und z.T. Analphabeten miteinander unterrichtet. Da Lehrkräfte fehlten, wurden zusätzlich fachfremde Mitarbeiter aus dem Ganztag fest eingestellt. Zusätzlich wurde von der AWO eine Syrerin und eine Russin eingestellt, die übersetzen und den Familien helfen sollen.
In 1-2 Jahren sollen die Kinder in Regelklassen unterrichtet werden.
Wir bekommen in der Woche im Schnitt 2 Kinder dazu.


Für die Kindergartenkinder ohne Sprachkenntnisse gibt es das SPRINT-Programm.
Das läuft ein halbes Jahr vor der Einschulung.


Zitat (Paradiesvogel @ 02.10.2015 20:17:50)
An meiner Schule...

Neugierige Frage: Bist du Lehrerin?
Es ist sicher hilfreich, nicht nur die Eltern-, sondern auch die Lehrer- und Erziehersicht zu erfahren. Zur Zeit scheinen mir alle Seiten, bei allem Engagement, mehr oder weniger überfordert und hilflos zu sein.
Gibt es behördlicherseits Hilfestellung für die Profis?

Bearbeitet von Jeannie am 02.10.2015 21:34:40

ich bin Schulsekretärin.

In beiden Klassen ist eine ausgebildete Lehrkraft mit Zusatz als DaZ-Kraft.


Ah, das ist ja mal interessant. An einigen Schulen hier in Berlin gibt es ja auch "Willkommensklassen", das ist wahrscheinlich so etwas?

Mich hat vor allem gewundert, dass wohl von Seiten des Senats behauptet wird, dass es einen Anspruch auf zusätzliche Lehrkräfte gibt, die Lehrerin aber nur müde lächelte, nein, da wäre nix geplant.

Weiteres Problem ist wohl auch die unsichere Situation der Flüchtlinge. Im letzten Schuljahr gab es welche, die waren nur drei Monate in der Klasse :( Ich mein, das ist natürlich auch nicht gerade förderlich.


Du schreibst es doch grade selbst: es gibt einen Anspruch darauf, aber der wird - vermutlich weil: kein Personal, kein Geld, kein was-weiß-ich-was - nicht durchgesetzt werden können...


... und was die manchmal sehr kurze Verweildauer der Kinder in den Klassen angeht, es ist zumindest besser, sie sind für kurze Zeit im normalen Schulalltag, als ohne Beschäftigung im 'Auffanglager', oder? Traumatisiert sind die Kinder eh genug...

Bearbeitet von Binefant am 03.10.2015 21:48:26


wir haben etliche Analphabeten, weil in den Kiegswirren keine Beschulung möglich war. -_-


morgen kommen einige syrische flüchtlingskinder in den kindergarten meiner beiden älteren kinder. ich hoffe, die kinder werden gut aufgenommen und leben sich schnell ein. die erzieherinnen haben, wie ich finde, die kinder sehr gut vorbereitet, mit ihnen darüber gesprochen und fragen beantwortet.

bisher ist mir nicht bekannt, dass es bei den eltern strikte ablehnung oder einwände gibt, worüber ich sehr froh bin. die kinder sprechen laut erzieherinnen kein deutsch, sollen jedoch einige wörter verstehen. das wäre ein sehr guter anfang.


Möchte und kann dazu nichts sagen, weil wir keinen Bezug oder Verbindung zu Schulen oder Kitas haben

Finde eure Beiträge sehr einfühlsam aber auch sehr sachlich. Für diese Kinder auf jeden Fall eine gute Sache, da sie für ein paar Stunden aus den z.T. chaotischen Asylheimen rauskommen.
Eine sehr gute Sache.


Zitat (Sandkind @ 03.10.2015 21:44:01)
An einigen Schulen hier in Berlin gibt es ja auch "Willkommensklassen", das ist wahrscheinlich so etwas?

"Willkommensklassen" sind Lerngruppen an Grundschulen mit ca. 12 geflüchteten Kindern der Jahrgangsstufen 3-6. Die Kinder sollen innerhalb eines Schuljahres soweit kommen, dass sie in einer regulären Klasse weiterlernen können. Jüngere Kinder kommen gleich in eine reguläre Klasse.
Die Lehrkraft hat "idealerweise" eine Ausbildung für Deutsch als Zweitsprache. Es ist aber natürlich sehr schwer auf die Schnelle genügend Lehrkräfte für die WKs zu finden.

Bearbeitet von Mafalda am 09.11.2015 08:36:45

heute habe ich die flüchtlingskinder kennen gelernt. es sind zwei jungen und zwei mädchen aus syrien, zwischen drei und vier jahre alt. sie waren scheu, aber aufmerksam, und sprachen heute morgen kein wort deutsch. alle vier sind einfach zauberhaft.

die kinder haben sie so herzlich aufgenommen, dass manchen erzieherinnen die tränen kamen. sie wissen, dass die kleinen kein deutsch können, und sind instinktiv auf hände, füße, gesten und mimik ausgewichen. mein sohn berichtete mir, dass eines der mädchen zum abschied "tüss" zu ihm gesagt habe, und der kleinen leyla (ich vermute, die schreibweise ist nicht richtig) habe er das wort "lecker" beigebracht.

mein mann hat sich mit ihm über verschiedene sprachen unterhalten, und er meinte, am besten lernt man mit anderen und durch andere, und leider seien es beinahe immer schimpfwörter, die man zuerst lernt. mein sohn fand, das sollte nicht so sein, und deswegen will er den kindern "schöne" wörter beibringen.

beim frühstück habe er sich genießerisch die lippen geleckt und den bauch gerieben, als er auf lebensmittel zeigte, die ihm besonders gut schmecken, und habe sie mit den bezeichnungen benannt. und hat sie dann auch als "lecker" bezeichnet. er sagt, sie habe das verstanden. leyla möge gern gurken, tomaten und honig.

heute wurde viel draußen gespielt; fangen, laufen, schaukeln und mit bauklötzen spielen kann man auch ohne worte. über die flucht, wann sie begann und wie die familien nach deutschland kamen, weiß ich nichts. mein mann hat unsere kinder heute abgeholt und dabei drei elternpaare kennen gelernt. im trubel ging es ein wenig unter, aber es kann sein, dass zwei der kinder geschwister sind. zum nachfragen blieb heute keine zeit. er meinte, alle vier hätten strahlende gesichter gehabt. wenn der erste tag so gut läuft, ist das eine wunderschöne motivation.


Zitat (seidenloeckchen @ 09.11.2015 18:27:28)
die kinder haben sie so herzlich aufgenommen, dass manchen erzieherinnen die tränen kamen. sie wissen, dass die kleinen kein deutsch können, und sind instinktiv auf hände, füße, gesten und mimik ausgewichen.

und genau das ist der Vorteil von Kindern: sie sehen es nicht kompliziert, wenn man die Sprache des anderen nicht versteht, machen sich keine Gedanken, sondern nehmen es halt einfach hin und weichen auf andere MItteilungsmöglichkeiten aus :daumenhoch:

Ich finde es toll, dass die vier so herzlich aufgenommen wurden. Ich denke, die strahlenden Gesichter sind auch für die Flüchtlingseltern eine Beruhigung, sie wissen, den Kindern geht es dort gut und sie fühlen sich wohl.

Und was die Sprache angeht: ich denke, die vier lernen im nullkommanix die deutsche Sprache, zumindest soweit, dass sie sich damit auch bald verständigen können. Kinder lernen sowas wirklich schnell und notfalls gibt es ja immer noch Hände, Füße und was sonst noch :D

das hört sich sehr schön an.


Ich wollte mich, als Threadstarterin, nun auch mal wieder melden. Bei uns an der Schule hat sich soweit nichts geändert, wobei ich glaube, dass sich die beiden Kinder so langsam einleben (kann man ja schlecht nachfragen, über anderer Leute Kinder, zumindest hier in Berlin ist das unerwünscht).

Von einer anderen Schule habe ich gehört, dass dort Flüchtlinge in der Turnhalle einquartiert sind, und sich da von Seiten der Schüler eine Art Nachhilfe/ Unterrichtskreis für diese gebildet hat, was ich eine tolle Sache finde. Eventuell will eine meiner Mädels da auch mittun, weil eine Freundin von ihr dabei ist :wub:
@ Mafalda: Ja, die Willkommensklassen meinte ich. Wusste gar nicht, dass das nur für Ältere geht, aber ist eigentlich auch logisch, die Kleinen lernen Sprache ja doch noch anders, eher so durch Osmose :lol:

Bearbeitet von Sandkind am 10.11.2015 05:45:24


ein junge und das mädchen, das nicht leyla heißt, sind tatsächlich geschwister. ihre eltern, denen ich heute nicht begegnet bin, sprechen laut kindergartenpersonal wenig deutsch, verstehen jedoch mehr. alle können zumindest verständlich basisenglisch, und ein freiwilliger helfer, der arabisch spricht, übersetzt.

die syrischen kinder haben so rasch einige wörter und sogar kleine sätze gelernt, dass man nur staunen kann. und wie ich sehen konnte, bemühen sich die alteingesessenen kinder sehr, verständlich zu sprechen und viel zu zeigen.

ein junge ließ die zunge aus dem hals hängen und sagte "ich habe durst", bevor er zügig einen becher wasser austrank. und das magenknurren eines anderen jungen verdeutlichte ihnen den satz "ich habe hunger".

die erzieherinnen meinten, die kinder kommen morgens strahlend in die gruppen, schauen sich genau an, was die anderen machen, und machen es ihnen nach. wörter wie hallo, tschüss, guten morgen, danke und bitte wenden sie bereits richtig an.

auffällig sei, dass sie beim essen und trinken erst warten, bis die anderen kinder anfangen und erst fragend die erzieherinnen anschauen und auf ein lächeln oder nicken warten, bevor sie sich etwas nehmen. überhaupt sollen den kleinen die augen überlaufen, wenn sie die reich gedeckten tische sehen. über ihren sozialen stand und die finanzielle lage der familien in ihrer heimat weiß ich nichts. alle vier sind sehr schlank, nicht dürr, aber sie könnten alle gut und gern ein paar pfund mehr vertragen. bei lauten geräuschen erschrecken sie sich oft, und das geschrei während der spielens irritiert sie manchmal immer noch.

die alteingesessenen kinder kümmern sich rührend um ihre neuen gefährten und entscheiden selbständig, wie sie helfen wollen. manche suchen daheim unter ihrem besitz stücke heraus, die sie den flüchtlingskindern schenken wollen. andere bringen spielzeug, malstifte und malbücher, kleine taschen, wärmende winter-accessoires und andere dinge mit. ob die kleinen all das benötigt haben, weiß ich nicht. aber ich finde, es ist den kindern hoch anzurechnen, dass sie ohne aufforderung geben wollen. :wub:

Bearbeitet von seidenloeckchen am 11.11.2015 20:21:46


Beobachtet die Kinder und ihr wißt, wie ihr mit der Situation umgehen könnt.... nämlich ganz einfach und unkompliziert :daumenhoch:


Es ist für kleine Kinder sehr einfach, eine fremde Sprache zu erlernen.

Ca.Ende des 7. Lebensmonats entsteh im Gehirn ein sogenanntes "Sprachfenster", welches sich in etwa im 7:. Lebensjahr wieder schliesst und ab dem ca. 10.Lebensjahr vollständig geschlossen ist. Nicht zuletzt deshalb ist es sehr schwer, z.B. in der Schule dann eine Fremdsprache zu erlernen. Sprachliche Begabungen mal aussen vor gelassen.

Man nennt diese Phase bei Kleinkindern auch die "sensible Phase". Das heisst, sie verbinden Gesehenes und Gehörtes, genau wie seidenlöckchen es beschrieben hat.
Sehen - Hören - Nachahmen. Sowohl sprachlich als auch im Handeln.



Zitat

die alteingesessenen kinder
rofl voll süss rofl

Bearbeitet von Bücherwurm am 11.11.2015 21:14:31

mir fällt leider kein wort ein, wie ich die ursprüngliche gruppe beschreiben soll, wenn ich von ihnen rede und nicht den neuankömmlingen. bald werden sie fest zur gruppe gehören, und ich mag auch nicht immer "flüchtlingskinder" schreiben. vielleicht gebe ich ihnen hier (andere) namen. bei leyla ist es gewiss kein problem, sie so zu nennen, der name ist ja weit verbreitet.

kinder lernen sprachen wirklich rasch. meine ältere tochter spricht und versteht etwas hebräisch, das sie beim telefonieren mit der im ausland lebenden verwandtschaft meiner schwiegerfamilie verwendet, oder wenn sie zu besuch kommen. dann spricht sie von mir und meinem mann als ima und abba, das sind hebräische wörter für mama und papa. mein sohn schaut dann meistens verständnislos. :lol:

meine jüngere tochter spricht oft nach, was ihre große schwester sagt, und freut sich, wenn der besuch sie dafür lobt. sie fragt sie auch, was sie gerade gesagt hat, und sie bringt es ihr geduldig bei. mein sohn dagegen will nichts davon wissen und plaudert auf deutsch, mit ein paar englischen brocken und vor allem mit händen und füßen. :hihi:


Zitat (seidenloeckchen @ 11.11.2015 21:47:08)
mir fällt leider kein wort ein, wie ich die ursprüngliche gruppe beschreiben soll, wenn ich von ihnen rede und nicht den neuankömmlingen. bald werden sie fest zur gruppe gehören, und ich mag auch nicht immer "flüchtlingskinder" schreiben. vielleicht gebe ich ihnen hier (andere) namen. bei leyla ist es gewiss kein problem, sie so zu nennen, der name ist ja weit verbreitet.


:ach: ich fand doch Deinen Aussdruck sehr süss, mach Dir keinen Kopp :lol:

für die kinder ist es nicht so ungewohnt, mit menschen zu tun zu haben, deren sprache sie nicht sprechen, oder die sie nicht so gut verstehen. schließlich gab es im kindergarten immer wieder kinder mit migrationshintergrund, deren eltern selbst nicht so flüssig in der sprache waren, oder menschen, die einen starken akzent haben und auch grammatikalisch oft fehler machen. aber damit kommen sie zurecht.

einige erzieherinnen sind selbst kinder von migranten oder auch selbst spätaussiedler aus heute russischen gebieten. sie haben einen großen anteil daran, dass die kinder es gut verstehen, wenn menschen aus ihrer heimat fortgehen müssen oder wollen, und sie berichten von traditionen dort, aber auch von problemen.

die vier neuankömmlinge seien heute enttäuscht gewesen, weil sie am wochenende nicht in den kindergarten gehen können. die eltern bringen sie jeden tag und holen sie wieder ab, und sie versuchen, ihren gefühlen ausdruck zu verleihen. eine mutter meinte "vielen dank für hilfe" und "danke du gut zu mein kind". ich schreibe das absichtlich so, wie sie es gesagt hat, damit nicht der eindruck entsteht, sie habe das vielleicht auswendig gelernt oder sei schon sehr weit mit ihren deutschkenntnissen.

natürlich ist die situation auch gesprächsthema bei den eltern. und ich habe die erfahrung gemacht, dass wirklich kein elternpaar (oder ein einzelner vater oder eine einzelne mutter), das die kinder und die eltern kennen gelernt hat, sich irgendwie abwertend über die eltern oder die kinder geäußert hat. vorher gab es bei manchen bedenken, auch typisches stammtischgefasel, auch wenn ich nicht davon ausgehe, dass diese eltern gewalt in irgendeiner form gutheißen würden. da war die rede immer nur von den "flüchtlingen". ich glaube, es liegt daran, dass sie nun menschen kennen gelernt haben, die gesichter und namen haben, und die ihnen im wahrsten sinne des wortes nah sind. aber es hat gewiss auch etwas damit zu tun, dass es sich hier um kleinkinder und deren eltern handelt und nicht um die so gefürchteten jungen männer, die ohne familie herkommen.

die alteingesessenen kinder haben spontan gesammelt, wie ich bereits geschrieben habe. leyla trug einen ihr viel zu großen schal um den hals, gewiss warm, aber schwer, in dunklen und gedeckten farben, eher für erwachsene gedacht. ein kind hat ihr einen schal geschenkt und eine dazu passende warme mütze und fäustlinge, in fröhlichen, bunten farben, wie kinder es eher mögen. leyla hat sich schrecklich gefreut, das habe ich gesehen. und wieder dieser blick zu den erwachsenen, als wolle sie fragen, ob sie es annehmen dürfe. ein lächeln heißt immer ja. bei leyla glaube ich, dass die familie in syrien sehr bescheiden gelebt hat, zumindest in der zeit, in der sie aufgewachsen ist. sie ist ja erst drei oder vier jahre alt. und ich fand es wunderschön, dass einige kinder meinten, man darf nicht nur einen beschenken und die anderen vergessen, weil sie sonst traurig sind. es gab für jeden etwas schönes und nützliches. keines der kinder ist in lumpen gehüllt, aber sie werden rasch wachsen und mehr bekleidung benötigen.

meine beiden älteren kinder berichten genau, was die neuen kinder tun. ganz besonders wild seien sie auf obst. es wird täglich angeboten, immer äpfel und bananen, und auch obst der saison aus der umgebung. süßigkeiten werden wenig angeboten und sollen eigentlich auch nicht mitgebracht werden, aber ungefähr einmal im monat gibt es kuchen und andere süßigkeiten, wenn die geburtstage der kinder in einem fest gefeiert werden. das war in diesem monat noch nicht der fall.

die kleinen haben fleißig die namen ihrer neuen gefährten gelernt und können schon kleine fragen oder bitten formulieren. "*name des kindes*, komm spielen!", "ich muss toilette" oder auch "ich will auch!".

die alteingesessenen kinder sprudeln nur so über vor ideen, wie man helfen kann. manche wollen mit ihnen eis essen und spazieren gehen, und ich hoffe, es kann etwas realisiert werden, das einverständnis aller beteiligten eltern vorausgesetzt. ein vater meinte, er betet jeden tag, dass er und seine familie in deutschland bleiben können, in dieser stadt, wo die menschen so gut zu ihnen seien. er hat von vielen brandanschlägen gehört und fürchtet sich davor, dass es auch ihm und seiner familie so ergehen könnte, obwohl es hier bisher sehr ruhig ist und es nach meinem wissen öffentlich weder proteste noch fremdenfeindliche aktionen gab.

in der stadtzeitung wird von so viel hilfsbereitschaft und spendenfreudigkeit berichtet, dass im augenblick darum gebeten wird, nicht mehr das zu spenden, was man spenden will und es zu den sammelstellen zu bringen, sondern die spendenaufrufe zu verfolgen, in denen gezielt gesucht wird.

Bearbeitet von seidenloeckchen am 13.11.2015 20:19:47


Es tut gut, auch mal solche guten Berichte zu lesen! :blumen:
Für mich ist völlig klar, dass Asylanten oder Migranten meist ihren Schrecken für unsichere Bürger verlieren, wenn man sie persönlich kennenlernt und die Menschen sieht statt nur die Bezeichnung Asylant.


im kindergarten läuft immer noch alles hervorragend. die freundin meines sohnes ist sogar ein wenig eifersüchtig, weil leyla sich gern an meinen sohn hält und er sehr freundlich zu ihr ist.

die vier werden immer entspannter und sprechen nun viele kleine sätze auf deutsch. manchmal sind es auch sprichwörter, wie man mir sagte, und im rheinischen dialekt. und sogar untereinander sprechen sie nun deutsch. das ist gewiss auch den eltern zuzuschreiben. ich habe von den ehrenamtlichen helfern erfahren, dass die eltern ihren kindern gesagt haben, sie sollen so viel deutsch wie möglich sprechen.

zwei elternpaare lebten in syrien in recht bescheidenen verhältnissen, das dritte hat einiges von der welt gesehen, hat eine umfangreiche ausbildung genossen und wusste viel von deutschland. finanziell ging es ihnen besser als einem großen teil der syrer. ihnen allen gemein ist der wunsch, in deutschland nicht negativ aufzufallen und sich so weit wie möglich so zu geben, wie es ihrer meinung nach gute deutsche tun. die kinder sprechen nur mit ihnen arabisch. sie wissen, dass die möglichkeit besteht, dass sie nicht in deutschland bleiben dürfen, und deswegen darf arabisch für die kinder nicht zur fremdsprache werden.

die letzte woche war sehr aufregend, weil ein syrisches ehepaar mit sohn und tochter, beide noch nicht alt genug für die schule, ins haus meiner oma gezogen sind. sie hat den zuständigen mitarbeitern gesprochen, auch etwas über sich erzählt, was für möglicherweise strenggläubige muslime nicht ganz unwichtig sein könnte, und auch erklärt, worauf es ihr ankommt, was sie erwartet und was sie nicht erwartet, was sie nicht duldet und was sie bieten kann, außer einem dach über dem kopf.

der mann spricht gut verständliches deutsch und sagt, er habe vor jahren einige zeit in deutschland gelebt. er sei arzt und hoffe, bald kontakt zu den kliniken zu bekommen, in denen er früher gearbeitet habe, in deutschland und wohl auch in england. vor allem die ehrenamtlichen helfer waren überrascht, dass er viele dokumente bei sich trug, als er nach deutschland kam, die seine identität bestätigen sollen. das würde gewiss auch eine arbeitsaufnahme beschleunigen. man kann nur hoffen, dass er die wahrheit sagt. und die beiden kinder sind hinreißend. :wub:

vermutlich werden die nächsten wochen und monate sehr aufregend für uns alle. mein vater hilft ehrenamtlich, so viel er kann, und meine kinder besuchen meine oma ja auch oft und bekommen viel mit. die ganze familie holt noch viel schlaf nach. sie sahen beim einzug so schrecklich müde, erschöpft und ausgelaugt aus, dass ich glaubte, alle würden augenblicklich im stehen einschlafen.


Was ich jetzt bei uns in der Klasse sehe, ist die unsichere Situation: Der Junge ist jetzt in einer anderen Stadt, wie soll der sich jemals irgendwo eingewöhnen. Das Mädchen ist noch da, sie spricht inzwischen auch Deutsch. Ist ne ganz Liebe, hab sie letzt beim Basteltag mal kennen gelernt. Hoffentlich kann die wenigstens bleiben!


Das ist öfter das Problem, dass man hier nicht so recht weiß, was man denn nun wirklich will.
Einerseits wird Integration hoch 3 gefordert, andererseits werden den Flüchtlingen gerne Steine in den Weg gelegt. Haben sie sich gerade etwas eingelebt und "Einheimische" kennen gelernt, dann kommen sie woanders hin, wo sie wieder niemanden mehr kennen und auch die Umgebung wieder ganz neu erkunden müssen. Gerade für Kinder, die in eine Schule oder Kindergarten aufgenommen wurden, ist diese Situation sicher extrem schwierig.
Ist ähnlich bei der Familienzusammenführung. Auf der einen Seite wird sich mokiert, dass nur kräftige, junge Männer kommen statt Familien, weil man mit diesen wesentlich mehr Probleme erwartet - wenn diese kräftigen, jungen Männer aber ihre Frau und Kinder nachholen wollen, dann soll das demnächst unterbunden werden, einfach um die Zahl geringer zu halten.
Klingt für mich ähnlich logisch wie das Gezeter, dass die nur von Sozialhilfe leben statt zu arbeiten, wobei sie gar nicht arbeiten dürfen. Dürfen sie es dann irgendwann, dann nehmen sie anderen Arbeitslosen den Arbeitsplatz weg. Irgendwie erinnert das an Persönlichkeitsspaltung. :(


man weiß meistens recht gut, was man wirklich will, wenn man so argumentiert oder denkt. man will sie aus dem land haben oder 'noch besser, die kommen erst gar nicht her!' aber das ist ja nicht das erste mal.

das zusammenleben mit der syrischen familie klappt bisher wunderbar, jedoch könnte es auch in absehbarer zeit wieder vorbei sein. der vater hat die wahrheit gesagt. mehrere kliniken haben bestätigt, dass er bei ihnen gearbeitet hat. es ist zwar schon über zwanzig jahre her, aber er erinnert sich immer mehr an das deutsch, das er damals sehr gut gesprochen haben muss. mit ein wenig glück wird er mit seiner familie umziehen können, um in einer der kliniken wieder zu arbeiten. ehemalige kollegen wollen ihm dabei helfen. er hofft, dass es noch 2016 dazu kommt.

die kinder sind zauberhaft. sie lernen deutsch in rasender geschwindigkeit und verblüffen sogar ihre eltern. ihre mutter macht auch gute fortschritte. ihr helfen sehr die alten kinderbücher, die meine oma noch aufbewahrt hat. darin gibt es märchen und geschichten, aber auch lektionen zum schreiben und lesen lernen.

dabei hat sich eine süße geschichte zugetragen. meine oma ist die ehemalige schwiegermutter meines vaters, der sich neu verheiratet hat und zwei kinder mit seiner zweiten ehefrau hat. sie haben immer einen guten kontakt zueinander gehabt. für meine beiden kleinen geschwister ist sie oma, obwohl sie nicht miteinander verwandt sind. sie besuchen sie oft gemeinsam mit meinem vater und spielen mit den beiden syrischen kindern, während ihr vater und mein vater gemeinsam arbeiten.

der vater der beiden kleinen hilft mit seinen kenntnissen bei den flüchtlingen, wo er nur kann. auch ihm hilft es sehr, das gibt seinem tag struktur und sinn, auch wenn er noch nicht offiziell als arzt arbeiten und somit seinen lebensunterhalt verdienen kann. früher haben die beiden kinder meine oma mit frau nachname angesprochen. sie hören jedoch immer wieder "oma", wenn sie mit meinen beiden geschwistern spielen, und redeten dann auch von der "oma" und sprachen sie auch so an. meine oma beschäftigt sich gern und viel mit den kindern, kocht, backt, lernt und spielt mit ihnen, und sie war gerührt.

der vater war erst erschrocken, als er das mitbekam, und sagte seinen kindern, was das wort bedeutet. und mein vater berichtete mir dann, was der arzt als reaktion von seinen kindern erhielt: 'frau nachname ist nicht unsere blut-oma, aber unsere herz-oma.' so drückte er es aus, es gibt dafür gewiss treffendere worte auf arabisch, aber ich finde, auch diese worte sagen alles. :wub:


Wenn unser Bildungsniveau (eh schon arg reduziert) nach "Schreiben nach Gehör" noch weiter runtergefahren wird - hat D bald reichlich !!! - abhängige - unter Mindestlohn arbeitende Sklaven !
Wem nutzt das ?
Ganz sicher nicht den Einheimischen und garantiert (!) auch nicht den Zugereisten !
Eher schwächt es die Herkunftsländer zum Nutzen der "Befreier/Bringer von Frieden usw... " wie auch die Aufnahme-Länder - bevorzugt die Länder mit den besten "Sozial-Leistungen".

WER generiert denn die Leistungen ? Und wie lange sind die Leister noch bereit bzw. in der Lage (!) das nötige Geld= Steuern dazu zu liefern ??

Ich vage es zu behaupten das dieser Irrsinn im Chaos enden wird.
Auf "Ordnung aus Chaos" baue ich eher verhalten ... ...

Angesagt wurde eine "Völkermischung" mit dem Ziel von einem IQ von durchschnittlich 90 - nützlich genug und dumm genug um nützlich zu sein.

Ich gehe positiv/hoffnungsvoll in 2016 !
Es muss doch "nur" geschafft werden völlig unterschiedliche Kulturen zusammen zu bringen.

WIR (?) schaffen das so wie WIR 30 bis 100 jährige (religiöse) Kriege schafften, so wie WIR Kreuzzüge schafften und wie WIR uns in den Reformationskriegen gegenseitig abschlachteten ... ... Aber das schafften und schaffen auch die Schiiten und Sunniten derzeit so trefflich wie WIR seinerzeit in der berühmt/berüchtigten Bartholomäus- Nacht in Paris ... ...
Religion ist nun mal ein Werkzeug der Politik - die geben sich gegenseitig den Handschlag - seid eh und je schon - mit offensichtlichem Erfolg ... ...

"Ein Burg ist "Gott" - doch ein Gesinde sind die Pfaffen --- erkannte schon Goethe !
Und was ein Filmtitel "Fuck you Goethe" mit "Fuck you EU" gemeinsam haben darf sich jeder selbst beantworteten.


Du machst deinem Namen ja wirklich alle Ehre - weder merke ich da was von Flower, noch von Peace :sarkastisch:

Zitat
Wenn unser Bildungsniveau (eh schon arg reduziert) nach "Schreiben nach Gehör" noch weiter runtergefahren wird - hat D bald reichlich !!! - abhängige - unter Mindestlohn arbeitende Sklaven !

Soso... interessant in Bezug auf z. B. diesen Satz, wobei es mir hier überhaupt nicht um den Inhalt geht, sondern lediglich ums Bildungsniveau in Hinsicht auf die Beherrschung der Muttersprache in Schriftform:
Zitat
Ich vage es zu behaupten das dieser Irrsinn im Chaos enden wird.

Ich hoffe, du arbeitest nicht zum Sklavenlohn :pfeifen:

Zitat
Religion ist nun mal ein Werkzeug der Politik - die geben sich gegenseitig den Handschlag - seid eh und je schon - mit offensichtlichem Erfolg ... ...

Seit eh und je mag durchaus durchschnittlich stimmen, jedoch längst nicht mehr in jedem Land der Erde. In Westeuropa z. B. sind die meisten Regierungen schon länger nicht mehr von Religion durchtränkt und durch Religion geleitet. Das war und ist ein Erfolg der westlichen Zivilisation, dass man Staat und Religion deutlich getrennt hat (vom Einzug der Kirchensteuer mal abgesehen <_< ). Und die letzten Jahrzehnte ist man gerade in Deutschland damit sehr gut gefahren.
Erst die Neuzeit beschert uns nun durch die patriotischen, betroffenen Bürger plötzlich wieder den Einzug des zu verteidigenden Christentums gegen die drohende Islamisierung ins politische Geschehen. Wohlgemerkt: Nicht die hierhin flüchtenden Muslime bringen die Religion ins politische Geschehen, sondern die Gegner des Asylrechts benutzen das angeblich bedrohte Christentum für ihre Zwecke. Insofern hast du völlig Recht, dass Religion wieder zum Werkzeug der Politik gemacht wird. In diesem Falle selbstverständlich aus purer Sorge.

noch vergessen...

Zitat
Das Leben wird vorwärts gelebt und rückwärts verstanden.
(Sören Kierkegaard)

Eine absolut schöne Signatur! Bei manchen reicht der rückwärtige Blick leider keine 70 Jahre weit. Sonst würden sie sich manchen Spaziergang sparen ;)

Liiiiiiiiiiiiiiiiiebe/r Flowerpowerpeace,

In diesem - meinem - Thread geht es um Flüchtlingskinder an der Schule.
Ich lege Wert darauf, dass das so bleibt, und hier bitte nicht das allgemeine Geseire über Flüchtlinge, Völkermischung, Sklavenarbeit oder sonstige Endzeitphantasien abgelassen wird.
Zweitens lege ich Wert darauf, dass der Ausrufezeichen Quotient nicht über ein Ausrufezeichen / 2 Sätze hinausgeht.

Danke für Ihre Aufmerksamkeit.

Die Threaderöffnerin.

PS: Lies den Eingangspost.


@ CracklinRosie: Auch von Dir wäre es nett, wenn Du beim Thema bleibst. Obwohl ich, glaub ich zumindest, Deine Meinung größtenteils teile. Aber wenn wir jetzt auf sowas :wacko: eingehen, ist dieser bisher so angenehm sachliche Thread auch noch kaputt.


Bitte um Entschuldigung *schäm*
Bei diesem Kommentar konnte ich es mir nicht verkneifen, aber du hast natürlich Recht -_-


I.O.
Es geht um Flüchtlings-Kinder in Schulen - und auch um Ausrufe-Zeichen-Quotienten ... ...
Hat nix mit Flüchtlingen im Allgemeinen zu tun - " Geseire" wenn der Bildungs-Standart - gar politisch offiziell- herunter gestuft werden möchte ...

Das Flüchtlinge im Idealfall ... in ihre Heimat zurück kehren um an einem Aufbau mitzuwirken wird ausgeschlossen ?
ALLE sollen dauerhaft bleiben ?
Dafür 8000 (!) neue Deutsch-Klassen speziell für Flüchtlingskinder ?
Nach elendig langem Ringen um mehr Lehrer für unserer Schulen - wofür angeblich keine "Mittel" zur Verfügung standen (!) nun also : keine Obergrenze !
WER finanziert diese "Orgie" ?
Die Lehrer die ihr "Gehalt " vom Staat erhalten ? Und WER ist der Staat ?

Wenn die Menschen die diesen Sozial-Status ermöglichen "dicht" machen hat sich das Thema diese Threads recht schnell erledig !
Da helfen dann auch keine Ausrufe-Zeichen-Quotren mehr.


Zum "ENTSCHULDIGEN" sind wir in D ja wahrlich erzogen ... worden !
Fragen wir mal Indianer oder Aborigines - glücklich(?) in Reservaten lebend - nach den WERTEN von Eroberern !
Um beim Themna zu bleiben (!) :
Welche Schulbildung wird den genannten Beispielen zuteil ?

Was derzeit an den Grenzen dieser "EU" geschieht ist beispiellos in der Geschichte aller Völker !
WIR wissen nicht WER einreist und was seine Pläne sind.

Um - wie gewünscht - beim Thema dieses Threats zu bleiben :
"Am deutschen Wesen soll die Welt genesen"

Die Kinder der "Flüchtlinge" werden weit mehr Probleme generien als die Kinder der Gastarbeiter die "weder dort noch hier" einen HALT fanden .

Jedem Lehrer sei bewusst WER ihm seinen Lohn erwirtschaftet ...

@ Sandkind
Was du dir in "deinem" Threat wünscht ... ... mach einen eigenen Block auf !
Da kannst du dann schalten und walten wie es dir beliebt : liiiiiiebes Sandkind.
Nach meiner Kenntnis/Erfahrung hat ein Threat-Eröffner keinen Einfluss auf die Entwicklung ...- und muss auch "nicht genehme" Kommentare hinnehmen.
DU bist HIER genauso GAST wie ich - worauf DU Wert legst ... ist NEBENSACHE !


Banach- Tarski- Paradoxon
Weißt du eigentlich wieviele Nicks du mittlerweile hast? :pfeifen:


" Was du dir in "deinem" Threat wünscht ... ... mach einen eigenen Block auf !
Da kannst du dann schalten und walten wie es dir beliebt : liiiiiiebes Sandkind.
Nach meiner Kenntnis/Erfahrung hat ein Threat-Eröffner keinen Einfluss auf die Entwicklung ...- und muss auch "nicht genehme" Kommentare hinnehmen.
DU bist HIER genauso GAST wie ich - worauf DU Wert legst ... ist NEBENSACHE ! "

Was spielst du dich denn so auf?
Sandkind hat lediglich gebeten, dass beim Thema geblieben wird.

zum Thema:
"Nach elendig langem Ringen um mehr Lehrer für unserer Schulen - wofür angeblich keine "Mittel" zur Verfügung standen (!) nun also : keine Obergrenze !"

Das sehe ich auch so.
Wieviele Unterrichtsstunden mussten wegen Lehrermangel ausfallen?

Bearbeitet von und sonst? am 31.12.2015 07:50:59


***Liebe Leute.... bitte bleibt beim Thema. Wenn ihr etwas anderes als das Ausgangsthema besprechen wollt, nutzt Bitte die anderen, passenden Threads oder macht einen auf, wenn es euer Thema noch nicht gibt.

Bitte denkt dran, dass auch Reaktionen auf verhunzende Beiträge dazu führen, dass ein Thread entgleist.

Schönen Dank und einen guten Start ins neue Jahr ***


meine ältere tochter wird nächstes jahr eingeschult, wie viele andere kinder in ihrem kindergarten auch. das ist ein großes thema bei ihnen, und es wird oft darüber gesprochen. die syrischen kinder sind noch zu klein dafür, aber sie haben danach gefragt. wie selbstverständlich meinte meine tochter, sie hätten das normal gefragt, auf deutsch, und "fast immer ganz richtig".

die kleinen machen so große fortschritte mit der sprache und in ihrem auftreten. ihre scheu haben sie laut erzieherinnen fast völlig verloren und benehmen sich wie die anderen kinder auch. sie stellen von sich aus fragen und freuen sich immer wieder über neue spiele, ausflüge, über jeden tag dort. meinem mann gegenüber haben vor allem einige väter ihre meinungen über flüchtlinge an sich etwas revidiert. sie waren ihnen gegenüber nicht bösartig eingestellt, aber doch in mancher hinsicht voreingenommen und, wie sie selbst gesagt hätten, vorschnell und zu einseitig. mit den vätern der syrischen kindern kommen sie manchmal ins gespräch, und es ergeben sich erste, wenn auch zaghafte, kontakte und hilfsangebote an die eltern, nicht nur an die kinder. das finde ich wunderschön.


Meine älteste Tochter hat jetzt das Thema der Integration von Flüchtlingen in ihrer MSA-Arbeit (für Nicht Berliner: Ein Vortrag mit Powerpointpräsentation, um eine erste kleine "Forschungs"abeit vorzustellen, der zum Realschulabschluss gehört).
Dazu waren die drei Zehntklässlerinnen jetzt schon ein paar Mal in einer Flüchtlingsunterkunft, haben da Waffeln gebacken, mit Kindern gespielt und Kontakte geknüpft. Meine Tochter war vor allem angetan von dem Zusammenhalt der Leute in dieser Unterkunft, ganz anders als in den Zeitungsberichten, wo (natürlich) nur über Mord und Totschlag berichtet wird.
Und ich wiederum war davon angetan, dass die Schüler ihren meiner Ansicht nach in dem Alter eigentlich typischen Hang zum Weltverbessern (Klingt jetzt negativ, aber ich meine das eigentlich ganz positiv, ich war in dem Alter auch so, bei uns war es allerdings eher Umweltschutz, und sehe da mit etwas Wehmut meinen futschgegangenen Idealismus :heul: ) mit in den Unterricht integrieren können!
Meine Kinder denken auch über die Flüchtlinge ganz anders als ich, ich bin denen viel zu realistisch und fast schon ausländerfeindlich.

PS: Das Flüchtlingskinder an deutsche Schulen gehen, hat nichts damit zu tun, ob sie bleiben oder gehen. Es ist ein Menschenrecht der Kinder in die Schule gehen zu dürfen, egal wo und egal, ob sie dann wieder in ihr Heimatland zurückkehren oder nicht. Es gibt genug Länder in denen dieses Recht mit Füßen getreten wird, indem zum Beispiel Mädchen vom Schulunterricht ausgeschlossen werden. Diesen Ländern brauchen wir wirklich nicht nacheifern, indem wir es ihnen gleichtun und Bevölkerungsgruppen, in dem Fall Flüchtlingskinder, vom Schulbesuch ausschließen.

Ich glaube, dass jeder Lehrer, der eingestellt wird, für alle Schüler ein Gewinn ist (so er fähig ist natürlich :rolleyes: ), auch wenn er unter dem Label Flüchtlinge läuft.

So, genug der vielen Worte, bis nächstes Jahr in alter Frische!


Btw.:
Hörte, daß pensionierte Lehrer und Lehrerinnen gefragt wurden, ob sie in Schulen aushelfen könnten. Viele arbeiten nun 7 St./ Woche und sind froh darum, helfen zu können. Das finde ich schön, denn das "ichwerdegebraucht-Gefühl" ist im Rentenalter wichtig (meine Erfahrung aus dem persönlichen Umfeld). Eine Art Win/Win Situation :daumenhoch:


Hallo:)
Wir haben 6 Flüchtlinge an unserer Schule. 2 kleine (5. Klasse) und 4 ältere (10.Klasse). Sie konnten alle noch kein Wort Deutsch als sie zu uns kamen und auch Englisch klappte nicht so sehr..

Die 6 bekommen bei uns Deutschunterricht von einer ehemaligen Lehrerin während ihre Klassen Physik und Chemie haben und manchmal noch nachmittags. Sonst sind sie im Unterricht dabei, wo sie einen Partner haben, der sie unterstützt.
Desweiteren haben ihre Klassen gemeinsame Ausflüge unternommen um die Gemeinschaft zu stärken.
Neben einer neu gegründeten Integrations- AG gab es auch Abende, an denen die Flüchtlinge ihre Flucht dargestellt haben und uns danach einen Einblick in ihre Kultur gaben.

Klar, die Anfangszeit war schwer, aber jetzt gibt es keine Probleme mehr! Sie haben viele Freunde, lernen mit Begeisterung Deutsch!!

LG:)

Achso, die Noten waren am Anfang nur Nebensache! Sie wollten sich erst einmal einleben und das Erlebte verarbeiten!:)

Bearbeitet von Little_Sunshine am 02.01.2016 17:42:34


Hallo, :D
bei uns steht derzeit auch immer öfter das thema "multi-kulti"
( gerade auch in bezug auf die neuen flüchtlingskinder in der nachbarschaft )
zur diskussion. gerade bei den kindern, das fängt von "armut und krieg" an und geht weiter bis "religion, glaube" etc.

irgendwie betrifft es mich innerlich stark und ich fands gut, dazu ein sehr schönes !!!! kinderbcuh zu finden, was einfach zeigt, dass es darum geht, einander zu verstehen. ( was können die kinder schon dazu wenn sich die erwachsenen wegen religion bekriegen..) .....
( titel:Mein Gott, dein gott, unser gott ) ...
passend dazu ist mir die idee zu vorlese stunden gekommen, Und zwar bin ich begeistert von der kleinen aktion , dass jedes kind ( egal ob deutsch oder flüchtlingskind) etwas aus seinem heimat-land mitgebracht hat oder gemalt hat, was es wunderschön findet ( da waren interessante und leckere dinge dabei..... von kichererbsenbrei bis pistazien aus syrien über ein selbstgemaltes bild einer hochzeit im irak, und deutschem fussballtrikot...

dazu lasen wir das buch vor, es war herlich, zu sehen, wie sich die kinder begeistert austauschen
und im grunde genommen das gleiche lieben…und sich alle nach dem gleichen sehnen : frieden , freundschaft...sich einfach angenommen zu fühlen.

Vielleicht wollt es die eine oder andere ja auch mal versuchen mit dieser kleinen aber schönen aktion ,
ich denk immer: wenn wir alle etwas zusammen tun, sind wir auf einem guten weg….

bewegte und friedliche grüsse :mellow:



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