Stiefmütterchen Stiefmutter


Hallo,
wer hat eine Idee wie man das schlechte Image von einer "Stiefmutter" los wird?
Leider ist dieses Wort Stiefmutter in unserer Gesellschaft sehr negativ besetzt.
Ich selbst bin zwar bekennendes Stiefmütterchen, aber andere stoßen sich schon daran wenn ich dieses Wort nur gebrauche! :-(
Es ist nur ein Wort...
Ich bin alles andere als eine "böse Stiefmutter" wie sie gerne in den Märchen dargestellt wird.
Das haben mir meine Jungs schon bestätigt! "freu" :-)
Doch das Wort "Stiefmutter" mögen sie auch nicht verwenden.
Welche Erfahrungen habt ihr so als Stiefmutter gemacht?


Hilfreichste Antwort

Du hast sie doch selbst als "deine Jungs" benannt, lass es doch einfach dabei.
Wenn du das so siehst - und deine Jungs anscheinend auch - dann ist es doch gut so. Du bist ihre Mutter.
Ihr alle wisst es, wie es wirklich ist. Und sonst muss das niemand wissen. Euer Gefühl ist entscheidend.
Ich spreche nicht einfach so, sondern aus Erfahrung, will aber hier keine Details anführen.

Vielleicht war es trotzdem ein bisschen hilfreich für dich und deine Jungs :trösten:

Ciao
Elisabeth


Nun, ich bin "nur" Mutter und keine Stiefmutter, aber ich hatte eine. Sie war nicht so schlimm wie in den Märchen, aber das war es auch schon. Sie hat ihre Tochter ständig bevorzugt, mich vor meinem Vater absolut schlecht gemacht und im Ganzen: böse Stiefmutter hat schon durchaus gepaßt.

Tut mir leid, daß ich da nichts anderes sagen kann. Wäre mir auch lieber gewesen.

Davon aber abgesehen: ich mag Stiefmütterchen und werde mir dieses Jahr welche in den Garten setzen.


@Sally75
Wenn man es genau nimmt bin ich eine Stief-Oma.

Unsere Schwiegertochter hat uns neulich "belehrt", dass man nicht mehr Stiefmutter usw. sagt sondern BONUS-Mutter, ...Vater usw.


Ich kenne auch keine Stiefmutter, finde diesen Ausdruck aber nicht sehr schön, er ist schon negativ behaftet.

Mein Sohn, der sich entschied mit seinem Vater zu gehen, weil Südafrika in sehr gereizt hat (er war damals 11 Jahre) hat zur zweiten Frau meines Ex-Mannes "Zweitmutter" gesagt und er hat auch keinen Stiefbruder, sondern einen Bruder.

Der älteste Sohn meines jetzigen Mannes kam nach Deutschland, als wir noch dort lebten und nannte mich auch ab und zu seine Zweitmutter. Gut, er war damals schon 18 Jahre und sprach mich mit dem Vornamen an, aber ab und zu sagten er anderen Personen ich sei seine Zweitmutter.

Man sollte das "Stief" wirklich weglassen.


Hallo Shaila,
ich setzte heuer auch bestimmt viele Stiefmütterchen an. :-)
Danke für deine Nachricht.

Bearbeitet von Sally75 am 02.03.2016 00:54:55


Hallo Juka,
hört sich auch nicht so einfach an was du da geschildert hast. :trösten:
Ich glaube in der Zeit in der wir leben ist die Familie an sich ein zentrales Thema geworden. Es gibt Patchworkfamilien aller Art.
Doch die Hauptsache ist das man sich zu Hause fühlt und angenommen so wie man ist.

Hallo Shaila,
ich wollte dir noch zu dem Bonus-Mutter etwas sagen. Ist auf jeden Fall ein netterer Ausdruck als Stiefmutter. Ich bin eher der Meinung das meine Kinder die sind die Bonus-Kinder. Die kriegen auch wirklich alles doppelt und vierfach. Denen geht es gut das hätte ich mir als Kind nie erträumen lassen das es so etwas wirklich gibt.


Also ich habe nie Bonus Vater gesagt (ja den habe ich auch), sondern einfach immer "mein Vater" und er hat mich als seine Tochter vorgestellt. Obwohl er mich erst mit 15 bekommen hat. :sarkastisch:

Lustig wurde es dann immer, wenn andere Leute meinten "ja Herr XY, ihre Tochter ist ihnen ja auch wie aus dem Gesicht geschnitten". Wir haben uns darüber oft genug kaum ein Lachen verkneifen können.

Was die Frau meines Vaters anging: sie war die Frau meines Vaters. Ich lebte zwei Jahre bei ihm, bis sie mich schlug (mit 15) und das war es. Mit 16 habe ich dann jeden Kontakt abgebrochen. Wegen ihr, aber auch noch mehr wegen meinem Vater. Er hätte mal hinterfragen müssen, was seine Frau ihm da alles für Horrorsachen und Halbwahrheiten über mich erzählte. Aber seis drum, das ist Jahrzehnte her und fertig. Kindheit war damals auch anders als heute.


Hallo Löwin,
entschuldige war mein Fehler. Du hast natürlich den Beitrag mit der Bonus-Mutter gepostet.
Deine Bezeichnung Bonus-Mutter ist eine Bereicherung für diese meine Frage hier. Danke dafür! :blumen:

Hallo Shaila,
:trösten: Geschichten schreibt das Leben, ist leider so.
Bei dir gab`s eine "Minus-Mutter".
Aber du hast für dich sicher richtig entschieden. :sojetzthastdus:
Ich wuchs zwar bei meinen richtigen Eltern auf. (zweifle zeitweise daran das sie es wirklich sind.)
Doch meine Mutter könnte man sehr gut als böse/schwarze Mutter bezeichnen und das obwohl sie keine S-Mutter ist.
Meine Jungs haben sich damals bei ihr als ich sie ihnen vorgestellt habe überhaupt nicht wohl gefühlt.
Meinen Eltern habe ich leider auch den Rücken gekehrt. Wenn man wo nicht willkommen ist, warum soll man sich quälen lassen. Das hat doch keiner notwendig und bringt niemanden in seiner Entwicklung vorwärts.


Wozu überhaupt Stiefmutter sagen? Wer macht den das?

Einfach Mutter, Mutti, Mama, Mammi (also je nach Alter), Mum, Mumi usw., aber nie Stiefmutter.
Im Bekanntenkreis bei uns, wird auch nicht Stiefbruder oder Halbbruder gesagt. Einfach Bruder und fertsch.
Wie es zusammenhängt, geht doch niemanden was an. Meistens jedenfalls nicht.

Bearbeitet von Rumburak am 02.03.2016 13:20:15


Hallo @Rumburak,
meist stoße ich an dieses Wort wenn ich gefragt werde ob ich Kinder habe... :P
Aber da sage ich lieber das S-Wort als zu sagen: ich habe keine eigenen.
Denn da wird man noch bedauernswerter angeschaut. :unsure:
Ja, das es so genau ja keinen was angeht da hast du sicherlich recht. Aber ich fühle mich jetzt nicht grad als ihre Mutter. (Wohl mehr als ihre Stiefmutter.) Und noch eher als Kumpel der ihnen manchmal Grenzen setzen muss. :pfeifen:


Sally,

in diesem Fall würde ich die Jungs, als meine "angeheirateten Kinder " vorstellen...
Stiefmutter und Stiefkinder sind doch schon lang überholte Wörter.


... und ich würde die Jungs einfach mit ihrem Vornamen vorstellen ...

Die verwandtschaftlichen Verhältnisse gehen Dritte nicht unbedingt etwas an. Je nach Nähe der dritten Person kann frau das ja gelegentlich richtig stellen. Wenn sie es nicht ohnehin ahnt und/oder weiß.

So habe ich das auch bei den beiden Mädels meines Ex-Freundes gehalten. Einfach mit dem Vornamen vorgestellt. Anfänglich beklagten die Beiden sich bitterlich bei ihrem Vater, dass ich viel zu streng mit ihnen umginge. Aber die beiden sind ziemlich pfiffig gewesen. Die haben sich ihre Freiheiten sukzessive und hartnäckig erarbeitet. Wir haben uns gegenseitig respektiert und dafür ließ ich ihnen auch Einiges durchgehen. Beispielsweise die Cola, welche die eigene Mutter verboten hatte. :pfeifen:

Übrigens sprach meine Mutter von ihrer Stiefmutter immer als "zweite Mutter".

Grüßle,

Egeria


Zitat (Egeria @ 03.03.2016 11:27:48)
... und ich würde die Jungs einfach mit ihrem Vornamen vorstellen ...

Die verwandtschaftlichen Verhältnisse gehen Dritte nicht unbedingt etwas an. ...

Na was ein Glück hat mein Vater nicht so gedacht. Was wäre uns da für ein Spaß abhanden gekommen... :sarkastisch:

Für die Tochter meines Mannes bin ich einfach "Murmeltier, meine beste "alte" Freundin" und für meine Enkelin bin ich Oma Murmeltier! Für meinen Schwiegersohn bin ich das gleiche wie bei seiner Frau, einfach Murmeltier!!

Als die beiden heirateten und die Gratulanten im Standesamt neben dem Brautpaar auch den Eltern - so auch mir - gratulierten, wurde ich auch auf die Weise "ach, sie sind die Stiefmutter der Braut", angesprochen! Ich habe das ein paar Male abgewehrt mit den Worten: "Ich bin die Frau des Vaters der Braut!"

Die Antwort hierauf lautete: "Aber Stiefmutter, das heißt schließlich so und da sagt man das eben so!"

Ich fand es nicht angenehm, als Stiefmutter angesprochen zu werden, es klingt so negativ!

Mit der Mutter meiner (Stief)-Tochter verstehe ich mich übrigens gut! Ich bin voll akzeptiert von ihr als Ehefrau ihres Ex-Mannes, zumal sie und ihr Mann bereits 13 lange Jahre getrennt waren, bevor ich ihn näher kennenlernte!


Ich habe auch eine sogenannte "Stiefutter".
Ich habe sie immer mit ihrem Vornamen angesprochen und wenn ich sie jemanden vorstellen musste, habe ich sie mit Ihrem Familiennamen vorgestellt und habe gesagt das sie die zweite Frau meines Vaters ist. Da kann sich jeder denken was er will und ich bin bei der Wahrheit geblieben.
Ich bin auch kein Scheidungskind aber meine Mutter ist Früh gestorben.
LG Gabriele von der See


Zitat (Sally75 @ 02.03.2016 14:29:13)
Hallo @Rumburak,
meist stoße ich an dieses Wort wenn ich gefragt werde ob ich Kinder habe... :P
Aber da sage ich lieber das S-Wort als zu sagen: ich habe keine eigenen.
Denn da wird man noch bedauernswerter angeschaut. :unsure:
Ja, das es so genau ja keinen was angeht da hast du sicherlich recht. Aber ich fühle mich jetzt nicht grad als ihre Mutter. (Wohl mehr als ihre Stiefmutter.) Und noch eher als Kumpel der ihnen manchmal Grenzen setzen muss. :pfeifen:

Dü könntest auf die Frage, ob Du Kinder hast, sagen:" ja, aber keine leiblichen."

Ja! :)


mein vater hat nach der scheidung von meiner mutter wieder geheiratet. diese frau ist meine stiefmutter, ich bin ihre stieftochter, ihre beiden kinder aus einer vorherigen beziehung sind meine stiefgeschwister, sie sind die stiefkinder meines vaters. das ist eine tatsache.

soweit ich weiß, stört sich niemand an diesen begriffen, weil niemand sie als negativ betrachtet. wörter wie zweitmutter, bonuskinder oder anderes sind ja recht nett, aber für mich nur der versuch, etwas bewusst beschönigen zu wollen, wo es meiner meinung nach nichts zu beschönigen gibt. "stief" ist für mich nicht negativ.

einmal habe ich etwas von "beutesohn" gelesen. das fand ich witzig. wenn wir nach unseren familienverhältnissen zueinander gefragt werden, verwenden wir das "stief"-wort auch. alles andere würde fragende gesichtsausdrücke oder nachfragen nach sich ziehen, weil wir eine große familie sind. ein problem hat damit niemand. wenn andere dieses wort negativ interpretieren, ist das deren problem.

im alltäglichen umgang spreche ich meine stiefmutter mit ihrem vornamen an, so wie es auch ihre kinder bei meinem vater tun. ihre gemeinsamen kinder sind für uns alle einfach unsere geschwister. das "halb" davor ist uns allen gleich. meine oma ist auch für diese beiden kleinen die oma, obwohl sie nicht mit ihr verwandt sind. sie ist die ex-schwiegermutter meines vaters, und auch meine stiefgeschwister nennen sie manchmal oma, omi oder ähnlich, wenn sie nicht ihren vornamen benutzen. manchmal machen wir uns jedoch einen spaß daraus, und ich spreche meine stiefmutter, die nur wenig älter als ich ist, mit "mama" an. sie sieht auch jünger aus, als sie ist, und wir feixen insgeheim ganz gern, wenn wir dabei fragende, erstaunte oder nachdenkliche blicke sehen. :hihi:

zwar hoffe ich nicht, dass ich eines tages eine stiefmutter sein werde, weil das bedeuten würde, ich wäre nicht mehr mit meinem mann verheiratet. aber sollte ich tatsächlich einmal eine sein, wäre es mir gewiss am liebsten, wenn mich die kinder (ganz gleich, wie alt sie wären) entweder mit meinem vornamen oder einem spitznamen ansprechen. oder, ein gutes verhältnis vorausgesetzt, mit mama oder einem ähnlichen mutterwort.

mir selbst macht es sogar besonderen spaß, das "stief"-wort zu verwenden, weil durch das gute verhältnis untereinander dieses wort nicht negativ besetzt ist.


Du hast sie doch selbst als "deine Jungs" benannt, lass es doch einfach dabei.
Wenn du das so siehst - und deine Jungs anscheinend auch - dann ist es doch gut so. Du bist ihre Mutter.
Ihr alle wisst es, wie es wirklich ist. Und sonst muss das niemand wissen. Euer Gefühl ist entscheidend.
Ich spreche nicht einfach so, sondern aus Erfahrung, will aber hier keine Details anführen.

Vielleicht war es trotzdem ein bisschen hilfreich für dich und deine Jungs :trösten:

Ciao
Elisabeth


Hallo Seidenloeckchen,
danke für deinen Beitrag!
Mir gefällt deine Meinung dazu sehr gut. Denn du sprichst mir da aus dem Herzen, und erwähnst einige Eigenheiten wie ich es zu Hause auch praktiziere.
Wie gesagt, das das Wort als negativ angesehen wird - habe ich nur von Außenstehenden erfahren. Ich persönlich sehe es nicht so krass.
Ich finde es setzt auch Charakterstärke voraus, nicht leibliche Kinder zu versorgen. Meine Ur-Großtante (82 Jahre) sagt immer wieder, es sei nicht selbstverständlich das man "fremde Kinder" so fürsorglich umsorgt. Sie selbst war Kindergärtnerin mit Leib und Seele und hat halt so ihren Erfahrungsschatz.
Sie erzählt mir gerne von einer Bekannten die ganz arg mit ihren Stiefkindern um ging. Wenn die Stiefkinder bei dieser Frau waren, hat sie ihren Mann gesagt sie koche nichts für die fremden Kinder und gebe auch sonst kein Geld für sie aus. Er musste dann immer mit den Kindern ohne sie ins Restaurant essen gehen.
Das ist schon sehr hart und gemein. (Andererseits kennt man die Hintergründe nicht genauer.)
Ein guter Freund von mir ist selbst Stiefsohn, leider mit einer bösen Stiefmutter.
Diese arbeitet als Kellnerin und der besagte Freund hatte viele Jahre keinen Kontakt mehr zu ihr gehabt. Wir waren bei dem Cafehaus weil er sie sehen wollte, aber sie hat ihn wie einen unbekannten Gast behandelt.
Das war echt schlimm. Das hat ihn natürlich sehr gekränkt und geknickt.
:-(


Hallo Elisabeth, kleiner Quirl,
danke, voll lieb von dir.
Hast direkt von Herz zu Herz gesprochen!
Liebe Grüße
Sally75 :blumen:

Bearbeitet von Sally75 am 04.03.2016 14:30:10


Zitat (Sally75 @ 04.03.2016 14:28:01)
Ein guter Freund von mir ist selbst Stiefsohn, leider mit einer bösen Stiefmutter.
Diese arbeitet als Kellnerin und der besagte Freund hatte viele Jahre keinen Kontakt mehr zu ihr gehabt. Wir waren bei dem Cafehaus weil er sie sehen wollte, aber sie hat ihn wie einen unbekannten Gast behandelt.

Das ist natürlich nicht schön, was du da schreibst @Sally75. Es ist wirklich sehr schade, welche Konflikte es da geben kann.

Andererseits habe ich beim lesen kurz mal tief Luft geholt. Denn wenn sich der Stiefsohn in dem Café, in dem die Stiefmutter arbeitet, da von ihr bedienen lässt - das war mM keine gute Idee, da muss er sich nicht wundern. Selbst wenn jemand anderes bedient hat und er seine Stiefmutter nur beobachtete oder sonstwas - eine unglückliche Situation.

Zitat (Drachima @ 04.03.2016 14:47:02)
...
Andererseits habe ich beim lesen kurz mal tief Luft geholt. Denn wenn sich der Stiefsohn in dem Café, in dem die Stiefmutter arbeitet, da von ihr bedienen lässt - das war mM keine gute Idee, da muss er sich nicht wundern. Selbst wenn jemand anderes bedient hat und er seine Stiefmutter nur beobachtete oder sonstwas - eine unglückliche Situation.

Hm ich weiß nicht. Ich selbst bin ausgebildete Hotelfachfrau und mir wäre es schnuppe gewesen, ob ich meinen leiblichen Vater bediene oder nicht.

Egal ob leibliche Mutter, leiblicher Vater oder nicht. Jedes Kind/Mensch möchte von seiner Familie/Eltern akzeptiert und getragen werden.
Wenn`s aber Zwischenmenschlich hakt, leiden oft die Kinder am meisten.
Die die gar nix dafür können.
Wenn jeder täglich sein eigenes Handeln anderen gegenüber für sich selbst reflektieren/überprüfen würde könnte man solche Konflikte aus den Weg räumen und miteinander besser auskommen.
Sind wir nicht hier auf Erden um bessere Menschen zu werden? :aufdemklolesen:


Zitat (Sally75 @ 04.03.2016 14:28:01)
Ich finde es setzt auch Charakterstärke voraus, nicht leibliche Kinder zu versorgen. Meine Ur-Großtante (82 Jahre) sagt immer wieder, es sei nicht selbstverständlich das man "fremde Kinder" so fürsorglich umsorgt.

das finde ich ganz und gar nicht. ein kind ist ein kind. welche besondere charakterstärke setzt es denn voraus, wenn man ein "fremdes" kind versorgt? es setzt meiner meinung nach eher eine ungewöhnliche charakterschwäche voraus, ein kind des partners, den man doch gewiss liebt, nicht freundlich oder fürsorglich zu behandeln, nur weil es nicht das "eigene" ist.

sollte es sich dabei um kleine monster handeln, gelten andere regeln. stiefkinder sind ja nicht gut oder schlecht, weil sie stiefkinder sind. meine mutter hat meinen bruder und mich so behandelt, wie manche es wohl eher einer stiefmutter zutrauen würden.

wie soll das im alltag aussehen? das eigene kind bekommt einen löffel sauce mehr auf die nudeln, das stiefkind muss doppelt so oft den abfall wegbringen oder bekommt weniger schokolade? manchmal schlafen andere kinder hier, familienmitglieder, freunde der familie oder von bekannten. das sind keine fremden kinder für mich, auch wenn ich nicht deren mutter bin. in unzähligen berufen versorgen menschen andere menschen mit engagement und freude, die meisten sind fremde für sie. da sehe ich keinen anlass, eine stiefmutter so herauszuheben. stiefeltern können sich ihre kinder nicht aussuchen, und leibliche eltern auch nicht.

Zitat (seidenloeckchen @ 04.03.2016 23:53:50)
das finde ich ganz und gar nicht. ein kind ist ein kind. welche besondere charakterstärke setzt es denn voraus, wenn man ein "fremdes" kind versorgt? es setzt meiner meinung nach eher eine ungewöhnliche charakterschwäche voraus, ein kind des partners, den man doch gewiss liebt, nicht freundlich oder fürsorglich zu behandeln, nur weil es nicht das "eigene" ist.

stiefeltern können sich ihre kinder nicht aussuchen, und leibliche eltern auch nicht.

Da schließe ich mich voll und ganz an und füge hinzu:
Auch Kinder können sich ihre Eltern nicht aussuchen - leiblich oder nicht.

das "stief" stört mich überhaupt nicht. was mich jedoch stört, ist das wort "adoptiv". auch hier handelt es sich ja um eine tatsache, dass das kind (meistens) nicht das leibliche ist. in zeiten von leihmüttern, die, genetisch betrachtet, lediglich der wirt des babys sind, und samenspenden von anonymen gibt es klare grenzen zwischen leiblichen/biologischen und genetischen eltern.

ich selbst kann es mir nicht vorstellen, ein kind, das ich ausgetragen habe, nicht als mein eigenes anzusehen, selbst wenn ich nur der wirt bin. es liegt mir auch fern, eizellen zu spenden, die dann anderen frauen eingepflanzt werden. noch nicht allzu lange haben adoptierte und uneheliche kinder die gleichen rechte (vor allem erbrechte) wie die leiblichen.

zwar bin ich der meinung, ein adoptiertes kind sollte etwas über seine herkunft wissen und auch darüber, dass es adoptiert wurde. das kann später sehr wichtig werden, wenn es auf der suche nach seiner identität ist oder sich an etwas aus den kindertagen erinnert. aber ich fände es arg seltsam, wenn eltern ihre kinder vorstellen und dabei besonders erwähnen, falls sich darunter ein adoptivkind befindet. meine söhne max und moritz und meine adoptivtochter maximiliane? ein kind, das man adoptiert, für das man sich entschieden hat, ist doch auch ein eigenes kind, selbst wenn es nicht genetisch oder biologisch mit den adoptiveltern verwandt sein sollte.

etwas unschlüssig bin ich mir mit den pflegekindern. diese kinder bleiben vielleicht nicht in der familie, und soweit ich weiß, scheuen sich viele pflegeeltern davor, sie völlig wie ein eigenes kind zu integrieren. zu groß könnte der schmerz auf beiden seiten sein, falls das kind in eine andere familie oder zurück zu den biologischen eltern kommt. das kann ich gut nachvollziehen.

meine kinder liebe ich über alles. aber ich glaube, ich wäre verletzt, falls sie eine stiefmutter hätten und diese sie als ihre eigenen kinder ausgibt. ich bin ihre mutter, und diese tatsache möchte ich unmissverständlich klarmachen, wenn unser verhältnis gut ist. wäre meine stiefmutter alt genug, um meine leibliche mutter zu sein, und sie hätte nichts dagegen, wäre ich vielleicht geneigt, sie mit "mama" anzusprechen, so wie ich meine leibliche mutter angesprochen habe. wir haben niemals ein gutes verhältnis zueinander gehabt und es wurde mit den jahren immer schlechter; heute existiert es nicht mehr.

meine schwiegermutter war mir in den beinahe zehn jahren, die ich sie kenne, schon in den ersten wochen mehr mutter, als meine eigene es in den 25 jahren vorher jemals war. ich spreche sie meistens mit mama an, und ich weiß, sie freut sich sehr darüber. was meine mutter darüber denken würde, weiß ich nicht, und es ist mir auch gleich.


Zitat Seidenloeckchen: "es setzt meiner meinung nach eher eine ungewöhnliche charakterschwäche voraus, ein kind des partners, den man doch gewiss liebt, nicht freundlich oder fürsorglich zu behandeln, nur weil es nicht das "eigene" ist."

Zitat Sally75: "Ich finde es setzt auch Charakterstärke voraus, nicht leibliche Kinder zu versorgen."

Ja, genau das habe ich bereits gesagt. ;-) (nur ich habe es in der bejahenden Form und hast es in der verneinenden Form geschrieben)
Was die Familienkonstellationen hier auf dieser Welt betrifft, da habe ich eine komplett andere Meinung/Erfahrung. Wir sind nicht zufällig hier auf Erden.
:ach:

Einen besonderer Dank hier an dieser Stelle an allen Leihmuttis/vatis/opis/omis, Stiefmuttis/vatis, Lebenspartner/innen, Muttis/Vatis, Pädagogen/innen für Kinder mit besonderen Bedürfnissen, Lehrer/innen, Erzieher/innen, Kindermädchen und allen anderen die ich vergessen habe hier anzuführen - die Kinder mit viel Herz umsorgen und ihnen helfen. :blumen:

Bearbeitet von Sally75 am 05.03.2016 11:31:16


@ Sally 75

:bussi:

Ciao
Elisabeth


Zitat (Sally75 @ 05.03.2016 11:17:27)
Ja, genau das habe ich bereits gesagt. ;-) (nur ich habe es in der bejahenden Form und hast es in der verneinenden Form geschrieben)

du gehst von zwei extremen aus. ich finde nach wie vor nicht, dass es von charakterstärke zeugt, sich um "fremde" menschen (was stiefkinder nicht sind) zu kümmern. man muss meiner meinung nach nicht charakterstark sein, um das zu tun. ich sehe das bis zu einem gewissen maß als normal an. dieses maß schließt das versorgen von familienmitgliedern (was stiefkinder auf jeden fall sind) ein, solange es nicht außergewöhnlich ist, beispielsweise schwere körperliche pflege.

die stiefkinder verbringen mehr oder weniger zeit in der familie, werden bekocht und ins familienleben einbezogen, wie leibliche kinder auch, sie werden einfach normal behandelt. das zeugt für mich nicht von stärke, sondern von normalität, um das nochmals zu betonen. dagegen wäre das verweigern dieser behandlung zu verurteilen. was für ein unmensch müsste man sein, um das nicht zu tun, nur weil die kinder nicht mit einem selbst verwandt sind?

das ist wohl ein wenig wie erste hilfe leisten zu sehen. das ist normal und menschlich, und gehört in keinster weise besonders hervorgehoben, solange es das zumutbare maß nicht überschreitet. das wird es in meinen augen erst, wenn der helfende sich selbst gefahr oder erheblichen mühen oder einschränkungen, die sich für ihn negativ auswirken können, aussetzt. vermutlich werden wir nicht auf einen nenner kommen. ich sehe weiterhin keinen anlass, an stiefeltern lorbeeren zu verteilen, nur weil sie sich wie normale menschliche wesen verhalten.

aber um auf die eingangsfrage zurückzukommen: ich sehe kein schlechtes image bei einer stiefmutter. wenn menschen so denken wollen, ist das deren problem. und wer betroffen ist und meint, dagegen etwas tun zu müssen, verhält sich nach meiner meinung am besten so, wie es dem verhältnis zu den kindern entspricht. das ist tat und beweis genug und bedarf keiner besonderen aktion. wie sollte diese wohl auch aussehen? man stellt sich mit plakaten auf den pariser platz und verkündet, dass man als stiefvater, -mutter oder -kind ein wunderbares verhältnis zu den angeheirateten familienmitgliedern hat? :huh:

Bearbeitet von seidenloeckchen am 06.03.2016 10:15:50

Seidenloeckchen, so denkst Du, aber ich kann mir schon vorstellen, dass das Wort `Stiefmutter`bei vielen negativ besetzt ist. Sei es durch Märchen oder durch wirklich böse Stiefmütter.

Übrigens, habe ich vor ungefähr vierzig Jahren einen Film gesehen, ich glaube, der hieß sogar "Die Stiefmutter". Hat den noch jemand gesehen?

An den muss ich noch heute denken. Der keinere Halbbruder ist nicht gerade lieb zu dem Mädchen, welches in die Familie ihres Vater kommt, da die Mutter verstorben ist. Er zerreißt das einzige Bild, was sie von ihrer Mutter hat.
Der Vater ist den ganzen Tag auf Arbeit und hat keine Zeit.
Die Stiefmutter tastet sich langsam an das Mädchen ran und braucht zum Schluss dringend deren Hilfe .
Könnte sein, dass es ein russischer Film war.
Am Ende ist das Mädchen vollkommen in der Familie angekommen und die Stiefmutter sagt:" Du bist doch meine Große."

Beim letzten Wort Stiefmutter habe ich ausversehen Schwiegermutter geschrieben. Hm...

Bearbeitet von Rumburak am 06.03.2016 11:23:16


Hallo,
ich denke auch, man muss da zwei Sachen auseinander halten: Einmal den Sprachgebrauch, das sprichwörtliche, wo das Wort "Stiefmutter" negativ besetzt ist (z.B. jmd stiefmütterlich behandeln, oder die böse Stiefmutter im Märchen)
und die Realität.

Ich kann mir kaum vorstellen, dass jemand so doof ist und wenn du z.B. sagst "Ich bin Stiefmutter von XY", da gleich denkt, aha, die behandelt den XY schlecht. Ich habe in meinem Bekanntenkreis viele Freundinnen, die Stief/Bonus/Zweitmütter sind, und die haben alle ein gutes Verhältnis zu ihren Stiefkindern, teilweise besser als zu der leiblichen Mutter.

Was das bevorzugen angeht, das passiert ja sogar leider manchmal zwischen leiblichen Geschwistern, dass da einer bevorzugt wird, manchmal sogar ganz extrem :heul: , also gibt es das bestimmt auch bei nicht leiblichen Geschwistern, und es ist immer falsch, weil es die Kinder bis ins Erwachsenen Alter beeinflusst.

Ich würde nichts darauf geben, dass das Wort auch sprichwörtlich verwendet wird. Interessant ist nur: Stiefvater hat keine solche Zweitbedeutung <_<


Hallo Rumburak,
das hast du wohl Recht, ich hab`mir das auch schon oft so gedacht. Das schlechte Image kommt wohl von den Mythen/ Sagen/Märchen-Archetypen. Diese gehören scheinbar (noch) zu uns Menschen dazu.
Den Film "Die Stiefmutter" kenne ich leider nicht, würde ich mir aber ansehen. Die Handlung hört sich Anfangs nach Aschenputtel an, dann aber nimmt es ein gutes Ende. Das ist dann wohl im Gegensatz zu der schwarzen/narzisstischen Stiefmutter/Mutter die weiße Stiefmutter/Mutter.
Es ist in genau in diesem Sinne zu verstehen: schwarze oder weiße Magie. Die schwarze oder weiße Hexe.
:glühbirne:

Bearbeitet von Sally75 am 06.03.2016 12:01:44


Hallo Sandkind,
dieses ungerecht/ungleiche Behandlung bei leiblichen Kindern davon könnte ich auch ein Lied singen. Die Geschichte darin ist leider zum :heul:
Es heißt wenn Mütter so agieren, haben sie meist selbst ein unverarbeitetes Trauma und leben es dann unbewusst aus. (narzisstische Mutter, darüber gibt es mittlerweile sogar eine eigene Homepage)
Betrifft sowohl männliche als auch weibliche Mitglieder in einer Familie.
Diese meine Anfangsfrage wirft nun mehr Fragen (auch von Euch allen) auf als ich je gedacht hätte.
Kenne ich so vom :kaffeeklatsch: eher nicht.
Weiß vielleicht jemand einen Mutter/Stiefmütterchen Witz um die Stimmung hier ein wenig aufzuhellen?


meine mutter kenne ich eigentlich nur, bis auf wenige ausnahmen, kalt, berechnend, fordernd, niemals zufrieden, überheblich, demütigend, beleidigend und bestenfalls desinteressiert. für einige menschen in meiner umgebung, die mit psychisch instabilen oder erkrankten menschen arbeiten, klingen meine erzählungen sehr danach, dass meine mutter vom bienenkönigin- oder schneewittchen-syndrom betroffen ist.

diese frauen sehen in anderen frauen, auch und vor allem der eigenen töchter, eine konkurrenz. sie wollen sie klein und unten halten, um selbst besser dazustehen oder eine tatsächliche oder vermeintliche machtposition nicht zu verlieren. das würde bei meiner mutter sehr vieles erklären. aber zumindest kann ich ihr nicht vorwerfen, dass sie meinen älteren bruder bevorzugt hat. sie hat uns beide gleich schlecht behandelt. mein jüngerer bruder ist von meiner stiefmutter.


Schneewittchen- und Bienenkönigin- Syndrom diese Bezeichnungen sind für mich neu.
Was darüber aber geschrieben wird ganz und gar nicht. :dftt:
In Wirklichkeit ist für eine botanisch gesehene echte Bienenkönigin nur die junge Königin eine Gefahr. Diese junge Königin ist meist ihr eigenes Kind, das aber eine höhere Aufgabe bekommt, also eine junge Königin zu werden. (Diese zwei kämpfen bis auf den Tod, oder aber die alte sucht sich ein neues Zuhause = Schwarm) Keineswegs werden die anderen Kinder von ihr bedroht, denn diese müssen ja die Brut versorgen und arbeiten. (Diese sind Arbeiterinnen) :knabbern:
Obwohl es sogar bei den Arbeiterinnen welche gibt die die Aufgabe der Königin übernehmen wollen (Drohnenbrütig) und Eier legen - können sie keine Nachkommen hervorbringen da die Eier unfruchtbar sind.
In der Tierweltwelt gibt es übrigens auch so etwas ähnliches wie Stiefmütter. Man hat Affen beobachtet die Hunde versorgen, Gorillas die Menschenbabies aufziehen usw. Wenn der Imker die alte Königin durch eine neue ersetzt, so ist diese dann auch kurzzeitig die Stiefmutter. Zwar solange bis die alten Arbeiterinnen/Stiefkinder ihren Lebenszyklus beendet haben und es nur noch ihre eigenen Kinder/Arbeiterinnen gibt.
Ich glaube es blickt mich grad das ein oder anderes verwirrt drein schauendes Gesicht an?
:sarkastisch:



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