Kreatives Schreiben - Teil 4: Salat auf der orangefarbenen Sitzecke


Kreatives Schreiben - Teil 4

Hallo zusammen.
Jede/er ist wieder aufgerufen.

In diesem Thread beginnt der vierte Teil des Kreatvischreibens.

(Teil 1 lesen? Hier klicken!)
(Teil 2 lesen? Hier klicken!)
(Teil 3 lesen? Hier klicken!)

Ziel soll es wie schon bei den anderen Teilen sein, sich spontan etwas zu einem vorgegebenen Thema einfallen zu lassen und etwa eine Viertelstunde darüber zu schreiben und es hier zu veröffentlichen.
Man(n)/Frau kann es auch erst auf einen Zettel, in ein Heft, auf einen Block oder offline schreiben.

Ungefähr eine Viertelstunde schreiben!

Aber bitte nicht nur ein, zwei Sätze oder gar nur eine superkurze Antwort von einem oder ein paar Wörtern!

Es muss nicht (super)akademisch sein.

Versucht es einfach wieder!
Lasst Eurer Phantasie wieder freien Lauf!
Jede/er kann es.

Regeln:
1.) Thema lesen und dann "schreiben".
2.) Die Zeit ist ungefähr eine Viertelstunde.
3.) Alles wird akzeptiert.
4.) Wem das Thema zu persönlich ist, muss nichts schreiben. :)
5.) Die Kritik muss sachlich bleiben.
5.) Es gibt keine Veröffentlichung außerhalb von Frag-Mutti.

Das Thema ist diesmal:

Wie kam der griechische Salat auf die orangefarbene Sitzecke?

Dann mal los!

Die anderen Thread (s.o.) sind nicht geschlossen, es kann noch etwas dazu geschrieben werden.
Alles ist offen.
Vielleicht will auch jemand mehrere Statements zu einem Thema abgeben...
Kein Problem!
Das ist erlaubt.

Wie kam der griechische Salat auf die orangefarbene Sitzecke?

-Ich habe ihn dahin gestellt!
-Monika hat ihn umgekippt!
-Rolf hat gekotzt, gerade auf die Sitzecke!

Die Alternativen locken mich nicht gerade, dazu fällt mir nichts
Literarisches ein, nichts Philosopisches, nichts über Verliebte oder
Verblendete oder doch?

Salat auf Sitzecke, dazu fallen mir nur völlig profane Sachen ein,
so wie oben, wo sich das darüber Schreiben nicht wirklich lohnt.

Man könnte eine Liebesgeschichte schreiben, in der der Salat
vor lauter Begrüssungsfreude der Liebenden auf der Sitzecke landet.

Man könnte über einen unheilbar Kranken schreiben, der zur letzten
Feier einlädt und dann zusammenbricht und den Salat auf der Sitzecke
verteilt, als alle aus dem Krankenhaus zurückkommen, der Arme
ist inzwischen verstorben, erinnert nur der Salat an das schreckliche Ende.

Man könnte über ein Essen mit hyperaktiven Kindern schreiben,
die zu unruhig sind, um vernünftig zu essen und dann passiert das Desaster!

Es gäbe auch die Möglichkeit einen dicken, fetten Kater namens „Proppi“
oder „Wonneproppen“ als Hauptperson einer Geschichte zu ersinnen,
der sich von einem liebevoll gedeckten Tisch bedient und damit leider
das Essen ausfällt, weil der Salat auf der Sitzecke gelandet ist.

Also, wie man bei der Betrachtung des Themas feststellt, gibt es scheinbar
Nichts, was so profan ist, als dass man nicht eine Geschichte darüber
schreiben könnte.

Falls ich jetzt jemand seine Geschichte vorweg genommen haben sollte,
dann tut mir das leid, und wenn jemand einen von meinen Vorschlägen
aufgreifen und darüber schreiben möchte, dann ist das ausdrücklich erlaubt.

Bearbeitet von anitram.sunny am 20.11.2005 19:40:10


Gestreßt und reichlich mitgenommen kommt sie von der Arbeit gegen 12.30 nach Hause.
Der Hund springt ihr entgegen..."ja, brav, komm rein!"... Mittag machen, Kind kommt in einer Stunde. Puh, Tasche in die Ecke, rein in die Küche, Gedanken rasen: "Was gibts denn heute mal? Schnell gehen sollte es".
Ihr Blick streift flüchtig den Raum und fällt auf die orangefarbene Sitzecke... scheußlich! Aber das Ding war teuer und er wollte nunmal durchaus diese "fröhliche" Farbe... naja.

Plötzlich stutzt sie- irgendwas hängt in der Luft. Wonach, in drei Teufels Namen... hmmm???!! Irgendwie...Lecker? Lecker??
Moment mal--

auf dem Tisch liegt die Zeitung- nee, das kanns nicht sein-- aber: "Mein Gott- wie kommt das Teil dahin?!!
Auf den scheußlich- orangeroten Polstern steht eine Schüssel Salat!!!!!
Wie kommt die dahin? Wieso hat der Kerl sie nicht... in den Kühlschrank- schade drum, ist das Zeugs noch gut? Schnupper mal...

Der Salat erweist sich als ausgezeichnet.
Ein Telefonat mit dem Ehemann verwundert sie zwar, aber macht ihr noch nicht viel aus... so- Reis aufsetzen, ich hab ja noch Gyros in der Truhe, schnell, schnell!

Erst, als der Tisch schon gedeckt und das Mittagessen fast fertig ist -die Salatschüssel thront schon auf dem Tisch- hat sie Zeit für eine Zigarettenpause. Will auf die terrasse- wieso, verflucht, ist die Terrassentür auf???! Nicht verriegelt?
Kann das was - Moment mal: Salat auf der Küchenbank-Terrassentür auf, Liebling weiß von nichts???
Die Zigarettenasche fällt ihr auf die Hand, als es klingelt. Kippe weg- an die Tür:

Draußen steht der Nachbar: "Hallo, tschulgigung- hammse den Salat gefunden?
Vertrag ja weder Oliven noch Feta- aber Sie mögen sowas ja, die Tür war offen, Ihr Mann hatte es früh sehr eilig..." "Danke, in Ordnung, ja, gut," stammelt sie- hinter ihr steht die Tochter:
"Hi Mama, wow, was 'n leckerer Salat!! Haste eher Feierabend gemacht?" Küßchen...

Bearbeitet von Die Bi(e)ne am 21.11.2005 03:00:21


„Ups“, rief Kostas und streckte schnell seine Arme aus, um die Balance zu halten.
Er ruderte mit den Armen herum und schaffte es sogar, das eine Tablett mit den zwei Gläsern Pils und das andere Tablett mit den Tellergerichten auf dem Tisch nahe der orangefarbenen Sitzecke abzustellen, ohne das etwas auf den Tisch oder den Boden verteilt worden war.
„Glück gehabt“, sagte ein junger Mann.
„Nee, nee“, meinte Kostas und grinste, „das ist langjährige Erfahrung.“
Die junge Frau lächelte.
„Entschuldigung“, sagte Kostas und wischte kurz mit seinem Tuch über den Tisch.
Dann bückte er sich und schaute, warum er gestolpert war.
Eine Olive.
Der junge Grieche nahm die Olive auf und wischte kurz über den Boden, damit niemand mehr ausrutschen konnte.
Er kam wieder hoch, genau in dem Moment, als seine Mutter, dem Pärchen am Tisch die Salatteller servieren wollte.
„Koooooooostaaaaaaaaas …“

Bearbeitet von Syntronica am 21.11.2005 18:15:14


Da starr ich nun auf die orangefarbene Sitzecke, im 70er Retro-stil, mit herrlichem khakibraunen Muster (nomen est omen), viel Aufwand hats gekostet, so ein Ding zu finden, teuer wars auch, und dann das. Weil Singles doch prinzipiell nicht bei Tisch essen, sondern das in aller Eile hastig Zubereitete auf dem ewig gleichen Teller oder der ewig gleichen Schuessel (man will sich ja den Abwasch sparen) mit auf die Couch nehmen und sich vor den Fernseher floezen,und die noch duemmere Angewohnheit haben, falls sie sich doch mal von der Couch erheben muessen, eben jenen Teller oder die Schuessel neben sich auf dem Sofa abzusetzen, und sich bei der Rueckkehr mit Schwung und Elan wieder hinzusetzen oder besser gesagt hinzuwerfen, was wackelig stehende Behaeltnisse nicht sehr goutieren und meistens mit dem Umkippen belohnen.

gebannt starre ich auf die Salatblaetter und auf Essig und Oel, wie sie sich langsam den Weg in die Fasern des Bezuges bahnen und beschließe im selben Moment, den Salat einfach auf dem Sofa vor sich hingammeln zu lassen und auf ein Bier zu gehen.


Helmut steht vor dem Eßtisch in seinem Wohnzimmer, den er liebevoll, fast festlich eingedeckt hat. In freudig-banger Erwartung schaut er umher, rückt eine Gabel grade, verschiebt den Suppenteller, arrangiert die Blumen in der Vase neu. Er hat seine besten Freunde und Freudinnen eingeladen, um ihnen Bettina vorzustellen. Bettina, die er vor 3 Wochen kennengelernt hatte, die Frau, die er heiraten will. Als die Türglocke ertönt, eilt Helmut, um die Freunde Ulrike, Dieter, Ralf, Hilde, Stefan, Sabine und Thomas einzulassen. Fröhliches Stimmengewirr erfüllt die Diele. " Ist sie schon da?" "Wann kommt sie denn" "Du willst heiraten" Helmut schaut in die Gesichter seiner Freunde und sagt:" Bettina kommt gleich, kommt ins Wohnzimmer, sie freut sich sehr, Euch kennenzulernen." Die Freunde setzen sich, bewundern das griechische Büffet, und warten, daß die Türglocke erneut schrillt. Riiiinnnggggg. Helmut streicht sich kurz übers Gesicht, fährt sich durch die Haare, lächelt den Freunden zaghaft zu und geht zur Wohnungstür. Stimmen im Flur. "Was wollen Sie hier, wer sind Sie?" Helmut kommt rückwärts, verstört schauend , ins Wohnzimmer. Dicht gefolgt von einer Frau, die mit steinerner Miene um sich schaut. "Was wollen Sie hier, wer sind Sie?" Helmuts Stimme klingt schriller. Die Frau tritt in die Mitte des Wohnzimmers. Die Freunde schauen Helmut fragend an. Da zieht die Frau ein Messer, und geht sicheren Schrittes auf Helmut zu, und sticht auf ihn ein. Schreie, Stöhnen, ein Stuhl fällt um, und während die Frau langsamen Schrittes zur Wohnungstür geht, vermischt sich der herabgestürzte griechische Salat mit Helmuts Blut auf der orangefarbenen Sofaecke.

Es herrscht Totenstille in dem kleinen Theater, das Publikum ist gebannt. Es wird ein guter Premierenabend.



Copyright by Bücherwurm

Bearbeitet von Bücherwurm am 22.11.2005 00:40:22


Orange, es ist orange. Entgeistert blickt Steffi auf dieses Monstrum, das sich in ihrer Küche breitmacht. "Ist die Sitzecke nicht toll?" fragt Robert, "Habe ich ganz günstig auf dem Trödelmarkt entdeckt." Steffi lächelt gequält und hält die Tasche hoch. "Ich habe uns was vom Griechen zum Essen mitgebracht." "Super ich hol nur schnell die Teller, dann können wir auch gleich auf die neue Sitzecke anstoßen." Steffi schüttelt den Kopf und geht den Mantel aufhängen. Sie ist gerade im Wohnzimmer angekommen, als sie ein lautes Fluchen, gefolgt von einem Klirren aus der Küche hört. Als Steffi zurückgelaufen kommt, steht Robert mit hängendem Kopf vor der Sitzbank, auf der sich gerade der Salat verteilt hat.


Es war nicht wie sonst. Heute war etwas anders. Nur ein klein wenig. Es reichte aber aus, dass sie stutzig wurde. Ertrug sie zuviel?

Sonst machte er es eher unauffällig. Aber als er sie diesmal wieder schlug, fiel sie mit voller Wucht auf den Küchentisch. Der liebevoll angerichtete griechische Salat flog im hohen Bogen auf die orangefarbene Sitzecke.

So verschmutzt und unwirklich, wie das grüne Gemüse auf der orangefarbenen Sitzbank aussah, fühlte sie sich jetzt. Das war der Ausschlag, mit einem Mal erkannte sie es.

Sie ertrug zuviel.





OK, es ist eine düstere Geschichte, aber sie fiel mir spontan ein. :huh:


Düster, aber richtig gut! :blumen:


Dankeschön Biene!

Deine Geschichte fand ich auch klasse, das Ende mit dem Küsschen gefällt mir sehr! :wub:


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Wie kam der griechische Salat auf die orangefarbene Sitzecke?

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Ein griechischer Salat kann eine Geschmacksexplosion sein. Aber er muss richtig zusammengestellt und angemacht sein. Nicht dieses Durcheinander, das sich auf vielen Tellern finded, die sich griechischer Salat nennen. Meist ein Gemisch aus Blattsalat, Paprika, Tomaten, Oliven (meinst grün, weil billiger) und, um den Namen "griechisch" verdienen zu dürfen, Schafskäse, evtl. noch Kräuter, aber das nur in den seltenstens Fällen und dann auch nur das, was gerade da ist. Jeder Koch hat diesen Salat im Repertoire und meint es auch sicherlich gut, wenn er ihn serviert - nach bestem Wissen und Gewissen, kann also ruhig schlafen. Nie ging ihm durch den Kopf, dass gutgemeint das Gegenteil von gekonnt ist.

Craig hatt sich durch unzählige griechische Salate gegessen und war jedesmal mit einem Gefühl der Sättigung, aber dennoch inneren Geschmackskospenleere nach Hause gegangen. Es war zu einer Art Sucht geworden, griechische Salate zu essen. Irgendwann musste doch der Kick kommen, den er suchte. DER SALAT, der zu ungeahnten Glücksgefühlen führte. Der Salat, der Augen, Zunge, Gaumen und Magen in einer Symphonie des Gleichklanges zusammenführte.
Craig hatte griechische Salate gegessen in Griechenland, in Italien, in ganz Europa, in den USA, ja er hatte sogar eine Nahostreise und eine Fernostreise gebucht, nur um dort bei Griechen griechische Salate essen ausprobieren zu können. Australien und Ozeanien hatten zu seinen Suchgefilden gehört.
Er hatte Salate gegessen, die gut für das Auge waren, andere waren gut für den Gaumen, andere gefielen der Zunge, andere schmeicheltem dem Magen, aber der perfekte griechische Salat war ihm nie untergekommen. Die Symphonie nie gekostet.

Craig sass auf seiner orangefarbenen Sitzecke und hatte Lust auf einen griechischen Salat. Craig war aber auch müde, wollte nicht mehr raus. Craig griff zum Telefon.
"Bitte einen griechischen Salat"
"Wie lange dauert es"
"Halbe Stunde, gut"
Es klingelt. Craig öffnet. Craig weiss, er muss nicht viel erwarten von diesem Salat, aber man kann ja nie wissen. Er zahlt, schliesst die Tür, öffnet das Plastik, schaut, riecht am Salat, denkt "na ja", dreht sich um und stopert über einen Schuh. Craig fällt, Salat fliegt auf die Sitzecke.

An diesem Abend war die Polizei noch öfter bei Craig. Seine ungehemmten Schreie zu später Stunde "Ja, ja", "Das ist es, das ist es", hatten den Nachbarn alarmiert, die schlafen wollten.

Aber Craig konnte nichts anderes tun als schreien, die Freude heraus zu schreien. Nachdem er sich entschlossen hatte, den Salat von der orangfarbenen Sitzecke zu essen, gab es die Geschmacksexplosion


Ich habe eine Freundin, die liebt orange über alles.

Nein, es muss heißen: Ich hatte eine Freundin, die liebt orange über alles.

Wenn du auf eine ihrer sagenhaften Feten eingeladen wirst, kannst du dich glücklich schätzen.
Gesetzt dem Fall, du liebst orange.
Grundvoraussetzung ist es, mindestens ein orangefarbenes Kleidungsstück zu tragen.

Kommst du dann - bei einer Bottle-Party beispielsweise - mit einer Flasche Orangensaft an, betrittst du ein Appartement mit orangefarbenem Flokati passend zu orangefarbenen Wänden in Wischoptik.

Wenn du einen schlechten Tag hattest, kann es dir passieren, dass du ein wenig aggressiver wirst als du es vorher schon warst.
Aber noch sollte sich eine sonnige Stimmung in dir ausbreiten....

Im Wohnzimmer steht nun seit zwei Wochen ihre jüngste Errungenschaft.
Eine grauen-, Sorry - eine hübsche Sitzecke aus grobem Knautschlack, deren Farbe sanft an die hiesige Abfallbeseitigungsmannschaft im Einsatz erinnert.

Orangefarbene Bodenkissen, Tischdecken und Hussen in den Farben der untergehenden Sonne über Wanneeickel sollen eine heiter-aktive Atmosphäre verbreiten.

Zur Sofaecken-Einweihungsfete hatte ich keinen O-Saft mitgebracht.
Möhrenauflauf war mir auch zu bieder und Kürbiscocktails zu abgefahren.

Ich hatte ganz provozierend auf Griechischen Salat gesetzt.
Mit Grün und Weiß und Schwarz.
Ohne orange.
Ich weiß, manchmal will ich auch auffallen.
Aber - ich hatte keine Chance.
Niemand außer dem Kerl meiner Freundin nahm meinen guten Willen wahr.

Wie zwei Aussätzige hockten wir auf dem knirschenden Sofa und fütterten uns gegenseitig mit pechschwarzen Oliven und strahlendweißem Käse.
Es hat so Spaß gemacht!
Aber, was soll ich sagen, nach dem 14. Ouzo haben wir wohl nicht mehr so gut getroffen.
Muss wohl einiges daneben gegangen sein.
Und mein Salatgegenüber hat's dann auch noch breit gesessen.

Nun habe ich eine Freundin weniger, aber dafür einen supernetten neuen Freund, der so gar nicht auf orange steht, aber - auf griechischem Salat....

Ach übrigens, bei ebay kannst du jetzt ein hässliches Sofa aus Knautschlack ersteigern.
Hat zwar ein paar nette Fettflecken, aber dafür ist es noch für 1 € zu haben....

Copyright by Dobby ;)

Bearbeitet von Dobby am 01.01.2006 20:00:11


Im Sommer vergangenen Jahres, waren meine Frau Martha und ich bei meinem Vorgesetzten und Mentor Karl und Lotte Pimpelhuber zu einem äußerst feinen Barbecue in ihrem Garten eingeladen. Nicht, dass man etwas mitbringen musste, nein, meine liebe Frau ist nicht nur treusorgende Gattin, sondern auch eine ausgezeichnete Köchin und so ließ sie es sich nicht nehmen einen famosen griechischen Salat zu zaubern und diesen quasi als Gastgeschenk mitzunehmen . Zu erwähnen sei wohl noch, dass Familie Pimpelhuber nur dem Namen nach einfach war. Ansonsten waren sie die feinsten Leute unserer kleinen Stadt.

Frisch geduscht , gut gekleidet und mit bereits knurrendem Magen machten wir uns auf zu den Pimpelhuber`s. Frau Pimpelhuber hocherfreut über Martha`s delikaten Salat, stellte diesen – was sich nachher als fatalen Fehler entpuppte- nicht in die Küche, sondern auf eine Anrichte im Wohnzimmer. Zu den bereits Anwesenden, zählte Frau Pimpelhuber`s Schwiegervater Alfredo aus erster Ehe. Ihr erster Mann – Gott hab ihn selig -ein gattiger Italiener verstarb an Tropenfieber . Dieser Schwiegervater nun, seines Zeichens notorischer Nörgler rümpfte die Nase, als er meine liebe Frau und mich sah und steckte sogleich seinen Kopf in unsere Salatschüssel und meckerte los.

I wolle keine ausländische Salate, i wolle Spagetthiii a la Pomodore schimpfte er mit seiner Schwiegertochter. Immer i musse esse ausländische Sache, i nix bekomme gute Kost meckerte er weiter! I wolle heim zu meine Kinde nach Italia (hier meinte er seine Tochter)! Dort gibte klasse Esse! I binne doch keine Esel wo fresse immer Salate und dann noche dazu mit rohe Zwiebele, du wisse, dass i immer musse pupse, wenn i das esse. I habe immer große Magenschmerze. Au i wolle nix verkohlte Fleische, das immer so stinke, au i kanne garnit beisse! I habe keine gute Gebisse, meine linke Zahne immer so wackele! Au i wolle keine WursteI, die Wurstel liege immer so schwere in meine Bauche, i musse dann immer so aufstosse und kanne die ganze Nachte nit schlafe! I wolle Tortelliniii und Minestrone. Iste gute für aalte Maann!

Frau Pimpelhuber beschämt über den Ausbruch ihres ersten Schwiegervaters, versuchte diesen mit besänftigten Worte zu beruhigen. Aber nix da, just in dem Moment, als sie die Schüssel mit griechischem Salat von der Anrichte hebt, ruft Alfredo heilige Madonna, reißt tempramentvoll in diesem Moment seine Arme nach oben und schlägt der Frau meines Chefs die Schüssel aus der Hand! Der griechische Salat, hüpft im hohen Bogen aus dem Gefäß, mitten auf die orange Sitzecke. Ein Schrei der Hausfrau, betroffenes Schweigen der anwesenden Gäste. Nur Alfredo findet wieder das Wort! I habe gleiche gesagt, dass i keine ausländische Salate wolle, aber ihr nix höre, ihr taube auf beide Ohre und jetzte es gebe Pasta e basta!


sollten wir nicht noch einmal beginnen das kreative Schreiben zu aktivieren ?


...bitte nicht!!!


Zitat (omi @ 18.09.2006 01:42:58)
sollten wir nicht noch einmal beginnen das kreative Schreiben zu aktivieren ?

:) Ich fände es schön -habe es immer gerne gelesen (Geschichten schreiben liegt mir aber nicht).

Ich auch, viele haben eine kreative Ader und wissen es nur nicht...

Warum denn nicht,Cutiepie??



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