Kreatives Schreiben - Teil 5: Wen fragen, warum auf dieser Welt


Kreatives Schreiben - Teil 5

Hallo zusammen.
Jede/er ist wieder aufgerufen.

Dieser Thread ist der fünfte Teil des Kreativschreibens.

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Ziel soll es wie schon bei den anderen Teilen sein, sich spontan etwas zu einem vorgegebenen Thema einfallen zu lassen und etwa eine Viertelstunde darüber zu schreiben und es hier zu veröffentlichen.
Man(n)/Frau kann es auch erst auf einen Zettel, in ein Heft, auf einen Block oder offline schreiben.

Ungefähr eine Viertelstunde schreiben!

Aber bitte nicht nur ein, zwei Sätze oder gar nur eine superkurze Antwort von einem oder ein paar Wörtern!

Es muss nicht (super)akademisch sein.

Versucht es einfach wieder!
Lasst Eurer Phantasie wieder freien Lauf!
Jede/er kann es.

Regeln:
1.) Thema lesen und dann "schreiben".
2.) Die Zeit dafür ist ungefähr eine Viertelstunde.
3.) Alles wird akzeptiert.
4.) Wem das Thema zu persönlich ist, muss nichts schreiben. :)
5.) Die Kritik muss sachlich bleiben.
5.) Es gibt keine Veröffentlichung außerhalb von Frag-Mutti.

Das Thema ist diesmal:

Wen könnte ich fragen, warum ich auf dieser Welt bin?

Dann mal los!

Die anderen Thread (s.o.) sind nicht geschlossen, es kann noch etwas dazu geschrieben werden.
Alles ist offen.
Vielleicht will auch jemand mehrere Statements zu einem Thema abgeben...
Kein Problem!
Das ist natürlich erlaubt und auch gewollt.

Wen könnte ich fragen ?

Niemanden, denn die Frage kann niemand beantworten. Ich kann verschiedene Menschen fragen warum und für welchen Zweck sie leben...da hat sicher auch jeder eine andere Begründung. PowerMami für ihre Kinder, meine Mutter um meinem Vater die Schuld an allem zu geben, mein Vater um für die Familie zu rödeln bis er es irgendwann nicht mehr kann, mein Freund, um ein Auskommen zu haben und die Zeit zu Zweit zu geniessen, meine Kollegen...keine Ahnung, jeder von denen hat sicherlich andere Gründe die ich aber nicht kenne.

Wenn ich mich frage wofür ich lebe, gibt es verschiedene Dinge, immer abhängig davon, was ich gerade erlebt habe...um mit meine Kollegen Walter und Ralph zu Klönen beim Essen in der Kantine, um meinen Vater zu sehen, solange er noch lebt, um meinen Kater zu kraulen wenn ich nach Hause komme, um für meine Schwester Leggins zu kaufen weil sie dafür keine Zeit hat, um mir Gedanken über das Weihnachtsessen zu machen, um zu hoffen, dass alles gut wird.

Die Antwort ist irgendwo in mir drin...und sie ändert sich ständig.


"Wen könnte ich fragen warum ich auf der Welt bin" dachte der kleine Bär als er so durch das feuchte Laub tappte. Er schnüffelte auf der Erde herum auf der Suche nach ein paar freßbaren Pilzen aber er konnte sich nicht so recht konzentrieren.
Immer und immer wieder schwirrte diese Frage in seinem Kopf herum und er beschloß, es einfach einmal zu versuchen. Das nächste Tier dem er begegnete würde er fragen.
Froh, daß er sich endlich an die Bewältigung seins Problems machen konnte lief er los.
Und er traf einen Fuchs. Der wirkte zunächst etwas erschrocken aber als er realisierte, daß er es nur mit einem kleinen Bären zu tun hatte, blieb er stehen. "Kannst Du mir sagen, warum ich auf der Welt bin?" fragte der kleine Bär ganz aufgeregt. Der Fuchs, immer wachsam daß der Sicherheitsabstand zwischen den beiden gewahrt blieb antwortete "Nö. Aber frag doch mal die Eule auf der alten Eiche dort hinten, die ist ziemlich schlau. Vielleicht weiß die es." und machte das er weg kam.

Auf dem Weg zu der alten Eiche begegnete dem kleinen Bär ein Hirsch. Stolz warf er den gekrönten Kopf herum als der kleine Bär ihn ansprach und seine Frage stellte. "Ich habe keine Ahnung und im allgemeinen weiß ich auch nicht wozu Bären gut sein sollen" meinte der Hirsch hoheitsvoll und schritt davon. Verwundert tappte der kleine Bär weiter.
Da war ja noch eine Frage aufgetaucht. Eine Frage über Bären im allgemeinen und überhaupt konnte man ja mal darübernachgrübeln ob es Tiere in seinem Wald gab, die für irgendetwas gut sein sollten.
Wie er da so überlegte, sah er eine Ameise gekrabbelt kommen. Vorsichtig, um sie nicht umzupusten flüsterte er: "Hallo Ameise. Weißt Du warum ich auf dieser Welt bin?". Die Ameise ächzte unter einer schweren Last. Sie schleppte ein Stück Himbeere. Erschöpft hielt sie inne und dachte einen Moment nach. Dann sagte sie: "ich habe mir noch nie Gedanken über etwas anderes als Ameisen gemacht. Aber wozu wir auf der Welt sind, das weiß ich ganz genau. Wir haben eine Königin und viele Schwestern und die müssen gepflegt, gefüttert und verteidigt werden. Wir passen auf Blattläuse auf und machen den Wald sauber; ich denke das ist ein guter Grund um auf der Welt zu sein." Kaum hatte sie ausgesprochen, trippelte sie auch schon weiter.

Der Bär überlegte aber eine Königin hatte er nicht und den Wald saubermachen war auch nicht sein Ding. Also tappte er weiter. Das Laub roch wunderbar und er kam an ein paar Pilzen vorbei. Während er von ihnen naschte hörte er plötzlich eine tiefe Stimme. "Na Du kleiner Kerl, wo willst Du denn hin?" fragte sie. Erschrocken blickte er sich um, sah aber niemanden. Die Stimme lachte und sagte "hier oben". Der kleine Bär richtete sich auf und sah die Eule auf einem Ast sitzen. Vergnügt blinzelte sie zu ihm herunter.
"Ich möchte wissen, warum ich auf der Welt bin" fragte der kleine Bär und sein Herz klopfte ganz schnell.
Die Eule plusterte sich ein wenig auf, schloß das rechte Auge und wiegte den Kopf. Dann antwortete sie "ja, Kleiner, da mußt Du Deine Mutter fragen".

Erleichtert bedankte sich der kleine Bär und machte sich auf die Suche nach seiner Mutter, während die Eule sich ein Grinsen nicht ganz verkneifen konnte.

Bearbeitet von Gutemine am 24.11.2005 14:30:06


Ja, wen könnte ich fragen, warum ich auf der Welt bin?
Ich könnte meine Eltern fragen, die aber leider nicht mehr leben. Ich nehme mal an, dass ich deswegen auf der Welt bin, weil sich meine Eltern einmal sehr geliebt haben und ihnen bekannt war, dass man davon ein Kind bekommen kann und sie sich ein Kind gewünscht haben. Also bin ich.
Voraussetzung dafür war natürlich allerdings, dass Leben auf der Welt überhaupt möglich ist. Warum ist Leben auf der Welt überhaupt möglich?
Da könnte ich jetzt jemand fragen, der sich damit auskennt, z.B. Herrn Prof. Dr. Lesch. Der würde mir sehr ausgeschmückt erklären, dass es möglich ist, dass ich auf der Welt bin.
Ich könnte aber auch Kant und Darwin fragen, die sich mit der Evolutionstheorie befassten. Kann ich aber leider auch nicht mehr befragen.
Dann könnte ich noch den lieben Gott fragen, wenn es ihn denn gibt. Alle Antworten würden sehr imaginär ausfallen.
Und deshalb bleibe nur noch ich, den ich fragen könnte, warum ich lebe.
Und das mache ich doch ab und zu und frage mich: "Warum lebe ich eigentlich?"
Ich bin noch auf keine mich befriedigende Antwort gekommen.

René Descartes oder Renatus Cartesius sagt:
"Ich denke, also bin ich.
Ich bin, weil ich denke, dass ich bin.
Ich denke, dass ich bin, weil ich denke,
Ich bin, weil ich denke, dass ich nicht bin.
Ich denke, dass ich bin, weil ich nicht denke, dass ich nicht bin.
Ich bin, weil ich nicht denke.
Ich denke, also bin ich nicht."


Ich denke das nicht! ;)
Elisabeth


als christ, der ich bin, den herrgott, als realist mutter und vater- welche antworten ich bekommen würde, weiß ich nicht, könnte mir die des hergottes so vorstellen, daß er sagt:

"mädchen, dir habe ich ein leben geschenkt, um dich zu beweisen,
um spaß an deinem leben zu haben, eine familie zu gründen und kinder zu bekommen, die du christlich erziehst. tu gutes auch für andere, denen es nicht so gut geht , wie dir und wenn du ein erfülltes leben geführt hast, kannst du in ruhe und frieden mit dir und der welt einschlafen und bist bei mir herzlich willkommen und aufgenommen."

die antwort meiner mutter könnte so aussehen:"jessica, du bist ein kind der liebe zwischen papa und mir, du warts willkommen, ich habe dich unter schmerzen zur welt gebracht , wir haben dir viel liebe angedeihen lassen, bekommen es aber auch reichlich zurück. ein leben ohne dich und deine geschwister könnten wir uns gar nicht vorstellen- ein leben ohne kinder ist kein leben."

die von vater: "kleines, wir lieben dich, was soll ich mehr dazu sagen. wüßte ich jetzt och gar nicht!"


Wen könnte ich fragen, warum ich auf dieser Welt bin

Ganz klar MICH!!! Ich könnte meinem Leben jederzeit ein Ende setzen,oder?
Das beträfe dann das heute....

Warum man mich gemacht hat???? Hm, weil meine Eltern unbedingt noch einen Jungen wollten?! Wenn auch sehr viel später *sfg

Ich glaube an das Schicksal. Vielleicht bin ich auf der Welt, um GUTES zu tun, was zu verändern..... in vielleicht wichtigen Momenten einfach dazusein?

Den eigentlichen Sinn... werd ich mir mal nachfragen, wenn ich oben an der Himmelspforte stehe. In der Hoffnung das ich in die mir gesetzten Erwartungen dann auch erfüllt habe...

Vielleicht gut das ich DIE noch nicht weiß *überleg

Auf jedenfall bin ich froh hier zu sein (im Leben).... Habe auch schon andere Zeiten hinter mir!!!

lg Elke


Sie läuft verwirrt durch die Straßen. Es sieht so aus als ob sie nicht so richtig wissen würde wo sie hin will, wo sie her kommt. Ihr Haar ist total zerzaust, als ob es noch nie eine Haarbürste gesehen hätte. Ihre Klamotten sehen auch nicht mehr ganz frisch aus. Wie lange läuft sie da schon rum? Es scheint als würde sie nach etwas suchen. Sucht sie eine Person oder sucht sie einen bestimmten Ort? Sie läuft ziellos von einer Straßenseite auf die andere. Sie schaut sich ständig in alle Richtungen um. Was will sie nur? Wenn man sie sich nächer betrachtet stellt man fest das ihr Gesicht viel aussagt. Es sagt das sie schon viel in ihrem kurzen Leben erlebt hat. Sie hat viel gesehen. Sie hat viel durchgemacht. Es sagt auch dass das meiste was sie gesehen, erlebt und durchgemacht hat nicht positiv war. Kann das sein? Kann es sein das sie so ganz ohne Ziel durch diese Stadt läuft auf der Suche nach dem Sinn? Dem Sinn das ihr Leben hat? Hat ihr Leben überhaupt einen Sinn? Kann ein Leben das so furchtbar ist überhaupt einen SInn haben? Ja, so wird es wahrscheinlich sein. Warhscheinlich läuft sie durch die Straßen auf der Suche nach der Wahrheit. Sie sucht jemanden der ihr sagen kann warum sie auf dieser Welt ist. Warum sie auf dieser Welt gefangen ist.

GLG *Daisy*


Es ist dunkel. Ich spüre ein Schmerz. Kann mich schlecht bewegen. Alles tut dabei weh.
Wo bin ich? Was war vorher?
Wir waren auf einer Party, und ja ich habe ein wenig getrunken. Aber nur 3 Gläser, so wie immer, zudem gut gegessen und immer dazwischen was Alkoholfreies. Wann bin ich denn gegangen? Ich glaub gegen 2. War noch jemand dabei? Ich greife um mich. JA da ist jemand und dann erinnere ich mich wieder: Ich hab 2 Leute noch mitgenommen, weil sie nicht mehr fahren wollten. Ich hab gemeint, ich kann noch fahren. Konnte ich auch. Und dann? Dann weiß ich nichts, doch, es hat auf einmal gerüttelt und ab da wars dunkel. Ich schnalle mich los und berühre meine Umgebung. Dann erwische ich den Innenraumlichtschalter. Wie ein kleines Licht in der Dukelheit. Ich sehe jemanden neben mir. Aber es ist nicht mein Beifahrer. Er ist von hinten nach vorne gerutscht, so sieht es aus. Er bewegt sich nicht. Da, die Frontscheibe, sie ist zerbrochen! Ich klettere hinaus, alles tut so weh. Mein Handy... es geht... ich habe Netz... schnell 112...


Überall sind Lichter, blaue Lichter. Ich werde vorbereitet um mich ins Krankenhaus zu bringen. Die Polizei ist auch da, sie läuft umher und schaut sich alles an. 2 Feuerwehrwagen versperren die Straße, sie leuchten den Platz aus und ich höre wie es knackt und Metal zerdrückt wird oder einzelne Scheibenstücke zerspringen.
Meinen Beifahrer haben sie gefunden, 100m weiter entfernt. Er wurde rausgeschleudert, als wir gegen den Baum fuhren. Er war nicht angeschnallt. Ich höre noch seine Stimme: Die Schnalle geht nicht! und ich habe: Die ist kaputt, nicht so wichtig sind nur 3km. geantwortet. Wieso sind wir nicht gelaufen. Ich mußte vorhin blasen, bei der Polizei. 1,2 Promille. Das ich soviel habe hätt ich nicht gedacht. Den 3. im Wagen haben sie nun auch endlich geborgen. Er wird in der großen Tasche weggetragen. Er wollte eigentlich lieber im Auto schlafen...

Und mir schwirrt nur eine Frage durch den Kopf. Wen kann ich da fragen? Die Sanitäter? Die Feuerwehrleute? Die Polizei? Oder die Eltern der beiden Mitfahrern?
Wen könnte ich fragen, warum ich auf dieser Welt bin? Noch auf dieser Welt bin?

Bearbeitet von galapagos24 am 25.11.2005 09:21:14


Wen könnte ich fragen, warum ich auf dieser Welt bin?

Warum bin ich gerade auf dieser Welt.. hätte es nicht irgendeine andere sein können? Es gibt so unendlich viele Sonnensysteme und Planeten in der Galaxis, da ist doch bestimmt eine dabei, auf der es sich leben lässt? Vielleicht besser als hier? Es dürfte auch diese Welt in einer Parallelrealität sein, nur besser sollte sie sein... ich weiß, es klingt verrückt, aber irgendjemand muss doch dafür verantwortlich sein, dass ich ausgerechnet hier gelandet bin.

Ich fühle mich unwohl inmitten einer Gesellschaft von engstirnigen, unfreundlichen und herzlosen Menschen - jeder ist nur auf seinen eigenen Vorteil bedacht und auf sein eigenes Wohlergehen - das Schicksal der anderen interessiert keinen hier. Mitgefühl ist ein Fremdwort, noch nicht einmal zu Feiertagen - die bevorstehenden werden als Fest der Liebe bezeichnet - HA! - wird es verwendet im Sprachgebrauch. Man spendet zwar an irgendwelche gemeinnützigen Organisationen zwecks Beruhigung des ab und an doch schlagenden Gewissens, aber im Großen und Ganzen ist dem einem das Schicksal des anderen herzlich egal.

Was soll ich hier? Was ist meine Aufgabe in dieser Herzenskälte? Mein zweiter Name ist Mitleid - ich könnte zerfließen - aus Mitleid mit anderen, aus Mitleid mit mir selbst. Aber wen könnte ich fragen nach dem Sinn meiner ganzen Existenz? Die sogenannten Religionen helfen mir da nicht weiter - jede hat Regeln und Zwänge und Auslegungsmöglichkeiten - ganz nach Wunsch. Die Wissenschaften sind als Ratgeber genauso ungeeignet - sie sind hier noch nicht weit genug entwickelt, um existenzielle Fragen in befriedigender Weise beantworten zu können, im Gegenteil - eine mögliche Antwort wirft zwei weitere Fragen auf.

So komme ich zu dem Schluss, dass es eine Antwort nur ganz tief in mir selber geben kann. Wenn ich in mich gehe und mich in mir selbst und dieser Frage ganz versenke, kann ich eine Antwort finden - und dann wird ein Ortswechsel zu einer anderen, besseren Welt vielleicht unnötig - wer weiß?


hm ... warum stellt sich überhaupt die frage?
fragt die biene sich beim honigmachen (wie machen die das eigentlich nochmal genau?), warum sie auf dieser welt sind? oder die alte eiche, die seit 150 jahren an derselben stelle steht, hat die sich schon mal gefragt, warum sie auf der welt ist?

der mensch ist dazu nicht in der lage, einfach nur sein ding zu machen oder einfach zu existieren. er muss hinterfragen ... das ist auch gut so (sonst hätten wir bestimmt noch immer weder strom noch sonst irgendwas nach der zeit der keulen und mammuts). wer könnte mir also diese antwort geben?

meine eltern. ja, natürlich. es gibt natürlich auch einen grund, warum sie mich in die welt gesetzt haben. ich nehme an und hoffe, dass ich ein „produkt“ ihrer liebe zueinander bin und das erfüllt mich mit total ungerechtfertigtem stolz. aber das wäre keine wirkliche antwort.

die kirche, der glaube. ganz ähnlich eigentlich, der sinn ist lieben und geliebt zu werden. für und mit und vor allem durch gott, durch jesus, durch wen auch immer. blöd nur, dass ich leider nicht so durch und durch gläubig bin, dass das eine zufriedenstellende antwort für mich wäre.

die freunde? die arbeitsstelle? hm ... das sind alles dinge, die das leben zwar beeinflussen, aber ganz sicher nicht den sinn meines daseins darstellen.

es gibt also keine antwort für mich. und wahrscheinlich gibt es auch gar keinen grund, warum ich auf der welt bin. es ist halt einfach so – völlig sinn- und wertfrei. die fragen, die sich mir stellen, werden in diesem leben wohl nicht mehr beantwortet werden. was also nun? leben ... und das beste draus machen. und feststellen, dass leben - auch ohne den grund dafür zu kennen - schön ist. nicht einfach, nein. wahrscheinlich die größte aller herausforderungen. aber ich habe vor, sie zu meistern


Manchmal möchte ich meine Eltern fragen.

Fragen, warum es ihnen denn damals so unverschämt wichtig war, mich in die Welt zu setzen.

Und manchmal möchte ich ihnen danken, daß sie das taten. Denn jeder ist wichtig in dieser Welt- auf seine Weise.

Und an jeden kommt wohl einmal die Zeit, wo er oder sie sich nach dem Sinn des Daseins fragt.

Und von niemand anderem als sich selbst wir er oder sie eine sinnvolle antwort bekommen.

Die Welt kümmert es nicht, ob wir leben, oder warum. Uns selbst im umgehehrten Falle schon.


Ich habe mir diese Frage noch nie gestellt, weil ich täglich Antworten darauf bekomme

an jedem Tag an dem ich mit meiner alten schwerkranken Mutter Tränen lache und wir beide albern sein können wie Backfische

an jedem Tag wenn meine Tochter nur mal so vorbei kommt und mich mit ihrem strahlenden Lächeln und ihrer entwaffnenden Herzlichkeit und Wärme beglückt,

an jedem Tag wenn meine kleine Enkelin mich vor Freude die Oma zu sehen glucksend anstrahlt und die Arme nach mir ausstreckt

an jedem Morgen wenn die meine beiden Pflegekinder wecke und sie mich schlaftrunken in den Arm nehmen und sagen - guten Morgen Oooooooooooomi -

an jedem Tag wenn mein Mann mir sagt wie unvollkommen ich doch bin - weil er ein schlimmer Perfektionist ist - und neidisch auf meine Fähigkeit Zeit zu verschwenden

an jedem Tag wenn ich aufwache und gleich in meinen wunderschönen Garten sehen kann

Jedesmal wenn sich meine Freunde von überall auf der Welt bei mir melden

Ich bin weil ich das Leben trotz aller Schwierigkeiten genieße und immer für mich aber auch für andere da bin

Ich bin dankbar das ich bin und mir eine begrenzte Zeit in unserem wunderschönen Deutschland geschenkt wurde um etwas Herzenswärme und Liebe zu verschenken. :wub:


:blumenstrauss: :blumenstrauss: das war schön!


Es ist Sonntag nachmittag, ich sitze alleine auf der
Couch im Wohnzimmer und schaue mir ein altes Fotoalbum an:

Ich bin 4 Jahre alt und sitze - nicht auf einer Couch,
sondern auf einem Riesenstoffpony am Strand von
Norderney, das Foto hat ein Photograph gemacht.
Ich sehe ganz fröhlich aus, amüsiert. Auch 4- jährige
wissen, wenn sie auf ein unechtes Pony gesetzt werden,
war mir das nicht damals schon zu albern?

Mein Vater müsste das doch eigentlich noch wissen.
Das Album sollte ich mal draußen liegen lassen, damit
ich ihn danach fragen kann.

Ein anderes Bild, ich habe zurückgeblättert, Klein-Sunny im Gips.
Ich war lange krank als Kind. Was müssen meine Eltern für
Sorgen um mich gehabt haben! Und ich, ich weiß das alles
nicht mehr, hab es erfolgreich verdrängt, meine Kindheit
mit den Liegezeiten im Gips und den Krankenhausaufenthalten
ist aus meinem Gedächtnis getilgt. Ich werde es wohl einfach
nicht mehr gewollt haben, mich daran zu erinnern – alles weg,
kein Fitzelchen einer Erinnerung!!!!!

Ich könnte meine Mutter fragen, noch kann ich sie fragen,
wie das war, ob ich geweint habe, wenn sie mich alleine in
Köln in der Uniklinik ließen? Was habe ich gesagt, wenn sie
dann nach einer Woche erst wieder kommen durften, vielleicht
habe ich sie gar nicht wieder erkannt, beim ersten Mal war
ich erst 1 ½ Jahre alt.

Ich könnte sie fragen, ob sie geweint hat, wenn sie mich dort
lassen musste oder ob das Anfang der 60er Jahre normal war,
Kinder alleine im Krankenhaus zu lassen.

Ich könnte meine Eltern dann noch fragen, warum ich auf
der Welt bin! Wobei ich glaube, das ist die einzige Antwort
auf meine Fragen, die ich mir selber geben kann:
"Weil wir uns geliebt haben!"

Meine Eltern sind jetzt bald 48 Jahre verheiratet.
Fast ein halbes Jahrhundert. Noch kann ich sie beide
alles fragen, was ich wissen möchte - ich sollte es bald tun.

Bearbeitet von anitram.sunny am 01.12.2005 00:14:55


Wen kann ich fragen warum ich auf der Welt bin, fragte sich der Regenwurm der zappelnd am Angelhaken hing, jetzt habe ich so viele Jahre gelebt und stelle mir die Frage jetzt in einem Augenblick, in dem es zu spät.... nein jetzt kommt die Antwort angeschwommen und... schnapp war es auch um den Fisch geschehen, den der Angler wieder aussetzte, weil er seinen Sinn des Lebens noch nicht erfüllt hatte.


Wen könnte ich fragen, warum ich auf dieser Welt bin?


Die Frage spuckte Elamar schon lange im Kopf herum. Er hatte auch schon Antworten gefunden. Aber er hatte sich noch nicht getraut zu fragen. Elmar war elf Jahre alt und ziemlich altklug.
Den lieben Gott fragen, war seine erste Idee. Und dachte er weiter: der antwortet doch so selten, nein, das macht keinen Sinn. Frag ich mich doch selber, dachte er dann. Macht aber auch keinen Sinn, denn es gibt Fragen, auf die man sich selbst keine Antwort geben kann. Klar, man kann sich auf alle Fragen eine Antwort geben, aber ob sie gut ist? Bei so einer Frage.

Elmar dachte weiter nach. "Wen könnte ich fragen." Ich könnte doch Horst fragen, aber der würde bestimmt antworten: "Doofe Frage, weiss doch jeder". Und dann nichts mehr sagen ausser: "Lass uns spielen" und ich würde dann denken ich bin auf der Welt, um zu spielen - ist ja vielleicht nicht ganz doof.

Elmar erwog noch lange Zeit, ob er die Frage nicht Horst stellen sollte, die Antwort schien verlockend.
Klar, Mama und Papa könnte ich auch fragen, die würden ziemlich komplizierte Anworten geben. Mama würde von den Zellen reden, die sich verbinden, und Papa würde etwas sagen von "in die Welt geworfen sein". Ist mir zu kompliziert.

Und dann hatte er eine Idee, vielleicht die beste von allen: er würde alle fragen, die er kennt, den lieben Gott eingeschlossen (obgleich der ein bisschen mundfaul ist). Er würde Horst fragen und Gabriel und Anna und alle seine Freundinnen und Freunde und er würde Papa fragen und Mama und er würde hören, was jeder zu sagen hat.

Und wenn er all die Antworten gehört haben würde, dann würde er weiterfragen und irgendwann, vielleicht wenn er 111 Jahre alt ist, ja,

dann würde er sich die Frage selbst beantworten können.



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